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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Feuerwehrfahrgeräte - Feuerwehrrauchapparate
liches Velcuchtungsmittel; dieselbe wird verschieden-
artig ausgeführt: Haupterfordernis: sicheres helles
Licht, einfache dauerhafte Anordnung bei mäßigem
Umfang und geringem Gewicht. Die Uniform er-
streckt sich bei freiwilligen Feuerwehren meist nur
ans einen Rock (Joppe, Kittel), bei Verufsfeuer-
wehren außerdem auch anf eine Uniformhose', sie soll
dein Klima angepaßt sein und den Mann vor Er-
kältung schützen. Es eignet sich hieran besonders ein
guter Wollstoff: Drill findet ebenfalls Anwendnng.
Feuerwehrfahrgerätc, alle außer den Feuer-
spritzen (s. d.) und fahrbaren Leitern (f. Feuerleitern)
zum Transport von Mannschaften und Gerätschaf-
ten dienenden Fahrzeuge der Feuerwehr. M ann -
schaftswagen erfordern Pferdebespannung und
dienen zur Beförderung der Löfchmannfchaften, so-
weit diese nicht schon auf andern Fahrzeugen des
Löschzugs transportiert werden. Gerätewagen
dienen zur Aufbewahrung und Transportierung der
Steig- und Rettungsgeräte (s. Feuerleitern sowie
Feuerwehrrettungsapparate) und der sonst auf dein
Vrandplatze erforderlichen Werkzeuge zum Abräu-
men und Einreißen ('Arte, Feuerhaken, Ausräum-
haken, Einreißhaken mit Seil oder Kette, Löschbesen,
Mulden, Schaufeln, Sägen u.a.), der Zubehör-
stücke für Schläuche (s. Feuerspritzenschlauch), derBe-
lcuchtungsmittel sowie Gegenstände für erste Hilfe-
leistnngen bei Unglücksfällcn (Medikamente, Ver-
bandsmittel, einfache Tragbahre) u. s. w. Häufig
werden Mannschafts- und Gerätcwagen vereinigt
und bilden, sofern noch eine Handkraftfpritze ein-
gefchobcn oder fahrbar angekuppelt ist, einen sog.
Universallöschtrain. Ferner giebt es auch noch
Schlauch wagen, Wasserwagen, ausgerüstet
mit den zur Wasserversorgung nötigen Gegen-
ständen (Hydrantenzeug) u. a. - Vgl. Magirus,
Das Feuerlöschwesen in allen seinen Teilen (Ulm
1877); Fr. Honig, Rat und That im Fcuerlösch- uud
Rettungswesen fKöln 1884).
Feuerwehrrauchapparate, Vorrichtungen,
die dem Feuerwehrmann den Aufenthalt in mit schäd-
lichen Gasen und Dämpfen erfüllten Räumen er-
möglichen sollen. Nach Art ihrer Verwendung kön-
nen sie in drei .Hauptgruppen eingeteilt werden:
1) Nauchapparate, bei denen Luft mittels Schlauchs
von außen zugeführt wird; 2) Rauchapparate, bei
denen Luft in einem besondern Gefäße, welches der
Mann vorn, seitlich oder auf dem Rücken trägt, mit-
geführt wird; 3) Rauchapparate, welche Stoffe ent-
halten, durch welche die eingeatmete, auch ver-
dorbene, Luft gereinigt wird.
Zur erstern Gruppe gehören unter andern der
Pau linsche Apparat; er besteht aus einer Leder-
blnse mit Kapuze und Fensterchen vor den Augen,
welche über den Oberkörper einschließlich Kopf ge-
zogen wird und mittels Feuerspritze oder Luftpumpe
(Blasebalg) mit Luft von außen gespeist wird. Ferner
der Studesche Rauch Helm und die Stolzsche
Rauchmaske, beide aus der Neuzeit. Ersterer
besteht in einem Helm, der mit einem Ausschnitt
vor den Augen versehen ist und durch drei Kanäle,
wovon zwei unter Mund und Nase, einer über
der Stirn ausmünden, seine Luft zugeführt erhält.
Die Kanäle selbst sind durch drei kleine Gummi-
schläuche mittels Teilschraube mit dem Haupt-Luft-
zuführungsschlauch verbunden. Bei der Stolzschen
Rauchmaske sind nur zwei Luftzufüdrungskanäle,
unter der Nafe ausmündend, in ähnlicher Weise mit
dem Luftschlauche verbunden, und die Augcnösfnun-
gen sind mit feiner Messinggaze versehen. Bei bei-
den wird die vom Feuerwehrmann ausgeatmete ver-
dorbene Luft durch den beim Pumpen innerhalb der
Haube erzeugten Luftdruck durch die Augenöffnun-
gen ausgetrieben und der Eintritt schädlicher Gase
verhindert. - Von der zweiten Gruppe sind unter an-
dern zu nennen der Nauchapparat Patent Fleuß und
der Touristenapparat nach dem System Rouquayrol-
Denayrouzc von L. Bremen H Co. in Kiel. Der
Flcußapparat bezweckt, ausgeatmete Luft für die
Einatmung dadurch wieder brauchbar zu machen,
daß dieselbe durch chem. Stoffe von Kohlensäure be-
freit und mit zugeführtem frifchcm Sauerstoff gemengt
wird. Der Apparat besteht aus einem Tornister, in
dem sich mit Werg und Soda gefüllte Kautschukfilter
und komprimierter Sauerstoff befinden. Die aus-
geatmete Luft tritt durch ein in der Gesichtsmaske
vorhandenes Ventil in die Kautfchuksilter, giebt ihre
Kohlenfäure an die Soda ab und gelangt alsdann
in ein auf der Brust zu tragendes Luftkissen, welches
mit Hilfe eines vom Manu zu regulierenden Ven-
tils Sauerstoff zugeführt erhält. Die wieder für
Einatmung brauchbare Luft geht dann aus dem
Luftkissen nach der Kautfchuk-Gesichtsmaske, welche
Nase und Mund des Mannes luftdicht verschließt.
Der Rouquayrol-Denayrouze-Apparat er-
fordert das Abschließen der Nase durch einen Nasen-
klemmer und ermöglicht den Aufenthalt von 20 bis
25 Minuten in schlechter Luft und Erleuchtung
des Arbeitsplatzes; er besteht aus drei Stahlblech-
cylindern, die, auf dem Rücken getragen, durch
kleine Öffnungen untereinander verbunden sind und
mit Luft von etwa 25 Atmosphären Überdruck ge-
füllt werden. Ein Luftverteiluugsregulator bringt
die einzuatmende Luft auf den gewöhnlichen Druck,
letztere atmet der Mann durch einen Schlauch ein,
dessen Ende er mittels Gummimundstück im Munde
hält. Durch Offnen und Schließen eines Schraub-
Ventils findet Druckregulierung statt. Ein aus zwei
Gummiplüttchen bestehendes und vor dem Munde
des Mannes auf dem Ausatmuugsfchlauche ange-
brachtes Ventil ermöglicht das Ausstößen der aus-
geatmeten Luft. Eine gleichzeitig mit dem Apparat
verbundene Sicherheitslampe erhält ihre Luft eben-
falls durch einen Schlauch vom Luftverteilungs-
regulator. Die Luftfpannung wird durch ein kleines
Manometer angezeigt, das wie eine Tafchenuhr vom
Mann an passender Stelle in der Kleidung unter-
gebracht werden kann. - Unter den Apparaten der
dritten Gruppe verdient der Loebsche Apparat
Beacktung. Derselbe besteht aus einem blcchernen,
mit einem gefeuchteten schwamm und Schichten von
Watte, Glycerinwatte und Kohle gefüllten Atmungs-
gehäufe, durch welches die einzuatmende Luft hin-
durchdringen muß und in welchem sie gereinigt
und abgekühlt wird, bevor sie in die Lungen ein-
tritt. Beim Gebrauch hängt der Feuerwehrmann
den Apparat mittels Halsriemen vor den Mund
und hält ein Gummimundstück desselben zwischen
Lippen und Zähnen sest. Das Atmen durch die
Nase wird durch einen Nasenklemmer verhindert,
während zum Schutz für die Augen eine mittels
Band fest um den Kopf gebundene Schutzbrille dient,
welche Gummiwülste zum hermetischen Abschluß der
Augen und kleine Wischer zum Neinigen der Gläser
besitzt. Zur Verständigung des im Rauche befind-
lichen Mannes nach außen hin und zur Abgabe
von Signalen wird dem Manne ein sog. Signal-
ballon mitgegeben, d. i. ein Gummibeutel mit auf-