Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

129

Goldhase – Goldküste

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Goldhähnchen'

In Deutschland kommen zwei Arten vor: das Wintergoldhähnchen (Regulus cristatus Koch), mit gelbem Oberkopfe und orangefarbiger Holle, und das Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus Lichtenst., s. Tafel: Mitteleuropäische Singvögel II, Fig. 3, beim Artikel Singvögel), mit dunkelorangefarbigem Scheitel und Hinterkopf. Beide Arten leben in Nadelwäldern, sind sehr lebhaft, brüten zweimal in einem kugelförmigen Neste, leben hauptsächlich von Kerbtieren, zwitschern mehr als sie singen und lassen sich nur schwer im Bauer halten.

Goldhase, s. Aguti.

Goldhenne, s. Goldkäfer.

Goldholz, s. Rhus.

Goldingen. 1) Kreis im westl. Teil des russ. Gouvernements Kurland, eine von der Windau durchflossene Hochebene, hat 3276,7 qkm (davon 49,2 qkm Seen), 68621 E. (meist Letten, dann Deutsche, Israeliten, Polen), Ackerbau, Viehzucht und Branntweinbrennerei. Im Kreise liegen verschiedene Freidörfer der sog. Kurischen Könige (s. d.). –

2) Kreisstadt im Kreis G., 141 km westnordwestlich von Mitau, links von der Windau, an der Stelle, wo diese einen Wasserfall («Rommel») bildet, mit engen Straßen, hohen Häusern und halb verfallenem Schloß, hat (1888) 9192 E., Post und Telegraph, je 1 russ., evang. und kath. Kirche, 1 Synagoge, 1 deutsches Gymnasium, Theater; Bürstenfabrikation. – G., bereits eine kurische Burg, im 13. Jahrh. von den deutschen Ordensrittern erobert, wurde bald wegen ihrer Lage und Größe die erste Komturei Kurlands und herrschte über ein großes Ländergebiet, welches bis 1328 selbst Schloß und Gebiet Memel umfaßte. G. erhielt 1347 Stadtrecht: das Schloß wurde 1709 zerstört. – Vgl. Hennig, Geschichte der Stadt G. (Mitau 1809).

Goldjodid, s. Goldchloride.

Goldkäfer, Bezeichnung sehr verschiedener Käferarten, die sich meist durch einen grünen oder bräunlichen Goldglanz auszeichnen und eine sehr verschiedene Rolle der menschlichen Ökonomie gegenüber spielen. Nützlich ist durch seine unablässige Jagd auf andere Käfer, Raupen, Ackerschnecken, Regenwürmer der zu den Laufkäfern (s. d.) gehörende Goldlaufkäfer (Carabus auratus L.), auch Feuerstehler, Goldhenne, Goldschmied oder Gärtner genannt (vgl. Tafel: Käfer I, Fig. 21). Er ist von gestreckter Gestalt, hochbeinig, von hellgrüner Metallfarbe mit braunen Beinen, läuft sehr schnell und läßt beim Ergreifen einen braunen, stinkenden Saft ausfließen. Kaum schädlich ist der zu den Blatthornkäfern (s. d.) gehörige Goldblumenkäfer (Cetonia aurata L.), breit und dick, hinten quer abgestutzt, der meist in Blumen sitzt, deren Saft und Blütenstaub er leckt und dessen einem Engerlinge ähnliche Larve in Mulm und faulem Holz, besonders gern auch in Ameisenhaufen lebt. Teilweise schädlich endlich sind die Goldlaubkäfer (Chrysomela), eine artenreiche, zu den Blattkäfern (s. d.) gehörige Gattung kurzer, meist hochgewölbter Käfer mit kurzen, schwachen, nur viergliedrigen Füßen und öfters prachtvollem Goldglanze, deren freilebende bunte Larven ebenso wie die Käfer besonders Blätter und junge grüne Pflanzenteile fressen und oft sehr zerstörend wirken.

Goldkäferlack, zum Lackieren von Ballschuhen, wird erhalten, indem man 1 Teil feinen Schellack in 10 Teilen Weingeist löst, die Lösung filtriert, 1/2 Teil Fuchsin oder 1 Teil Methylviolett hinzufügt. ↔

Goldkissen, s. Buchbinderei (Bd. 3, S. 651a).

Goldknopf, s. Tanacetum.

Goldkrähe, soviel wie Mandelkrähe.

Goldkrätze, s. Blattgold.

Goldkronach, Stadt im Bezirksamt Berneck des bayr. Reg.-Bez. Oberfranken, 6 km im SO. von Marltschorgast, 4 km im SO. von Berneck, links vom Weißen Main, an der Kronach, in 404 m Höhe, Sitz eines Forstamtes, hat (1890) 837 evang. E., Postexpedition und ein Schloß. Ehemals fand hier Bergbau auf Gold- und Silbererze statt, jetzt werden Marmor und Serpentin gebrochen.

Goldkrone, in der Numismatik die in Gold geprägte Krone (s. d.).

Goldkupferlegierungen, s. Goldlegierungen.

Goldküste, als engl. Kronkolonie Cape Coast genannt, in Westafrika, liegt zwischen Elfenbein- und Sklavenküste in Oberguinea und erstreckt sich 600 km lang von der Tando-Lagune im W. bis Lome im O., grenzt im N. an Gjaman, Aschanti, Okwawu und Ewe und bedeckt 76145 qkm, mit den Schutzgebieten 100190 qkm.

Oberflächengestaltung. Die gerade Küstenlinie wird von zahlreichen Felsenvorsprüngen, wie Kap Three Points unterbrochen, einer Hügelgruppe von Granit, Diorit und Sandstein bis zu 600 m Höhe. Der Gebirgsstock von Akuapem, von dem Flusse Volta durchschnitten, sendet nach NW. als Ausläufer das Gebirge von Okwawu, das eine Hochfläche (660m) umschließt. Dieses Gebirge fällt in Terrassen gegen die Küste ab, nach W. schiebt es sich bis zum niedrig gelegenen Aschanti vor und umfaßt dieses auch im S. mit den Adansebergen, die, bedeckt von fast undurchdringlichem Urwald, ein natürliches Bollwerk gegen die engl. Kolonie bilden. Das Innere ist also im W. ein gewelltes Hügelland, mit isolierten Gipfeln, im O. eine Terrassenlandschaft mit zusammenhängenden Bergzügen. Von den Küstenflüssen sind wichtig: der Ankobra, der im Goldlande Wasaw entspringt, dessen wichtige Wasserstraße bildet und bei Axim mündet; der Busum Pra («Heiliger Fluß»), der im Oberlauf zwei Arme bildet und 160 km weit für Barken schiffbar ist; der bedeutende Volta (s. d.) und der Todschi, welcher nahe der engl.-deutschen Grenze in die Lagune von Quitta fließt, die, 400 qkm groß, eine Menge stark bevölkerter Inseln enthält.

Das Klima wirkt auf die Gesundheit der Europäer nicht so verderblich wie das von Senegambien; doch ist dauernder Aufenthalt gefährlich. Die Regenzeit währt von April bis August und von Oktober bis Ende Dezember. Die Jahrestemperatur beträgt an der Küste 26,7° C.; der kühlste Monat ist der August, der wärmste der April. Im gebirgigen Inland sinkt die Wärme um 3–4°. Charakteristisch ist die dichte Bewaldung des Binnenlandes; sie erschwert den Verkehr zwischen den in weiten Rodungen liegenden Ortschaften. Erst nördlich von Akuapem beginnen die Savannen mit jagdbaren Tieren, wie Elefanten, Büffel, Gazellen und Wildschweinen. Die Wälder bestehen aus Gummibäumen, aus Palmen jeglicher Art und aus Riesenbäumen von 60 m Höhe, «Karkum» genannt; auch der Butterbaum und die Kolafrucht ist hier zu finden. Auf kultiviertem Boden gedeihen üppig: Kaffee, Kakao, Tabak und Baumwolle.

Die Bevölkerung zählt einschließlich der Schutzgebiete (1890) 1 1/2 Mill. E.; sie teilt sich in zwei Gruppen, in die der Akkra oder Ga und der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 130.