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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eusebius (von Nikomedien) - Eustathius (Erzbischof von Thessalonich)
und polemischen Schriften sind nur Bruchstücke er-
halten.- Vgl. Augusti, Nii86dii I5m686uj opuscula
l^u9.6 8up6r8uut ßi'aeca (Elbers. 1829); Thilo, über
die Schriften des E. von Alexandrien und des E.
von Emisa (Halle 1832).
Euscblus von Nikomedien, Patriarch von
Konstantinopel, der Erzieher des Kaisers Julian,
mit dem er verwandt war, wurde zuerst Bischos von
Berytus, dann von Nikomedien. Er trat aus der
Synode zu Nicäa als Beschützer des Anus und
später mit E. von Cäsarea als Haupt der vermit-
telnden Partei, der sog. Semiarianer oder Euse-
bianer, auf. Unter Konstantin 325 - 328 nach
Gallien verbannt, aber bald wieder eingesetzt, er-
langte er das Bistum von Konstantinopel (338)
und leitete die antiochenische Synode (341), auf
welcher der Semiarianismus für den Orient fest-
gestellt wurde. Er taufte Konstantin kurz vor dessen
Tod und starb 342.
Euscbius Emmeran, s. Daumer, Georg Fr.
Eustirchen. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez.
Köln, hat 366,53 ykin, (1890) 42106 (20913
mannt., 21253 weibl.) E., 2 Städte und 46 Land-
gemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis E., im 15.
bis 17. Jahrh. Hauptort des jülichschen Ostlandes,
35 km im SW. von Köln, in 167 m Höhe, nicht
weit von der Erst und an den Linien Köln-Trier,
Bonn-E. (34,2 km), Neuß-E. (79,2 km) und der
Nebenlinie E.-Münstereifel (14 km) der Preuß.
Staatsdahnen, Sitz eines Landratsamtes, Amtsge-
richts (Landgericht Bonn), Bergrevieramtes, einer
Eisenbahn- und Wegebauinspektion, hat (1890) 8963
(4437 männl., 4526 weibl.) E., darunter 327 Evan-
gelische und 212 Israeliten, Post erster Klasse, Tele-
graph, zwei kath. Kirchen, eine Kapelle, evang. Bet-
haus, Synagoge, kath. Progymnasium, Rathaus,
ein Kranken- und ein Waisenhaus, Gasanstalt,
Wasserleitung; 20 zum Teil bedeutende Tuchfabriken,
11 Gerbereien, Wollspinnerei, 3 Dampfmühlen,
6 Brauereien, Bleiweih- und Metallwarcn, Seifen-,
Zucker-, Strumpffabrik, Lohmühle, Eisengießerei,
2 Dampfziegeleien, Tuch- und Kolonial-Großhand-
lungen, Kram- und Viehmärkte. ^(s. d.).
Ilusponß'ia. ofüoin2.1i8, der Badeschwamm
Eustach II., Graf von Boulogne (feit etwa
1049), war durch Anschluß an Wilhelm den Er-
oberer auch in England begütert und erwarb mit
seiner zweiten Gattin Ida, Tochter Gottfrieds des
Bärtigen von Niederlothringen, die Herrfchaft
Bouillon. Er starb 1092. Von den drei Söhnen
aus jener Ehe folgte E. III. in Boulogne: sein Bru-
der Gottfried von Bouillon hatte durch Kaifer Hein-
rich IV. das Herzogtum des mütterlichen Groß-
vaters erhalten und wurde durch den ersten Kreuz-
zug Herrscher des Königreichs Jerusalem, in wel-
chem ihm 1100 der dritte Bruder Valduin l. nach-
folgte, während E. III., der ebenfalls am Kreuzzuge
'mit Auszeichnung teilgenommen hatte, nach Hause
zurückging. Er starb um 1125 und hinterließ aus
seiner Ehe mit Maria von Schottland eine Tochter
Mathilde, durch welche Boulogne auf deren Gatten
Stephan von Blois, Grafen von Mortain und
1135-54 König von England, überging. Da ihr
Sohn E. IV. schon 1153 gestorben war, erlosch mit
Mathilde und Stephan 1154 das Geschlecht E.s II.
Eustachio (spr. -statkio), Variolommeo, ilal.
Arzt und Anatom, geb. zu San-Severino in der Mark
Ancona, nach andern bei Salerno oder in Calabrien,
studiert? in Rom, wo er später päpstl. Leibarzt und
Lehrer der Anatomie an der Sapicnza wurde, und
starb im Aug. 1574 auf einer Reise zu dem Kardi-
nal della Rovere in Fossombrone. Fast alle Teile
der anatom. Wissenschaften hat er durch wichtige
Entdeckungen bereichert, die auch zum Teil nach ihm
benannt worden sind; so die zuerst von ihm beschrie-
bene Ohrtrompete zwischen Mund- und Paukenhöhle
(Eustachische Röhre, "luda Lu8t,a<Mi, s. Gebor)
und die halbmondförmigeKlappe an derEinmündung
der untern Hohlader in den reckten Vorhof (Eusta-
chifche Klappe, Valvula kugtackij). Er verfaßte
die "l)pu8cllla3.uHt0mic3." (Vened. 1564; Leid. 1707
u. Delft 1726), fowie die wahrscheinlich von Giulio
de Musi gestochenen "ladulaß anatomicae", gefer-
tigt 1552, die zuerst Lancisi (Rom 1714) herausgab.
Der Text zu denselben scheint verloren zu sein; eine
gute Erklärung gab Albinus (Leid. 1743). - Vgl.
Choulant, Geschichte und Bibliographie der ana-
tom. Abbildung (Lpz. 1852).
Eustachische Klappe, s. Eustachio.
Eustachische Röhre, dieOhrtrompete,s. Gehör.
Eustachius, Heiliger und Märtyrer der röm.
Kirche, soll nach der Legende vor der Taufe Pla-
cidus geheißen, mit feiner Frau Tatiana das Chri-
stentum angenommen und mit ihr und seinen beiden
Söhnen Agapus und Theopistus zu Rom um 130
den Märtyrertod erlitten haben. Seit dem 6. Jahrh,
wird sein Gedächtnis gefeiert und Papst Cölestin III.
(1191-98) ließ bereits eine ihm geweihte Kapelle
restaurieren. Reliquien des heiligen E. besaß die
Abtei St. Denys und schenkte sie der Pfarrkirche
St. Eustache zu Paris. Sein Gedächtnistag ist der
20. Sept. ^ >und Eustathius von Sebaste.
Eustathianer, s. Eustathius von Antiocdim
Eustathius vonAntiochien, seit 325 Bischof
von Antiochien, trat mit solcher Strenge sür die
Beschlüsse von Nicäa und gegen den Arianismus
ein, daß ihn Kaiser Konstantin 331 als Unruhestif-
ter nach Thrazien und später nachIllyrien verbannte,
wo er um 360 starb. Ein Teil der antiochenischen
Gemeinde erkannte seinen Nachfolger nicht an und
bildete unter dem später zum Äischof geweihten
Presbyter Paulinus eine abgesonderte Kirchenge-
meinschaft (Eu st a t h i a n er), die sich bis ins 5.Jahrh.
erhielt. Die zahlreichen Schriften des E. sind bis
auf wenige Fragmente verloren gegangen.
Eustathius von Sebaste, geb. in Kappado-
cien, ward um 355 Bischof von Sebaste in Ar-
menien, wo er 380 starb. In den arianischen Strei-
tigkeiten schloß er sich den Anomöern an (s. Arianer).
Er gründete in Sebaste ein großes Spital und suchte
das Mönchsleben in Pontus, Papblagonien und
Armenien zu befestigen. Als Anhänger einer über-
mäßigen Ascese ward E. der Begründer einer
sckwärmerisch-ascetischen Partei, deren Anhänger
(Eustathianer) allen Verheirateten und Reichen
die Seligkeit absprachen und von einem verheirateten
Hriester das Abendmahl nicht annahmen. Gegen sie
richtete um 365 die Synode zu Gangra mehrere ver-
dammende Beschlüsse.
Eustathius, byzant. Erklärer des Homer und
des Geographen Dionysius Periegetes (s. d.), war
anfangs Diakonus und Lehrer der Rhetorik in fei-
ner Vaterstadt Konstantinopel und seit 1175 Erz-
bifchof von Thessalonich, wo er um 1194 starb. Be-
sonders sein vorzüglich aus den Wörterbüchern der
Atticisten Mus Dionysius und Pausanias geschöpf-
ter Kommentar zum Homer (mit Devarius' Register,
4 Bde., Rom 1542-50: 3 Bde., Bas. 1559-60;