Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

493
Fabersche Buchdruckerei - Fabier
Prinzen (1878). Das Museum in Stuttgart be-
sitzt von ihm die beiden kolossalen Schlachten-
bilder: Das württemb. Grenadierregimcnt Königin
Olga im Gefecht am Park von Coc'uilly, 30. Nov.
1870, und Angriff der Württembcrger auf Cham-
pigny, 2. Dez. 1870. Für.Hamburg malte er 1882 ein
Panorama der Schlacht bei Wörth. >Heine neuesten
Gemälde, wie die Reiterrast und Fantasia (Münch.
1889), Ruhende Araber und Araber am Wasser
(Berl. 1891), Zug durch die Wüste (Münch. 1892),
zeigen breiteste Pinfclführung behufs Erreichung
farbiger Wirkung.
Faberfche Buchdruckerei (A. & R. Faber),
in Magdeburg, ging hervor aus der seit 1646 be-
stebenden Vuchdruckerei von Vinller, in die 1730
Gabriel Gotthilf Faber (aus Kursachsen stam-
mend) als Teilhaber eintrat. Er heiratete die Toch-
ter des Besitzers Andreas Müller und erhielt nach
dessen Tode die Druckerei als Erbe. Von da an
ist das Geschäft in den Händen der Familie F. ge-
blieben. Von den mit übernommenen Müllerschen
Verlagswerken haben sich bis auf heute das "Magde-
durger Gesangbuch" und die "Magdcburgiscke Zei-
tung" (s. d.) erhalten. Das Geschäft hat sich stetig ver-
größert und pflegt Vorzugsweife Verlags- und Acci- ^
denzdruck. 1874 wurde in England eine Notations- i
mafchine für die Zeitung angekauft; diese Maschine !
war die erste, welche in Deutschland zum Druck von
Zeitungen Verwendung fand. Gegenwärtig sind
Besitzer Alexander Faber und Robert Faber.
Das Geschäft hat 2 Dampfmaschinen (45 Pferde-
stärken), 3 Rotations-, 1 Zweifarbenmaschine, 11
Pressen, 5 Stercotypapparatc, chemigraphifche An-
stalt mit elektrischem Betrieb und 225 Personen.
I'a.'bia.n 3ooiot^ (engl., spr. fehbien ßoßeieti),
engl. Gefellfchaft zur Verbreitung von Ansichten, die
den socialdemokratischen ähnlich sind. Ihre Publi-
kationen ("I^adian ^889^8" und "I^dinn Ii-acts")
sind ziemlich weit verbreitet und nickt ohne Einfluß.
Die ^.8. beabsichtigt keinen Umsturz der bestehenden
"Htaatssormen, ihre Zauptidee ist die Monopoli-
sierung von Ackerbau, Handel und Industrie durch
den <^taat. Einigen der Leiter fehlt es weder an
Kenntnissen noch an litterar. Geschick; doch sind
wesentliche Differenzen zwifchen den Ansichten der
einzelnen wahrnehmbar.
Fabier (^6N8 ^dl^), eins der ältesten und
vornehmsten röm. Patriciergeschleckter, das seinen
Ursprung bis auf Hercules und eine Tochter des
Euander zurückführte und schon bei der Gründung
Roms eine bedeutsame Rolle spielte. Von ihm führt
die eine der beiden uralten socialen Genossenschaften
der^upoi^i, die der I^diüni, ihren Namen.
Schon in den frühesten Zeiten der Republik wa-
ren die F. sehr mächtig. Drei Brüder bekleideten
damals sieben Jahre hintereinander abwechselnd
die eine Stelle im Konsulat: Ouintus Fabius Vi-
bulanus 485 und 482 v. Chr., Käfo Fabius Vibu-
lanus 484, 481 und 479 v. Chr., Marcus Fabius
Vibulanus 483 und 480 v. Chr. Dann aber erfolgte
eine Reaktion gegen den übermächtigen Einfluß der
Familie. Die F. verliehen Rom insgesamt, es ist
ungewiß ob freiwillig, aus Unmut über die ein-
getretene Veränderung, oder gezwungen; doch ist
das erstere wahrscheinlicher. 306 kampffähige Fa-
milienmitglieder zählend, erbauten sie mit ihren
4-5i000 Klienten an der Cremera ein Kastell.
Sie lebten von Raubzügen, die sie ungescheut ins
^ejenter Gebiet unternahmen. Da legten die Etrus-
ker ihnen einen Hinterhalt und machten sie bis auf
den letzten Mann nieder. Nur ein unmündiger
Knabe, Quintus Fabius Vibulanus, der an
dem Kampfe nicht teilnahm, foll übriggeblieben
fein. Von ihm foll das spätere Geschlecht der F.
abstammen. 467 und 465 war er Konsul, 451 De-
cemvir und ging nach dem Sturze des Decemvirals
449 freiwillig in die Verbannung.
Seine Sohne waren nach der Überlieferung
Marcus Fabius Vibulanus, Konful 442
v. Chr., Tribun mit konfularifcher Gewalt 433
v. Chr., Quintus Fabius Vibulanus, Konful
423 und 412, Tribun mit konsularischer Gewalt 416
und 414 v. Chr., und N umerius Fabius Vib u -
lanus, Konsul421, Tribun mit konfularifcher Ge-
walt 415 und 407. Des erstgenannten Marcus
Söhne, Quintus Fabius Ambustus, Konsul
412 v. Chr., Numerius Fabius Ambustus,
Tribun mit konsularischer Gewalt 406, und Käso
Fabius Ambustus, Konsnlartribun 404, 401
und 395 v. Chr., sollen nach den meisten röm.
Historikern 391 v. Chr. nach Clusium als Gesandte
zu den die Stadt belagernden Kelten geschickt wor-
den sein und, von diesen abgewiesen, im Heere der
Etru^ker gegen sie getämpft haben. Als hierauf die
Kelten ihre Auflieferung verlangten, foll diefem
Verlangen nicht entsprochen, die beiden F. vielmehr
für 390 zu Konsulartribunen gewählt worden sein.
Als solche gehorten sie zu den sechs Anführern,
unter denen die Römer in demselben Jahre die
schwere Niederlage an der Allia erlitten. Nach Ver-
treibung der Gallier soll Quintus als der Haupt-
schuldige an jener Niederlage angeklagt und nur
durch seinen Tod der Verurteilung entgangen sein.
Der Sohn von Numerius Fabius Ambustus,
Marcus Fabius Ambustus, besiegte als
Konsul 360 v. Chr. die Herniker, 356 trug er,
zum zweitenmal Konsul, über die Faliscer und
Tarquinier einen Sieg davon, 354 zum dritten-
mal Konsul, warf er die Tiburtiner nieder; 351
wurde er Dittator.
Weit berühmter als die genannten ist Quintus
Fabius Rullianus, der sich und feiner Familie
den Beinamen Maximus erwarb, der Sohn des
erstgenannten Marcus Fabius Ambustus. Er soll
seinen ersten Sieg im zweiten Samnitischen Kriege
als ^1aZi3t6r equiwin des Diktators L. Papirius
Cursor 325 v. Chr. erfochten haben. Da aber der
letztere ihm verboten hatte, sich in einen Kampf ein-
zulassen, so folite Fabius wegen Übertretung diefes
Verbotes hingerichtet werden und entging nur
durch die vereinten Bitten des ganzen Volks dem
Tode. 322 kämpfte er als Konsul gegen die Samni-
ten und Apuler siegreich, 315 erlitt er als Diktator
bei ^autulä (unfern Tarracina) große Verluste, er-
rang jedoch schließlich den Sieg. Zum zweitenmal
Konsul 310, drang er als der erste röm. Feld-
herr durch daö ciminische Waldgebirge (jetzt Gebirge
von Viterbo) in das nördlich von diesem gelegene
Etrurien vor und erfocht alsdann am Vadimoni-
schen See einen entscheidenden Sieg über die drei
Hauptstaaten der Etrusker, Aretium, Cortona und
Perusia. Zum drittenmal Konsul, siegte er 308
zuerst über Samniten, Marser und Päligner und
brachte dann den Umbrern (bei Mevania) eine
schwere Niederlage bei, die die Unterwerfung der
^ letztern zur Folge hatte. Als die Samniten sich
298 v. Chr. zum dritten Kriege gegen die Römer
erhoben hatten, kämpfte er 297, zum viertenmal