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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ezdorf - Ezion Geber
in diesem Etablissement für den Betrieb der Dampf-
pflüge konstruierte Klappentrommel für die Seil-
schiffahrt anzuwenden, erhielt E. den Auftrag, die-
ses Projekt nach seiner technischen Seite hin zu ent-
wickeln. Die Folge war für ihn ein zweijähriger
Aufenthalt in den Vereinigten Staaten, welcher
auch der Einführung der Dampfkultur in Amerika
gewidmet war. In ähnlicher Weise war C'. dann in
Deutschland, Osterreich, Belgien, Rußland, Rumä-
nien, Italien sowie in Algier und der Türkei thätig;
auch besuchte er Westindien mehrmals sowie Peru
und Kalifornien auf längere Zeit. 1882 verließ E.
das Fowlersche Gefchäft und zog nach Bonn, dann
nach Berlin. 1884 gründete er die "Deutsche Land-
wirtschaftsgesellschaft", die durch jährliche Wander-
ausstellungen und ähnliche ganz Deutschland be-
rührende Veranstaltungen die Hebung des landwirt-
schaftlichen Betriebes im Deutschen Reich bezweckt
und 8 Jahre nach ihrer Gründung schon über 8000
Mitglieder zählte. E. schrieb: "Das Agrikultur-
maschinenwesen in Ägypten" (Stuttg. 1867), das in
seiner Art klassische "Wanderbuch eines Ingenieurs"
(6 Bde., 2. Aufl., Heidelb. 1886), "0u tmvinF" und
"3t66i or irou lor doilkrg" (beides in "Institution
ol moclllnncHi NuKiu66i'8", London), "Ou ii-riFk-
tiou, iu I^^pt" sowie eine beträchtliche Anzahl von
Aufsätzen und Broschüren über landwirtschaftlich-
techniscbe Fragen u.s.w.; ferner: "Vollmar", histor.-
romantisches Gedicht (3. Ausg., Heidelb. 1876),
"Der Waldteufel" (Heilbronn 1878), "Mönch und
Landsknecht" (2. Aufl., Heidelb. 1886); außerdem
tleinere Novellen und Gedichte.
Ezdorf, Christian, Landschaftsmaler, geb.
28. Febr. 1801 zu Pösineck im Herzogtum Meinin-
gen, erhielt seine künstlerische Ausbildung auf der
Akademie zu München. Er wußte vortrefflich die
nordische Natur aufzufassen, die er 1821 in Skan-
dinavien aufsuchte und vorzugsweise für düstere
Stimmungsbilder benutzte. Auch Island bereiste
er 1827, und seit 1831 England. Dort malte er die
vorzüglichsten seiner Bilder, so 1835 den Eisen-
hammer in Schweden (Neue Pinakothek in Mün-
chen), das Felsenufer der Infel Magerö in Nor-
wegen (1836; Museum in Leipzig), Norwegische
Landschaft (Museum in Stuttgart). Man hat von
ihm auch 15landschaftliche Blätter. Er starb 18. Dez.
1851 zu München.
Gzechiel oder Hesekiel, ein Prophet von der
Richtung Ieremias, war der Sohn des Priesters
Vusi. Er gehörte zu den mit dem König Iojachin
597 v. Chr. nach Vabylonien geführten Iudäern.
6 Jahre vor der Zerstörung Jerusalems, im Juni
592 v. Chr., wurde er in Vabylonien zum Pro-
pheten berufen. Er ist die einflußreichste Figur
des Erils. Kein anderer hat so wie er dazu beige-
tragen, den Deportierten die prophetische Auffassung
vom Berufe und dem Schicksale Israels vertraut
zu machen. In Anknüpfung an das Deutero-
nomium und die Reform des Iosia verwandelte er
die Forderungen der Prophetie in ein statutarisches
Gesetz und zeichnete seinem Volke den Plan vor, sich
durch Unterwerfung unter dieses im Besitze der einst
wiederzugewinnenden Gnade Iahwes zu erhalten.
So bildete er eine der Brücken von der Prophetie
zum gesetzlichen nacherilischen Judentum. Er hat
dadurch die Umbildung der lebensfähigen Elemente
des alten Volks Israel zur religiösen Gemeinde der
Judenheit ermöglicht. E. hat seine Weissagungen
selbst zu einem Buche zusammengestellt, das in
vieler Hinsicht den Schlüssel zum Verständnis des
Alten Testaments giebt. Dasselbe ist erst nach
572 v. Chr. abgeschlossen worden und zerfällt in drei
Teile. Der erste (Kap. 1-24) enthält die vor 586
v. Chr. gesprochenen Weissagungen; er kündigt dem
Reiche Iuda wegen fortdauernder Untreue wider
Gott völligen Untergang an; der zweite Teil (Kap.
25-32) droht den benachbarten Völkern mit gött-
licher Strafe, und der dritte (Kap. 33-48) enthält
Weisfagungen vom mefsianischen Reich, d. h. von der
Wiederherstellung Israels und Vorschriften über die
Neuordnung des wiederhergestellten. Die Wieder-
herstellung erfolgt als ein Geschenk der Gnade, ohne
daß Israel durch Buße sie sich verdient. Dieselbe
ist eine innere Notwendigkeit für Gott, dessen Name
durch die Zerstörung Jerusalems bei den Heiden
Schaden gelitten hat. Damit Israel im Stande der
Gnade beharren kann, erhält es ein neues Herz.
Alle Verhältnisse werden im Israel der messiani-
schen Zeit von dem Gesichtspunkte aus neugestaltet,
daß eine Verletzung der Heiligkeit des wieder in
Jerusalem wohnenden Iahwe nicht eintreten kann.
Die Stadt wird vom übrigen Land getrennt ge-
halten, rings umgiebt sie Priester- und Leviten-
land. Die Stadt wird vom Tempel abgerückt.
Im Tempel findet strenge Sonderung zwischen
Priestern und Laien statt. Die ganze Mtur des
Landes ändert sich zu diesem Zweck. So ist E. der
Urheber der Vorstellungen vom Neuen Jerusalem.
An der Spitze Israels steht, mit der Sorge für Auf-
rechterhaltung des Kultes betraut, ein Vorsteher
(Fürst). In dem von Gott geoffenbarten Kulte aber
hat Israel ein Mittel, alle etwa doch vorfallenden
Trübungen der Heiligkeit des Tempels und Iah-
wes sofort wieder zu beseitigen. Er ist daber die
Lebensaufgabe der Gemeinde. Gerade durch diese
Gedanken hat E. die spätere Entwicklung beeinflußt.
Da die von E. erhobenen Forderungen teils hinter
den später vom Gesetze formulierten zurückbleiben
(z. B. bei den Festen und Festopfern), teils dieselben
überbieten (z. B. bei den Vorschriften über Priester-
ehe und den Vorschriften für den Verkehr der Laien
im Tempel), so ist der Zugehörigkeit seines Buches
zum Kanon im spätern Judentum vielfach wider-
sprochen worden. Hiermit mag es zusammenhängen,
daß dasselbe in sehr schlechter Textüberlieferung aus
uns gekommen ist. - Vgl. R. Smend, Der Prophet
E. erklärt (2. Aufl., Lpz. 1880); C. Cornill, Das Buch
des Propheten E. (ebd. 1886).
Gzekiel (spr. isihkiel), Moses Jak., nordamerik.
Bildhauer, geb. 28. Okt. 1844 zu Richmond in Vir-
ginia, bildete sich nach Beendigung des Bürger-
krieges, in dem er auf Seite der Konföderierten mit-
kämpfte, zum Bildhauer aus und ging 1869 nach
Berlin, 1874 nach Rom, wo er sich dauernd nieder-
ließ. Seine bedeutendsten Werke sind: Büsten von
Washington, Liszt, Reliefs von Goethe und Schiller
(1870),'Farragut (1872) u. a., ein Vasrelief Pan
und Amor, die Gruppe der Religionsfreiheit für
Philadelphia, Kam, Eva, Israel, ein Märtyrer
und der Entwurf zu einem Reiterdenkmal des Ge-
nerals Lee, die Gruppe Natur und Kunst in Frank-
furt a.M. (1887).
GzionGeber, auch Ezeongeber oderEzeon-
gaber, zu den Zeiten der israel. Könige eine Hafen-
stadt am östl. Busen des Noten Meers neben Eloth
oder Elath (s. Elana), von der aus Salomo mit
Unterstützung des phöniz. Königs Hiram Handels-
verbindungen nach Ophir (s. d.) unterhielt, 1 Kön.