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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Felbel - Feldbach
Weinbau und Brennerei; auch werden Thonwaren
lWafserkühler) in eleganten Formen hergestellt. Der
Hafen Puerto Colon, mit Leuchtfeuer, ist 12 km
entfernt. InderNähePuig de San Salvador,
ein Wallfahrtsort mit scböner Aussicht, und ein
von den Mauren befestigtes, jetzt verfallenes
Schloß Santucri. - F. ist das alte Canati.
Felbel, Felpel, Felper oder Vclpel, auch
Pelzfammet, ein fammetartiges Gcwebe, dem
die langen, durch Bürsten nach dem Strich nieder-
gelegten Florfäden ein pelzähnlichcs Aussehen geben.
FelberTauern oder V elb er Tauern, 2540 m
hoher libergang in den Hohen Tauern, s. Tauern.
Felchen, Fölchen, Maräne, Renken (Oore-
^0nu8), eine Gattung der Familie der Lachse oder
Salmoniden, welche sich durch das kleine, voll-
kommen zahnlose Maul und die durchaus einfache
Färbung ohne Flecken von den Forellen unter-
scheidet. Der Kopf ist klein, der Oberkiefer ragt
meist über den Unterkiefer schnauzenförmig vor, die
Rückenflosse steht genau oberhalb der Vauchfloffen
in der Mitte des walzenförmigen Körpers, dahinter
die allen Salmoniden zukommende kleine Fettstoffe
über der Afterflosse, das beste Unterscheidungsmerk-
mal gegenüber den durch Gestalt, Grösie und Fär-
bung oft sehr ähnlichen Weißfischen'. die Schwanz-
flosse ist groß, meist tief ausgeschnitten. Die Farbe
ist dunkelgrün oder dunkelblau auf dem Rücken, sil-
berweiß auf den leiten und dem Bauche. Die F.
sind meist Süßwassersifche'der gemäßigten und käl-
tern Zonen, die vorwiegend in den großen Strömen
Sibiriens, bei uns aber in den Alpenfcen, gewöhn-
lich in großer Tiefe, sich aufhalten, ausschließlich
von kleinen Krebstierchen fich nähren und meist als
Tafelsifche sehr geschätzt sind. Die (etwa 40) Arten
sind sehr schwer zu unterscheiden und fast jeder See
hat eine besondere Varietät. Die bekanntesten Ar-
ten der mittelcurop. Gewässer sind: der Schnäpel
^01'6F0QI13 oxvri'livnokuä ^.), mit weit vorgezoge-
ner Schnauze, an den südöstl. Nord- und westl. Ost-
seeküsten; die große Maräne (Ooi'6Foini8 inai-aeim
Zi.) in den pommerschen Seen, besonders dein
Mädüsee; die Boden renke, Weiß felchen oder
Fira (O)i'6F0nu8 lera ./m'ine) des Genfer ^ees,
die Gangfifche oder Vlaufelchen (s. d.) und der
Kilch des Vodenfees, der Albock des Thuner Sees,
die Palse, Lavaret u. s. w. des Neuenburger
Sees und Vonrgetsees.
Feld, im Bergbau, s. Grubenfeld; in der Land-
wirtfchaft, s. Acker und Betriebssystem; F. bei ge-
zogenen Feuerwaffen, f. Felder; in der Heraldik be-
zeichnet F. den Platz für eine Wappenfigur.
Feld, elektrisches, s. Elektrisches Feld.
Feld, magnetisches, derjenige Teil des einen
Magneten umgebenden Raumes, innerhalb dessen
sich die Wirkung desselben bemerkbar macht. Man
denkt sich dasselbe nach Faraday durchzogen von
Linien, die für jeden Punkt des F. die Richtung der
resultierenden magnetifchen Kraft angeben und die
man deshalb Kraftlinien nennt, gleichzeitig aber auch
durch die größere oder geringere Dichte, mit der sie
den Raum erfüllen, die Stärke des Ä. an der be-
treffenden Stelle ausdrücken. Nach Analogie mit
elektrifchen Vorgängen nennt man die das F. er-
zeugende Ursache magnetomotorische Kraft
und spricht auch von einem Kraftlinienstrom,
obgleich ein Strom in Wirklichkeit nicht vorhanden
ist. Die Gesamtzahl der erzeugten Kraftlinien ist
der magnetomotorischen Kraft proportional, die für
Elektromagneten ihrerseits wiederum proportional
ist der Zahl der Windungen, in denen der elektrische
Strom ihn umkreist, multipliziert mit der Strom-
stärke dieses, d. i. der Zahl von Windungs-
ampere oder Amperewindungen. Die Zahl
der Kraftlinien ist andererfeits aber auch propor-
tional der magnetifchen Kapacität des sich
ihnen darbietenden Weges, oder umgekehrt pro-
portional dem reciproken Werte diefes, dem man,
immer wieder in Analogie zu den ähnlichen Be-
zeichnungen bei elektrifchen Strömen, den Namen
magnetischer Widerstand gegeben hat; und
diese Kapacität oder der Widerstand hinwiederum
ist abhängig von den Dimensionen und den be-
sondern magnetifchen Eigenschaften des den Kraft-
linienstrom führenden Körpers, und zwar von den
Dimensionen in derfelben Weise wie die entsprechen-
den Werte bei elektrischem Strom. Die Analogie ist
also in der That eine vollständige und dieAnalogie in
der Namengebnng mithin berechtigt. (S. Feldstärke.)
Felda, linker Nebenstuß der Werra, entspringt
auf dem Nordostabhange der Hohen Rhön, flieht
vorwiegend in nördl. Richtung und mündet bei
Dorndors. Die Eisenbahn benutzt jetzt das Thal
bis Kaltennordheim.
Feldabahn, s. Deutsche Eisenbahnen, Übersicht
v, Schmalspurbahnen (Bd. 4, S. 1004).
Feldachfelstücke, die beim Beginn des Deut-
schen Krieges von 1866 in der preuß. Armee einge-
führten Chargenabzeichen für Offiziere und höhere
Militärbeamte. Diefelben wurden nach dem Frieden
für Offiziere beibehalten und sind 1889 auch für
sämtliche Militärbeamte im Frieden zur Einführung
gelangt. Seitdem heißen sie Achselstücke (s. d.).
Feldahorn, s. Ahorn.
Feldampfer, s. Iwmex.
Feldapotheker, die zur mobilen Armee einbe-
rufenen Pharmaceuten, welche bei den Sanitäts-
detachements, Feld- und Kriegslazaretten fowie bei
den Lazarettrefervedepots den Dienst in den Apo-
theken zu leiten, für gute Beschaffenheit und recht-
zeitigen Erfatz der Arzneibestände, Instandhaltung
der chirurg. Instrumente und Geräte zu sorgen
haben. Dieselben sind Militäroberveamte und wer-
den im Frieden in den Garnisonlazaretten für den
Dienst im Kriege vorgebildet.
Feldarmee, der zur Ausführung der Opera-
tionen auf dem Kriegsschauplätze bestimmte Teil
sämtlicher Landstreitkräfte eines Staates im Gegen-
fatze zur Besatzungsarmee (s. Besatzung).
Feldartillerie,s. Artillerie (Bd. 1, S. 949a). Der
Gedanke, dieF. aus der gesamten Artilleriewaffe fchon
durch die Friedensorganisation auszusondern, hat
sich in neuerer Zeit mehr und mehr Bahn gebrochen.
Ein Zusammenhang der verschiedenen Zweige der
Landartillerie findet an den meisten Orten nur noch
dnrch die höchsten Wasfenbehöroen statt. Durch die
Trennung der F. von den übrigen Zweigen wird es er-
möglicht, die Friedensverbände der erstern organisch
in die gesamte ßeeresformation einzufügen, über
die F. in den einzelnen Armeen f. das Heerwesen
der betreffenden Länder.
Feldbach. 1)BezirkshauptmannschaftinSteier-
mark, hat 988,07 <i1<m und (1890) 84340 E. (40902
männl., 43438 weibl.), darunter 291 Evangelische,
84021 Katholiken und 25 Israeliten, 13004 be-
wohnte Gebäude und 15474 Haushaltungen in 149
Gemeinden mit 254 Ortschaften, und umfaßt die Ge-
richtsbezirke Fehring, F., Fürstenfeld und Kirchbach.