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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Golz (Max, Freiherr von der) - Golz
("N0u1iar6dkt-i-ki1ali") u. a. 1893 trat er in der
"Deutschen Rundschau" mit aller Entschiedenheit für
die Caprivische Militärvorlage und die zweijährige
Dienstzeit ein. Nachdem im Mai 1893 sein Vertrag
mit der türt. Regierung abgelaufen war, kehrte er
wieder nach Deutschland zurück.
Goltz, Max, Freiherr von der, Admiral, geb.
79. April 1838 in Königsberg, trat 1853 in die
preuh. Marine ein, winde 1859 Fähnrich zur See,
1861 Lieutenant zur See und machte als solcher
1863-65 auf der Fregatte "Gazelle" eine Reise nach
Japan und China. Er wurde 1865 Kapitänlieute-
nant, 1870 Korvettenkapitän und war 1870 zur
Dienstleistung im Marineministerium kommandiert.
1875 znm Kapitän zur See befördert, machte er
verschiedene Reisen als Kommandant der Korvette
Augusta nach Westindien und Brasilien. 1877-
82 reorganisierte G. als Oberwerftdirektor in Kiel
den Gesamtbetrieb der Werft. 1882 war er Chef
des deutschen Mittelmeergeschwaders während des
Konflikts in 'Ägypten, 1883 Geschwaderchef auf der
asiat. Station, 1883 wurde er Konteradmiral und
Direktor der Admiralität, 1888 Viceadmiral und
Marinestationschef in Wilhelmshaven. Nach dem
Tode des Grafen Monts wurde G. 1889 als kom-
mandierender Admiral mit dem Oberkommando der
Marine betraut, 1892 zum Admiral befördert.
Goltz, Robert Heinr. Ludw., Graf von der,
preuß. Diplomat, geb. 6. Juni 1817 zu Paris, stu-
dierte in Vonn und Berlin die Rechte, beteiligte sich
an der polit. Bewegung von 1848 mit der Schrift
"Über die Reorganisation des Deutschen Bundes"
(Berl. 1848), in der er einen freisinnigen Konser-
vatismus vertrat, wurde 1850 Legationsrat, 1855
Ministerresident, 1857 außerordentlicher Gesandter
und bevollmächtigter Minister zu Athen. Im Febr.
1859 siedelte er in gleicher Eigenschaft nach Kon-
stantinopel über, wo er Gelegenheit sand, zu Gunsten
der von den Drusen 1860 verfolgten Christen zu
wirken; 1862 wurde er an Stelle Vismarcks nach
Petersburg und 1863 als preußischer, vom 1. Jan.
1868 ab als norddeutscher Vundesbotschafter nach
Paris versetzt. Er vertrat mit großem Geschick die
deutschen Interessen bis zu seinem 21. Juni 1869
zu Charlottenburg erfolgten Tode.
lehrer, geb. 10. Juli 1836 in Coblenz, studierte
Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und nach
mehrjähriger praktischer Lehrzeit Landwirtschaft in
Poppelsdorf. Nach einer Lehrthätigkeit auf der
Ackerbauschule zu Niesenrodt wurde er 1862 als
Administrator und Lehrer der Landwirtschaft an die
landwirtfchaftliche Akademie Waldau berufen und
erhielt 1869 die neubegründete Professur für Land-
wirtschaft an der Universität Königsberg, wo er
1875 zum DirektordesLandwirtschafilichenInstituts
ernannt wurde. In gleicher Eigenschaft wurde er
1885 nach Jena berufen. Seine Hauptwerke sind:
"Die ländliche Arbeiterfrage" (2. Aufl., Danz. 1874),
"Landwirtfchaftliche Buchführung" (7.Aufl., Verl.
1892), "Die Lage der ländlichen Arbeiter im Deut-
schen Reiche" (ebd. 1875), "Landwirtschaftliche
Taxationslehre" (ebd. 1882), "Handbuch der land-
wirtschaftlichen Betriebslehre" (ebd. 1886); im Ver-
ein mit einer Anzahl namhafter Fachgenossen gab
er ein "Handbuch der gesamten Landwirtschaft"
(3 Bde., Tüb. 1889 - 90) heraus. Sein znletzt er-
schienenes Werk ist "Die ländliche Arbeiterklasse
und der preuß. Staat" (Jena 1893).
Goltzius, Hendrik, Holland. Kupferstecher, ged.
1558 in Mühlbracht (dem heutigen Bracht im Kreise
Kempen) als Sohn eines Glasmalers, kam zu Leon-
hard in Haarlem in die Lehre und legte dann eine
Kupferdruckerei an. Seit 1590 unternahm er eine
längere Reise durch Deutschland und Italien und
starb 29. Dez. 1616 zu Haarlem. G. zeigt in seinen
Werken den Übergang von der zeichnenden zur kolo-
ristischen Behandlung des Grabstichels; bewunderns-
wert ist die Feinheit und Sauberkeit seiner Strich-
lagen. Vorzügliche Blätter von ihm sind: Verkündi-
gung nach Rasfael, Heimsuchung nach Parmeggiano,
Anbetung der Hirten nach Bassano, Heilige Familie
nach Varoccio, Anbetung der Könige nach L. van
Leiden, Beschneidnng Christi nach Dürer. In sei-
nen letzten Lebensjahren begann er auch zu malen,
doch stand er unter dem Einfluß der damals die
Holland. Kunst beherrschenden äußerlichen Nach-
ahmung der ital. Meister. Sein eifrigster Schüler
war sein Stiefsohn Jakob Matham.
Göltzsch, rechter Zufluß der Weihen Elster, ent-
springt bei Falkenstein in der sächs. Kreishauptmann-
schaft Zwickau und mündet oberhalb Greiz. Bei
Netzschtau überschreitet die Linie Leipzig-Hof der
Sächs. Staatsbahn das Thal auf einem großartigen,
1845-51 erbauten Viadukt (Göltzfch t'h albrücke)
von 579 in Länge.
Golubac (spr. -batz, d. i. Taubenschloh), Kolum -
batz, Flecken im serb. Kreis Pozarevac, in dem
engen T)urchbruchsthal der Donau durch das Ba-
nater und Ostserbische Gebirge, hat 1408 E. und
Ruinen eines Schlosses, das in den mittelalterlichen
Kämpfen eine Rolle spielte. Hier findet sich die be-
rüchtigte Kolumbatzer Mücke (s. d.).
Golubinje-Planlna, Hochfläche zwischen den
Flüssen Timok und Morava in Serbien (s. d.).
Goluchowski, Agenor, Graf von, österr. Staats-
mann, geb. 8. Febr. 1812 in Galizien, erhielt seine
erste Erziehung in dem Iesuitenkonvent zu Tar-
nopol, studierte die Rechte an der Hochschule zu
Lemberg und trat dort nach empfangener Doktor-
würde in den Staatsdienst. Nach Graf Franz Sta-
dions Rücktritt (1849) wurde G. Gouverneur in
Galizien und erwarb sich in dieser Stellung, in der
er 10 Jahre verblieb, große Verdienste um das Land.
Am 21. Aug. 1859 wurde er an Stelle Bachs im
Ministerium Rechberg zum Minister des Innern er-
nannt. In dieser Eigenschaft hatte er als ein Haupt-
vertreter föderalistischer Ideen maßgebenden Anteil
an dem Oktoberdiplom von 1860. (S. Österreichisch-
Ungarische Monarchie.) Jedoch schon 13. Dez. 1860
wurde G. seines Amtes enthoben und durch Schmer-
ling ersetzt, 18. April 1861 wurde er zum Mitglied
des Herrenhauses und 20. Sept. 1866 abermals zum
Statthalter in Galizicn ernannt. Unter dem Bürger-
ministerium des Fürsten Carlos Aucrsperg (1867)
von dieser Stelle abberufen, wurde er unter dem Mi-
nisterium Hohenwart (1871) zum drittenmal Statt-
halter in Galizien. Als solcher starb er 3. Aug. 1875.
- Sein ältester Sohn, Agenor Graf von G.,
geb. 25. März 1849, trat 1872 als Attache" in den
diplomat. Dienst, wnrde 1883 Legationsrat und ist
seit 1887 österr. Gesandter in Bukarest. Er solgte
seinem Vater 1875 als Mitglied des Herrenhauses.
Golz, Gustav Adolf, preuß. General der In-
fanterie, Chef des Ingenieur- und Pionierkorps,
Generalinspecteur der Festungen, geb. 19. Aug.
1833 in Wittenbcrg, trat 1850 bei der Pionierab-
teilung Nr. 5 in Glogau ein, besuchte 1851 51 die