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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Falguière - Falk
gone), am Flusse Savo (jetzt Savone) nördlich vom
Volturnus wuchs. Hauptsorten waren das Viuum
^ueinuin, Villuin k'auLtiI.iium und der F. im engern
Sinne. Man unterschied nach dem Geschmack her-
ben und süßen, nach der Farbe gelben und schwarzen
F. Noch jetzt wird eine Sorte campanischen Weins
VinoFalerno genannt.
Falguiere (spr. -giähr), Alexandre, franz. Maler
und Bildhauer, geb. 7. Sept. 1831 in Toulouse, bil-
dete sich in Paris bei Iouffroy und in Rom, wohin
er sich 1860 begab. Zunächst widmete er seine künst-
lerische Thätigkeit der Plastik; so schuf er 1868 den
christl. Märtyrer Tarcisius; 1870 den Sieger im
Zahnenkampf (beide im Lurembourg-Museum zu
Paris). Für die Neue Oper in Paris fertigte er die
Figur des Dramas, ferner für das 'Id^ti-L t'ran^iL
die sitzende Figur Corneilles (1872), die Statue La-
martines für Mäcon (1878), die Marmorstatue des
heil. Vincenz
(1879); sodann eins seiner Hauptwerke, eine Diana
(1882), die 1887 in Bronze, 1891 in Marmor aus-
geführt wurde; die Statue der Musik (1889), die
Frau mit dem Pfau (1890). Seit 1873 pflegte er
daneben auch die Malerei. Seine Gemälde nähern
sich in der Auffassung jenen Henners, so: Kain und
Abel (1876), Enthauptung Johannes' des Täufers
(1877), Susanne (1879), Sphinx (1883), Opfer für
Diana (1884), Acis und Galatea (1885), Groß-
mutter und Kind (1886), Juno (1889).
Falieri, Marino, Doge von Venedig, geb. 1278,
warf Zara, welches sich 1346 gegen Venedig erhoben
hatte und durch Ludwig I. von Ungarn unterstützt
wurde, nach schwerem Kampfe nieder. Darauf wurde
er 11. Okt. 1354 zum Dogen gewählt in dem Augen-
blick, als die Flotte Venedigs unter Pifani bei
Portolongone eine vernichtende Niederlage durch
die Genuesen erlitt; doch gelang es F., Venedig
durch einen Waffenstillstand vom nahen Untergang
zu retten. Als, wie die spätere Überlieferung an-
giebt, der Senat den Patricier Michele Steno, der
des Dogen Gattin und dann ihn selbst beleidigt
hatte, sehr mild bestrafte, verband sich Marino F.
mit den Führern des Volks zur Niedermachung des
Adels und Aufrichtung einer erblichen Herrschaft
der F. Allein am Vorabend des zur Ausführung
verabredeten 15. April 1355 wurde der Anschlag
verraten, und F. 17. April 1355 auf der großen
Treppedes Dogenpalastes hingerichtet.- Dichterisch
behandelten F.s Schicksal namentlich Byron in einem
Drama, E. Th. A. Hoffmann in einer Novelle "Doge
und Dogaresse", Franz Kugler, Albert Lindner und
CasimirDelavigne und W. Walloth in einer Tragö-
die; einer Oper legte es Donizetti zu Grunde. -
Vgl. Ronteix, N^rino ^., 6pi8oci6 ä6 I'ki8toii'6 äs
VLN186 (Par. 1829): Senger, Histor.-kritische Studien
(Münch. 1878); VenostaMai-inoI^ raocouto 8wi'iec>
ä6l 86colo XIV. (Mail. 1879).
Falisker, die EinwohnerderStadtFalerii(s.d.).
Falk, Johs. Daniel, Schriftsteller und Philan-
throp, geb. 28. Okt. 1768 in Danzig, studierte in
Halle und lebte seit 1797 als Privatgelehrter in
Weimar. Hier machte er sich 1806 beim Einmärsche
der Franzosen um Stadt und Land verdient und
wurde dafür zum Legationsrat ernannt. Noch
größere Verdienste erwarb er sich 1813 durch die
Stiftung der "Gesellschaft der Freunde in der Not"
und die Gründung einer Rettungs- und Erziehungs-
anstalt für verlassene und verwahrloste Kinder,
welche letztere, seit 1829 vom Staate übernom-
men und in beschränkterm Maße fortgeführt, als
"Falkfches Institut" noch besteht. F. starb 14. Febr.
1826. Seine ersten Satiren: "Der Mensch" (Lpz.
1795), "Der Mensch und die Helden; zwei satir. Ge-
dichte" (ebd. 1798), "Die heiligen Gräber zu Kom
und die Gebete" (ebd. 1796 u. 1799), sind mehr all-
gemein gehalten, doch reich an treffendem Witz;
auch die sieben Jahrgänge feines "Taschenbuches für
Freunde des Scherzes und derSatire" (1797-1803),
seine "Grotesken, Satiren und Naivetäten" (Tüb.
1806 - 7) und "Oceaniden" (Amsterd. 1812) ent-
halten vieles Gelungene. Nach F.s Tode erschienen:
"Volksspiegel zur Lehre und Besserung" (Lpz.
1826), eine Sammlung seiner "Satir. Werke"
(7 Bde., ebd. 1826) und nach Goethes Tode, wie
F. bestimmt hatte, "Goethe aus näherm persön-
lichen Umgänge dargestellt" (ebd. 1832; 3. Aufl.
1856; englisch'von S. Austin). - Vgl. Johannes
F. Erinneruugsblätter aus Briefen und Tage-
büchern, gesammelt von dessen Tochter Nosalie F.
(Weim. 1868); Heinzelmann, Johannes F. und die
Gesellschaft der Freunde in der Not (Erfurt 1879);
Armin Stein (H. Nietschmann), Johannes F. Ein
Zeit- und Lebensbild (Halle 1881).
Falk, Max, ungar. Politiker und Publizist, geb.
7. Okt. 1828 zu Pest, studierte daselbst und am
Polytechnikum in Wien, wo er 1848 auch in die
Akademische Legion eintrat. In Wien war F. am
radikalen "Studentenkurier" und am "Freimütigen"
beschäftigt; später wurde er Mitarbeiter bei der
"Dsterr. Zeitung", nach deren Unterdrückung Haupt-
mitarbeiter des "Wanderer", wo er für die Interessen
Ungarns, namentlich für die Wiederherstellung der
ungar. Verfassung, mit Entschiedenheit eintrat, was
ihm eine dreimonatige Kerkerstrafe eintrug. In
gleichem Geiste wirkte er 1852-67 als Hauptmit-
arbeiter des "?68ti Kapio" und vieler anderer ungar.
Blätter. Seit 1851 war er Beamter der Wiener
Sparkasse. Seitdem 1865 die Ausgleichsverhand-
lungen mit Ungarn wieder in Fluß gekommen
waren, gewann auch F. an Beachtung in den
maßgebenden Kreisen. 1866 und 1867 hielt er der
Kaiserin Elisabeth täglich Vorträge über ungar.
Geschichte und Litteratur. Ende 1867 zum Chef-
redacteur des "Pester Lloyd" (s. d.) berufen, machte er
diese Zeitung zu einer der bedeutendsten Ungarns.
1863 wurde F. zum Mitglied der ungar. Akademie
der Wissenschaften und 1869 in den ungar. Reichs-
tag gewählt, dem er seitdem ununterbrochen ange-
hört. Als Politiker schloß F. sich von Anbeginn der
gemäßigt liberalen Richtung eines Deäk, Eötvös,
Andrässy u. s. w. an; auch wirkte er mit zur Herbei-
führung des staatsrechtlichen Ausgleichs von 1867.
In der ungar. Reichstagsdelegation zur Beratung
der gemeinsamen Angelegenheiten der Österreichisch-
Ungarischen Monarchie fungierte F. stets als Re-
ferent für die auswärtigen Angelegenheiten. An
litterar. Arbeiten publizierte F. (in der "Österr.
Revue") die Studien: "Die Krönung des Königs
von Ungarn", "Die fürstl. Familie Esterhäzy", "Der
ungar. Historiker Ladislaus Szalay" und "Graf
Stephan Szschsnyi und seine Zeit" (letztere auch
ungarisch, Pest 1868). Im Verein mit Brachelli gab
er 1859-60 die 12. deutsche Auflage von Gallettis
"Allgemeiner Weltkunde" heraus.
Falk, PaulLudw. Adalbert,preuh. Staatsmann,
geb. 10. Aug. 1827 in Metschkau im schles. Kreise
Striegau, wo sein Vater Ludwig F. (später Kon-
sistorialrat und erster Pastor der Hoskirchengemeinde