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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Greyerz - Gribojedow
unter Wellington in Spanien und bei Waterloo,
erhielt dann ein Kommando in Indien, ward 1838
Generalmajor und schlug 29. Dez. 1843 bei Punniar
mit 2000 Mann ein Heer von 12 000 Maharatten. Er
ward 1850 Oberbefehlshaber in Bombay, kehrte aber
1852 nach Europa zurück und starb 19. Febr. 1856.
Sir George G., (Staatsmann und ethnogr.
Forscher, geb. 14. April 1812 in Lissabon, erhielt
seine Erziehung in der Militärakademie zu Sand-
hurst und trat 1829 in die brit. Armee, in der er
bis zum Hauptmann stieg. 1839 gab er seinen
militär. Beruf auf, unternahm Entdeckungsreisen
in das Innere von Australien, die er in ""lourlmls ol
t^vo 6xp6äition3 in ^. ^V. and ^V63t6ln ^uZtralia"
(2 Bde., Lond. 1841) beschrieb. G. wurde 1841
zum Gouverneur von Südaustralien und 1845 zum
Gouverneur von Neuseeland ernannt, wo er durch
seine energischen Maßregeln die eingeborenen Häupt-
linge 1840 zur Unterwerfung nötigte. Nach England
zurückgekehrt, veröffentlichte er seine "?0^n68iHn
in^tliolo^" (Lond. 1855), begab sich aber schon 1854
als Gouverneur nach dem Kap der Guten Hoffnung
und wurde 1861 von dort abermals nach Neusee-
land versetzt. Vor seiner Abreise von Afrika (Jan.
1862) schenkte er seine kostbare Sammlung von Bü-
chern und Handschriften, deren Katalog der deutsche
Gelehrte Bleek herausgegeben hat ("I^idi-^rv ol 8ir
(^60i-F6 l^.", 2 Bde., Capetown 1858), der öffent-
lichen Bibliothek der Kapstadt. Die Pacifikation
Neuseelands wurde von ihm 1863 - 64 mit Erfolg
durchgeführt, worauf er 1867 nach England zurück-
kehrte. 1872 begab sich G. wieder nach Neuseeland,
war 1875-76 Superintendent der Provinz Auck-
land, 1877-84 Premierminister daselbst und lang-
jähriges Mitglied des dortigen Parlaments. 1886
schenkte er der Stadt Auckland eine kostbare Bücher-
und Gemäldesammlung.
Greyerz, frz. 6i-uv6i-6, Bezirk im schweiz. Kan-
ton Freiburg in der Landschaft Gruyere (s. d.), hat
496,0 (ikin und (1888) 21427 E., darunter 495 Evan-
gelische, 20897 Katholiken und 24 Israelitcn in
41 Gemeinden. Hauptort ist Bulle (s. d.).
Greyerzerland, s. Gruyere.
Greymouth (spr. grehmöth), Stadt an der West-
küste der Südinsel Neuseelands, links an der Mün-
dung des Grey, Ausgangspunkt der Bahnen nach
Christchurch und Belgrove, hat (1891) 3787E., Gold-
felder und Kohlengruben.
Greyson (spr. gresöng), Emile, bclg. Schrift-
steller, geb. 17. Aug. 1823 zu Brüssel, wurde General-
direktor des obern und mittlern Unterrichts in Bel-
gien. Seine bedeutendsten Romane sind: "^iamma
(^olouiiN" (2 Bde., Brüss. 1857), "1^68 i-ocitg ä'un
1"Iaman(l" (1859), "1^6 pll380ui- äs^arFnon" (1860),
"^Hccin63 16 c1i3,i'i'oii" (Par. 1862), "1^3 inHFot3
ll" ^11161-5" (2 Bde., Vrüss. 1863), "^utt^!- Oautj"
on "InK'er Oooi't^L" (Rotterd. 1874), "1^ niHi80n
Ouä6^VH6t6I' 6t Ilu) 8INHN" (1877), "Z0N3 0U U13.U-
VÄ13 3.N clioix" (Verviers 1882), "^vontui-68 611
i'Ianäi-6" (ebd. 1882), "^6int63 31-1868, t6int63
ciHII'63 6t, t6int63 30Nidi'63 " (1888), " IÜ6I'-
^ourä'liui" (1890). Außerdem schrieb er "1^68
^I)Lli-ll.ti0ii3 66 ma.xim6 8ur I'öäucation" (1888;
2. Aufl., 2 Bde., 1890).
Greytotvn (spr. grehtaun), Stadt in Nicaragua,
s. San Juan del Norte. ^Rohseide (s. Seide).
Grezfeide (frz. Fröx6 oder ^rexch, soviel wie
Qria.8 ^., Pstanzengattung aus der Familie der
Myrtaceen (s. d.) mit nur zwei Arten im tropischen
Amerika. Die eine davon, (^. cauljäoi-H ^., haupt-
sächlich auf den Antillen, ist ein hoher Baum mit
großen, oft über 1 m langen, lederartigen Blättern
und ansehnlichen weißen Blüten. Die Früchte sind
fleischig, von ovaler Form, und enthalten gewöhnlich
einen Samen; sie werden eingemacht genossen. In
Deutschland kann diese Art nur in Gewächshäusern
kultiviert werden.
Gribeauval (spr. -bowäll), Ie^n Ba'plW Va-
quette de, franz. Ingenieur und Artilleriegeneral,
geb. 15. Sept. 1715 zu Amiens, trat 1732 in die
franz. Artillerie und erhielt 1752 als Kapitän im
Mineurkorps vom Kriegsminister d'Argenson den
Auftrag, nach Berlin zu reifen, um über die von
Friedrich II. eingeführte leichte Regimentsartillerie
Bericht zu erstatten. 1757 wurde G. zum Oberst-
lieutenant befördert und trat bald darauf als General
und Kommandant des Artillerie- und Mineurkorps
in österr. Dienste; seinen Anordnungen bei der Be-
lagerung von Glatz 1760 ist vorzugsweise die Er-
oberung dieses wichtigen Platzes zu danken. G. stellte
ein eigenes System des Minenkrieges auf, welches er
inSchweidnitz1761alsIngenieurgegenFriedrichI1.,
der die Belagerung dieser Festung in eigener Person
leitete, wirksam zur Anwendung brachte. Die Kaiserin
Maria Theresia ernannte G. zum Feldmarschall-
lieutenant. Nach dem Frieden wurde G. von Lud-
wig XV. zurückberufen und zunächst als Mare'chal-
de-Camp und Generalinspektor der Artillerie an-
gestellt, 1765 zum Generallieutenant befördert, fiel
aber nachher eine Zeit lang in Ungnade. Lud-
wig XVI. ernannte ihn 1776 zum Gouverneur des
großen Arfenals. Er starb 9. Mai. 1789 zu. Pa.ri.s.
G. schuf das nach ihm benannte Artilleriesystem,
dessen Grundzüge er 1764 feststellte und das sick
in den Kriegen der Republik und des Kaiserreichs
trefflich bewährte. Die Belagerungsartillerie wurde
von der Feldartillerie ganz getrennt, letztere bestand
nur noch aus 12pfündigen, 8pfündigen und 4pfün-
digen Geschützen, 6zölligen Haubitzen und Ipfün-
digen Amüsetten als Vataillonsstücken. Die Rohre
wurden verkürzt und erleichtert, die größte Schuh-
weite für den Kugelfchuß auf 940 m herabgesetzt,
für den Kartätschschuß dagegen auf 377-565 m
erhöht, der Spielraum wurde vermindert, die Zahl
der Bedienungsmannschaft und Pferde herabgesetzt,
die Vataillonsgeschütze wurden vermehrt. G. führte
Kastenprotzen und vierräderige Munitionswagen ein,
serner das Langtau, die Richtschraube, die eisernen
Achsen und den Aufsatz. Alle Geschütze und Fahr-
zeuge der franz. Artillerie waren nach einheitlichen
Grundsätzen konstruiert. Aus der Fcstungsartillerie
wurden die 4pfündigen Geschütze ausgeschieden,
ebenso die 12zölligen Mörser; 1749 erfand G. die
Walllafette und die hohe Rahmenlafette. G.s Ge-
schützsystem wurde zwar 1772 auf Grund einseitiger
Versuche fast gänzlich aufgegeben, aber schon 1774
durch den Kriegsminister Mony wieder eingeführt,
und erhielt 1803 einige Abänderungen. - Vgl.Pas-
sac, ll6ci8 8ui- ^1. ä<3 6. (Par. 1816); ferner eine neue
Lebensbeschreibung von P. Veyrines im 34. Bande
der Zeitschrift "K6VU6 ä'!ii'ti1i6i.'i6" (ebd. 1889).
Griblette (frz.), mit Speck umwickeltes FleisH-
stück, das auf dem Rost gebraten wird.
Gribojedow, Alexander Sergejewitsch, ru^.
Dichter und Diplomat, geb. 1794 in Moskau, be-
suchte die Petersburger Universität, diente 1812-
16 im Soltikowschen Husarenregiment und wurde
1818 Sekretär bei der Gesandtschaft in Persien.