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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fanfare - Fangstoß
Nach seiller Befreiung erhielt er eine Anstellung im
Unterrichtsministerium und wurde 1859 Bibliothe-
kar der Marucelliana in Florenz. Seit 1875 ließ er
sich in eine Polemik gegen die Chronik des Dino
Compagni (s. d.) ein. F. starb 4. März 1879 zu Flo-
renz. Er schrieb: "VocadolNrio äsila lin^ia. ita-
üanH" (Flor. 1856; 2. Aufl. 1865), "I äipoi'ti
ttioloxici') (Neap. 1858; 2. Aufl., Flor. 1871),
"O886rvaxioni 8ui piimi kaLcicoli äsiia. ^uinta, im-
pr688ion6 äei Voc^dolario äell". <üi'u8cH" (Modena
1849), die ihn in einen heftigen Streit mit der
^ocaä6iniH äeiia. 0ru803. verwickelten, aus dem er
zuletzt aber siegreich hervorging. Unter seinen übrigen
zahlreichen Schriften, die sich in seiner "LidlioFi-aKa"
(Mail. 1874) verzeichnet finden, verdienen Erwäh-
nung: "vettere precettivo äi occeUenti 8ciitt0i'i"
(ebd. 1855; 2. Aufl. 1871), "VocadoiHrio äolla pro-
nun^ll, t08CHUH" (Flor. 1863), "8tuH 6ä o886i'v^'
'/I0iii 8uI1't63t0 äeiio 0i)6l6 äi I)HQt6" (ebd. 1873),
"VocHdolario äelill lin^nii it^Iiaua. parlatH" (ebd.
1875). Ausierdem leitete er die Zeitschriften "llti-nria"
(2 Bde., ebd. 1851-52), "11 Norg'liirii" (ebd. 1863
- 65 u. 1874-77) und war 1876 Mitbegründer
der Florentiner "Ilivi3<H int^in^ion^Il;". - Vgl.
Cerquetti, I'ietro I< 6 1o 8U6 o^6i'6 (Flor. 1879).
Fanfare (frz.), ein kleines kriegerisches, für
Trompeten und Pauken gesetztes Tonstück von glän-
zendem und namentlich lärmendem Charakter: von
diesem Worte stammen die Bezeichnungen Fanfaron
(s. d.), Fanfaronnade u. s. w. F. ist auch jedes kurze
Iagdtonstück für zwei Hörner. Nicht zu verwechseln
mit dieser als Musikstück geblasenen F. ist das
gleichnamige Kavalleriesignal M^ych! Marsch!,
welches unmittelbar vor dem Einbruch in den Feind
gegeben wird als Zeicheil, daß zur stärksten Gang-
art übergegangen und Hurrah! gerufen werden soll.
Fanfaron (frz., spr^fangfarong)^ Prahler, Auf'
schneidcr, Nenommist; F anfaronnade, Prahlerei,
Großsprecherei; Fanfaronnerie (spr. fangfa-
ronn'rih), großsprecherisches Wesen; fanfaron-
nieren, prahlen, aufschneiden.
rantrsluoks (frz., spr. fangfrelühsch), Flitter-
kram, Schnurrpfeiferei; auch Name einer bösen Fee.
Fang, in der Jägersprache Vorrichtung zum
Fangen von Tieren (Saufang, Entenfang). (S.
auch Fänge.)
Fan^a,portug. Maß, das Vierfache des Alqueire
(s. d.). -Für Steinkohle war das Maß ein weit grö-
ßeres, wenigstens in Lissabon, die F. enthielt näm-
lich dort 8 gehäufte Alqueires; man rechnete sie ^
21^/g alte engl. Kohlenbushels ^ 769^ 1, also bei-
nahe 14mal derInhalt derLissaboner Getreidefanga.
Fangbäume, s. Forstinsekten.
Fangdamm oder Fangedamm, eine damm-
artige, wasserdichte Umschließung einer am oder im
Wasser gelegenen Baustelle, welche den Zweck hat, den
Grundbau zu erleichtern. Nach erfolgterHerstellung
des F. wird die Baustelle ausgepumpt, worauf die
Gründung und Ausführung des Mauerwerks im
Trocknen vorgenommen werden kann. F. finden ins-
besondere bei Erbauung von Brückenpfeilern in nicht
zu tiefen Gewässern, bei Herstellung von Ufermaucrn
und Widerlagern Verwendung. Nach Art des
Dammkörpers unterscheidet man F. aus Erde, solche
mit einseitiger Begrenzung durch Holzwände, frei-
stehende Spundwände und Kastenfangdämme aus
zwei oder mehrern Holzwänden und dazwischen ge-
füllter Erde oder anderm Dichtungsmaterial (Thon,
Lehm, Dünger, Beton). Die Krone des F. wird
0,3 - 0,5 m über den höchsten Wasserstand, welchen
man abhalten will, gelegt. Die Verwendung der
F. ist seit der Verbesserung der Baggervorrichtungen
und der Einführung der Betonfundierung sehr be-
schränkt worden. (S. Grundbau.) In Hasen, wo
von einer Seite her die Flut eindringt, während
andererseits der Ebbestrom abfließt, hat man, wie
zu Willemsoord und Nieuwe-Diep, in einer be-
stimmten Entfernung vom Ufer, z. B. 150 m, einen
Leitdamm (Leidam) hergestellt und mittels eines sich
an diefen unter spitzem Winkel anschließenden Flü-
gels oder F. (Vangdam) das Ebbewasser der See
gefangen, hierdurch zum Abflusse zwischen diesem
Damme und dem Ufer gezwungen und durch die
dabei entstehende Strömung der Versandung des
Hafens vorgebeugt. Bei Anlage von Durchstichen
an Flüssen endlich pflegt man mitunter als F. auch
denjenigen dammartigen Teil zu bezeichnen, welcher
zwischen dem neuhergestellten Durchstichgraben und
dem alten Flußbette verbleibt, um erst bei der eigent-
lichen Eröffnung des Durchstichs beseitigt zu werden.
Fänge, Bezeichnung für die Füße der Raub-
vögel und die langen Eckzähne der Naubsäugetiere.
Fangeisen, s. Saufeder.
Fangheuschrecken Mautiä^), eine Familie
der eigentlichen Geradflügler (s. d.). An dem lang-
gestreckten Körper der F. ist der Kopf frei beweglich
und mit langen, borstenförmigen Fühlern versehen,
der erste Brustring in der Regel stark in die Länge
gezogen. Das vorderste Veinpaar wird nicht wie
die beiden hintern einfach gestalteten zum Laufen
verwendet, sondern ist in ein Paar kräftige Raub-
arme umgewandelt. Die scharf gesägte Schiene kann
wie d^e Klinge eines Taschenmessers in eine an bei-
den leiten mit starken Zähnen umsäumte Furche
des Schenkels eingeschlagen werden. Mit diesen
Raubarmen erfassen die gefräßigen F. ihre Beute,
die in andern Insekten, bei manchen tropischen Arten
selbst in kleinen Wirbeltieren besteht. Sie halten
sich meist im Grase auf, wo auch die Weibchen ihre
Eier in Haufen absetzen und mit einer anfangs flüssi-
gen, aber bald erhärtenden Hülle umgeben. Die
meisten Arten der F. sind groß und teilweise schön
gefärbt, oft gleichen sie Blättern und heißen deshalb
auch wandelnde Blätter. Sie sind zum größten
Teil Bewohner der heißen Zone, der Alten und
Neuen Welt (aus Brasilien z. B. stammt Vat68
ordu8 Fm-m.; s. Tafel: Insekten I, Fig. 8), nur
wenige Arten finden sich in Südeuropa und nur
eine, die Gottesanbeterin (s. d. und Taf. IV, Fig. 12),
stellenweise in Süddeutschland. ^767 a).
Fanginstrumente, s. Vergbohrer (Bd. 2, S.
Fangkloben, s. Forstinsekten.
Fangleine, Strick zum Führen der Jagdhunde.
Fangpflanzen, s. Rübennematode.
Fangrinden, s. Forstinsekten.
Fangschaufel, s. Vergbohrer (Bd. 2, S. 767a).
Fangschnur, Cordon, ein Ausrüstungsstück
der Kavallerie, in Deutschland der Husaren und
Ulanen: eine Schnur, die mit dem einen Ende an
der Kopfbedeckung (deren Verlorengehen sie verhin-
dern soll), mit dem andern Ende an der Uniform des
Trägers befestigt oder auch nur um seinen Hals ge-
schlungen ist. Die F. dient zugleich als Zierat. Seit
1894 trägt die deutsche Infanterie F. auf der rechten
Brust als Schiehauszeichnuug.
Fangschuß, letzter (tötender) Schuß auf em an-
geschossenes oder von den Hunden gestelltes Wild.
Fangstoß, s. Bajonettfcchtcn.