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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fénycs - Feradsché
F. <16,i lim) der Elsaß-Lothr. Eisenbahllen, Sitz
eines Nebenzollamtes erster Klasse, katb. Pfarrei, hat
(1890) 1082E., darunter 89 Evangelische; Post und
Telegraph.
Fönyes (spr. fehnjesch), Alerius, ungar. Sta-
tistiker und Geograph, geb. 1807 in Csokaly im Bi-
harer Komitat, wurde 1828 Advokat, widmete sich
aber vorzüglich litterar..Arbeiten. Seit 1836 lebte
er in Pest und entfaltete als Schriftstellerund Beam-
ter landwirtschaftlicher und industrieller Vereine eine
rastlose Wirksamkeit. Sein erstes großes Wert: "Un-
garns und seiner Nebenländer gegenwärtiger Zu-
stand in geogr. und statist. Beziehung" (6 Bde., Pest
1836-40) erhielt einen Preis der Akademie, die
ihn 1837 auch zu ihrem Mitgliede wählte. Großen
Beifall sand auch seine "Statistik Ungarns" (3 Bde.,
Pest 1842-43), welche gleichzeitig in deutscher
Sprache erschien (2 Bde., ebd. 1843-44), und sein
"Allgemeiner Hand- und Schulatlas" (ebd. 1845).
Die "Beschreibung Ungarns" (2 Bde., ebd. 1847)
ist ein Auszug aus seinen grohern Werken, den
Horn ("Ungarn im Vormärz", Lpz. 1851) deutsch be-
arbeitet hat. 1848 wurde F. Chef der statist. Sektion
im Ministerium des Innern und 1849 Präsident des
Pester Militärgerichts; später lebte er teils in Pest,
teils in Gödöllö. Er starb 23. Juli 1876.
Fenz (vom engl. t6iic6), Einfriedigung, nament-
lich in Nordamerika; f enzen, mit einer F. umgeben.
Feo, Francesco, ital. Komponist, geb. um 1699
in Neapel, studierte daselbst unter Domenico Gizzi
Gesang und Komposition und ging darauf nach
Nom, um Unterricht im Kontrapunkt zu nehmen.
Hier schrieb er die Opern "Ip6lirm68trH", "^i-iauiiH",
"^näroNilcca" und "^i'3a,c6". F. kehrte 1740 nach
Neapel zurück und übernahm die Leitung der dorti-
gen berühmten, von Gizzi gegründeten Gesang-
jchule. Er starb daselbst 1752. Von seinen Kompo-
sitionen kennt man außer den erwähnten Opern ver-
schiedene Psalmen und Messen, darunter eine von
10 Stimmen, ferner ein Oratorium "1^ äistru^iono
(l6!1'686i-cito äo' (^uHiioi", Litaneien und ein Ne-
quiem, die zu dem Besten gehören, was die neapolit.
Schule um 1730-50 in dieser Gattung geschaffen hat.
Feodor (Fedor, spr. fjödor, rufs. Form für
Theodor), Name dreier russ. Zaren:
Feodor I., Sohn Iwans des Schrecklichen (s. d.),
geb. 11. Mai 1557, regierte vom 18. März 1584
bis 7. Jan. 1598. Schwach von Geist und Körper
und fast nur mit gottesdienstlichen Übungen be-
schäftigt, überließ er die Herrschaft seinem Schwa-
ger Boris Godunow (s. d.). Mit F. erlosch Runks
Stamm auf dein russ. Throne und ihm folgte Boris
Godunow selbst, nachdem er F.s Bruder Demetrius
hatte umbringen lassen.
Feodor II., der Sohn Boris Godunows, geb.
1589, folgte seinem Vater 13. April 1605 in der
Negierung, wurde aber schon 10. Juni desselben
Jahres ermordet, nachdem die Armee unter ihrem
Führer Pclcr Baßmanow 10. Mai von ihm abge-
fallen war; statt seiner wurde der erste falsche De-
metrius zum Zaren erhoben.
Feodor III., der älteste Sohn des Zaren Alerej,
geb. 8. Juni 1656, herrschte vom 28. Jan. 1676
bis zum 27. April 1682 und bekriegte mit ab-
wechselndem Glück die Polen und Türken. Er be-
seitigte die Nangstreitigkeiten des Adels (s. Mest-
nitschestwo) dadurch, daß er die Geschlecktsregister
(ra^Häu^a iiui^i) verbrennen ließ. Unter ihm
wurde auch 1680 die erste russ. Gelehrtenschule im
Kloster ^aikonospaßk zu Moskau gegründet. Er
starb kinderlos; ihm folgte sein Stiefbruder Peter I.
Feodofla (Feodosiza). 1) Kreis im östl.
Teil der zum russ. Gouvernement Taurien gehöri-
gen Halbinsel Krim, mit vielen Salzseen und der
Landzunge von Arabat, hat 7001,8 cikm, 103196 E.
(darunter die Hälfte Tataren), Ackerbau, Viehzucht,
Salz- und Naphthagewinnung in den Steppe" de<?
Nordens, Obst-, Wein- und Tabaksbau im gebir-
gigen Süden. - 2) F. oder Kaffa, tatar. Kefe,
Kreisstadt im Kreis F., an der Südostküste der
Krim und am Bnscn von F. des Schwarzen Meers
sowie an der Zweigbahn Dschankoj-F. (eröffnet
14. Aug. 1892) der Linie Losowaja-Sewastopol,
mit geräumigem, nur nach O. nicht geschütztem
Hafen, einem viel besuchten Seebad und Dampf-
schiffahrtvcrbindung mit Jalta und Kertsch. F. ist
schön gebaut und hat (1886) 13499 E., in Garnison
das 52. Infanterieregiment "Großfürst Cyrillus
Wladimirowitsch", alte Bauten aus der Zeit der
Genucsen, neun christl. Kirchen, eine talmudische
und eine taraimische Synagoge, vier Moscheen, ein
Knaben-, ein Mädchengymnasium, ein Lehrer-
seminar und andere Schulen; Altertumsmuseuin,
Sammlung von Gemälden des in F. geborenen
und dort wohnenden Marinemalers Ajwasowskii,
Städtische Bank; Acker- und Gartenbau, Fisch-und
Austernfang, Ausfuhr von Getreide und Wolle.
F. ist die russ. Form des altgriech. Theodosia
oder Theudosia, im Altertum einer berühmten
Handelsstadt und milesischen Kolonie, die an der
Stelle des beutigen F. lag und Griechenland be-
sonders mit Getreide versah. Sie wurde im 2. Jahrh,
n. Chr. zerstört und an ihre Stelle trat das ältere
Capha, in dessen Nähe erst 1266 das neuere Capha
oder Cassa der Genuesen errichtet wurde. Letzteres
hob sich bald zu einem bedeutenden Handelsplatz
(bis 150000 E.), wurde stark befestigt und 1318
der Sitz eines röm.-kath. Bischofs. 1475 ward es
von den Türken erobert. Unter der nachfolgenden
Tatarenherrfchaft war es ein bekannter Stlaven-
markt, wo mitunter gegen 30000 Sklaven ausge-
boten wurden. 1771 ward es von den Russen er-
obert und blieb in deren Besitz seit 1774. Zur
Hebung des Verkehrs wurde F. 1798 auf 30 Jahre
zum Freihafen erklärt, doch wirkte hinderlich die Er-
öffnung eines neueir Marktes in Odessa, die Ver-
bindung Sewastopols mit dem russ. Eisenbahnnetz
und die Auswanderung der Tataren in die Türkei.
I'eoüuin, ein mittellat. Wort, aus welchem später
I^Enänm, das Lehn (s. Lehnswesen), gebildet wurde.
Die Abstammung des Wortes steht nicht bestimmt
fest. Nach einigen ist es althochdeutschen Ursprungs:
Fe-od; die Silbe od (üt) würde wie in Allod (s.d.)
das Eigentum, den Besitz, bezeichnen, während die
erste Silbe nach einigen von tiäss, die Treue, oder
von loeäuZ, der Bund, nach andern von foeden,
d. h. ernähren, oder von Feo, d. h. der Lohn, abzu-
leiten wäre. Nach noch andern ist das Wort vom
gotischen ülikn (Vermögen, Habe), althochdeutsch
tilni, ieo (Vieh, Gut) abzuleiten. Daraus ist die
jurist. Bedeutung Lehn hervorgegangen. Der Gegen-
satz ist Allod.
F^?'., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Andre' Etienne Mrussac (s. d.).
Fera, Fisch, s. Felchen.
I^ras llat.), wilde Tiere, Raubtiere.
Feradsche, Kleidungsstück der türk. Frauen,
wird außerhalb der Wohnung getragen und besteht