Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Foenus; Fon-Vizin; Fontenoy; Fontevrault; Fontinālis; Fontus; Fonvielle; Foot; Foot-ball; Foote

961

Fontenoy - Foote

‒66 (11 Bde., Paris), 1764 (12 Bde., Amsterdam) und 1818 (3 Bde., Paris). – Vgl. Charma, Biographie du F. (Par. 1846); Sainte-Beuve, Étude sur F., sa vie et ses œuvres (ebd. 1852).

Fontenoy (spr. fongtĕnŏá), Dorf in der belg. Provinz Hennegau, etwa 7 km im SO. von Tournai, mit 821 E. Hier schlugen im Österreichischen Erbfolgekriege die Franzosen unter Moritz von Sachsen die verbündeten Engländer, Holländer, Hannoveraner und Österreicher unter dem Herzog von Cumberland 11. Mai 1745 und vereitelten so den Versuch, Tournai zu entsetzen.

Fontenoy (spr. fongtēnŏá), Dorf im Kanton St. Sauveur, Arrondissement Auxerre des franz. Depart. Yonne, an den Linien Triguères-Clamecy und F.-Gien (56 km) der Franz. Mittelmeerbahn, mit (1891) 703 E. F. ist das alte Fontanetum, wo 25. Juni 841 Lothar von den Heeren seiner Brüder geschlagen wurde. An die Schlacht erinnert seit 1860 ein Obelisk (10 m).

Fontevrault (spr. fongtĕwroh), Stadt im Arrondissement und Kanton Saumur des franz. Depart. Maine-et-Loire, 14 km im SO. von Saumur, hat (1891) 1513, als Gemeinde 2698 E., und ein Korrektionshaus (1700 männliche Insassen) für 11 Departements in der frühern Abtei des Ordens von F., in der Grabdenkmäler der Plantagenets sind.

Fontevrault (spr. fongtĕwroh), Orden von (Ordo fontis Ebraldi), geistlicher Orden, gestiftet von Robert von Arbrissel (jetzt Arbresac, Dorf im Sprengel von Rennes), der 1093 eine Gemeinschaft regulierter Chorherren in der spätern Abtei de la Roe gründete, auf Befehl Urbans Ⅱ. als Bußprediger umherzog, mehrere Klöster, darunter das zu F. (lat. Fons Ebraldi, d. h. Ebraldsbrunnen) baute, das dem Orden den Namen gab. Es hatte vier Abteilungen: für Jungfrauen und Witwen, für Kranke, für Büßerinnen und für die den Gottesdienst leitenden Priester. An der Spitze, auch der Mannsklöster, stand die Äbtissin als Stellvertreterin der Jungfrau Maria. Strenge Absonderung der Geschlechter, stetes Schweigen und höchst mäßiges Leben bildeten den Hauptinhalt der Ordensregel. Papst Paschalis Ⅱ. bestätigte 1106 den Orden. Sie zählten noch zu Anfang des 18. Jahrh. 57 Priorate in Frankreich, außerhalb Frankreichs sehr wenig. Während der Französischen Revolution wurde der Orden aufgehoben.

Fontinālis Dill., Quellmoos, Pflanzengattung aus der Gruppe der Moose, Familie der Bryaceen (s. Laubmoose). Die Arten (fünf in Deutschland) leben in fließendem Wasser und besitzen lange, flutende Stengel. Die bekannteste ist F. antipyretica L. (s. Tafel: Moose Ⅰ, Fig. 4), in Gebirgsbächen und fließenden Brunnen ziemlich häufig. Ihre Stengel werden bis zu 1 m lang.

Fontus auch Fons oder Fontanus, der röm. Gott der Quellen (fontes). Er galt für einen Sohn des Janus (s. d.) und wurde, wie dieser, mit einem Doppelkopf, nur unbärtig, abgebildet. An seinem Feste, den Fontanalia, 13. Okt., bekränzte man die Brunnen und warf Blumen in die Quellen.

Foenus (lat.), der Zins (s. Zinsen). F. nautĭcum, bei den Römern der Zins, der für ein Darlehn (pecunia trajecticia) zu zahlen war, welches die Seegefahr trug. Dasselbe kam teils so vor, daß das Geld verschifft wurde, um im Bestimmungshafen zum Ankauf von Waren für die Heimat verwendet zu werden; teils wurden mit dem Darlehn im Heimatshafen Waren angeschafft, welche verschifft wurden; teils wurde dasselbe zur Reparatur des Schiffs oder zur Löhnung der Schiffsbesatzung gegeben. Der Gläubiger konnte das Darlehn und den Zins nur zurückfordern, wenn das Geld, oder wenn die Ware, oder wenn das Schiff im Bestimmungshafen ankam, also nicht durch eine Seegefahr verloren gegangen war. Die Gefahr innern Verderbs der Ware oder einer Verschuldung des Darlehnsempfängers oder der Schiffsbesatzung trug der Gläubiger nicht. Weil der Gläubiger die Seegefahr trug, durfte er sich höhere Zinsen zahlen lassen, als sonst erlaubt war. Der Kaiser Justinian stellte 12 Proz. als das Zinsmaximum fest. Über die heutigen Verhältnisse s. Bodmerei. ^[Spaltenwechsel]

Foenus, Wespengattung, s. Evaniidae.

Fonvielle (spr. fongwĭéll), Wilfrid de, franz. Schriftsteller, geb. 21. Juli 1828 zu Paris, war Lehrer der Mathematik und veröffentlichte mehrere populärwissenschaftliche Schriften, wie «L’homme fossile» und «Les merveilles du monde invisible» (1865), «Éclairs et tonnerre» (1866; 4. Aufl. 1885), «L’astronomie moderne» (1868), «La conquéte de l’air» (1875) u. s. w. Eine besondere Berühmtheit erlangte er durch seine Luftfahrten im Dienste der Wissenschaft. Im März 1858 blieb er zwei Tage lang im Ballon, zwischen Paris und Compiègne; während der Belagerung von Paris (Nov. 1870) verließ F. die Stadt in einem Luftballon «L’Egalité», landete in Belgien und begab sich nach London, wo er auf einem Meeting in Trafalgar-Square eine Rede über die Lage von Paris hielt. Unter andern auf die Politik bezüglichen Werken F.s sind noch zu erwähnen: «Le souverain» (Jersey 1853), «L’entrevue de Varsovie» (1860), «La croisade en Syrie» (1860), «La république sans phrases» (1872), «Les saltimbanques de la science» (1883) u. s. w.

Fon-Vizin, Denis Iwanowitsch, s. Von-Wisin.

Foot (spr. futt), Mehrzahl Feet (spr. fiht), engl. Maß, s. Fuß.

Foot-ball (engl., spr. futt bahl), Fußball, ein in England bei der erwachsenen Jugend sehr beliebtes Nationalspiel, das die Foot-ball-Association und die Rugby-Union nach etwas abweichenden Regeln spielen. Zwei Parteien von gewöhnlich 15 (jedoch auch bis zu 50) Personen, durch verschiedenfarbige Flanellanzüge unterschieden, stehen einander gegenüber. Jede Partei sucht einen großen mit Leder überzogenen Gummiball nur mit Hilfe der Füße auf das Gebiet der Gegenpartei zu bringen und zwischen zwei in der Mitte stehende Stangen hindurchzustoßen, oder, wie die Regeln der Rugby-Union vorschreiben, über das auf diese Stangen gelegte Querholz hinüberzuschleudern. Siegerin ist die Partei, welche dies am öftesten bewerkstelligt, oder doch den Ball am häufigsten in das Lager der Gegner während der für das Spiel festgesetzten Zeit getrieben und dieselbe veranlaßt hat, ihn anzuhalten. Das Fußballspiel hat auch in Deutschland Eingang gefunden. – Vgl. Koch, Fußball (2. Aufl., Braunschw. 1884); Clasen, Bewegungsspiele im Freien (Stuttg. 1882); Vassall, F. The Rugby game (Lond. 1889; deutsch Brem. 1893); Alcock, Football (Lond. 1890); Vogel, Regeln für das Fußballspiel (das Association-Spiel; Lpz. 1893); Heineken, Fußball (Rugby und Association; Stuttg. 1893).

Foote (spr. futt), Sam., engl. Lustspieldichter, geb. 27. Jan. 1720 zu Truro (Cornwall), widmete