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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friedrich (d. Kleine, Markgr. v. Meißen) - Friedrich (W. G. F., Prinz d. Niederl.)
nes Bruders Tode 1307 ihm dessen Landesanteil zu-
gefallen war, so war er nun Markgraf von Meißen
und der Lausitz und Landgraf in Thüringen. Mit
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1822), der Tochter des Herzogs Adolf von Cam-
bridge, aus welcher Ehe als ältester Sohn der Erb-
grohherzog Adolf Friedrich (geb. 22. Juli 1848,
vermählt 17. April 1877 mit Prinzessin Elisabeth
von Anhalt) hervorging. Am 6. Sept. 1860 zur Re-
gierung gelangt, erklärte er sich bei der Huldigung
ganz entschieden für den alten mecklenb. Feudalstaat.
Friedrich der Kleine, Markgraf von Meißen,
Sohn des Markgrafen Heinrich des Erlauchten von
Meißen und seiner dritten Gemahlin Elisabeth von
Maltitz, ward 1278 vom Kaiser Rudolf als mitcrb-
berechtigt an den markgräfl. Besitzungen anerkannt.
Als sein Vater 1288 starb, erbte er Dresden und ein
kleines Gebiet im obern Teile des Meißener Mark-
graftums und wahrscheinlich auch Eventualan-
sprüche an andere Besitzungen des Hauses Wettin;
aber 6. Febr. 1289 verkaufte er diefe Besitzungen
und Ansprüche an König Wenzel von Böhmen, was
für die Verhandlungen mit Böhmen 1459 wichtig
wurde; doch bleibt es zweifelhaft, inwieweit jener
Verkauf damals wirklich zur Ausführung gelangte.
Er starb 25. April 1316.
Friedrich Tutta, auchderStammle r, Mark-
graf von Meißen und Landsberg, Sohn Dietrichs
von Lanosberg, dem er 1285 folgte, erbte bei dem
Tode feines Großvaters Heinrichs des Erlauchten
1288 auch die Markgrasschaft Meißen. Die Erban-
sprüche seines Oheims Albrecht wurden durch einen
Vergleich erledigt, der die alleinige Erbfolge F.s in
Meißen anerkannte. F. bemühte sich, Dresden mit
der Umgegend durch Kauf feinem Hause zu erhalten,
und suchte überhaupt durch Kauf den alten Bestand
der Mark Meißen wieder herzustellen. Er starb
16. Aug. 1291 ohne männliche Nachkommen.
Friedrich der Gebissene oder mit der ge-
bissenen Wange, auch der Freidige (d. h. der
Tapfere) genannt, Markgraf zu Meißen und Land-
graf in Thüringen (1291-1324), geb. 1257, war
der Sohn Albrechts (s. d.) des Entarteten, Land-
grafen in Thüringen, und Margaretas, der Tochter
Kaiser Friedrichs II. Als seine Mutter floh, soll sie
beim Abschiede im heftigsten Ausbruch des Schmer-
zes ihn in den Backen gebissen haben; doch scheint
diese Sage erst durch seinen nicht recht erklärten
Beinamen entstanden zu sein. Nebst seinem Bruder
Diezmann (s. d.) wurde er von Dietrich dem Weisen,
Markgrafen von Landsberg, dem Bruder seines
Vaters, erzogen. Im Kriege mit seinem Vater, der
ihn von der Erbfolge in Thüringen ausschließen
wollte, ward er gefangen und mußte ein Jahr auf
der Wartburg zubringen, bis ihn einige Ritter mit
Gewalt befreiten. Durch seine Gefangenfchaft ward
er verhindert, der Einladung der Italiener zu folgen
und seine Ansprüche als Sprößling der Hohenstau-
sen auf Neapel und Sicilien gcgcn Karl von Anjou
geltend zu machen. Als er und sein Bruder nach
dem Absterben Dietrichs des Weisen (1285) und
seines Sohnes, Friedrichs des Stammlers (1291),
dessen Länder erhielten, kam es von neuem zwischen
dem Vater und den Söhnen zum Kriege, die den
erstern gefangen nahmen und nur auf Kaiser Ru-
dolfs Vermittelung freigaben. Als hierauf der Vater
ganz Thüringen an König Adolf (von Nassau) ver-
kaufte, verloren sie zunächst ihr Erbe an diesen wie
später an Albrecht I. Erst ihr glänzender Sieg bei
Lucka 31. Mai 1307 vertrieb die königl. Truppen
aus dem Lande. Nach Albrechts I. Ermordung 1308
unterwarfen sich die von jenen noch besetzten Orte,
namentlich Eisenach, F. von neuem, und da nach sei-
diesen Besitzungen vereinigte er auch das Pleißner-
land wieder. Nach Beendigung dieser Kämpfe lieh
er 1309 einen allgemeinen Landesfrieden beschwö-
ren; doch verwickelte er sich in neuen Kampf mit
Otto von Brandenburg, wurde bei Großenhain
gefangen und muhte sich 1317 seine Freiheit mit
32000 Mark Silber und durch Abtretung der Nie-
derlausitz erkaufen. Hierauf fuchte er in feinen Erb-
landen die Ordnung herzustellen, siel aber 1322 in
Gemütskrankheit und starb zu Eisenach 16. Nov.
1324. Ihm folgte sein Sohn Friedrich der Ernst-
hafte. - Vgl. Wegele, F. der Freidige (Nördl. 1870).
Friedrich der Ernsthafte, Landgraf von
Thüringen und Markgraf von Meißen, Sohn des
vorigen, geb. 1310, war 14 I. alt, als sein Vater
starb. Bis 1329 stand er unter der Vormundschaft
seiner Mutter Elisabeth, die den Grafen Hein-
rich XVI. von Schwarzburg, später den Vogt Hein-
rich XII. von Planen als Mitvormund einsetzte.
F. heiratete 1329 Mechthild, die Tochter Kaiser Lud-
wigs des Bayern, und gelangte dadurch in den Be-
sitz der Vogtei über die Reichsstädte Mühlhausen
und Nordhausen. F. hatte Kämpfe gegen den König
Johann von Böhmen und andere zur Sicherstellung
des Landfriedens und zur Beugung des unbotmäßi-
gen Adels, namentlich der thüring. Grafen, zu be-
stehen; er stützte sich gegen diefen Adel auf begün-
stigte Städte und erwarb dabei die Grasschaft Orla-
münde. 1338 publizierte er einen Landfrieden für
Thüringen; 1347 kaufte er das verlorene Lands-
berg zurück. Nach Kaiser Ludwigs Tode (1347)
ward ihm die deutfche Krone angeboten, doch lehnte
er sie zu Gunsten des Böhmenkönigs Karl IV. ab,
mit dem er ein enges Verhältnis begründete. Er
starb 18. Nov. 1349 und hinterlieh seine Besitzungen
seinen Söhnen Friedrich, Balthasar und Wilhelm.
Friedrich d erStrenge, Markgraf zu Meißen,
Sohn des vorigen, geb. 6. Okt. 1331, regierte seit 1349
zugleich im Namen seiner noch unmündigen Brüder,
bis die sog. Orterung vom 5. Juli 1379 eine Tei-
lung herbeiführte, wonach F. das Osterlaud, B^-
thasar Thüringen, Wilhelm Meißen erhielt und
mehrere Rechte gemeinsamer Besitz blieben. F. ver-
größerte sein Gebiet durch glückliche Kämpfe. (S.Sach-
sen, Königreich, Geschichte.) Als er 20. Mai 1381
starb, überlebten ihn seine beiden Brüder. Sein
Sohn war Friedrich I. (s. d.), Kurfürst von Sachfen.
Friedrich, von Altamura, König von Neapel,
Oheim und Nachfolger Ferdinands II. (s. d.), erlag
erlosch dieser Zweig der Aragonicr. Neapel wurde
1503-4 mit Spanien durch Gonsalvo de Cordova
(s. d.), welcher die Franzosen verjagte, vereinigt.
Friedrich, Wilhelm Georg F., Prinz der Nie-
derlande, zweiter Sohn des Erbstatthalters Wil-
helm V. und der Prinzessin Friederike Sophie von
Preußen, geb. 15. Febr. 1774 im Haag, trat jung
in niederländ. Militärdienst und eroberte 1793 Ger-
truidenburg und Klundert von den Franzosen zu-
rück. 1794 bereits General der Kavallerie, folgte
er nach der Eroberung der Provinz Utrecht durch
die Franzosen seinem Vater nach England, trat je-
doch 1796 in österr. Dienste und erstürmte mit seiner
Brigade die Schwabenschanze, deren Besitznahme