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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Faber - Faber du Faur
ra.dsr (lat.), bei den Römern jeder Handwerker,
welcher in harten Materialien arbeitet, Werkmann,
Schmied u. s. w.
^c?be5', bei naturwissenschaftlichen Namen Be-
zeichnung für Frederik Faber, geb. 1795 zu
Odense auf Fünen, gest. 1828 als Regiments audi-
teur zu Horsens in Iütlano, bereiste 1819-21 Is-
land und schrieb: "Prodromus der islä'nd. Orni-
thologie" (Kopenh. 1822), "Ornithologiste Notitser
som Bidrag til Danmarks Fauna" (Aarhus 1824),
"Über das Leben der Hochnord. Vögel Islands"
<2 Bde., Lpz. 1825-26), "Naturgeschichte der Fische
Islands" (Franks. 1829).
Faber, Eduard, württemb. Iustizminister, geb.
30. Dez. 1822 in Altenstadt in Württemberg, stu-
dierte seit 1840 in Tübingen erst Theologie, dann
die Rechte, trat 1846 in den württemb. Staats-
dienst und wurde erst Justizmiuisterialsckretä'r, dann
Richter in verschiedenen Stellungen. 1857 wurde
F.vortragender Rat im Justizministerium, 1865
Staatsrat und ordentliches Mitglied des Geheimen
Rats, im Dez. 1878 Departementschef der Justiz, seit
1883 als ^taatsmmister. F. war besonders thätig
bei der Reform der württemb. Gerichtsverfassung,
die er in den "Erörterungen über den Gcrichtsver-
fassungsentwurf des württemb. Justizministeriums"
(Stuttg. 1862) vertrat, bei der Einführung des
deutschen Handelsgesetzbuchs in Württemberg und
bei den vor dem I. 1870 liegenden Bestrebungen
zur Schafsung einer gemeinsamen deutschen Civil-
prozeßordnung. Seit 1878 wirkte er für die Aus-
führung der neuen Reichsjustizgesetze und die hieran
sich schließenden Reformen in der Justizverwaltung,
sorgte auch für die Verbesserung des württemd.
Gefängniswesens. Mit A. Schloßberger gab er
heraus "Die Vorarbeiten zum württemb. Landrechte
vom 1. Juni 1610" (Stuttg. 1859).
Faber, Gotthilf Theodor von, Schriftsteller, geb.
15. Febr. 1766 zu Riga, studierte in Halle und
Jena Rechtswissenschaft, begab sich 1789 nach Paris,
nahm in der Armee Lafayettes am Kriege gegen
Österreich teil und geriet 1793 in öfterr. Gefangen-
schaft, aus der er sich 1795 durch die Flucht rettete.
F. wurde dann unter dem Direktorium bei der Cen-
tralverwallung des Rheindepartements in Aachen
angestellt, später Professor der franz. Sprache und
Litteratur an der Centralschule in Köln, wo er den
"Beobachter im Rheindepartement" mit Professor
Reinhard herausgab. Ende 1805 wandte sich F.
nach Petersburg, wurde 1816 der russ. Gesandt-
schaft am Bundestag in Frankfurt a. M. beigeord-
net und 1818 zum Wirkl. Staatsrat erhoben. Erstarb
28. Nov. 1847 in Paris. F. schrieb anonym Mo-
tic63 3ur 1'wt6i-i6ur äß lg. France" (Petersb. 1807;
wieder abgedruckt u. d. T. "(Mranäßs ü, Louapalte",
Lond. 1807), "01)861^3.510118 8ui' 1'3.riii66 trg,iihNi8"
1792 - 1807" (Petersb. 1808; deutsch Königsb.
1808), "LHF3.t6ii68. I>1'0U16Iia(i68 ä'uu ä68WUVl6
claus lg. villk ä6 8t. ?6t6r8d0ui-Z" (2 Bde., Petersb.
1811; deutsch, 2 Bde., Lpz. 1814), "Beiträge zur Cha-
rakteristik der franz. Staatsverfassung und Staats-
verwaltung während der Epoche Bonapartes"
(Königsb. 1815) und "1^6 comte ^. Oa,p0äi3ti-ia8 "
(Par. 1842).
Faber, Jakob, eigentlich Jacques le Fevre
d' Estaples (8ta,pni6ii8i8), geb. um 1455 zu Estaples
bei Amieus, ward 1523 Großvikar des Bischofs von
Meaux, erhielt aber wegen feiner freisinnigen Den-
iungsart seine Entlassung und wandte sich zu Mar-
garete von Navarra, wo er 1536 oder 1537 starb.
Er schrieb mehrere Kommentare und Paraphrasen
Aristotelischer Schriften und übersetzte die Bibel ins
Französische. - Vgl. Graf, N88ai 8ur lg, vik 6t 1e8
6crit8 ä6 ^. I^6kövr6 ä'N8tkpl68 (Straßb. 1842).
Faber, Joh. Lothar, Freiherr von, Industrieller,
s. Faber, A.W.
Faber, John, engl. Kupferstecher, geb. 1684 in
Holland, kam als Kind mit seinem Vater, der eben-
falls Kupferstecher war, nach England und starb
2. Mai 1756 in Vloomsdury. Er stach über 160
Blätter, meist Porträte, in Schabkunstmanier. Be-
kannt von ibm ist namentlich die Folge derV6g.uties
ot' IlamptoQ-^oui-t, 13 Bildnisse schöner Frauen
des engl. Hofs in Großfolioblättern.
Faber, Tanaquil, Humanist, s. Lefebre.
Faber, A. W., Bleistiftfabrik in Stein bei
Nürnberg, wurde 1761 von Kaspar F., gest. 1784,
begründet. Immer von Vater auf Sohn sich ver-
erbend, ging sie über auf Anton Wilhelm F., gest.
1819, nach dem die Firma benannt ist, 1810 auf
Georg Leonhard F., gest. 1839, zuletzt auf Io-
bann Lothar F., geb. 12. Juni 1817, der das Ge-
schäft aus immer noch kleinen Verhältnissen (20 Ar-
beiter) zu einer Weltbedeutung erhob und die engl.
Bleistiftindustrie vollkommen schlug. Er wurde 1863
in den Adels-, 1881 in den erblichen Freiherrnstand
des Königreichs Bayern erhoben, ist erblicher Reichs-
rat der Krone Bayerns (seit 1891), Ehrenbürger der
Stadt Nürnberg u. s. w. Über die Arten der her-
gestellten Blei- und Farbenstifte s. Bleistift. Ferner
werden gefertigt: Schieferstifte, natürliche und künst-
liche Schiefertafeln, Lineale, Winkelmaße, Reiß-
schienen, Maßstäbe, Tinten aller Art, Farben für
Aquarell- und Ölmalerei, feine Patentstifte von
Gold, Silber, Email, Schildkrot, Elfenbein u. s. w.
und alles was sich sonst noch auf Material zum
Schreiben, Zeichnen, Malen für Schule, Bureau,
Ingenieure, Architekten und Maler bezieht. Das
Haus hat Zweigniederlassungen in Berlin, Paris,
London und Neuyork; Fabriken, neben der zu Stein,
in Geroldsgrün (Oberfranken; für die Schiefer- und
Holzindustrie), Neuyork, Noisy-lc-Scc bei Paris (für
Tinten und Farben); Agenturen in Neuyork, Wien,
Petersburg und Hamburg; Damys- und Wasser-
motoren von zusammen 300 Pferdestärken; 1100 be-
fchäftigte Perfonen, für die Sparkassen, Schulen,
Arbeiterwohnungen, Stiftungen zu Erziehungs-
und Bildungszwecken u. s. w. eingerichtet sind.
Fabcr du Faur lspr. dü fohr)^ Otto von, Maler,
geb. 3. Juni 1828 in Ludwigsburg, Sohn des als
Schlachtenmalers bekannten württemb. Generals
Wilhelm von F. (gest. 1857), widmete sich ebenfalls
gleichzeitig dem Militärdienst und der Kunst. Seine
künstlerischen Studien begann F. 1851 in München
bei Alex. von Kotzebue und in Paris bei Ivon. Den
Militärdienst verlieh er 1867, nachdem er noch den
Feldzug von 1866 mitgemacht hatte, und bildete
sich später in München unter Piloty aus. Er hat
hauptsächlich Darstellungen aus dem Kriege und
der Geschichte gemalt, unter denen hervorzuheben
sind: Rückkehr Napoleons I. aus Rußland (1869),
Übergabe der franz. Kavalleriepferde nach der
Schlacht von Sedan (1872), Flucht Friedrichs V.
von der Pfalz aus Prag nach der Schlacht am
Weißen Berge (1873; angekauft vom Varmener
Kunstverein), Attacke der Chasseurs d'Afrique bei
Floing (1877), Lagernde Araber, Verkauf Iofephs
nach Ägypten, Reiterbildnis des deutschen Krön-