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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hack - Hackelberg
zen, daher ^lini^wl-io ä" In. II., Finanznnnistcriunl;
IIaei6uä6i'0 slll^coilllädl)), Besitzer einer II.
Hack (engl., spr. hack) oder Hackney (spr. häckne),
Mietpfcrd, ein für jeden alltäglichen Dienst in der
Stadt und anf dem Lande geeignetes Reitpferd, so-
weit es kein Renn- oder Iagdpferd ist. Der H. ist
in der Regel klein, von gedrungenem Vau und in-
solge geringen Gehalts an Vollblnt weniger feurig
als das Iagdpferd. Eine besondere Art stellt der
Park-Hack dar, bei dem es weniger auf Ausdauer
als auf Eleganz in Form, Haltung und Bewegung
ankommt. ft)aeckel (s. d.) !
/?tteek., nach Tiernamcn Abkürzung für Ernst
Hackboden, Hauboden, s. Erdbau.
Hacke, s. Ferse.
Hacke, Werkzeug zum Auflockern und An-
bäufeln der Erde (s. Gartengeräte, Bd. 7, S. 555a);
in manchen Gegenden auch soviel wie Axt oder Beil.
Hackeborn, Gertrud von, s. Gertrud.
Hackebrett, auch Cymbal oder Cymbel (frz.
t^inpanoii; ital. saitei-w wäegco), der Vorgänger
der Klavierinstrumente, ein altes, jetzt nur in der
ungar. Zigeunermusik gebräuchliches, hellschallen-
dcs trapezisches Saiteninstrument. Auf der Reso-
nanzdecke laufen Stege, welche die zwei- oder drei-
cho'rigcn Drahtsaiten halten. Der Umfang beträgt
gewöhnlich drei Oktaven. Die Saiten werden mit
zwei Holzklöppelchen geschlagen, die auf einer Seite
mit Tuch oder Leder umwunden sind. (S.Pantaleon.)
Haeckel, Ernst, Zoolog und Philosoph, geb.
16. Febr. 1834 zu Potsdam, widmete sich seit Ostern
1852 zu Berlin und Würzburg naturwissenschaft-
lichen und mcdiz. Stndien. Nachdem er 1858 das
mediz. Staatsexamen abgelegt, unternahm er 1859
- 60 eine wissenschaftliche Reife durch Italien und
Sicilien. Als Frucht derselben erschien das Pracht-
werk über "Die Radiolarien" (Berl. 1862, mit
Atlas', ein 2., 3. und 4. Teil dazu erschien Verl.
1887-88). 1861 habilitierte sich H. zu Jena für
vergleichende Anatomie, übernahm aber bald das
Fach der allgemeinen und speciellen Zoologie. 1862 z
erhielt er eine ausierord. und Ostern 1865 eine ord. i
Professur, nachdem in Jena ein eigener Lehrstuhl
der Zoologie errichtet worden .var. Außer über all-
gemeine und specielle Zoologie erstrecken sich seine
Vorlesungen auch über vergleichende Anatomie, Ent-
wicklungsgeschichte, Histologie und Paläontologie,
^eine Forschungen betreffen größtenteils das Gebiet
der niedern Seetiere und vor allem jene tiefsten und
dunkelsten Regionen, in denen das Leben mit den !
einfachsten und unvollkommensten Organismenfor- ^
men beginnt. Das Material zu diesen Unterfuchun-
gen sammelte H. auf Reisen nach den Küstengebieten
der Nordsee und des Mittelmeers, den Canarischen
Inseln und dem Indischen Ocean. Als Früchte der-
selben erschienen die Monographien "Zur Entwick-
lungsgeschichte der Siphonophoren" (Utr. 1869),
"Biologische Studien" über die Moneren und andere
Protisten (Lpz. 1870) u. s. w.
Diese Arbeiten bildeten die Basis für H.s allge-
meine, in das Gebiet der Naturphilosophie fallende
.Hauptarbeiten und insbesondere für die Leistnn- !
gen im Gebiete des Darwinismus und der Entwick-
lungstheorie überhaupt. Unter den deutschen Natur-
forschern hat sich H. zuerst offen und unbedingt zu ^
Gunsten der Darwinschen Theorie ausgesprochen. !
In seiner dreibändigen Monographie "Die Kalk-
schwämme" (Berl. 1872) versuchte er auf Grund
vollständigster Specialforschung "die analytische Lö-
snng des Problems von der Entstehung der Arten"
zn geben. Auf Grund der Vorlesungen, welche er
im Winter 1867-68 in Jena hielt, entstand die "Na-
türliche Schöpfungsgeschichte" (Berl. 1868; 8. Aufl.
1889), die in zwölf Sprachen übersetzt wurde. Die
specielle Anwendung der Entwicklungslehre auf den
Ursprung des Menschen enthält die "Anthropogenie"
(Lpz. 1874; 4. Aufl. 1891). Sein eigentliches Haupt-
werk aber ist die "Generelle Morphologie der Orga-
nismen" (2 Bde., Verl. 1866). Von H.s populären
Schriften sind sonst noch die Vorträge: "über Arbeits-
teilung im Natur- und Menschenleben" (Berl. 1869),
"nber die Entstehung und den Stammbaum des
Menschengeschlechts" (ebd.1870;4.Aufi.1881),"Das
Leben in den größten Meerestiefen" (ebd. 1870) und
die "Arab. Korallen" (ebd. 1876) hervorzuheben. Das
Material zur letzten Arbeit lieferte ihm eine Exkursion
nach den Korallenbänken des Roten Meers (1873).
SpäterhatH. sich dervergleichenden Keimesgeschichte
zugewendet und in seiner Gasträatheorie (s. d.) ein
umfassendes Entwicklungsgesetz für das ganze Tier-
reich aufgestellt. DieseLehre wurde vielfach bekämpft,
ist aber jetzt allgemein angenommen. Ferner erschien:
"DasSystem der Medusen", eine Monographie(Iena
1880, mit 72 Farbendrucktafeln), worin die Zahl der
Formen dieser Tierklasse um das Dreifache vermehrt
wird. Im Winter 1881/82 reiste H., um die Urwäl-
der der Tropen zu besuchen, über Bombay nach Cey-
lon, wo er vier Monate blieb. Einen Bericht darüber
geben seine "Ind. Reisebriefe" (Berl. 1883; 3. Aufl.
1893). Während der letzten 12 Jahre war H. größ-
tenteils mit Bearbeitung der Tieffee-Entdeckungen
der Challenger-Erpedition beschäftigt, für welche er
in engl. Sprache 5 Bände (mit 230 Tafeln) lieferte,
die Beschreibung von 4000 neuen Tierarten ent-
haltend. In den "Plankton-Studien" (Jena 1890)
faßte H. die allgemeinen Ergebnisse seiner 30jährigcn
Forschungen über Leben und Verbreitung der pe-
lagischen Organismen zusammen. In der Schrift
"Der Monismus als Band zwischen Religion und
Wissenschaft" (3. Aufl., Bonn 1892) legte er sein
"Glaubensbekenntnis eines Naturforschers" nieder.
Viogr. Mitteilungen über H. gab Carus Sterne in
"Nord und Süd"^(Bd. 37, Heft 110).
Hackelberg (Hackelnberg), nach norddeutscher
Sage der Wilde Jäger und Führer des Wütenden
Heers, war angeblich herzoglich braunschw. Oder-
jägermeister, geb. 1521 und gest. 1581 zu Wül-
perode, wo unweit der Oker und der Eisenbahn-
strecke Vienenburg-Schladen (Hannover) im sog.
Steinfelde auch der 1672 erbaute "Klopperkrug"
liegt. In dem Garten des letztern, früher Gottes-
acker von Wülperode, wird auf einem Leichenstein
noch sein Bildnis gezeigt: ein auf einem Maultier
reitender Mann mit Blechhaube und wehendem
Mantel, der in der Rechten einen Streithammer, in
der Linken einen Riemen hält, an dem er einen
Hund leitet. Ein anderer Hund läuft frei nebenher.
Verwundet von dem Hauer eines erlegten Wild-
schweins, soll H. sterbend den Wunsch ausgesprochen
haben, ewig jagen zu können. Seitdem jagt er am
Himmel hin dis ans Ende der Welt, nachts zwischen
11 und 12 Uhr, voraus fliegt der Nachtrabe (nach
andern die Tut-Ursel, eine große Eule), dann kom-
men die kläffenden Hunde und darauf H. Die Sage,
vielfach variiert, ist in der Harzgegend weit ver-
breitet, auch am Solling und an andern Orten.
Ihr physischer Ursprung ist wohl im tosenden Sturm-
wind zu suchen. Die Person des Wilden Jägers hat