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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Frederiksholm - Freehold
gen sowie Kohle, Baumwollwaren (aus England), !
Ausfuhr von Butter (1891:1 Mill. kß), Rindvieh,
Schweinen, Speck, Eiern und Fischen. Dampfer
gehen täglich nach Göteborg, ferner nach England,
Kristiania, Kristiansand und Kopenhagen. F. ist
Sitz eines deutschen Konsuls; es ist eine der jüngsten
Städte Dänemarks (privilegiert 1818).
Frederiksholm, Insel, s. Christiansö.
Frederiksnagar, frühere dän. Besitzung in
Ostindien, s. Srirampur.
Frederiksoord, freie Armenkolonie in der
niederländ. Provinz Drenthe, zwischen Steenwyk
und Vledder gelegen, hat mit den angrenzenden
Willemsoord und Wilhelminaoord etwa
2000 Kolonisten in 450 Häusern, eine prot. und
eine kath. Kirche und Schule. Die Armen erhalten
2^-3 na Land und ein Paar Stück Vieh. Über
die Entstehung s. Armenkolonien.
Frederiksstad, Stadt und Festung im norweg.
Amt Smalenene, an der Mündung des Glommen
in den Kristiania-Fjord, an der Linie Kristiania-
Frederikshald der Norweg. Staatsbahn, hat (1891)
12463 E., neue Kirche, Theater in der Vorstadt
rechts des Flusses und bedeutende Ausfuhr von
.holz, für etwa 10 Mill. Kronen jährlich. Die jetzige
Altstadt wurde 1570 vom dän. Konige Friedrich II.
angelegt, nachdem das alte Sarpsborg von den
Schweden zerstört worden war.
Frederikssten, Festung, s. Frederikshald.
Krederiksvaern, Hafenstadt im norweg. Amte
Iarlsberg und Laurvik, etwa 10 km im S. von
Laurvik, hat (1891) 1080 E., Schiffswerft und Be-
festigungen. F. war nach 1814 Hauptstation der
norweg. Kriegsmarine. Mellman (s. d.).
ssredman, Pseudonym des schwed. Dichters
Fredon (frz., spr. -döng), in der Musik: kurze
Roulade, Triller; Fredonnement (spr.-donn'-
mang), Gesumme, Gemurmel; fredon nieren,
trillern, vor sich hin summen.
Fredrikshald, norweg. Stadt, s. Frederikshald.
Fredrikshamn (d. i. Friedrickshafen), finn.
Ilkmina,, Hasenstadt im finn. Län Wiborg, 112 km
von Helsingfors und 245 km von Petersburg, auf
einer Halbinfel der Bucht Wekalahti des Finnische!'
Meerbusens, mit Straßen, die fächerförmig von
dem auf einem Hügel gelegenen Stadthaufe aus-
gehen, ist Sitz eines dän. und schwed. Vicekonsuls,
hat (1891) 2778 E., in Garnison das 93. Infanterie-
regiment "Großfürst Georg Alexandrowitsch",
Post und Telegraph, verfallene Festungswerke, die
got. Marienkirche, eineruss., eine schwed. Kirche, ein
sinn. Kadettenhaus (seit 1821); Handel; in nächster
Nähe viele Landhäuser und Fabriken, 40 km ent-
fernt die Granitbrüche von Piterlakken. - Ur-
sprünglich Wekkelaks genannt und 1653 mit
Privilegien versehen, erhielt F. seinen gegenwär-
tigen Namen 1723 zu Ehren König Friedrichs I.
1724 wurde es befestigt, 1743 an 3tusiland abge-
treten, 1788 von den Schweden belagert, deren
Schärenflotte 24. Aug. 1789 von den Russen bei
F. geschlagen wurde. Durch den Frieden von F.
17. Sept. 1809 kam ganz Finland an Rußland.
Fredriksstad, norweg. Stadt, s. Frederiksstad.
Fredro, Alexander, Graf, poln. Lustspieldichter,
geb. 1793 in Surochow bei Iaroslau in Galizicn,
nahm 1812 am Feldzug gegen Rußland teil und
kam mit dem franz. Heere nach Paris. Nach feiner
Rückkehr lebte er in Galizien auf dem Lande und
schrieb eine MM'l LuMir/t', die auf allen poln.
Theatern Aufnahme fanden und sich dort auf
der Bühne erhalten haben. Die wichtigsten sind:
"Damen und Husaren" (deutsch von Zimmermann),
"6LiäkNd", das einen hochmütigen, ungebildeten
Emporkömmling schildert, "Die Rache", "Mädchen-
schwüre" (deutsch von Moser), "I'Hii ^o^iklLki"
(deutsch "Herr Vidor", übersetzt von Tors), "Mann
und Frau". Sie erschienen gesammelt in "Toms-
ä^6" (5 Tle., Warschau). Die Stücke sind aus dem
Leben gegriffen, voll heiterer Ironie und trefflicher
Charakteristik, doch streifen viele ihrer Gestalten an
die Karikatur. Seit 1835 veröffentlichte F. nichts
mehr, verletzt durch eine Kritik Goszczynskis. Er
starb 15. Juli 1876 in Lemberg. Eine zweite Reihe
seiner Lustspiele ("Herr Venet", "Der Postwagen",
"Der Revolver", "Ein großer Mann in kleinen
Dingen", "Ich kann nicht heiraten" u.a.) erschien
nach seinem Tode in der Gesamtausgabe von F.s
Werken (13 Bde., Warschau 1880). F. schrieb auch
humoristischeErzählungen,Iugenderinnerungenu.a.
Johann Alexander, Graf F., Sohn des vo-
rigen, geb. 2. Sept. 1829 in Lemberg, nahm 1848
an dem ungar. Aufstande teil, lebte darauf in
Paris, bis ihm 1857 die Amnestie die Rückkehr nach
Galizien gestattete; er starb 15. Mai 1891 in Sie-
mianice bei Posen. F. hat sich gleichfalls durch meh-
rere Lustspiele bekannt gemacht, die zum Teil auch
auf der deutfchen Bühne Eingang gefunden haben:
"Die einzige Tochter" (deutfch von Rofen, Wien
1875), "Der Mentor" (deutfch von Lange, Lpz. 1882).
I'rVäum oder ^reäug, im deutfchen Mittel-
alter das dem Richter oder dem Fiskus dafür zu
zahlende Friedensgeld, daß der Nichter dem Ver-
brecher, welcher dem Verletzten das Sühnegeld
(c0mp08itio oder Buße) gezahlt hatte, Frieden
wirkte. Später wurde das Friedensgeld Wette
(Gewette) genannt. Dasfelbe betrug gewöhnlich
ein Drittel der Buße. Kirche.
rres oknrok (engl., spr. frih tschörtsch), s. Frei-
FreedenMilh.Ihno Adolf von, der Gründer der
Deutschen Seewarte, geb. 12. Mai 1822 zu Norden in
Hannover, studierte in Bonn und Göttingen Mathe-
matik und Naturwissenschaften, wurde 1845 als Ober-
lehrer der Mathematik, Physik und neuern Sprachen
an das Gymnasium zu Ievcr berufen. 1856 wurde
ihm die erste Lehrerstelle und bald darauf das Rek-
torat der neubegründeten Navigationsschule zu Els-
fleth übertragen. Hier fchrieb er: "Die Praxis der
Methode der tleinsten Quadrate" (1. Tl., Braunfchw.
1863) und ein "Handbuch der Nautik" (Oldenb. 1864)
und nahm thätigen Anteil an der Gründung des Ger-
manischen Lloyd. Im Herbst 1867 siedelte er nach
Hamburg über und gründete dort mit Unterstützung
der Handelskammern zu Hamburg und Bremen die
Norddeutsche, später Deutsche Seewarte (s. See-
warte). 1871 wurde F. in den Deutschen Reichstag
gewählt, wo er bis 1876 den ersten hannov. Wahl-
kreis vertrat und sich der Nationalliberalen Partei
anschloß. Als 1876 die Seewarte an die deutsche
Admiralität überging, trat er zurück, da die großen
beabsichtigten Erweiterungen ihm nicht gerechtfertigt
erschienen, und zog sich später nach Bonn zurück, um
die seit 1871 im Verein mit H. Tecklenborg-Bremen,
nach dessen 1875 erfolgten: Tode allein von ihm ge-
leitete Herausgabe der "Hansa, Zeitschrift für See-
wesen" , fortzusetzen, die er bis 1891 redigierte. Er
starb 11. Jan. 1894 in Bonn.
I'reskoiä (spr. frihohld), in England jeder
Grundbesitz, der nicht (^i^lwlä (s. O^K?>^7?>)iil