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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Euagrios - Eubulus (Dichter)
374 wurde E. aber durch einen Eunuchen erinordet,
dessen Frau sein Sohn verführt hatte. Vom Redner
Isokrates ist eine Leichenrede auf E. erhalten, die
ihn als Muster eines trefflichen Regenten feiert.
Guagrios, byzant. Kirchenhistoriker, der be-
deutendste Fortsetzer des Eusebius, geb. um 536 zu
Epiphania in Syrien, gest. um 600. Seine Kir-
chengeschichte (von 431 bis 594) ist gedruckt bei
Migne, "katroloZia Finoca", Bd. 86, II (Par. 1860).
Guämie (grch.), gute Beschaffenheit des Blutes.
Guandros (lat. Evander) war nach der
Sage etwa 60 Jahre vor dem Trojanischen Kriege
aus Arkadien nach Italien gekommen und hatte,
von Faunus gastlich aufgenommen, da, wo später
Rom stand, eine Niederlassung am Palatinischen
Berg (s. d.) gegründet. Er sollte die Buchstaben-
schrift, den Gebrauch musikalischer Instrumente statt
kunstloser Hirtenpfeifen, überhaupt Gesittung und
namentlich auch den Dienst des Gottes Pan mit-
gebracht haben. Am Aventin war ihm ein Altar
errichtet. Daß der Erzählung vom E. altitalische
Sagen zu Grunde liegen, deren Gestalt später durch
griech. Einwirkung verändert worden, darauf deu-
tet die Angabe hin, E. sei der Sohn oder Gemahl
der echt ital. Carmenta (s. d.) gewesen.
Euanthta oderOantheia, alte lokrische Stadt,
Gubiötik (grch.), s. Hygieine. ^s. Galaridi.
Euböa (neugrch. I^vvia, spr. chwwia), die größte
Insel des Königreichs Griechenland, im Llgäischen
Meere, begleitet die Nordtüste von Mittelgriechen-
land (gegenüber den Landschaften Lokris, Bö'otien
und Attika) in geringem Abstände, ist bei 170 1<m
Länge dllrchschnittlich nur 22 km (im 3Nazimuin
52 km) breit und hat (nach Strelbitskij) 3775,2 <ikm
Flächeninhalt. Sie wird von Thessalien im N.
durch den Kanal von Trikeri, von Mittelgriechen-
land durch den Atalantikanal und den Kanal von
Eretria geschieden, die sich in der Mitte zu einer
nur 60 in breiten, durch ihre wechselnden Strö-
mungen bekannten Meerenge zusammenziehen, den
Euripos (s. d.), neugrch. Egripo, mit welchem
Namen auch die Insel selbst im Volksmunde be-
zeichnet wird und aus welchem der ital. Name
Ncgroponte korrumpiert ist. E. ist ein, durch
einen langgestreckten Einbruch losgelöstes Stück des
Festlandes, dessen Gebirge auf die Insel hinüber-
streichen. Sie wird daher von Faltengebirgen er-
füllt, welche meist quer über die Längsrichtung
der Insel von SW. nach NO. streichen; im südl.
Drittel bestehen sie, als Fortsetzung der attischen
Gebirge, aus krystallinischem Schiefer und Marmor
(der weiße und graue Marmor des Ochagebirges
beiKarystos war bei den Alten berühmt), in dem
mittlern und nördl. Teil aus Thonschiefer, Kalk und
Serpentin der Kreideformation. Drei Gebirgsstocke
ragen besonders hervor, nach welchen sich dse Insel
in Nord-, Mittel- und Südeuböa teilt. Im N.
das Galzadesgebirge mit dem Xeron Oros (985 m,
bei den Alten Telethrion) und weiter südlich das Kan-
diligeb'nge (bei den Alten Matistos, 1209 m). In
der mittlern Gruppe steigt der Delphis (bei den Alten
Dirphys) 1745 in mld in der südlichen der Ocha (jetzt
St. Eliasberg) 1475 m hoch empor. An die Gebirge
lagern sich tertiäre Ablagerungen mit Vraunkohleu-
flötzen (bei Kymi) an. 'Im N. bei Ndipsos treten
heilkräftige heiße, schwefelhaltige Quellen zu Tage.
Vortreffliche Weiden und dichte Waldungen, nament-
lich von Weißtannen, bedecken die leiten der Gebirge
des nördliche Tcc/s der Insel; in der Mitte findet
Vrockhaus' Konversations-Lexilon.. 14. Aufl. VI.
man ausgedehnte Kastamenwaldungen, während
die Berge im S. fast ganz kahl sind. Das Klima
ist sehr gesund, der Boden in den Thälern und
Küstenebenen gut bewässert und fruchtbar. Haupt-
produkte sind Baumwolle, Öl, Wein, Weizen, Obst,
Citronen, Seide und Honig. (S. die Karten: Grie -
chenland und Das alte Griechenland.)
Die Bewohner der Insel waren in der ältesten
Zeit im N. die thessal. Hestiä'er und Zelloper, in der
Mitte die Abanten und Kuretcn, im S. die Dryopcr;
dann wurde sie, besonders in der Mitte und im N.,
von Attika aus ionisiert und die Bevölkerung seit
dem 4. Jahrh. v. Ohr. durchaus zum ion. Stamme
gerechnet. Ursprünglich von Königen beherrscht,
nahm sie frühzeitig republikanische Verfassung an.
Die einzelnen Städte wurden selbständig und ge-
langten zum Teil zu bedeutender Blüte, wie na-
mentlich die beiden in der Mitte der Insel, Chalkis
und Eretria. Um 506 v. Chr. wurde Chalkis und
ein großer Teil der Insel von den Athenern erobert;
der Nest schloß sich ihnen nach den Perserkriegen
freiwillig an. 446 versuchten die Euböer die athen.
Herrschaft abzuschütteln, aber der Kampf endete 445
mit der völligen Unterwerfung der Insel durch
Perikles. Erst in der zweiten Hälfte des Pelopon-
nesischen Krieges vermochten die Euböcr mit Hilfe
der Spartaner und Vöoter ihre Selbständigkeit
wiederzuerringen (411 v. Chr.). Sie behaupteten
dieselbe bis 338 v. Chr., standen aber in den Kriegen
dieser Periode meist als freiwillige Bundesgenossen
auf Seite der Athener. Nach der Schlacht bei
Chä'ronea mußten sie sich den Macedoniern unter-
werfen, die besonders die Festung Chalkis als wich-
tige Zwingburg gegen das mittlere Griechenland
benutzten. Nach dem Sturze der maeedon. Herr-
schaft durch die Römer wurde E. erst der Provinz
Maccdonien, seit 27 v. Chr. der Provinz Achaja
verbunden. Später ein Bestandteil des Byzantini-
schen Reichs (seit dem 7. Jahrh, zum Thema Hellas
gehörig), wurde sie bei dessen Zertrümmerung seit
1205 durch lombard. Große (die sog. Tcrzieri oder
Dreiherren) beherrscht und zerfiel damals in die
drei Varonien Oreos, Negroponte und Karystus;
indessen schon seit 1211 gewann die Republik Vene-
dig hier ein beherrschendes Ansehen und erlangte
endlich 1366 thatsächlich den unmittelbaren Besitz
der ganzen Insel, die in der venet. Zeit stets unter
dem Namen Ncgroponte erscheint. 1470 wurde sie
von den Osmanen erobert, denen sie bis zum Ende
des griech. Befreiungskrieges (1829) blieb.
Seit der Begründung des Königreichs Griechen-
land (1829) bildet E. mit den Inseln Skyros,
Skiathos, Skopclos und Halonesos einen besondern
Kreis (Nomos) von 4199 ykm mit (1889) 103442 E.
(wovon auf die Insel E. 91586 E. kommen). Der-
selbe zerfällt in vier Bezirke (Eparchien): Chalkis,
Lcrochori, Karystia und Skopelos. Die südl. Hälfte
dcr Insel wird von Albanesen bewohnt. Die Haupt-
stadt des Kreises und Sitz des Kreisdirektors
(Nomarchen) ist die an der Stelle der gleichnamigen
alten Stadt am Euripus gelegene Stadt Chalkis. -
Vgl. Baumeister, Topogr. Skizze der Insel Euboia
(Lübeck 1864); Vursian, Geographie von Griechen-
land, Bd. 2 in 3 Abteil. (Lpz. 1868-73). sheit.
Gubulie (grch.), lluges Beraten, Einsicht, Klug-
Gubulus, ein Dichter der sog. mittlern griech.
Komödie, der um 376 v. Chr. lebte und über 100
Stücke verfaßt haben soll. Dm Iuhalt derselben
bildete neben Parodien von Mythen namentlich
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