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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Golzermühle - Gomes de Amorim
Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule, wurde
1852 Sekondelieutenant und stteg 1866 zum Haupt-
mann und Compagniechef im Gardepionierbataillon
auf. Als folcher machte er den Krieg gegen Oster-
reich mit, wurde 1867 ins Kriegsministerium ver-
fetzt und nahm im Stäbe des Kriegsministers von
Roon 1870 am Feldzug gegeil Frankreich teil. Nach-
dem er in demselben Jahre zum Major befördert
war, übernahm er 1874 das Kommando des hannov.
Pionierbataillons Nr. 10, wurde 1875 mit der Auf-
stellung des 2. Bataillons des Eisenbahnregiments
betraut und 1877 zum Commandeur dieses Regi-
ments ernannt, nachdem er 1876 zum Studium des
Eisenbahnaufnahme- und Küstenbefestigungswefens
nach Nordamerika entsandt worden war. 1881 wurde
er zum Oberst, 1886 zum Generalmajor und Chef
der Landesaufnahme befördert, 1888 zum Präses
des Ingenieurkomitees ernannt, mit den Geschäften
der Generalinspektion des Ingenieurkorps beauf-
tragt und zum Geuerallieuteuaut ernannt. Am
27. Jan. 1893 wurde er General der Infanterie.
Golzermühle, s. Grimma.
Gomagoi, s. Stiljser Joch.
Gomal, rechter Nebenfluß des Indus, ent-
springt in derLandschaftWasiristan des östl. Afgha-
nistan, im O. der westl. Suleimankette, durchbricht
die östl. Suleimankette und mündet unterhalb Dera
Ismail Chan im Pandschab. Längs seines Laufs
führt ein Saumweg aus der Deradschatebenc nach
Ghasni in Afghanistan.
Gomaöl, ein dem Olivenöl ähnliches Ol, das
durch Pressen der Samen einer in Kalifornien ein-
heimischen, Goma genannten Urticacec gewonnen
Gomaristen, s. Arminianer. j)vird.
Gomartharz, s. Lursei^.
Gomarus, Franz, reform. Theolog, Gegner
des Jak. Arminius (s. d.), geb. 30. Jan. 1563 zu
Brügge, studierte in Neustadt, Orford, Cambridge
und Heidelberg, ward 1587 Prediger der Holland.-
reform. Gemeinde in Frankfurt a. M., 1594Professor
der Theologie in Leiden. Er war strenger Calvinist,
besonders in der Lehre von der Prädestination. Zwei
Neligionsgespräche mit Arminius im Haag (1608
und 1609) waren ohne Erfolg. Als nach Arminius'
Tode dessen Gesinnungsgenosse Konrad Vorstius als
Professor nach Leiden berufen wurde, legte G. feine
Professur nieder, lebte seit 1611 in Middelburg und
ging 1614 als Professor nach Saumur, 1618 nach
Groningen. Von hier aus nahm er an der Doro-
rechter Synode (s. d.) teil und setzte hier den Aus-
schluß der Arminianer aus der reform. Kirche durch.
Auch an der 1633 in Leiden vorgenommenen Re-
vision der Bibelübersetzung beteiligte sich G. Er
starb 11. Jan. 1641 zu Groningen. Seine Werke
erschienen gesammelt Amsterdam 1644 und 1664.
Gombe, Stadt in Nordwestafrika, s. Kalam.
Gomberville (spr. gongberwil), Seigneur de,
s. Le Noy.
Gombetta, älteres Getreidemaß in Genua, ^
des Quarto oder ^ der Mina, geteilt in 4 Misu-
rette (Mäßchen) und nach der Größe der Mina im
kaufmännischen Verkehr ^ 1,23 1, gesetzlich aber
nur - 1,21 I.
Gombofafer, die Stengel einer im Oricnt, na-
mentlich in Ugypten und Syrien sehr verbreiteten
Pflanze aus der Familie der Malvengewächse, lli-
I)180U8 68cul<?.ntu8 /v., die an Stelle der Hadern in
der Papiersabrikation verwendet, ein sehr schönes
sestes Papier liefern.
Gombokaffee, s. Hidi8cu8.
Gomel, Gomelj. 1) Kreis im südl. Ende des
russ. Gouvernements Mohilew, eine sumpf- und
waldreiche Ebene am Sosch und Dnjepr, hat 5370,9
ykm, 181697 E., Flachs- und Hanf-, wenig Acker-
bau, Ausfuhr von Bauholz. - 2) G. oder Homel,
zuweilen auch G 0 mij, G 0 my, in älterer Zeit G 0 m
genannt, Kreisstadt im Kreis G., 182 km südsüd-
östlich von Mohilew, rechts am steilen Ufer des
schiffbaren Sosch sowie an der Linie Landwarowo-
Romny der Libau-Romny-Eisenbahn und der Linie
Schabinka-Luninez-G.-Brjansk der Poljessje Eisen-
bahnen, hat (1885) 29 438 E. (darunter viele Raskol-
niken und gegen 48 Proz. Israeliten), in Garnison
die 41. Feldartilleriebrigade, 7 russ., 1 kath. Kirche,
1 Synagoge, 8 israel. Betschulen, 1 Progymnasium,
städtische Kommunalbank, Zweigniederlassung der
Minsker Kommerzbank, Fluhhafen, Zuckerfabriken
und lebhaften Handel.
Gomer, ein kleinasiat. Volk, nach der Völkertasel
(s. d.) Sohn Iaphets. Es wird gewöhnlich mit den
Kimmeriern (s. d.) identifiziert, bei neuern mit den
Kappadociern, die bei den Armeniern Gamir heißen.
Gomera, eine der Canarischen Infeln, 27 km
südwestlich von Teneriffa, hat 374 <ikm und (1887)
14 140 E. Das Innere wird von einem vulkani-
schen Plateau mit dem 1340 in hohen Alto de Gara-
jonai eingenommen, das zur Küste hin allmählich
abfällt; es ist mit hochstämmigen Lorbeerwäldern
bestanden, während in den Thälern der dem Meere
zueilenden Flüßchen Palmen in Fülle gedeihen.
Es wird viel Vieh gehalten, auch etwas Seide und
Kartoffeln ausgeführt; die Gewinnung von Wein,
Zucker und Cochenille hat man fast ganz aufgegeben.
An der Ostseite liegt San Sebastian de G. mit
2861 E., von wo Columbus 7. Sept. 1492 ausfuhr.
Gomes (spr. -nüs), Eannes de Azurara, portug.
Reichschronist und Oberstaatsarchivar, durch Erlaß
des Königs Alfons V. (1438-81), schrieb: "Oin-o-
1N03, 6el 1-611). ^Oilo I", doch nur den dritten Teil,
als Fortsetzung des von seinem Vorgänger Fernam
Lopes unvollendet gelassenen Werkes (gedruckt 1644),
"(^ronicii äo conäe I). I^äro 66 N6H6268", "Odro-
nica äo8 foit08 äs D. vuarw äs N6H6268" (gedruckt
1792-93 im 2. u. 3. Bd. der "In6(1ito8 äe ^iLtoria
portuFnsxa,"), "('Iii-onica äo ä68codrjni6nt0 6 con-
siu63ta äs 6uine" (Par. 1841).
Gomes (spr. -mis), Ioäo Baptista, portug.
Tragiker, geb. zwischen 1770 und 1780 zu Porto,
erlernte die Handlung und war Buchhalter in einem
größern Handlungshause. In dieser Stellung dich-
tete er die Tragödie "Xova. (^8tr0" (nach der Ge-
schichte der Ines de Castro, s. d.; deutsch von Wittich,
Lpz. 1841). Das Stück kam zu Anfang des 19. Jahrh,
auf die Vühue und wurde das Lieblingsstück der
Nation. Diefe Tragödie ist eine Jugendarbeit, aber
schon dadurch epochemachend, daß der Dichter die
franz.-klassischen Fesseln abschüttelte und wieder
mehr dem Nationalgeiste folgte. Der Dichter starb
20. Dez. 1803. - Vgl. Vraga, lli^oi-ia äo tlioatro
poi'w3U62, Bd. 4 (Porto 1871).
Gomes de Amorim (spr. -mls di amurmg),
Francisco, unter den Dramatikern Portugals der
letzte, der der romantischen Schule angehörte, geb.
13. Aug. 1827 in Avelomar (Minho), erlernte in
jungen Jahren in Brasilien den Handel. In den
Urwäldern lernte er die Wilden des Linguflusses
und des Amazonenstroms kennen, deren Sprache
er sich zu eigen machte und deren Schicksal ihm