Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

951
Gesundheitsamt - Geten
Cin Körper, der absolut gesund wäre, d. b. in
dem alle Teile den ihnen zukommenden Grad von
Größe und stärke, die normale Form und Struktur
baden, in welchem alle Verrichtungen vollkommen
regelmäßig verlausen, wird nie gefunden. Wobl
aber giebt es einen Zustand, die sog. relative G.,
in dem zwar der eine Teil des Körpers stärker ist als
der andere, aber die schwäche des schwäcbern nicht
empsundcu, also uur das Wohlsein gefühlt wird.
Von dcm richtigen Verhältnis zwischen der Außen-
welt und dem lebenden Organismus, vom jeweiligen
Verhalten dieser beiden Hauptreihen von Einflüssen
unter- und miteinander hängt wesentlich die Er-
haltung der G. ab. Sie alle zusammen stellen
insofern seine Gcsundheitsbcdingungen dar.
Über die Maßregeln zur Erhaltuug und Forderung
der G. belehrt die Gesundheits lehre oder
Hygieine (s. d.).
Gesundheitsamt, die Behörde, der die Sorge
sür das öffentliche Gesundheitswesen obliegt. Wäh-
rend in England schon seit längerer Zeit in jedem
größern Orte ein Gesundheitsrat (I^ocal Doln-cl
<"f ll^ütn, s. Honitil ^cts) bestebt, der die gefund-
beitlichcn Zustände der betreffenden Orte zu über-
wachen hat und unter gewissen Verhältnifsen von
einer obersten Regierungsbehörde, dem I'i'ivv l^oun-
eil, überwacht wird, fehlte es in Deutschland früher
gänzlich an einer obersten Behörde, welche als Cen-
nalstelle das öffentliche Gesundheitswesen des ge-
samten Reichs überwachte. Erst 1876 wurde zu
diesem Zweck das Kaiserlich Deutsche G. (Reich 5-
gesundheitsamt) zu Berlin errichtet. Es bestebt
aus einen: Direktor, 8 ordentlichen Mitgliedern,
32 außerordentlichen Mitgliedern und einer An-
zahl technischer Hilfsarbeiter mit dem zugehörigen
Bureaupersonal, verfügt über ein vortrefflich ein-
gerichtetes ehem. und bakteriolog. Laboratorium,
besitzt zwar nur beratenden Charakter, hat aber trotz
der kurzen Zeit seines Bestehens eine außerordent-
lich segensreiche Thätigkeit entfaltet. Es fammelt
und bearbeitet in übersichtlicher Form von den
149 Städten des Reichs mit mehr als 15 000 E. die
statist. Erhebungen über die hcrrfcbcnden Krant-
beiten, über die Todesursachen der Verstorbenen,
über die Geburten und die Meteorolog. Verbältnisse,
entwirft die Sanitätsgesetze für das Deutsche Reick,
liefert teckniscke Untersuchungen für hygieinische
Zwecke und berichtet darüber in den regelmäßig er-
ickeincnden "Veröffentlichungen des Kaiferlich Deut-
schen G.'> und in den in größern Iwischcnränmen
berausgegebcuen "Arbeiten aus dem Kaiserlichen
G.'>, in denen zudem schon wiederholt wissenschaft-
liche Arbeiten, wie z.B. die Untersuchungen von
^toch über die Tuberkclbacillen, über die Bacillcn
der Rotzkranthcit, der Osteomyelitis und anderer
Infektionskrankheiten, publiziert wurden. Auch
wurde vom kaiserlichen G. eine gemeinfaßliche An-
leitung zur Gesundheitspflege u. d. T. "Gesund-
hcitsbüchlein" (Berl. 18l)4) herausgegeben.
In verschiedenen größern Städten find auck
Ortsgcsundheitsämtcr errichtet worden, die
den übrigen Ortsbehörden in bygieiniscken Ange-
legenheiten zur Seite stehen. Von diesen ist beson-
ders der Ortsgesundbeitsrat zuKarlvrube zu nennen,
der durch amtliche Aufklärungen das Unwesen der
Geheimmittel (s. d.) mit großem Erfolge bekämpft.
Gesundheitsgeschirr, T a n i t ä t s g efchi rr,
Kücbengcschirr von Steingut oder ^teinzeug mit
l lcim'icr c?i/ö Vol^x, Sasscrglas u. s. w. bestehen-
der Glasur. Durch dieselben wird den Gefahren
der Bleivergiftung beim Gebrauche schlecht glasierter
('nfäße vorgebeugt. Emissionen.
Gesundheitskommisfionen, s. Sanitätskom
Gesundheits-Kräuterhonig,s. Geheimmittel.
Gesundheitspaß, obrigkeitliche Bescheinigung,
daß eine Person oder Ware aus einer seuchenfreien
Gegend komme. ^S. Quarantäne.)
Gesundheitspflege, s. Hygieine.
Gesundheitsräte, s. Sanitätskommissionen.
Gesundheittrinken, eine Sitte, die schon den
Römern bekannt war, die bei ibren Gelagen ent-
weder die Gesundheit eines der Anwesenden aus-
brachten , der dann den ihm überreichten Becher
leeren mußte, oder auch die von Abwesenden. Auf
das Vobl der Geliebten trank man so viele Becher,
als ihr Name Buchstaben zählte. (S. Trinkgelage.)
Geta, P. Septimius, röm. Kaiser, geb. 26. Mai
189 n. Chr. zu Mailand, war der zweite Sohn des
Septimius Severus und der Julia Domna. Als
Septimius Severus röm. Kaiser geworden war, er-
bob er G. <198 n. Ehr.) zum Cäsar und 209 zum
Imperator und Augustus. Nach des Septimius
Tode <4. Febr. 211 in ?)ort) trat G. mit dem ältern
Bruder Caracalla ^s. d.) gemeinsam die Regierung,
an, wurde aber im Febr. 212 auf Veranlassung des
Earaealla, der sich von ihm bedroht stellte, in den
Armen seiner Mutter niedergestochen.
Getah Lahoe, Sumatrawachs, der einge-
trockncte Milchsaft von I'icn" cei-itiuu. ./^^<//,., cincr
auf Sumatra einbeimifchen Urtieaeee. Schmolzpunlt
60° (,'.; fpcc. Gewickt 0,963. G. L. wird wie Bienen-
Wachs verwendet, ist jedoch härter als dieser, von
asckgrauer Farbe, löslich in 'Atber.
Geteilt wird ein Wappenschild oder eine Wap-
penfigur durch einen wagereckten Schnitt. Der Tei-
lung entspricht der Balken l.s. d.). Der Gegensatz
von geteilt ist Gespalten ls. d.).
die schon zur Zeit Herodots zwifchen Balkan und der
untern Donau ihre Wohnsitze hatte, von Darius 1.
auf feiucm Zuge gegen die Scythen zur Heerfolge
gezwungen wurde und befonders durch den Kult des
'>amolris <f. d.) das Interesse der Griechen erregte. Zu
den Zeiten Philipps von Maeedonien und Alexan-
ders, der sie 334 besiegte, batten die G. ihr Heimat-
land größtenteils verlassen und im Norden der un-
tern Donau zwischen dieser und dem Dnjestr eine
Herrschast begründet, deren später in der Geschichte
des Üysimachus mehrfack gedacht wird, die aber
schon in den ersten Jahrzehnten des 2. Jahrh,
v. Chr. (um 180) dem Andringen der (wahrschein-
lich) german. Bastarner erlegen zu sein scheint.
Etwa seit jener Zeit treten die nordwestlichen G.
unter dem speciellen Namen der Dacier, offenbar
eines fübrenden Stammes, auf. Die G. südlich von
der Donau erscbeinen in der letzten Zeit der röm. Re-
publik vielfack unter den Völkern Mösiens mit in-
b.'grimn'. zur -,eit Cäsars hatle Boerebistes ein
mäcknges Reick dort gegründet, welches nach sei-
nem Tode auseinander fiel. Unter Augustus trium-
vbiertc Craffus 28 v. Cbr. nach einem siegreichen
,^'lozuge über sie. Die G. südlich von der Donau
bildeten damals einen Teil des Reichster von Rom
abhängigen Könige von Thrazien, ^eit letzteres
durch Vespasian zur röm. Proviuz gemacht wurde,
verschwindet ihr Name vollständig aus der Ge-
schichte. Im Gedächtnisse der Gelehrten und Dich-
ter lebte der Name G. jedoch fort. Teilo wurden die