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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Galgóczgebirge - Galiläa
Galgöczgebirge (fpr. gälgohz-, Ncutra-
ge birg e), s. Karpaten.
Galiani, Fernando, ital. Nationalökonom, geb.
2. Dez. 1728 zu Chieti im Neapolitanischen, stu-
dierte die Rechte und zeichnete sich später als Staats-
mann im Dienste seines Vaterlandes und als
Schriftsteller aus, besonders durch scharf gedachte
und geistvoll geschriebene nationalökonomische Ab-
handlungen. Er starb als infulierter Abt 30. Okt.
1787 in Neapel. Eine seiner frühesten Arbeiten:
"OkUa ^1on6tÄ", erschien 1749, zuerst anonym in
Neapel (wieder abgedruckt in der Custodischcn Samm-
lung). Bedeutender ist dieunter dem Pseudonym In -
tieri von ihm herausgegebene Abhandlung "Oslia
pLrtettg. cou^rva^ion^ <1(ü ^rano" (Neapel 1745).
Epochemachend waren seine "Dialo^u^ 8nr 1s coin-
in6i^ (168 I)I"8" (Lond. 1770; abgedrnckt in der
Guillauminschen "^oii^ction ä68 principnux öeono-
iai8t68)), Bd. 15, Par. 1848). G. erkannte in der Welt
nichts als den Kampf der persönlichen Überlegenheit
mit der persönlichen Schwäche. Am stärksten zeigte
sich seine kaustische Sckärfe in der Verspottnng derer,
welche für die höhern Ideen in die Schranken traten.
Besonders tritt dies hervor in der für die Zustände
jener Zeit interessanten "( oi r^poii^^nc (^ inoäiw
<16 <F. 1765 ^ 1783 5N c;o ^Ilui. ä'i^in^ ^VI. 1o daion
<rllold3.e1i, ^i-imin, Di(l6rot" (2 Bde., Par. 1818;
neue Ausg. 1881). Mit den Personen jenes Brief-
wechsels war er als Legation^sekretär in Paris (17i!8)
bekannt geworden. Anch beschäftigte er sich mit 'Na-
turwissenschaften und Altertümern. Er schrieb über
den Vesuv (1755) und über die Malerei der Alten
<1756) und hatte viel Anteil an der Herausgabe
von Monumenten, welche dieHereulanische Akademie
besorgte. - Vgl. Mattei, l.^. ni i 81101 toinpi (Neap.
1879); lÜ0nt68,16ttr68 6t 1)0N8"68 cl61'lTdde (^s. (Par.
1866); in betreff seiner naturphilos. Anschauungen:
DuBois-Reymond, Darwin V6i-8N8 G. (Berl.1876).
Galibi, Indianerstamm, s. Kariben.
Galicla, in Spanien, s. Galieien.
Galicien oder Gallicien lspan. Galieia),
oer nordwestlichste Teil Spaniens init dem Titel
cincs Königreichs, zerfällt in die Provinzen Conma,
Lugo, Orense ilnd Polttevedra (s. die Einzelartikel)
und zählt auf 29154 ^m (1887) 1894558 E., d. i.
65 auf 1 hkm und der 17. Teil des Areals, aber
der 9. Teil der Bevölkerung ganz Spaniens. Im
O. von Asturien und Leon, im S. von Portugal,
im W. und N. vom Meere begrenzt, wird das Land
in südwestl. Richtung vom Mino durchschnitten. Die
Gebirge, die G. erfüllen, bilden nicht immer zusam-
menhängende Ketten, sondern sind öfters durch cin-
geschobene kahle und von rauhen, 325-455 in hohen
Felskämmen überhöhte Parameras (Vergsteppen)
getrennt und bilden cin Labyrinth von Bergen und
Hügeln, Thälern und Schluchten zwischen den weni-
gen Ebenen und größern Flußthälern. Die Küste
ist im Vergleich zu den übrigen Gestaden der Iberi-
schen Halbinsel auffallend gegliedert. Sie zeigt vor-
sprmgende Vorgebirge, wie Kap Finisterre, Ortegal
und La Estaca de Vares, sowie tief eindringende
nordähnliche Buchten (Rias), in deren Hintergrunds
Küstenflüsse münden, mit Häfen und Reeden, wie
namentlich die von Coruna und Ferrol. Das Klima
ist feucht, sehr regnerisch, aber mild und gleichmäßig.
Der Boden ist in den Thalsohlen zum Teil sehr
fruchtbar und überall sorgfältig angebaut. Wiesen
begünstigen die Viehzucht, das Meer ist reich an
Fischen, das Gebirge liefert Eisen lind Blei und
enthält vielbesuchte Mineralquellen. Die Häfen und
gute Verkehrswege fördern den Handel, aber die
Industrie ist unentwickelt, der Bauernstand beson-
ders durch die Parzellierung des Bodens verarmt;
daher ist die Auswanderung sehr stark nach Portu-
gal (Lissabon), Mittel- und Südspanien, wo Ernte-
arbeiten, Last- und Wassertragen, Straßenreinigung
die Erwerbszweige bilden. Neuerdings richtet sich
die Auswanderung nach Südamerika.
Die Galicicr oder Gallegos haben mehr Ver-
wandtschaft mit den Portugiesen als mit den Spa-
niern und reden einen besondern Dialekt (ei MiisFo).
Sie sind stark, kräftig gebaut und die besten Sol-
daten Spaniens, fleißig, sprichwörtlich ehrlich, fried-.
lich und gastfrei. Hauptstadt und Sitz des Erz-
bischofs ist Santiago de Compostela, Sitz des Ge-
neralkapitäns Coruna; Hauptkriegshafen Ferrol. -
Über die Bewohner G.s im Altertum f. Galläker.
Galicifchc Eisenbahnen, s Spanische Eisen
bahnen.
Valioti", eine Gattung der Marder (s. d.) mit
echt marderartigem Körper, völlig nackten Sohlen,
mit denen die Tiere ganz auftreten. Der Schwan;
ist von geringer Länge, der Kopf dick abgerundet.
Afterdrüsen sind vorhanden. Sie leben ganz wie
die Marder. Es giebt blos; zwei Arten: das
Hyrare (s. d.) und den Grison ls. 0.).
Galignani lspr. -injahni), Name einer ital. Fa-
milie, deren Mitglieder als Verleger und Heraus-
geber der Pariser engl. Zeitung "(^liAnani^ ^168-
86li";0i'" bekannt geworden sind. Gi 0 vanniG. (1757
-1821) siedelte aus seinem Geburtsorte Brescia
zuerst nach Paris über, ging dann nach London
und 1798 wieder nach Paris, wo er die engl.
und ital. Sprache lehrte. Seit 1801 gab er die
Monatsschrift "I^portoi'^ ot Nu"1i8ii I^itsratui's"
und seit 1814 die Zeitung "6HiiAnani'8 N6386NF6i"
herans, die bald besonders bei den im Auslande
wohnenden und reifenden Engländern weite Ver-
breitung fand. Nach dem Tode des Vaters ging
das Verlagsgesckäft an seine beiden Söhne Iobn
Anthony (geb.13.Okt.1796) und William (ged.
10. März 1798) über. Diese erweiterten den Um-
fang der Zeitung. Erfolgreich in ihren Unterneh-
mungen stifteten sie in Eorbeil bei Paris zu Gun-
sten notleidender Engländer im Auslande das nack
ihnen benannte "(^liAnani'g Hospital". Nach dem
Tode John Anthony G.s, 31. Dez. 1873, übernahm
der jüngere Bruder William das Geschäft, zog sich
aber bald ins Privatleben zurück und trat das Ge-
schäft und die Zeitung an seine bisherigen Mit-
arbeiter Henri Baudry und Ieancourt Fröres ab.
William G. starb 12. Dez. 1882.
Galiläa (gräcisierte Form des hebr. Wortes
Falil, "Kreis", "Bezirk", vollständig Fs;1il ka-^iin,
"Kreis" oder "Bezirk der Heiden"), die nördlichste
Landschaft Palästinas, ursprünglicher Name einer
vorwiegend heidn. Gegend an der Nordgrenze des
israel. Gebietes, in der z. B. die 20 Städte lagen,
die Salomo an den König Hiram von Tyrus für
die Förderung feiner Bauteil in Jerusalem abtrat
(1 Kön. 9,11 fg.). Das Neue Testament und Iosephus
verstehen unter G. die nördlichste Landschaft Pa-
lästinas, deren Grenzen nach Iosephus im S. die
Ebene Iesreel (s. d.), im O. die Iordanspalte, im
W. und N. das Gebiet der Phönizier und anderer
syr. Fürsten waren. G. zersiel in Untergaliläa
mit dem Ufer des Sees Genezareth, dem Berge
Thabor, den Orten Sepphoris, Nazareth, Kana,