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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hamilkar - Hamilton (schott. Geschlecht)
zu Laneside in Lancashire, widmete sich der Land-
schaftsmalerei in London, lebte dann in den Hoch-
landen Schottlands, bis er sich 1861 in Frankreich
niederließ. Nm die Belebung der Radierkunst Eng-
lands erwarb er sich große Verdienste durch die
Gründung (1869) des Kunstjournals "^Ko ?ort-
lolio", in welchem seine litterar. Arbeiten und Ra-
dierungen erschienen. Außer einem "I^le ol I. N.
>V. 1^in6l" (1878) schrieb er: "^ p3.int6r'8 camp
in td6 Hi^k1g.nä8" (1861), "Ntckin^ 9.nä 6tod6r8"
(1868), "Noäern ^i-Lndiinsn)) (1878),"1'Q6Fi'lri)^ic
art8" (1882), "^r6n^ anä Nn^iiZk" (1889), "N^n
in art" (1892) u. a. Sein 1878 anonym erschienener
Roman "N9.M0I-N6" erzielte großen Erfolg.
Hamilkar (phöniz., d. i. Geschenk des' Melkart)
heißen mehrere berühmte Karthager:
H., des Hanno oder Mago Sohn, fiel 480
v. Chr. in der Schlacht bei Himera, in der er von
Gelon besiegt wurde.
H., der karthag. Oberbefehlshaber im ersten
Punischen Kriege, kämpfte Zuerst 260 v. Chr. glück-
lich gegen die Römer zu Lande, lieferte dann
257 v. Chr. eine, wie es scheint, unentschieden ge-
bliebene Seeschlacht am Tyndarischen Vorgebirge,
verlor aber 256 v. Chr. zusammen mit Hanno die
große Seeschlacht beim Berge Ecnomus, die es den
Römern ermöglichte, nach Afrika überzusetzen. 256
wurde er in Afrika selbst bei Adys besiegt und ge-
fangen genommen.
H., genannt Varkas, d.i. das blitzende Schwert,
der Vater des großen Hannibal (s. d.), wurde als
junger Mann 247 Oberfeldherr der Karthager im
ersten Punischen Kriege und behauptete sich auf
dem Berge Eirtte (Monte-Pellegrino) bei Panormus
(Palermo) drei Jahre lang gegen die Römer. Er
nahm hierauf in der Stadt Eryx, die er eroberte,
zwischen den beiden Lagern, welche die Römer auf
dem Gipfel und am Fuße des gleichnamigen Berges
hatten, eine feste Stellung und hielt die Entschei-
dung des Krieges hin bis 241, wo er durch den
Seesieg des Gajus Lutatius Catulus über Hanno
bei den Ägatischen Inseln zur Schließung des Frie-
dens genötigt wurde, lim seinem Staate als Ersatz
für das verlorene Sicilien neue Hilfsquellen zu
verschaffen, führte er 236 v. Chr. seine Truppen
nach Spanien (s. Hisplmia), wo er, nachdem er
den südl. und westl. Teil des Landes unterworfen
hatte, 228 den Tod fand.
Hamilton (fpr. hämmilt'n), Municipal- und
Parlamentsborough in der schott. Grafschaft Lanark,
16 km im SO. von Glasgow, links am Avon, un-
weit seiner Mündung in den Clyde, hat (1891)
24859 E., Weberei und Musselinstickerei, Gemüse-
bau und Obstzucht. In der Nähe bedeutender
Kohlen- und Eisenbergbau. H. ist beliebter Sommer-
aufenthalt der Glasgower. Unmittelbar nördlich
liegt Hamilton Palace, der Sitz des Herzogs
von H. und Brandon, des ersten Peers von Schott-
land. Die reichen Kunstschätze wurden 1882 für fast
400000 Pfd. St. versteigert; die wertvolle Hand-
schriftensammlung wurde von der königl. Bibliothek
in Berlin angekauft; der von Sandro Botticelli mit
Zeichnungen versehene Dante u. a. gelangte in das
Kupferstichkabinett des Neuen Museums. Im Park
steht das Mausoleum, eine Nachahmung der Engels-
burg. Etwa 3 km im SO. auf einem 60 m hohen
Hügel am Avon liegt die Ruine von Cadzow
Castle, dessen Waldungen wildes weißes Rindvieh
des alten schott. Schlages beherbergen.
Hamilton (spr. hämmilt'n), Hafenstadt in der
Provinz Ontario der brit. Dominion os Canada,
am Westende des Ontariosees schön gelegen und
durch Bahn mit Detroit, Buffalo und Toronto ver-
bunden, hat (1891) 48980 E., Fabriken aller Art,
große Eisenbahnwerkstätten und Handel.
Hamilton (spr. hämmilt'n), Hauptstadt des
County Butter im Staate Ohio der Vereinigten
Staaten von Amerika, 32 km nördlich von Cin-
cinnati, auf beiden Seiten des Miamiflusses und
am Miamikanal, Kreuzungspunkt zweierBahnen, hat
(1890) 17565 E. und lebhafte Industrie, wie Fabri-
kation von Dampfmaschinen, Kesseln, Dampfpum-
pen, Werkzeugen, Öfen, Wagen, Ackerbaugeräten,
von Wollwaren, Papier und Möbeln. Unter den
Zeitungen ist auch eine deutsche.
Hamilton (spr. hämmilt'n), Stadt (Borough) in
der Grafschaft Dundas der brit. - austral. Kolonie
Victoria, am linken Ufer des Wannon und an den
Linien Portland-Ararat und tz.-Coleraine, hat (1891)
3373 E. und ist der Mittelpunkt des westl. Teils von
Victoria. >muda-Inseln (s. d.).
Hamilton (spr. hämmilt'n), Hauptstadt der Ver-
Hamilton (spr. hämmilt'n), Port, Hafen auf
einem kleinen Felseneiland der Nan-Hou-Inseln
zwischen Korea und Quelpart, wurde im Mai 1885
von den Engländern besetzt und nach dem Admiral
H. benannt, aber Anfang 1887 wieder geräumt,
nachdem China Bürgschaft geleistet, daß keine
fremde Macht einen Teil von Korea besetzen werde.
Hamilton (spr. hämmilt'n), berühmtes schott.
Geschlecht, soll nach einersehr zweifelhaftenSagevon
Gilbert abstammen, dessen Vater, William deH.,
unter Eduard I. Grohkanzler von England war.
Gilbert tötete den Günstling Eduards II., John
Spencer,imZweikampf und flüchtete sichnachSchott-
land zu Robert Bruce, der ihn 1323 mit der Burg
Cadzow, dem jetzigen Flecken H. in der Grafschaft
Lanark, belehnt haben soll. Historisch beglaubigt
ist, daß ein Sir Walter H. schon 1292 zu den schott.
Edeln gehörte, die Eduard I. den Eid der Treue
leisteten, und wahrscheinlich ist es dieser gewesen,
der von Robert Bruce die Herrschaft Cadzow erhielt.
Einer seiner Nachkommen, James H., gest. 1479,
wurde 1445 zum Lord H. und Peer von Schottland
erhoben. Trotzdem beteiligte er sich 1453 an dem
Aufstand der Douglas gegen Jakob II., versöhnte sich
aber bald mit dem Köniq und wurde einer der ver-
trautesten Freunde und Äatgeber Jakobs III., dessen
älteste Schwester Maria er 1469 heiratete, wodurch
er die Grafschaft Arran an die Familie brachte.
Sein Sohn James, zweiter Lord H., durch das
Erbe seiner Mutter erster Graf von Arran (feit
1503), nahm während der Minorennität Jakobs V.
Anteil an den öffentlichen Angelegenheiten, ward
1517 Mitglied der Regierung und starb 1529. -
Dessen SohnI am es, zweiter Gras von Arran,
war 1542 nach Jakobs V. Tod vom schott. Parla-
ment zum präsumtiven Thronerben und Regenten
für die unmündige Maria Stuart ernannt worden.
Als er feine Zustimmung zu der Vermählung Maria
Stuarts mit dem franz. Thronerben (f. Franz II.)
gegeben hatte, wurde er 1549 von Heinrich II. von
Frankreich zum Herzog von Chatelherault er-
nannt, doch wurde ihm dieses Herzogtum schon nacb
wenigen Jahren wieder entzogen. Anfangs An-
hänger der Reformation und deshalb vom Kardinal
Beaton (s. d.) und der Königin-Mutter Maria Guise
angefeindet, trat er 1554 letzterer die Regentschaft