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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Geschoß
tatschen zeigt Fig. 6 (8 Spiegel, ^ Treibscheibe,
I) Tecke), der Leuchtkugeln (s. Leuchtgeschosse)
Fig. 7 (österr. Konstruktion, d Brandloch, in kleine
Hohlkugel, 0 Mordschlag; in und o dienen dazu, den
Gegner gleichzeitig zu gefährden); von ähnlicher Ein-
richtung wie letztere sind die Brandkugeln. Bei den
Handfeuerwaffen gebraucht man bleierne Kugeln;
auch kommt hier die Verwendung mehrerer kleinerer,
zu einem Schuß vereinigter Kugeln, der Schrote
und Rehposten, vor.
In: 1.1803 und zwar zunächst in England kommt
das durch den engl. Obersten Shrapnel erfundene
schaft, daß der Schwerpunkt mit dem Mittelpunk!
der Kugel zusammenfiel, und nahmen infolgedessen
beim Schießen Drehungen an, welche nicht vorher
zu berechnen waren und einen ungünstigen Einfluß
auf die Regelmäßigkeit der Flugbahn übten. Durch
eine absichtliche Verschiebung der innern Höhlung
erreichte man bei den nunmehr excentrisch genann-
ten Hohlkugeln, deren Lage im Rohr entspre-
chend geregelt wurde, eine regelmäßige Achsendre-
dung, die auf die Tresffähigkeit günstig wirkte und
dem bisher wegen seiner Unregelmäßigkeiten in ge-
ringem Ansehen stehenden Hohlgeschoßfeuer eine er-
Fig. 4.
G. gleichen Namens auf, auch Grancttkartätsche ge-
nannt. Das Shrapnel ls. d. und ^. W7) ist ein
mit kleinen Bleikugeln gefülltes Hohlgeschosi, mit
Sprengladung und'Zünder (s. d.). Letzterer mich der
Schußweite entsprechend geregelt werden, sodaß das
Shrapnel kurz vor dem Ziel zur Zerteilung gelangt
und seine Kugeln in einer Garbe auf den Feind
schleudert. Nach 1815 fand das Chrapnel auch in
andern Artillerien Aufnahme und wnrde allmählich
vervollkommnet. Die Shrapnelhülle wurde in den
Wänden möglichst schwach gestaltet und im Innern
des G. eine Kammer für die Sprengladung ange-
bracht. Durch die Erfindungen von Bormann (s. d.)
^ig. 6.
Fig. 7.
Fig. 5.
und Breithaupt (s. d.) erlangte der Zünder eine be-
liebige Tempierbarkeit. Eine der vollkommensten
Konstruktionen von Shrapnels glatter G. zcigt das
österr. Rundshrapnel (Fig. 8, a Zünder, 6
Sprengladung, d Wandung, 8 Verstärkung, x Füll-
lochschraube).
Seit 1820 wurden auch die gewöhnlichen Hohl-
kugeln wesentlich verbessert durch Annahme der
excentrischen Höhlung (Fig. 9). Die bisher
üblichen konzentrischen Hohlkugeln hatten vermöge
der Ungenauigleiten beim Gusse und der ungleich-
mäßigen Dichtigkeit des Eisens nur selten dic Eigcn-
höhtc Bedeutung verlieh. Infolge der Excentricität
ward auch eine größere Schußweite der Granaten
im flachen Bogen ermöglicht. Die excentrischen Gra-
naten und Bomben fanden besonders in Preußen
eine hohe Ausbildung, wo es fpäter durch An-
nahme der Mpsen- statt der kugelförmigen Höhlung
gelang, die Stetigkeit der Rotation noch zu steigern.
Eine vervollkommnete Gestalt der Leuchtkugel zeigt
die engl. Fallschirmbombe.
Die 1830 beginnende Vervollkommnung der ge-
zogenen Gewehre führte unter allmählicher Ver-
drangnng der Kugel zu G. von länglicher Gestalt.
Mittelpunkt und Schwerpunkt fielen nämlich bei
der Kugel nie zusammen. Demzufolge
' nahm die letztere außer der fortschrei-
tenden auch eine drehende Bewegung
an, deren Art und Richtung indessen
nicht vorherznsehen und bei jedem
Schuß eine besondere war. Die Treff-
genauigkeit der Kugel blieb stets eine
äußerst geringe. Zur Abstellung dieses
Übelstandes führte man die Züge lf. d.)
ein, welche die Kugel zu einer bestimm-
ten, für alle Schüsse gleichbleibenden
Drehung zwingen sollten, dies aber we-
gen der geringen Angriffsfläche, welche
die Kugel den Zügen bot, nicht erreichen
konnten. Die Einführung der Lang-
gefchosfc war also eine wesentliche Ver-
besserung, weil diese G. die ihnen durch
die Züge gegebene Drehung um die Längcnachse im
weitern Verlauf ihrer Flugbahn beibehielten. Da
man diefen G. ein im Verhältnis zum Querschnitt
großes Gewicht geben kann, erleiden sie ferner eine
verhältnismäßig geringere Verzögerung durch den
Luftwiderstand als die 'Rundgeschosse.
Die Langgeschosse gelangten zuerst bei den
Handfeuerwaffen zu allgemeiner Verwendung.
Eins der ersten G. dieser Art, anfänglich iHpitz-
ge schoß genannt, ist dasjenige des franz. Obersten
Thouvenin sl.844; s. Fig. l0). Später versah man
die Lcmggeschosse im hintern Teil mit einer Höh-