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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fleischzucker - Flémal
in Fig. 3". geschlossen dargestellte Fleisch Hack-
maschine. Das Fleisch wird hier von Stiften,
die aus einer Walze schraubenförmig eingesetzt sind,
erfaßt und zwischen Messerreihen hindurchgezogen,
wodurch es nach wenigen Umdrehungen der Kurbel
klar zerschnitten wird. Beim Gebrauch werden die
Fleischstücken in den Trichter 3. (Fig. 3 k) eingebracht'
das fertig zerkleinerte Fleisch quillt selbstthätig aus
dem Auölauf d hervor. Zur Herstellung gleichmäßig
dicker Scheiben von Wurst, Braten, Schinken u. s. w.
gebraucht man in größern Restaurants vielfach
Scheibenschneidemaschinen, von denen Fig.4
u. 43. ein Beispiel giebt. Das mit Handgriff ver-
sehene, um d drehbare Messer ^ wird gegen das um
eine Schnittbreite aus dem Gestell hervorragende
Stück Fleisch, Wurst u. s. w. bewegt, wodurch eine
Fig. 4.
Scheibe abgetrennt wird. Beim Zurückziehen des
Messers wird die Schraubenspindel ä durch die
Stange 0 mittels eines Schaltgetriebes um so viel
gedreht, daß der Anschlag 6, gegen welchen sich das
Fleischstück stützt, um eine Schnittbreite gegen das
Messer vorrückt und so das Fleisch stück für einen
neuen Schnitt selbstthätig vorbereitet. Von deutscken
Firmen für F. seien folgende erwähnt. In Berlin:
F. R. Bachmann, O. Grün <^ Co., A. v.d. Nahmer,
M.N. Scheithauer, C. Schulz, Übrig & Co.- in
Dresden: Eschebach & Kauhner, E. Hänselmann,
(3. Leinert; Ludwigshütte bei Viedenkopf lhessen-
Nassau): L. Lettermann - Meißen: M. Lommatzfch. -
Vgl. Merges, Internationales Lehrbuch der Wurst-
und Fleischwarenfabrikation (Wien 1889)'. heß,
Handbuch der Fleischerei und Wursterei (Zür. 1889);
Iversen,DiedeutsckeCbarkuterie,Wurst-und Fleisch-
warenfabrikation (3. Aufl., Lpz. 1890)', tzilgers, Das
Fleischer- und Metzgergewerbe (Weim. 1893).
Fleischzucker, soviel wie Muskelzucker, s. Inosit.
Fleifchzwieback, ein von Gail Borden in Texas
ersonnenes länger haltbares Nahrungsmittel, zu
dessen Vereitung dem Rindfleisch sogleich nach dem
Schlachten durch Sieden mit Wasser alle nährenden
Bestandteile entzogen werden. Das Wasser, das
diese Bestandteile in Lösung hält, wird dis zur Ex-
traktskonsistenz eingedampft und der Nest mit dem
feinsten Weizenmehl zu einem Teige angerührt, der
m Form von Zwieback geschnitten und sodann im
Ofen bei mähiger Wärme gebacken wird. Der F.
hat namentlich in Amerika eine größere Verbrei-
tung gefunden. Er enthält gegen 32 Proz. Fleisch-
beftandteile. Gemenge des wässerigen Flcischaus-
zugs mit Mehl in Form von Brot bilden den
deutschen F. Seit 1870 bereitet Iacobsen in Ber-
lin unter dem Namen Fleischbrot oder deut-
scher F. ein haltbares Weizcngebäck rnit Liebig-
schem Fleisckextrakt zur schnellen Herstellung einer
nahrhaften Fleischbrotsuppe. 1 Pfd. dieses Brotes
entspricht 4 Psd. Rindfleisch. In England und Ruh-
land ist ein Fleischbiskuit in der Armee und der
Marine eingesührt. Durch die Einführung des
Fleischextrakts sind diese verschiedenen Präparate
überflüssig und unnütz geworden. Denselben ist ihr
Gehalt an Fleischbestandteilen nicht anzusehen und
auch durch die chem. Analyse ist kein sicherer Schluß
auf den Gebalt daran zu machen. Dem Lieferanten
ist damit Thür und Thor zum Betrug geöffnet. In
der Marine und auf allen längern Expeditionen wird
der gewöhnliche Schiffszwieback seinen Rang be-
Fig. 4 k.
Häupten' will man ihn verbessern, so bestreicht man
ihn mit Fleischextrakt oder taucht ihn in die aus
Fleischextrakt bereitete Brühe.
Fleiß, juristisch bald der Vorsah oder die Absicht
läoluz), wonach "mit Fleih thun" den Voiwurf ab-
sichtlicher Schädigung bedeutet, bald die Sorgfalt
<MiF6iMk), welche in Rechtsangelegenheiten auf-
zuwenden ist, wenn man sich nicht einer Haftung aus
Fahrlässigkeit (oulpk) aussetzen will. Vgl. Österr.
Äürgerl.Gesetzb. §. 1297.
Flektieren (lat.), biegen, beugen; davon Flexion
ls. d.). Flektierende Sprachen, s. Sprach-
wissenschaft.
i^leltt., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung fürI 0 hnFleming, Professor der Natur-
geschichte am I^inß'ä O0U6A6 in Aberdeen, der sich
um die Kenntnis der Wirbel- und Weichtiere ver-
dient gemacht hat, geb. 1785, gest. 18. Nov. 1857.
Flemal, Bertholet, auch Flemalla,niederländ.
Maler, geb. 1014 zu Lüttich, Schüler des G. Douf-
fet, ging 1638 nach Rom, wo er namentlich in der
Freskotechnik große Gewandtheit erreichte. Nach
längerm Aufenthalt in Florenz begab er sich nach
Paris, wo er mehrere Kirchen mit Plafond- und
Kuppelgemälden schmückte. 1647 kehrte er in sein
Vaterland zurück, lebte in Brüssel und Lüttich, ver-
tauschte diesen Aufenthalt aber wieder mit Paris
und crbielt hier 1670 eine Professur an der Akade-
mie. Er starb 1675 in Lüttich. F.s Stil ist von
Poussin stark beeinflußt. Sein vorzüglichstes Werk
ist die Ausmalung der Kuppel der Karmeliterkirche