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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Geschichtklitterung - Geschirr
schichtsquellen im Mittelalter (6. Aufl., 2 Bde., Berl. 1893); Lorenz, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter seit der Mitte des 13. Jahrh. (3. Aufl., 2 Bde., ebd. 1886-87); Wachler, G. der histor. Forschung und Kunst seit der Wiederherstellung der litterar. Kultur in Europa (2 Bde., Gott. 1812-20); F. H. von Wegele, G. der deutschen Historiographie seit dem Auftreten des Humanismus (Münch. 1885); Giesebrecht, Die Entwicklung der modernen deutschen Geschichtswissenschaft (in Sybels "Histor. Zeitschrift", Bd. 1, 1859): Loebell, über die Epochen der Geschichtschreibung (in Raumers "Histor. Taschenbuch", 1841); Horawitz, Zur Entwicklungsgeschichte der deutschen Historiographie (Wien 1865); von Sybel, Über den Stand der heutigen Geschichtschreibung in Deutschland (in Sybels "Kleinen histor. Schriften", Bd. 1, 3. Aufl., Stuttg. 1880); Lord Acton, German schools of history (in der "Historical Review", 1, 1886; übersetzt von Imelmann, Berl. 1887); Pflügt-Harttung, Geschichtsbetrachtungen (Gotha 1891); Monod, Du progrès des études historiques en France depuis le XVI<sup>e</sup> siècle (in der "Revue historique", I, 1886); Taines einleitende Worte zu der Histoire de la littérature anglaise (6. Aufl., Par. 1885). - Die wichtigste Litteratur über Begrenzung, Methode und Aufgabe der G. ist: Wachsmuth, Entwurf einer Theorie der G. (Halle 1820); W. von Humboldt, über die Aufgabe des Geschichtschreibers (Berl. 1822); Gervinus, Grundzüge der Historik (Lpz. 1837); Buckle, History of the civilization in England (Lond. 1857 u. ö.; deutsch von Rüge, 2 Bde., 0. Aufl., Lpz. 1881); von Sybel, Über die Gesetze des histor. Wissens (Bonn 1864); Droysen, Grundriß der Historik (Lpz. 1868; 3. Aufl. 1882); Waitz, Die histor. Übungen zu Göttingen (1867; Glückwunschschreiben an Ranke); Ranke/in seinen Vorreden zur G. der roman. und german. Völker (2. Aufl., Lpz. 1874) und zur französischen G. (6 Bde., 3. Aufl., Stuttg. 1877); im Vorwort und in der Einleitung zu Baumgartens G. Karls V. (ebd. 1885 fg.); Ö. Lorenz, Die Geschichtswissenschaft in Hauptrichtungen und Aufgaben (2 Tle., Berl. 1886 u. 1891); Prutz, Über nationale Geschichtschreibung (in den "Grenzboten", 1883); Freeman, TTTTT (1886); von Gutschmid, über Methode der Quellenforschungen der alten G. ("Kleine Schriften", Bd. 1, Lpz. 1889); H. Rooge, De wetenschap der geschiedenis en haar methode (Amsterd. 1890); Dippe, Das Geschichtsstudium mit seinen Zielen und Fragen (Berl. 1890); Ulmann, Über wissenschaftliche Geschichtsdarstellung (in der "Histor. Zeitschrift", 1885); Bernheim, Lehrbuch der histor. Methode (2. Aufl., Lpz. 1894); Schäfer, Das eigentliche Arbeitsgebiet der G. (Jena 1888); Gothein, Die Aufgaben der Kulturgeschichte (Lpz. 1889); Rockoll, Die Philosophie der G. (Gott. 1878); Simmel, Die Probleme der Geschichtsphilosophie (Lpz. 1892); P. Villari, La storia è scienza? (deutsch von Loevinson, Berl. 1892); D.Schäfer, G. und Kulturgeschichte. Eine Erwiderung (Jena 1891); Th. Kolde, über Grenzen des histor. Erkennens und Objektivität des Geschichtschreibers (Erlangen 1890); Nippold, Infallibilismus und Geschichtsforschung (in den "Jahrbüchern für prot. Theologie", 1888); A. Böhm, Über Periodisierung in der Weltgeschichte (Sagan 1888). - Über den erziehlichen Wert der G. vgl. besonders Herbst, Zur Frage über den Geschichtsunterricht (Mainz 1869); Diesterweg, Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer (Bd. 3, 5. Aufl., Essen 1879); Rümelin, Reden und Aufsätze iNeue Folge, Freiburg 1881); Lazarus, G. als Erziehung des Menschengeschlechts (Berl. 1866); G. Stöckert, Der Bildungswert der G. (ebd. 1892).
Über den deutschen Schulunterricht in der G. orientieren vortrefflich die Berichte voll E. Schmiele in den "Jahrbüchern für Schulwesen"; über den französischen Lavisse, "Rapport sur l’enseignement de l’histoire" (in der "Revue internationale de l’enseignement", Bd. 18, 1889). Die neuesten Absichten bezüglich einer Reglementierung, Modernisierung und Nationalisierung des Geschichtsunterrichts lassen sich ersehen aus R. Martens, Die Neugestaltung des Geschichtsunterrichts auf höhern Lehranstalten (Lpz. 1892); außerdem vgl. hierfür R. Mahrenholtz, Wandlungen der Geschichtsauffassung und des Geschichtsunterrichts besonders in Deutschland (in den "Deutschen Zeit- und Streitfragen", Neue Folge, Heft 84/85).
Geschichtklitterung, Werk von Fischart (s. d.).
Geschichtschreibung, Geschichtsforschung, s. Geschichte.
Geschichtsmalerei, s. Historienmalerei.
Geschichtsphilosophie, s. Sociologie.
Geschick, im Bergbau eine zum Ansetzen eines Bohrlochs mit Aussicht auf guten Erfolg beim Sprengen geeignete Gesteinsmasse.
Geschicke (nur in der Mehrzahl gebräuchlich), die verschiedenen Erzfälle eines Ganges. Brechen gold- und silberhaltige Erze in größerer Menge in einem Gange, so spricht man von edeln G.; dagegen von groben G., wenn Erzmassen zwar in größerer Menge, aber nicht Edelmetall führend, auftreten oder in einem Gange brechen.
Geschiebe, in der Geologie alle flachen abgerundeten Steine, im Gegensatz zu den Bruchstücken, die noch ihre Ecken und Kanten besitzen, und im Gegensatz zu den Geröllen (s. d.), deren Gestalt sich mehr oder minder der Kugel- oder Eiform nähert. Die G. sind durch Wasserwirkung abgerundet (Flußgeschiebe, G. an den Meeresufern). G. nennt man aber auch die abgerundeten und abgeschliffenen Gesteinsstücke, die von den Gletschern in den Grundmoränen (s. Moränen) thalabwärts gefördert werden ; sie unterscheiden sich jedoch sowohl durch Schliffflächen wie durch Furchung und Ritzung auf diesen letztem von den Flußgeschieben. Die größern dieser vom Gletscher oft in große Entfernungen transportierten G. nennt man Erratische Blöcke (s. d.).
Geschiebelehm, Geschiebemergel, auch Blocklehm, ein kalkhaltiger Lehm mit kleinern und größern Sandkörnern und mit Geschieben und Blöcken verschiedenster Größe, der, als Grundmoräne des nordischen Inlandeises zur Diluvialzeit gebildet, einen großen Teil des Bodens des norddeutschen Flachlandes bildet.
Geschildet oder geschildert hat der junge Hahn des Rebhuhns, wenn er den braunen Brustfleck, und das Schwarzwild, wenn es durch Reiben an harzigen Bäumen eine Kruste an dem Blatt (s. d.) bekommen hat.
Geschirr, Beschirrung, Vorrichtung zur Verbindung derZugtiere mit dem Fahrzeug behufs zweckmäßiger Ausübung der Zugkraft, s. Anschirren. - Im Maschinenbau ist G. die Gesamtheit der zur Fortpflanzung der Bewegung dienenden Teile; in der Weberei die Schäfte samt ihrem Bewegungsapparat an den Webstühlen, also die Einrichtung zur Fachbildung; außerdem soviel wie Töpferwaren.