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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Farensbach - Faridpur
lNiiil'0" (1524) und "Du VI ai l!3llg6 (16 1a cruix"
(1540). - Vgl. Kirchhofer, Das Leben Wilhelm F.s
(2 Bde., Zür. 1831-33); Schmidt, ^wcles 8ur 1<
(Straßb. 1834); ders., Wilhelm F. und Peter Viret
(Elberf. 1860); Goguel, IIi8toii'6 ä6 6ui1iHum6 ^.
(Mömpelgard und Neucnburg 1873).
Farensbach, Jürgen voll, livländ. Feldherr,
wurde vom livländ. Ordensstaat als Gesandter
an den russ. Zaren Iwan dell Schrecklichen ge-
schickt, um einen Frieden abzuschließen. Vom Zar
bewogen, in seine Dienste zu treten, gab F. in der
Schlacht an der Oka 1. Aug. 1572 gegen die Ta-
taren den Allsschlag. Später trat er in dänische,
dann in polnische Dienste. Dort erhob ihn der Sohn
Johanns von Schweden, Sigismund III., dem er
zum Thron von Polen verholfen hatte, 1586 zum
Senator der Krone Polens. Als aber nach dem
Tode König Johanns von Schweden (1592) der
poln.-schwed. Elbfolgekrieg entstand, wurde F. zum
Feldherrn ernannt, um seines Königs Oheim, Karl
von Södermanland, in Schweden selbst anzugreifen.
Mit einem lleincn Söldnerheere landete F. in
Schweden, wurde aber von Karl aufs Haupt ge-
schlagen. Dann leitete er mit Glück die Verteidigung
Nigas. Beim Stnrme auf die Burg Fellin fiel F.
17. Mai 1602. - Vgl. Schiemann, Charakterköpfe
und Sittenbilder aus der baltischen Geschichte
(2. Ausg., Hamb. 1885).
I'a.rv'Wbiifengl., spr. fährwell), lebewohl, adieu;
der Abschied.
Farewell-Kap (engl., spr. fährwell), dän. Far-
vel, niederländ. Staaten ho ek (zu Ehren der Hol-
land. Gencralstaaten benannt), Süd^pitze Grön-
lands unter 59" 49' 12" uördl. Vr., 43" 53' 55"
westlich von Greenwich auf der Eggerv-Infel. -
F. ist auch der Name des Nordkaps der Südinfel
von Neuseeland, am westl. Eingang zur Cootstraße.
Fargo, Hauptstadt des County Caß im nord-
amerik. Staate Nord-Dakota, an dem von hier
ab schiffbaren Ned-Niver, Moorhead in Minnesota
gegenüber, Knotenpuukt mehrerer Bahnen, darunter
der Hauptlinie der Northern-Pacific, die größte
Stadt des Staates, hat (1890) 5564, mit Moorbead
7752 E., Handel namentlich mit Weizen, der nach
dem Osten geht, Ackerbaugeräten und Holz.
Fargot (spr. -goh), Frangot, Frangotte,
im franz. Tepart. Nord, besonders in Lille, dann
auch in Belgien, ein Frachtballen Manufaktur-
waren im Gewichte von 150 bis 160 alten Livrcs
oder Pfund, was in Lille -- 64,7 - 69 kF, in
Belgien ^ 70^-75^ kß ist.
Farta, Manuel Severim de, portug. Historiker
und Altertumsforscher, geb. 1583 oder 1585 zuLissa-
don, war Doktor der Theologie, Kantor und Ka-
nonikus zu Evora, wo er 25. Sept. 1655 starb. Er
besaß eine reiche Bibliothek voll kostbarer Hand-
schriften und hat über die Gefchichte, die Litteratur
und die berühmten Männer Portugals manchc
brauchbaren Werke gefchrieben. Die wichtigsten sind
die "vi8cui-808 vai-ios" (Evora 1624; Liffab. 1791),
unterdenen sich die Biographien von Ioao de Varros,
Diego do Conto und Camoes befinden. Die letztere,
der ein authentisches Bildnis des Dichters beigegeben
ward, ist die Gruudlage aller übrigenLebensbei'chrei-
bungen des Camoes geworden. Von Bedeutung
sind auch seine "Xotici^L 6o I^ortu^^l" (Lissab. 1655,
1740 u., in 2 Bon., 1791).
Farm e Sousa (spr. i solßa), Manoel de, portug.
G^ckiäM)rcider und Dichter, geb. 18. März 1590
Brockhaus' Konversations-Lexikon.. 14. Anst. VI.
in einem Landhause bei Pombeiro (Provinz Minho),
besllchte die höhere Schule von Vraga, lebte zuerst
in Porto bis 1618, dann in seinem Geburtsorte bei
seinen Eltern bis 1619, in Madrid bis 1628 und
in Lissabon bis 1631, mit litterar. Arbeiten be-
schäftigt. 1632 begleitete er den Marquis von Castel-
Nodrigo nach Nom, wo er die Aufmerksamkeit des
Papstes Urban VIII. erregte. 163!: kehrte er nach
Madrid zurück, wo er 3. Juni 1649 starb.
Unter seinen zahlreichen, fast ausschließlich spa-
nisch geschriebenen Werken, die mehr als 60 Bände
ausmachen, zeichnen sich aus: "viäcui^os moraic^
v P0litic08"'(2 Bde., Madr. 1623-26), "I^pitomL
ä61^3 Iii3toi'ia3 Z)0i-tn^n6xa.8" (2 Tle., ebd. 1628 u. ö.;
am besten mit Fortsetzung u. d. T. "Hi^toria äsi
reino äs ?m-w^1", Vrüss. 1730); ferner "^8ill.
poi'tn^uL^H" (3 Bde., Lissab. 1666 - 75; englisch
von I. Stevens, Lond. 1694-95), "Nurop^ por-
wFU6^H" (3 Bde., Lissab. 1678-80), "^frica por-
tussue^a" lebd. 1681). Von Wert, wenn anch mit
kritikloser Bewunderung und ohne Wahrheitsliebe
geschrieben, sind die "I^u8iH(Ilr8 conientaä^"
(2 Bde., Madr. 1639) und "1iim"8 vaii^Z ä6 I.ui2
äk (.'ani068 c0M6ntmI^3" (Bd. 1 u. 2, Lissab. 1685
-89). Das letztere Wert ist nicht vollständig heraus-
gegeben, die fehlenden drei Teile sind vielleicht noch
handschriftlich vorhanden. Voll seinen Gedichten,
die er u. d. T. "1''u0nt6 <!" ^^nipo, iimu8 vaii^8)>
in sieben Teilen sammelte, erschienen nur vier
(Madr. 1624-27); außerdem "I^dulu. de ^iu.ici80
6 I^cuo" (Lissab. 1623 u. 1737), "I)ivina3 x Inimlr-
n^8 Ü0I63" (Madr. 1624 fg.), "^0cli"8 c1arN8"
(ebd. 1624 u. Lissab. 1674). Durch diese letztern
Gedichte, die gesucht excentrisch und überaus gekün-
stelt sind, sowie durch die beigegebeuen theoretischen
Abhandlungen über Poesie, voll paradoxer unkri-
tischer Ansichten, wirkte er ungünstig auf die Ent-
wicklung der portug. Poesie ein. Die moderne
Camoes-Kritik wirft F. vor, daß er seinem Idol zu
Liebe wissentlich alle möglichen portug. Dichter
ihres Eigentums beraubt und sie des Diebstahls
bezichtigt und sich auch nicht gescheut hat, Camöes-
Tokumente gewissenlos zu sä'lschen, nur um Neuig-
keiten mitteilen zu können.
Faribault (spr. färribahlt), Hauptstadt des
County Rice im nordamerik. Staate Minnesota,
74 km südlich von ^aint Paul, in fruchtbarer Ge-
gend, mit (1890) 6524 E., ist Sitz mehrerer höherer
Lehranstalten, des Blinden- und Taubstummen-
instituts des Staates, eines Klosters und Bischofs.
FarldPur(engl.Furreedp o re). 1) Distrikt der
Division Dhaka der indobrit. Lieutenant-Gouver-
neurschast Bengalen, zwischen dem Hauptarm des
Ganges im O. und dem Fluß Madhumati im W.,
hat 5871 ykm und (1881) 1631734 E. F. besteht
fast ganz aus fumpfigem Alluvialland und steht in
der Regenzeit größtenteils unter Wasser; im N. und
NW. ist der Boden höher und fruchtbar. Der höhere
Boden erzeugt Zuckerrohr, Baumwolle, Indigo und
Ölpflanzen, der niedrig gelegene vor allem Reis.
Mittelpunkt des ausgebreiteten Handels ist Gra-
landa. Die Bevölkerung im S. besteht hauptsächlich
aus Mohammedanern, im N. aus Hindu. Auch
finden sich daselbst kath. Christen, Abkömmlinge
von Portugiesen und eingeborenen Müttern. -
2) Hauptstadt des Distrikts F., unter 23" 36'
nördl. Br. und 89" 53' östl. L., auf dem rechten
Ufer des Ganges, ein unbedeutender Ort mit (1891)
10 771 E. (5711 Hindu, 5008 Mohammedaner).
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