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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fangvorrichtung - Fanti
Fangvorrichtung, Sicherheitsvorrichtung beim
Fahrstuhlbetrieb, s. Aufzug (Bd. 2, S. 101 d).
Fangzähner (I^eoäontiäae), Wolfs zähner,
Kleinäugler, Familie der harmlosen Schlangen
von verhältnismäßig geringer Größe, meist rund-
lichem, seltener seitlich zusammengedrücktem Körper.
DerKopf ist länglich oval mit abgerundeter^chnauze.
Die Augen sind sehr klein und haben eine schlitz'
förmige, senkrecht stehende Pupille. Der vordere
Zahn ist in beiden Kiefern der längste' Furchen-
zähne sind nicht vorhanden. Die Familie besteht
aus 11 Gattungen und 35 Arten, welche das tro-
pische Afrika, mit Ausnahme von Madagaskar und
den Mascarenen, sowie die ind.-orient. Region bis
und mit Neuguinea bewohnen.
Fanninginseln, Amerika-Inseln, Archipel
von Koralleninseln im Großen Ocean, umfaßt die
zwischen 0" 40^ südl. und 5" 49^ nördl. Br., 156^
i(V und 163" westl. L. von Greenwich gelegenen
Riffe mit 668 <ikm und etwa 200 E. Die fünf
größten sind Iarvis (4 qkm), Palmyra (1 hkm),
Washington (16 cikm), Weihnachtsinfel (s. d.) oder
Christmasinsel (607 qliin) und die Fannin g in s e l;
letztere Hat40cikm, Kokospalnien und gute Quellen
und gehört den Engländern.
Fano, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis
Pesaro-Urbino, 12 km im SO. von Pcsaro, an der
Linie Bologna-Ancona des Adriatischen Netzes,
überaus malerisch am Adriatischen Meere und an
der Mündung eines Arms des Metauro gelegen, Sitz
eines Bischofs, gut gebaut, mit Mauern, Türmen
und Graben umgeben, hat (1881) 9484, als Gemeinde
21341 E., in Garnison das 2. und 3. Bataillon
des 65. Infanterie- und die 7. und 8. Batterie des
14. Feldartillerieregiments i eine Kathedrale (San
Fortunato) mit Bildern von Domenichino und Car-
racci, zahlreiche andere Kirchen, wie Sta. Maria
Nuova mit einer Madonna von Perugino, San
Pietro mit Fresken und einer Verkündigung von
Guido Neni, viele Klöster, eine Fortunastatue auf
einem Brunnen, Überreste eines Triumphbogens des
Augustus, Nationalkonvikt, Gymnasium, Gewerbe-
schule, öffentliche Bibliothek und ein prächtiges
Theater (ehemals eins der berühmtesten in Italien).
F. ist auch beliebter Seebadeort. Wichtig ist dic
Seidenindustrie und Fischerei. Der Hafen ist jetzt
ohne Bedeutung. - F. (I^uuin I^ortuiilie, später
^oionia ^ulia, ^mi68tt-is) verdankt seine Entstehung
einem Fortunatempel. In der 1463 von den Mala-
testa an den Kirchenstaat gekommenen Stadt wurde
auf Kosten Papst Julius' II. eine Druckerei errichtet,
aus der 1514 der erste bekannte Druck in arab.
Lettern hervorging.
Fanö, dän. Insel an der Nordseeküste vor der
Mündung der Königsau und durch das Graue Tief
(Graadyb) von der Kalbinsel Skallingen getrennt,
gehört zum Amt Ribe, hat 54 hlim und (1890)
3200 E. Die Oberfläche besteht aus Dünen, Flug-
sand und Heide: nur in unmittelbarer Nähe der
Wohnftlätze ist der Boden angebant; auch der Wie-
senbau ist unzulänglich. Die Einwohner treiben
nur spärlich Fischerei, aber bedeutende Frachtfahrt:
man zä'blte (1888) 115 Schiffe von 18200 t, außer-
dem zahlreiche Boote von unter 4 t. F. zerfällt in
zwei Kirchspiele Nordby und Sönderhoe mit den
gleichnamigen Hauptorten-, ersterer besitzt ein See-
bad und Navigationsschule.
Fanon (frz., spr. -nöng, vom althochdeutschen
tano, Acchue), in Frankreich die kleine, nicht als
Feldzeichen geltende Fahne, die auf den Lagerplätzen
den Standort der einzelnen Compagnien markierte.
Jetzt wird dafür der Ausdruck Suicloii gebraucht.
F. heißt auch das sonst Manipel (s. d.) genannte
Gewandstück der kath. Priester, auch das Schulter-
velum, unter dem bei der feierlichen Messe der Sub-
diakon die Patene hält und ein vom Papste bei der
feierlichen Messe getragenes seidenes Humerale
sauck Orale genannt). Ferner bezeichnet F. den
Vandstreifen (snäarinin) an den einwärts gebogenen
Stäben der Abte und die zu beiden Seiten der
Krone der deutfchen Kaiser herabhängenden Bän-
der. In der Chirurgie ist F. eine Art Schrein
(Strohlade), deren man sich früher bei Beinbrüchen
bediente. Falscher F. (tanx tanon) war eine Lein-
wandkompresse, welche zwischen Strohlade und Bein
gelegt wurde. ss. Fanam.
Fanon (spr.-nöng), franz.-vorderind. Geldgröße,
Fansaga, Cosimo, ital. Baumeister der Barock-
zeit, geb. 1591 zu Bergamo, gest. 1678, lebte zu-
nächst in Rom, seit 1626 in Neapel und gab dieser
Stadt ibr bauliches Gepräge. Er baute daselbst
verschiedene Kirchen, Paläste und Denkmäler, dar-
unter die Thcrescnkirche mit stattlicher Freitreppe
(1625), die Ferdinandstirche (1628), den prachtvollen
Hauptaltar in der neuen Iesukirche, die Guglia,
d. h. den Obelisken mit dem Standbilde des heil.
Dominicus, den Medinabrunnen (den er vergrößerte
und mit reicherm Schmuck ausstattete), die Kirche
Sta. Maria Maggiore (1657), die Sapienza, ein
edles Werk mit dreiteiliger Halle, von zierlicher
Bauart, welches für längere Zeit in Neapel vorbild-
lich wurde, den Maddaloni-Palast (jetzt National-
bank) sowie zahlreiche Privathäuser.
Fant (ital. lauto), junger Bursche, mit dem
Ncbenbegriss des Unreifen und Leichtfertigen.
Fantasia (vom grch. i>wnitH8i9., s. Phantasie),
als Fremdwort in die neuern orient. Sprachen auf-
genommen, bedeutet alles, was auf höhern Lebens-
genuß Bezug bat, wie z. V. Gesang, Tanz, Tummeln
des Rosses u. dgl.: dann eine an Waffen und Ge-
rät angebrachte Verzierung, Blumenschmuck im
Haar und auf der Speifetafel, kurz jeden über das
Notdürftige hinausgehenden Luxus. Insbesondere
bezeichnet man jedoch mit F. im Orient öffentliche
Festaufzüge, Produktionen von Künstlern, die von
Musik begleiteten mimischen Tänze und Gesänge der
Almebs (s. d.), und in Spanien die Scheinkämpfe,
die bei verschiedenen Festen zwischen Christen und
Mauren aufgeführt wurden.
Fantasie, Schloß bei Donndorf (s. d.) in Bayern.
Fanti, Negerstaat an der afrik. Goldküste südlich
von Aschanti. Die Bewohner sind mit den Aschanti
gleicher Abstammung und sprechen dieselbe Sprache
(das Odschi oder Tschi); beide Staaten führten zu
Beginn des 19. Jahrh, blutige Kriege miteinander,
infolge deren die Macht F.s gebrochen wurde. Seit
1864 ist das Land völlig unter brit. Oberhoheit.
(S. Goldküste.)
Fanti, Manfredo, ital. General, geb. 26. Febr.
1808 zu Carpi bei Madena, besuchte die Kadetten-
schule zu Modena, wurde Ingenicurlieutenant und
nahm im Febr. 1831 an der Erhebung gegen den
Herzog Franz von Modena und die Österreicher
teil. Er entkam nach Frankreich, trat dann 1835 in
span. Dienste über, zeichnete sich durch Tapferkeit
im Kampf mit den Karlisten aus und rückte zum
Oberst im Madrider Generalstab auf. 1848 bei
Ausbruch der Italienischen Revolution nach Italien
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