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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friedrich (Herzöge von Schwaben) - Friedrich I. (König von Schweden)
Besonders günstig schienen sich die Verhältnisse
für F. zu gestalten, als auf der Londoner Konferenz
28. Mai 1864 Osterreich und Preußen seine sofortige
Einsetzung als Herzog von Schleswig-Holstein in
Vorschlag brachten. Der Vorschlag fand jedoch nicht
die Billigung der übrigen Mächte, und F.s Lage
ward schwieriger, als auch der Großherzog von
Oldenburg seine Erbansprüche auf Schleswig-Hol-
stein bei dem Bundestage anmeldete. Die that-
sächliche Entscheidung lag endlich allein bei Preußen
und Österreich, die inzwischen durch den Wiener
Frieden in den Besitz der Herzogtümer Schleswig-
Holstein und Lauenburg gelangt waren. Von Öster-
reich und von dem Bundestage unterstützt, machte
F. noch mehrere Versuche, seinen Ansprüchen auf die
Thronfolge in den Herzogtümern Geltung zu ver-
schaffen. Seine Verhandlungen mit Preußen führ-
ten, obwohl der König und namentlich der Kronprinz
ihm Wohlwollen entgegenbrachten, zu keinem Re-
sultat. In der Unterredung, die er 1. Juni 1864 mit
Bismarck hatte, teilte ihm dieser die Bedingungen,
unter denen ihn Preußen als Herzog anerkenne,
mit; F. lehnte die einen ab und hinsichtlich der
andern berief er sich, der von ihm beschworenen Ver-
fassung von 1848 gemäß, auf die Zustimmung eines
zu berufenden schlesw.-holstein. Landtags. Gegen-
über den Forderungen vom 22. Febr. 1865, wonach
Preußen die Versügung über die See- und Land-
macht der Herzogtümer beanspruchte, verlangte er
seine sofortige Einsetzung und erklärte wieder, über
etwaige Konzessionen an Preußen mit dem Land-
tage verhandeln zu müssen. Seitdem steuerte die
Politik Bismarcks auf die Einverleibung hin, wäh-
rend Österreich F.s Anfprüche nach wie vor be-
günstigte und dadurch endlich den Deutfchen Krieg
von 1866 hervorrief. Beim Ausbruch des Krieges
und dem Abmarsch der Österreicher unter Gablenz
verlieh F. mit seiner Familie Kiel und Holstein
(Juni 1866). Als der Prager Friede über das
Schicksal Schleswig-Holsteins entschieden hatte,
zog er sich nach einer formellen Wahrung feiner
Rechte auf sein Gut Dolzig zurück. Nach dem Tode
seines Vaters 11. März 1869 folgte er ihm im Titel
als Herzog zu Schleswig-Holstein und im Besitze
von Primkenau. Am Deutsch-Französischen Kriege
von 1870 und 1871 nahm F. als bayr. General
im Generalstabe des Kronprinzen von Preußen
teil. Er starb 14. Jan. 1880 in Wiesbaden,
nachdem er noch seine Einwilligung zu der Ver-
lobung seiner ältesten Tochter Auguste Victoria
(s. d.) mit dem damaligen Prinzen Wilhelm von
Preußen, dem jetzigen Kaiser Wilhelm 11., erteilt
hatte. Außer derselben hinterließ er: Prinzessin
Karoline Mathilde (geb. 25. Jan. 1860), vermählt
mit dem Herzog Friedrich Ferdinand von Glücks-
burg; Prinz Ernst Günther (geb. 11. Aug. 1863);
Prinzessin Luise Sophie (geb. 8. April 1866), ver-
mählt mit Prinz Friedrich Leopold von Preußen;
Prinzessin Feodore (geb. 3. Juli 1874).
Friedrich heißen sämtliche Herzöge von
Schwaben staufischen Geschlechts im 11. und 12.
Jahrh. F.s von Buren (bei Lorch) Sohn, F. I.,
erhielt vom Kaiser Heinrich IV. zur Belohnung
seiner Treue 1079 das Herzogtum Schwaben, in
dessen Verteidigung er jedoch einen schweren Stand
hatte, da alle Feinde des Kaisers in jenen Gegen-
den: der Gegeutönig Rudolf von Nheinfelden, die
Welfen und die Zähringer, über ihn herfielen. Erst
1098 konnte er sich gesichert halten, als die Welfen
sich mit dem Kaiser versöhnt hatten und die Zäh-
ringer mit Reichsgütern und dem herzoglichen Titel
abgefunden wurden. F. ist der Erbauer der Burg
(Hohen-) Staufen und des Klosters Lorch, wo er
1105 begraben wurde. Aus seiner Ehe mit Agnes,
der Tochter Heinrichs IV., hatte er zwei Söhne,
F. II., der ihm in Schwaben folgte, und Konrad,
der von Heinrich V. das Herzogtum in Ostfranken
erhielt. Da die Brüder beim Tode Heinrichs V.
1125 auch noch die Familiengüter des salischen Kai-
serhauses erbten, waren sie so mächtig, daß F. mit
Sicherheit auf die Krone selbst rechnete. Als sie
nicht ihm, sondern dem Herzog Lotbar von Sachsen
zu teil wurde, und als dieser außerdem das salische
Erbgut vestritt, da griffen die Brüder zu den Waf-
fen, und F. bewirkte, daß Konrad 1127 zum Gegen-
tönig aufgestellt und 1128 in Italien zum lombard.
Könige gekrönt wurde, ohne jedoch weitere Erfolge
zu erringen. Im Kampfe mit Lotbar, der die Wel-
fen und den Papst für sich hatte, erlagen sie, bebiel-
ten aber bei der Unterwerfung 1135 die bisherigen
Güter, Lehen und Würden. Neue Kämpfe erwuchsen
den Brüdern nach dem Tode Lothars 1137, als
Konrad wirklich König (Konrad III.) wurde und nun
seinerseits die Macht der Welfen zu brecken suchte.
F. verhalf ihm zum Siege. Als er 1147 starb, ging
das schwäb. Herzogtum auf seinen Sohn aus erster
Ehe mit der welfischen Judith, Tochter des Bayern-
Herzogs Heinrichs des Schwarzen, über, auf den 1121
geborenen F. III., der 1152 als F. I. (f. Friedrich I.,
röm.-deutscher Kaiser) zum deutschen Könige erwählt
wurde. Dieser gab nun das Herzogtum Schwaben
seinem Vetter, dem jungen Sohne des Königs Kon-
rad III., F. IV., der von seinem Vater auch die frank.
Güter des Haufes geerbt hatte. Alles zusammen fiel
aber 1167 an den Kaiser zurück, als die Seuche, die
dessen Heer auf dem Feldzuge gegen Rom lichtete, auch
den Herzog F. dahinraffte. Nun stattete der Kaiser
seinen zweiten Sohn F. V. (geb. 1168) und zwar, wie
es scheint, gleich bei der Geburt, mit Schwaben aus.
Die selbständige Verwaltung des Landes und der
dortigen Hausgüter, die sich noch durch die Erwer-
bung der Erbgüter der Welfen vermehrten, wird
aber F. V. wohl erst bekommen haben, als er auf
dem großen Pfingstfeste zu Mainz 1184 zusammen
mit seinem Bruder Heinrich das Schwert erhalten
hatte. Er begleitete den Vater auf dem dritten
Kreuzzuge und führte nach dem Tode desselben den
Nest des deutschen Kreuzheers über Antiochien gegen
Akta, wo er 20. Jan. 1191 das Opfer einer das
Lager verheerendenKrankheit wurde. Erbe in Schwa-
ben wurde nun durch Belehnung Heinrichs VI. sein
jüngerer Bruder Philipp, und dieser behielt, wie die
spätern stausischen Könige auch, die Herzogswürde
bei, als er selbst 1198 zur Krone gelangte. - Vgl.
Chr. Fr. von Stalin, Württemberg. Geschichte,
Bd. 1 u. 2 (Stuttg. 1841-47); P. F. Stalin, Ge-
schichte Württembergs, Bd. 1 (Gotha 1882).
FriedrichI.,KönigvonSchweden(1720-51),
Landgraf von Hessen, Sohn des Landgrafen Karl
und feiner Gemahlin Marie Amalie von Kurland,
geb. 28. April (a. St.) 1676 zu Cassel, nahm an
der Spitze Hess. Hilfstruppen an dem Spanischen
Erbfolgckrieg teil und focht tapfer bei Höchstädt,
Oudenaarde und Malplaquet. Bald nach dem Ilt-
rechter Friedensschlüsse kam er nach Schweden, ver-
mählte sich 24. März 1715 mit Ulrika Eleonora,
der jüngern Schwester Karls XII., und folgte ihm
auf dem Kriegszuge nach Norwegen, wo Karl 1718