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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fallimentskommissär - Fallmerayer
Rechts, Bezeichnung für Konkurs, und Falliments -
verfahren für das Konkursverfahren (s. d.).
Fallimentskommisfär, unter der Herrfchaft
des franz. Rechts derjenige Richterkommissär, der
mit der Leitung des Konkursverfahrens beauftragt
war. Derselbe nahm eine ähnliche Stellung ein
wie nach der Asterr. Konkursordnung der Konkurs-
lommissar (s. d.).
Fallingbostel. 1) Kreis im preuft. Reg.-Bez.
Lüneburg, bat 983,01 (Km, (1890) 26 221 (13123
männl., 13098 weibl.) E., 1 Stadt,
90 Landgemeinden und 5 Gutsbezirke.
- 2) Durf mid Hauptort des Kreist's
F., 16 km im ^W. von Soltau, an der
zur Aller gehenden Böhme, in 150 in
Hohe, Sitz des Landratsamtes, hat
(1890) 911 E., Post, Telegraph, evang.
Pfarrkirche, Sparkasse; Pulverfabrik,
Lohgerberei, Färberei, Mehl-, Öl- und
Sägemühlen, Landwirtschaft.
Fallissement, s. Falliment.
Falltt, jemand, der seine Zahlungen
eingestellt hat; Fallitmasse, soviel
wie Konkursmasse.
Falllehn, s. Fallgut.
Falllinie (gcolog.), s. Streichen und
Fallen.
Fallmaschine, ein von Atwood
1784 erfundener Apparat, der dazu
dient, die Fallgesetze (f. Fall) bequemen
erklären, indem an demselben die Fall-
beschleunigung sich sehr verkleinern
und also die Geschwindigkeit sich so
herabsetzen läßt, daß die Beobachtung
leicht wird. Die F. bietet so, wie die
,'chicfe Ebene, verkleinerte Beschleu-
nigungen, jedoch mit dem Unterschiede,
daß hier der Fall, wie beim freien Fall,
lotrecht geschieht, während er dort auf
geneigter Ebene erfolgt. Die F. be-
steht (f. Fig. 1) im wesentlichen aus
einer um eine wagerechte Achse äußerst
leicht drehbaren Rolle, die auf einer
etwa 2 in hohen lotrechten Säule an-
gebracht ist. In der Rinne jener Rolle
liegt ein nach beiden Seiten herab-
hängender langer Seidenfaden, an
dessen Enden je ein Gewicht in und n
geknüpft ist. Diese Gewichte sind gleich
groß (1') und halten sich daher Gleich-
gewicht. Bringt man nun aus das Ge-
wicht n ein kleines Übergewicht von
der Größe r, das wenigstens die
Reibung der Rolle zu überwinden
vermag, so wird es sich lotrecht
längs des seitlichen lotrechten
Maßstabes herabbewegen. Allein
seine Beschleunigung ist viel klei-
ner als jene des freien Falls, denn es hat nicht
nur seine eigene Mafse, sondern auch jene der
Gewichte in und u, ferner des Rädchens und der
Schnur in Bewegung zu setzen und hat auch die Rei-
bung des Rädchens zu überwinden. Die Neschlen'
nigung ist ohne Rücksicht aus die Masse und Reibung
des Rädchens ^~, F, wenn F jene des freien
Falles bedeutet. Dieser Wert ergiebt sich durch An-
wendung des Satzes: Kraft gleich Masse mal Be-
schleunigung (f. Bewegung, Bd. 2, S. 934a) oder
' ^ <
Beschleunigung gleich Kraft durch Masse, sodaß
man für die gesuchte Beschleunigung cp bekommt:
cp^i'.l-------- , da i- die bewegende Kraft und
2?^l
^ die zu bewegende Masse ist.
Mail kann nun mit der F. bequem erproben, ob
die Bewegung an derselben wirklich gleichförmig
beschleunigt sei. Hat man das übergewichtchen r
so angepaßt, daß sein Fallweg in der
ersten Sekunde einen Skalenteil des
Maßstabes an der F. beträgt, so sind
die Fallstrecken nach 2, 3, 4, 5 Sekun-
den ^ 2^ 3-, 42, 5^4, 9, 16,
25 Skalenteile an jenem Maßstabe.
Hieraus berechnet man leicht, daß der
!., 2., 3., 4. und 5. Sekunde die Fall-
wege 1,3, 5, 7 und 9 entsprechen, wa^
mit dein Fallgesetze übereinstimmt.
Nm Versuche über die Endgeschwin-
digkeit anstellen zu können, muß das
übergewichtchen nach 1, 2, 3, 4 Se-
kunden automatisch abhebbar sein, da-
mit dann die im Gleichgewicht stehen-
den Gewichte m und n nur vermöge
ihrer Trägheit mit der erworbenen End-
geschwindigkeit sich wei-
ter bewegen. Zu diesem
Behufe muß das über-
gewichtchen i- (f. Fig. 2)
eine längliche Form er ^
baltcn, fodaß es auj
einem am Maßstab der
F. verschiebbaren Ring
liegenbleibt. Steht z.B.
jener Ring bei 16, so
wird hier das Übergewicht am Ende
der 4. Sekunde abgehoben. Da^dcr
Weg in der 1. Sekunde ^ 1 Ska-
lenteil, so beträgt die Beschleunigung
2 Skalenteile, was für 4 Sekunden
die Endgeschwindigkeit von 2X4^
8 Skalenteile giebt. Zur Bestimmung
der Sekunden und noch kleinerer Zeit-
teilchen dient das am Ständer der F.
angebrachte Pendel, dessen Auslösung
dem Gewichtchen n die Nnterlage 8
(Fig. 1) entzieht, wobei letztere aus der
wagerechten in die herabhängende Lage
gerät. Infolgedessen begin-
nen an der F. die früher an-
geführten Bewegungen, nebst
den Pendelschlägen, die durch
eine Glocke und einen auto-
matisch daranschlagenden
Gabelhammer k hörbar ge-
macht werden. Andere F.
stellen das Fallgesetz graphisch dar, nach Poncelet
und Morin auf rotierendem Cylinder, nach La-
borde, Lippich (1860) und andern au^ fallenden
Schreibflächen. - Vgl. Mach, Die Mechanik in
ihrer Entwicklung (2. Aufl., Lpz. 1889).
Fallmerayer, Jak. Phil., Geschichtsforscher,
Schriftsteller und Reisender, geb. 10. Dez. 1790 zu
Tschötsch bei Vrixcn, besuchte die Domschule zu
Brixen, verließ aber im Herbst 1809 heimlich die
Anstalt und ging nach Salzburg, wo er sich der
Theologie, daneben aber auch den semit. Sprachen
^