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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Feistritz - Felanitx
wurde er 1838 Bergrat und Professor der Forst-
wissenschaft an der Berg- und Forstakademie zu
Schemnitz in Ungarn und 1847 der Hofkammer
für Münz- und Bergwesen zugeteilt. 1848 zum
Sektionsrat und 1851 zum Ministerialrat im öfterr.
Finanzministerium ernannt, wurde er als sol-
cher technischer Chef des gesamten Forstwesens in
Österreich. Er trat 1869 in den Ruhestand und
starb 7. Febr. 1871 in Wien, nachdem er 1865 in den
Ritterstand erhoben worden war. F. hat das osterr.
Forstgesetz vonl 3. Dez. 1852 verfaßt. Er schrieb: "Die
Forstwissenschaft nach ihrem ganzen Umfange und
mit besonderer Rücksicht auf die österr. Staaten,
systematisch dargestellt" (4 Abteil., Wien 1835-37),
sein Hauptwerk, dessen naturwissenschaftlicher Teil
indesten ohne Bedeutung ist; "Allgemeine Wald-
bestandstafeln oder übersichtliche Darstellung der
vorzüglichsten Wachstums- und Holzertragsverhält-
nisse der Forste" (ebd. 1854; neu bearbeitet von
A. Rokitansky, 1876), "Die polit. Ökonomie mit
Rücksicht auf das forstliche Bedürfnis" (ebd. 1856).
Feistritz. 1) Windisch-Feistritz, slowen.
3i0V6ii8lv5l. Zi8ti'ica, Stadt in der Vezirkshaupt-
mannschaft Marburg in Steiermark, an der Südost-
seite des Bachergebirges, an dem zur Dräu gehen-
den Feistritzbach, in einer frucht- und weinreichen
Gegend, an der Linie Wien-Triest der Öfterr. Süd-
bahn, hat (1890) 1306 E., Post, Telegraph, Be-
zirksgericht (289,72 (iicni, 43 Gemeinden, 87 Ort-
fchaften, 19 772 E., 17 290 Slowenen, 2342 Deutsche),
roman. Pfarrkirche (13. Jahrh.), Rathaus, Schloß
des Grafen Attems; Kupferhammerwerk, Blech- und
Drabtfabrikation, Handel mit Lederwaren und in
der Umgegend Weinbau ("Brandner"), Porzellan-
erdegruben und Brüche von weißem Marmor. -
2) Deutsch-Feistritz, Markt im Gerichtsbezirk
Frohnleiten der Bezirkshauptmannschaft Graz in
Steiermark, rechts an der Mur, wo der Übelbach ein-
fließt, mit dem gegenüber liegenden Peggau durch
eine Brücke verbunden, hat (1890) 1411, als Ge-
meinde 2888 E., Post, Feldwirtschaft und Vieh-
zucht, Sensenfabrit, einen Großzeughammer und
Bergbau auf silberhaltiges Blei und Zinn, der aus
kelt.-german. Zeit stammen soll (Produktion 1886:
300 t Zinkerze, 95 t.Vlei, 117 ^ Silber). -
Markt in der Bezirkshauptmannschaft und dem
Gerichtsbezirk Nadmannsdorf in Kram, in der durck
ihre landschaftliche Schönheit berühmten Wochein
(Vukova DoliüN, d. i. Buchenthal), in 507 in Hohc
an der Wocheiner Save, in die sich hier der Feistritz-
bach in Kaskaden stürzt, hat (1890) 663, als Ge-
meinde 1791 slowen. E., Post, Telegraph, 11 Käserei-
genossenschasten (jährlich bis 60000 KZ). Auf dem
nahen Heidenhügel Spuren röm. Gebäude.
Feith, Rhijnvis, Holland. Dickter, geb. 7. Febr.
1753 zu Zwolle in Oberyssel, studierte in Leiden die
Rechte und lebte seit 1776 in seiner Vaterstadt, wurde
1780 Bürgermeister und dann Steuerbeamter. Er
starb daselbst 8. Febr. 1824. F. versuchte sich fast
in allen Formen der Dichtkunst; in frühern Zeiten
neigte er sich sehr zu einem lächerlich empfindsamen
Tone, der in seinem Roman "Ferdinand und Kon-
stantia" (1785) sowie in seiner "Julia" (Leid. 1783;
2. Aufl. 1793) vorherrscht und auch in seinem Lehr-
gedicht "5l6t 6i-Hk" (Amsterd. 1792; 2. Aufl. 1819;
deutsch von Eichstorf, Zütphcn 1821) noch durch-
klingt. Frei davon, aber ohne bestimmten Plan, ist
"1)6 oucloräom" (Amsterd. 1802; 2. Aufl. 1819).
Unter seinen "Oäen 6n ^eäicktßu" (5Bde., ebd. 1796
- 1810) sind mehrere Hymnen und Oden durch
Schwung und Gefühl ausgezeichnet. Von seinen'
Trauerspielen wurden besonders "Mii^g." (ebd.
1784; 4. Aufl. 1822), (^o^uua 6^7" (ebd. 1791)
und "Ill63 <I8 ^HZti-o" (ebd. 1793) geschätzt. In
Verbindung mit Vilderdijk gab er van Harens
berühmtem Gedichte "Do (^6u?6u" eine glattere
Form. Seine "Lrisven aan Zopkis ovei- den F663t
vau ä6l<aMiHHU8ek6 ^8d"^66rt6" (Amsterd. 1806)
sind ein schwaches Werk. Unter seinen prosaischen
Werken zeichnen sich die "I^rieven over V6r8cli6i-
äsn ouäei^vOrpeii') (6 Bde., ebd. 1793) durch Poesie
aus. Eine Gesamtausgabe seiner Werke in 11 Bän-
den erschien in Rotterdam 1825.
Fejer, Georg, ungar. Historiker, geb. 23. April
1766 zu Keszthely im Zalaer Komitat, studierte
in Pest und Preßburg (bis 1790), war Erzieher
in adligen Familien, 1802 - 4 Professor der Dog-
matik in ^tuhlweißenburg, 1808 an der Pester
Universität, später Domherr von Grohwardein,
Studienoberdirektor des Raaber Schuldistrikts und
seit 1824 Universitätsbibliothekar in Pest. Er starb
2. Juli 1851 zu Pest. F. war ein sehr fruchtbarer
Schriftsteller auf dem Gebiete, der Theologie, der
Moral, Psychologie, Ästhetik, Geographie und Ge-
schichte. Von seinen histor. Arbeiten ist besonders
sein "l^oäex clipIomaticuZ HnuF3.li3.6" (43 Bde.
und 2 Bde. Register, Ofen 1829-44) zu nennen.
Fejervar, Szekes-Fejörvär, ungar. Name
von Stuhlweißenburg (s. 0.).
Fejervary de Komlös-Keresztes (spr.
kömmlohsch kerrestesch), Geza, Freiherr von, ungar.
Landesverteidigungsminister und General der Ka-
vallerie, geb. 15. März 1833 in Iosefstadt, trat
1851 als Lieutenant aus der Wiener-Neustädter
Militärakademie in die Armee. Als Generalstabs-
hauptmann zeichnete er sich 1859 im ital. Feldzuge
aus. 1872 trat er als Oberst in die ungar. Land-
wehr über und wurde bald darauf zum Staatssekretär
im Landesverteidigungsministerium ernannt. Seit
1884 ist F.ungar.öandesverteidigungsminister; im
selben Jahre schied er als Feldmarschalllieutenant
aus dem aktiven Militärdienste aus. Seitdem ist
er zum General der Kavallerie avanciert und zum
Inhaber des 46. Infanterieregiments ernannt wor-
den. 1892 führte er auch das durch Ernennung von
Szögyenis zum Berliner Botschafter erledigte Mi-
nisterium am königl. Hoflager ad interim bis zur
Berufung Ludwig Tiszas. Die Organisation der
ungar. Landwehr ist F.s Verdienst.
Fejüm, ägypt. Provinz, s. Fajum.
Fekulomöter oder Fä'kulometer, Stärke-
messer, ein von Bloch konstruiertes Instrument
zur Feststellung des Wassergehaltes im Stärkemehl,
zur Prüfung der Stärke auf ihre Reinheit. Die Ein-
richtung desselben beruht auf der Thatsache, daß das
Stärkemehl beim Benetzen mit Wasser sein Volumen
in einem bestimmten Verhältnis vergrößert, und be-
steht im wesentlichen aus einem mit einer empi-
rischen Skala versehenen Glasrohre, in welchem die
Volumenzunahme einer bestimmten Menge der zu
untersuchenden stärke unter der Einwirkung des
Wassers genau gemessen werden kann.
Fekund, s. Fökund.
I'ei (lat.), die Galle; ?. cai-picwum, Karpfen-
galle; ^. wuri, Rindsgalle; ^. vitri, Glasgalle.
Felanitx, Stadt im südöstl. Teile der span.
Insel Mallorca (Balearen), hat (1887) 12053 E.,