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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friktionsrolle - Frisches Haff
einander geschichteten Lederplatten durch ebensolche
PapierdläUer ersetzt werden. Eine ganz specielle Art
der F. sind die Lamellenräder von Brauer. Die
cmzelnen Lamellen siud schmiedeeiserne Ringe,welche
auf einer Grundscheide mit Nut und Feder befestigt
sind. Das Aneinanderdrücken der einzelnen Lamellen
geschieht uicht durch Aneinanderdrücken der Wellen,
sondern durch Anziehen einer Mutter auf der Welle
des kleinen Rades, wodurch die erforderliche Ver-
schiebung und Anpressung der einzelnen Ringe be-
wirkt wird. Durch diese Anordnung ist der so schäd-
liche hohe Lagerdruck nahezu gänzlich vermieden.
Friktionsrolle, Friktionsfcheibe, s. Frik-
tionsrad.
Friktionsschlaqröhre, s. Schlagröhre.
Friktionszündschraube, eine Friktionsschlag-
röhre (f. ^chlagröbre), die nicht in das Zündloch
eingesetzt, sondern eingeschraubt wird. Da sie infolge-
dessen beim Schuh uicht herausgeschleudert werden
kaun, so wird sie namentlich bei Geschützen mit
Centralzündung verwendet, um die hinter dem
Rohre stehenden Mannschaften nicht zu verletzen.
Friling, in altfächs. Mundart der Gemeinfrcie
(s. Freie) im Gegensatz zu Edeling (s. d.).
Frimaire lfrz., spr. -mähr, vom altfrz. lriin6i',
gefrieren), "Rcifmonat", im Kalendcr (s. d.) der ersten
Französischen Repnblik der dritte Monat, der in den
I. I, II, 114, V, VI, VII vom 21. Nov. bis 20. Dez.,
in den I. IV, VIII-XI, XIII, XIV vom 22. Nov.
bis 21. Dez., im I. XII vom 23. Nov. bis 22. Dez.
des Gregorianischen Kalenders dauerte.
Frimont (spr. -möng), Johann Maria Philipp,
Graf von, Fürst von Antrodocco, österr. General,
geb. 3. Jan. 1759 zu Finstingcn (Lothringen), trat
1776 in die österr. Armee ein und nal'm an dem
Bayrischen Erbfolgekrieg, den Kriegen gegen die Tür-
kei und gegen Frankreich teil, wurde 1798 Oberst und
Kommandant des berittenen Jägerregiments und
1800 Generalmajor. Vci Marengo (14. Juni 1800)
machte er einen erfolgreichen Reiterangriff; 1805
kämpfte er unter Erzberzog Karl bei Caloiero. 1809
focht er, zum Feldmarschalllicutcnant befördert, bei
Fontanafredda, 1812 führte er die Reservekavallerie
des österr. Hilfskorps unter ^chwarzenbcrg und
übernabm nach dessen Abgang 1813 den Oberbe-
fehl; darauf fübrte er die Kavallerie des rechten
Flügels der Armee, that sich bci Vrienne und Arcis-
sur-Aube hervor, wurde 1815 Oberbefehlshaber in
Italien, führte feine Truppen nach Südfrankreich
und befetzte 11. Juli Lyon. Nach dein Frieden be-
fehligte F. einen Teil des Vesatzungvheers, das
bis 1818 in Frankreich blieb. 1819 wurde er zum
kommandierenden General in Venetim, 1821 zum
Oberbefehlsbaber der zur Unterdrückung des Auf-
ftaudcs in Neapel bestimmten Armee ernannt; er
zog bereits den 24. März siegreich in Neapel ein,
worauf ihn der König Ferdinand I. von Neapel
mit dem Titel eines Fürsten von Antrodocco und
einer Dotation von 220000 Dukatcn, der Kaifer
von Österreich mit der Veförderuug zum General der
Kavallerie belohnte. 1825 wurde F. Gcncralgouver-
ncur des Lombardisch-Veuetianifchen Königreichs,
unterdrückte 1831 die Aufstände in Modena, Parma
und dem Kirchenstaate, worauf er in den Grafenstand
erhoben und zmn Präsideuten des Hofkriegsrats er-
nannt wurde. F. starb 20. Dez. 1831 zu Wien.
Frina, Kranthcitsform, s. Aleppobcule.
Frind, Anton Ludwig, kath. Kirchenhistoriker,
tted. 9. Okt. 1823 Zu Hainspach in Böhmen, studierte
seit 1844 im Klerikalseminar zu Leitmeritz, empfing
1847 die Priesterweihe und wurde Kaplan zu
Warnsdorf, 1851 Religionslehrer und 1852 auch
Geschichtsprofefsor am Gymnasium zu Leitmeritz,
185!) Direktor des Obergymnasiums zu Eger, 1869
Kanonikus des Prager Metropolitankapitels, dessen
Manuskripte er registrierte und so für die Geschichts-
forschung zugänglich machte. F. wurde 1879 Bischof
von Leitmeritz und starb 28. Okt. 1881. Sein
Hauptwerk ist die "Kirchengeschichte Böhmens"
(4 Bde., Prag 1864-78, bis 1561 reichend): von
seinen sonstigen Schriften sind zu nennen: "Katb.
Apologetik für gebildete Christen" (3. Aufl., Prag
1877), "Gefchichte der Bischöfe und Erzbischöfe von
Prag, zur 900jährigen Jubelfeier der Errichtung
des Prager Bistums" (ebd. 1873) und "Der hei!.
Johannes von Nepomuk" (ebd. 1879).
I'riNAiiia., Finte (s. d.); I< caiiai-ia ^., s. Ca-
narienvogel; I?. I^iv^t^ ^c>M., s. Dominikaner;
I'>jnMiäa6, die Finkvögel.
Frio (Kap), Vorgebirge an der Westküste von
Südafrika unter 18" 20'füdl.Vr. S. auchCaboFno.
I'ripsrie (frz., spr. -p'rih), Trödelware, Trödel-
kram; I^ii^i6i' (spr. -pieh), Trödler; ^ripiöre (spr.
-pJahr), Trödlerin.
I'ripon (frz., spr. -pöng; weiblich ^risionno,
spr. -ponn), Spitzbube, Gauner, Schelm; ^ripou-
1161^6 (spr. -ponn'rih), Gaunerei.
I'risa.TS (frz., fpr. -sahsch'), Latten-, Gitterwerk.
Frisch, Joh. Leonhard, Schulmann, Sprach-
und Naturforscher, geb. 19. März 1666 in Sulz-
bach bei Nürnberg, studierte in Altdorf, Jena und
^tvaßburg und machte dann große Reisen. Hier-
auf fchloß er sich in den Türkenkriegen einein kaiferl.
Heere als Dolmetscher an und kehrte 1693 nach
Nürnberg zurück. Er widmete sich nun der Land-
wirtschaft, bis er 1699 Subrektor am Grauen Klo-
ster in Berlin wurde. An derselben Anstalt wurde
er 1708 Konrektor, 1727 Rektor. F. starb 21. März
1743 in Berlin. Er schrieb: "^0nv63>u äictiouua.ii'G
(168 1)^383^61-8) t'i'^11^018 - a1i61l1HUsI 6t ll.1i6manä-
fi-an^oi8" (Lpz. 1712 u. ö.), "Teutsco-lat. Wörter-
buch" (2 Bde., Verl. 1741), Schriften über die flaw.
Sprachen, "8nMl6M6niH "xl 8e1ii1t6i'i ^In88ai'inm"
(in den <Mi8c6ilHii6H N6i-o1ju6N8iH", 7 Bde., Berl.
1723-46), "Beschreibung von allerlei Insekten in
Teutscbland" (13 Tle., ebd. 1720-38) u. s. w.
Frifcharbeit, Frischen, ein Verfahren der
Eisenerzeugung (s. d., Bd. 5, S. 926 N).
Frischen (Iägerspr.), Junge gebären, bei den
Wildsauen.
Frischen, Karl, Elektrotechniker im Gebiete des
Telegraphen- und Eisenbahn-Signalwesens, geb.
30. Juli 1830 in Bremen, lernte 1845 in der Ma-
schinenfabrik C. Waltzen & Comp. in Bremen, be-
fuchte 1848 die Polytechnische Schule in Hannover,
wnrde 1851 Telegrapheningenieur der hannov.
^taawbahn, trat 1866 in die Dienste des Nord-
deutschen Bnndes, ging aber 1869 zur Firma Sie-
mens & Halste in Berlin über. Er starb daselbst
7/8. Mai 1890. Von seinen technischen Leistungen
sind namentlich der sog. Differential-Gegenfprecher
(vgl. Gegensprechcn), die Einführung des Betriebes
mit Ruhestrom (s. d.) und (seit 1870) ^ie Durchbil-
dung des Siemens & Halskeschen Systems von
Vlocksignalen für den Eisenbahnbetrieb zu nennen.
Frische Nehrung, s. Frisches Haff.
Frisches Haff, Strandfee in den preuß. Pro-
vinzen Ost- und Westpreußen, etwa 90 km lang,