Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

508
Grünhain - Grünne
archiven"). Die großem Werke G.s sind: "Erzbischof
Adalbert von Hamburg und die Idee eines nordischen
Patriarchats" (Lpz. 1854), "Friedrich d. Gr. und die
Vreslauer 1740-41" (Bresl. 1864), "Die Hufsiten-
kämpfe der Schlesier" (ebd. 1872), "Geschichte des
ersten Schlesischen Kriegs" (2 Bde., Gotha 1881),
"Geschichte Schlesiens "^(2 Bde., ebd. 1884-80),
"Schlesien unter Friedrich d. Gr." (2 Bde., Vresl.
1890 - 92). Als Bd. 10 des "Coä^x äiploinatieu8
8ii68iH6" gab er nüt C. Wutke"Regesten zur schles.
Geschichte,' 1301-15" (ebd. 1892) heraus.
Grünhmn, Stadt in der Amtshauptmannschaft
Schwarzenberg der sächs. Kreishauptmannschaft
Zwickau, 15 km westlich von Annaberg, in 621 m
Höhe, hat (1890) 1751, meist evang. E./Post, Tele-
graph; Spitzen-, Strumpfwaren- und Blechlösfel-
fabrikation. Hier war früher eine Cistercienserabtei.
Grünhainichen, Dorf in der Amtshauptmann-
schaft Flöha der fächs. Kreishauptmannfchaft
Zwickau, an der Flöha und der Linie Chemnitz-
Reitzenhain der Sä'chf. Staatseifenbahnen, hat
(1890) 2110 evang. E., Post, Telegraph, Fern-
sprecheinrichtung, königl. Fachgewerbeschule für
Spielwarenindustrie, einen Bezirksgewerbeverein
mit Bibliothek, Kaufmännischen Verein; bedeutende
Spielwarenindustrie (jährliche Ausfuhr etwa 2Mill.
M.), Baumwollfpinnerei, Cigarren- und Strumpf-
waren^abrikation.
Grunhänfling, s. Grünfink.
Grünholz (engl. Froen Il63,rt), das Holz von
^6ct3.närÄ I^oäifti /3c/w?nd., einem zur Familie der
Lauraceen gehörenden Baume Westindiens und
Guayanas; dasselbe ist sehr fchwcr, fest und zähe
und wird hauptfächlich zu Wasserbauten (Schleusen-
thüren u. s. w.) verarbeitet.
Grünhut, Karl, österr.Nechtslchrer, geb. 3. Aug.
1844 zu Vur St. Georgen in Ungarn, wurde an der
Wiener Universität 1872 außerord., 1874 ord. Pro-
fessor. Er schrieb auftcr zahlreichen Abhandlungen
über Handels- und Wechselrecht: "Die Lehre von
der Wechselbegebung nach Verfall" (Wien 1871),
"Das Euteignungsrecht" (ebd. 1873), "Das Recht
des Kommissionshandels" (ebd. 1879). Seit 1874
giebt er die "Zeitschrift für das Privat- und öffent-
liche Necht der Gegenwart" (Wien) heraus.
Grüningen, Stadt im Kreis Gießen der Hess.
Provinz Oberhessen, 7 km im W. von Lich, auf
der Wasferfcheide zwischen Main und Lahn, über
welche der alte röm. Pfahlgraben geht, hat (1890)
709 E., eine alte Burg und altertümliche Mauern.
Grüninger, Joh., auch Johann Neinhart
von Grün in gen (in Württemberg), ein namhafter
Buchdrucker Straßburgs. In Bafel bereits 1480
als "Meister" genannt, war er vermutlich um 1450
geboren. In Straßburg wurde er 1482 Bürger und
stellte von 1483 bis 1529 auf den verschiedensten
Gebieten zahlreiche (etwa 250) Drucke her (mehr-
fach auch für andere Verleger), die sehr oft mit
Holzschnitten versehen, aber wenig korrekt sind.
Auch nach Einführung der Reformation in Strasi-
durg fuhr er fort, kath. Streitschriften erscheinen zu
lassen.- Vgl. Charl. Schmidt, Kepei-toirs dililioZr.
8tra8d. I.: ^n <3. 1483-1531 (Straßb. 1893).
Grünkalk, technischer Ausdruck für Kalk, der
zur Reinigung des Leuchtgases gedient hat, solange
er noch mcht durch die Einwirkung der Luft weiter
verändert ist. G. findet wegen seines Gehalts an
Calciumsulfhydrat in der Gerberei zum Enthaaren
der Felle Perwendung.
Grünkardinal, Vogel, s. Kardinäle.
Grünkern, s. Grünkorn.
Grünknochen, s. Hornhechte.
Grünkohl, s. Vlattkohl.^
Grünkorn oder Grünkern, eine namentlich
im westl. und südwestl. Deutschland sehr beliebte
Art Graupen aus unreifem Weizen (Spelz, Dinkel,
Einkorn, Emmer), zu deren Herstellung die Ähren
vor dem Ausdreschen gedarrt werden.
Grüttkrähe, soviel wie Mandelkrähe (s. d.).
Grünlandsmoor, ein niedrig gelegenes, häufig
etwas kalkhaltiges Moor von geringer Mächtigkeit,
meistens mit sauren Gräsern auf der Oberstäche be-
wachsen, zur Dammkultur geeignet. (S. Moor.)
Grünling, Vogel, s. Grünfink.
Grünmalz, das Malz nach beendigter Keimung
vor dem Abschwellen und Darren (s. Bier und
Bierbrauerei, Bd. 2, S. 994a.). Es besitzt in
diesem Zustande die höchste diastatische Wirkung
und wird aus diesem Grunde ganz allgemein in der
Spiritusfabrikation verwendet. In der Brauerei
ist es im allgemeinen nicht brauchbar, weil ihm das
dem gedarrten Malze eigentümliche Aroma fehlt;
nur bei der Anfertigung einzelner Lokalbiere findet
es Verwendung. Je nachdem es mehr oder weniger
verfilzt ist, wird es als Filzmalz oder Schausel-
malz bezeichnet.
Grünne, altes niederlünd. Geschlecht, ein Zweig
der Familie Hemricourt, der seit 1320 mit derGraf-
fchaft Mozet belehnt ist. Den Namen G. nahm zu-
erst Anton an, der die Herrfchaft G. von feiner
Mutter erbte. Nikolaus Franz (gest. 1751), Ge-
heimrat und Generalfeldzeugmeister, erhielt 1747
für fich, Geschwister und Descendenz die erbliche
Rcichsgrafenwürde. Von seinem Bruder Graf Phi-
lipp Anton stammen die jetzigen Glieder der Fa-
milie ab, die sich in eine österr. und belg. Linie teilt.
Der erstem gehörte an Graf Philipp Ferdi-
nand, geb. 15. Mai 1762 zu Dresden. Er trat früh
in kaiferl. Dienste, zeichnete sich 1788 im Türkenkrieg
aus und wurde 1794 zum Flügeladjutanten Kaiser
Franz' II. ernannt. Er nahm an den Französischen
Nevolutionskriegenteil,wurde 1796 Generaladjutant
beim Erzherzog Karl, 1800 zum Generalmajor beför-
dert und kämpfte mit in der Schlacht bei Hohenlinden
(3. Dez. 1800). Bei den großen Umgestaltungen der
österr. Armee, die 1804 begannen, war er als Vor-
stand des Bureaus des Kriegsministers der thätigste
und fähigste Gehilfe des Erzherzogs Karl. 1808 wurde
er Feldmarfchalllieutenant, schied nach dem unglück-
lichen Kriege des folgenden Jahres aus dem aktiven
Dienst und war Oberhofmeister des Erzherzogs
Karl bis zu dessen Tod (1847). Er starb 26. Jan.
1854 zuWien. -Sein Sohn Graf Karl Ludwig,
General der Kavallerie, geb. 25. Aug. 1808 zu
Wien, trat 1828 in die Armee ein, war feit 1850
fast 20 Jahre Generaladjutant des Kaifers Franz
Joseph und Chef der Militärkanzlei, dann Oberst-
stallmeister und seit 1882 Mitglied des Herrenhauses.
Er galt für den Träger des abfolutistifchen Systems
in Österreich, dem man auch die unheilvolle Wahl
Gyulais zum Oberbefehlshaber im ital. Krieg 1859
zuschrieb. Er starb 15. Juni 1884 in Wien. -Sein
Sohn, Graf Philipp G., österr. Feldzeugmeister,
geb. 4. Nov. 1833 in Wien, trat 1850 in die österr.
Armee ein, machte 1866 als Oberstlieutenant den
Krieg gegen Italien mit und avancierte bis 1877
zum Generalmajor und Vrigadecommandeur. 1882
wnrde er zum Kommandanten der 12. Division und