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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Heristall - Herm.
fehlshaber,der franz. Milizen am Kongo. Er schrieb
u. a.: "^tuä68 8ui' 1a 0nin6 contkm^oraiiik"
(1864), "I^'kLprit. cliwoiä 6t 1'68prit suropeen"
(1869), "^oui'nai ä'un 0kkoi6i' ä'oräonn^neL" (1885;
deutsch, Augsb. 1885), "Journal ä'un wterpröte 6n
Oliine" (1885; deutsch, ebd. 1886), "1.6 c^dinet noir,
1^01118 XVII, ^la^0i60n, N^rie 1.011186" (1887),
"^oiiln^i äk 1a caniMZii6 ä'iialie" (1889; deutsch,
Augsb. 1890), "Un 6r^ni6 1073.1" (1890) und "1.63
ßil-0U6tt63 po1iti(1U68)) (1891).
Heristall, Ort in Belgien, s. Herstal.
^e^i5. oder^'^6,-^., bei naturwissenschaftlichen
Namen Abkürzung sür L'Heritier de Vrutelle (s. d.).
Heritte (spr. eritt), Louise, s. Viardot-Garcia.
Herjeadalen (spr.-jeo-), Herjedalen, schwed.
Provinz, grenzt im W. an Norwegen und ist von
Iemtland, Medelpad, Helsingland und Dalarna
eingeschlossen, hat 13651 <ikm (wovon 407 Gewäs-
ser) und 11000 E. Der gebirgige Boden ist unfrucht-
bar und erlaubt wegen des rauhen Klimas nur
spärlichen Anbau. Viehzucht, die Ausbeutung der
reichen Wälder sind Hauptnahrungszweige. Der
Reichtum an Erzen ist bedeutend, doch mangeln
gute Verkehrswege. Die vielen Flüsse, wie Ljusne
mit dem Nebenstuß Herje-a und Ljungan, haben
reißenden Lauf. Wichtige Gebirgsknoten sind: Son-
Fjäll im SW., Ovits- und Klofsjöfjällen im NW.,
Helagsfjäll im N. Es giebt keine Stadt, Haupt-
ort ist das Eisenwerk Ljusnedal. h. kam durch den
Frieden von Vromfebro an Schweden.
Herkomer, Hubert, enqlifch-deutfcher Maler und
Radierer, geb. 26. Mai 1849 in dem Dorfe Waal
bei Landsberg in Bayern als Sohn eines Holz-
schnitzers, der 1851 nach Nordamerika ausgewan-
dert war und sich dann 1857 in Southampton nieder-
ließ. Er besuchte die Kunstschule in Southampton,
dann die des ^outh-Kensington-Mufeums. Nach-
dem er 1871 Mitglied des 1ii3tiwt6 of Mimers in
>viU6r-c0i()iii'3 geworden, malte er 1872 sein erstes
größeres Ölbild: Nach des Tages Arbeit. Seinen
Künstlerruhm begründete jedoch erst 1875 das Ölbild:
Die letzte Musterung (Veteranen des Invaliden-
Hauses von Chelsea während des Gottesdienstes).
Sodann entstanden die Aquarellgemälde: Im Wald
und Der Bittgang (1877). Während der folgen-
den Jahre malte er in Wasserfarben das Porträt
Richard Wagners (1877), Tennysons (1879) u. a. fo-
wie eine Reihe von Aquarellgemälden. Auch lieferte
er Radierungen und in Mezzotinto ausgeführte
Stiche feiner eigenen Gemälde. 1881 begründete
Z. zu Bufhey in Hertford, wo er feit 1874 wohnt,
eine Kunstschule. Die Frucht einer 1883 unter-
nommenen Reise nach Amerika war ein großes Öl-
gemälde: Auf dem Wege nach Westen, das Aus-
wanderer aller Nationen nach der Landung in Castle
Gardensdarftellt. Außerdem schuf er: Verfammlung
im Charterhaus (1889), Unfer Dorf (1890), Wäh-
rend des Strikes (1891). In der neuesten Zeit hat
sich der Künstler mit großem Erfolg fast ausschließ-
lich dem Porträt gewidmet. So malte er die Bild-
nisse von Archibald Forbes, H. R. Stanley, von
Miß Catherine Grant (1886), der Dame in Schwarz
(1887), seines Vaters und seiner Kinder, der Groß-
herzogin Anastasie von Mecklenburg (1893); ferner
eine Magistratssitzung in Landsberg (1893). H. ist
seit 1885 Mitglied der Berliner Akademie, seit 1890
der königl. Akademie zu London. Er veröffentlichte:
"NtcliiiiF 3.11(1 N62xo5int UiiAlÄviiiA. I^6ctur68 äs-
Iiv6r6ä at Oxford" (Lond. 1892).
Herkules, s. Hercules und Herakles.
Herkulisch, s. Herculisch.
Herlen, Friedr., Maler, s. Herlin.
Herleshausen, Dorf im Kreis Efchwege des
preuh. Reg.-Aez. Cassel, an der Werra und an der
Linie Vebra-Eisenach der Preuh. Staatsbahnen, hat
(1890) 1060 E., Post, Telegraph. Nahebei das Schloß
Augusten au der Landgrafen von Hessen-Phi-
lippsthal-Varchfeld.
Herlin, auch Herlen, Friedr., Maler der ober-
deutschen Schule des 15. Jahrh., lernte bei dem
ältern Rogier van der Weyden in den Niederlanden,
ließ sich dann in Ulm, fpäter in Nördlingen nieder,
wo er 1467 Bürger wnrde. Er starb wahrschein-
lich 1499. H. gehört zu den Vorkämpfern des aus
den Niederlanden eindringenden Realismus. Seine
Gemälde fuchen die standr. Tonbilder in Charakteri-
stik und Tiefe zu erreichen, entbehren aber meist der
originalen Erfindung. In Rotenburg a. d. Tauber
malte er 1466 den Altar der Iakobskirche, in der
Stadtkirche zu Nördlingen 1488 ein von ihm gestifte-
tes Triptychon. Mehreres von ihm ist auch in den
Rotenburg benachbarten Städten erhalten.
Herlisheim. 1) Stadt im Kanton Winzenheim,
Kreis Colmar des Bezirks Oberelsaß, 7 km südlich
von Colmar, an der Linie Straßburg-Basel der
Elsah-Lothr. Eisenbahnen, hat (1890) 820 meist kath.
E. (162 Israeliten), Postagentur, Telegraph, große
Zuckerwarenfabrik und ansehnlichen Weinbau. H.
wird im 8. Jahrh, erwähnt; es wurde 1348 von
den Schlettstädtern zerstört. - 2) Dorf im Kanton
Vlschweiler, Kreis Hagenau des Bezirks linterelsaß,
an der Zorn, nahe bei ihrem Zusammenstuß mit der
Moder, an der Linie Straßburg-Lauterburg der
Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, hat (1890) 1979 E., dar-
unter 24 Evangelische und 202 Israeliten, Post-
agentur, Telegraph, Hopfen- und Hanfbau. In der
Nähe das Wasserwerk der Stadt Hagenau.
Herloßsohn, Karl, Novellist und Romanschrift-
steller, eigentlich Karl Georg Reginald Herloß, geb.
1. Sept.'1804 zu Prag. studierte daselbst seit 1820,
dann in Wien, wandte sich 1825 nach Leipzig und
starb daselbst 10. Dez. 1849 arm und verlassen im
Spital. Die von ihm 1830 begründete belletristische
Zeitschrift "Der Komet" erlosch 1848. Dem frucht-
baren Erzählergelangen noch am besten humoristische
Genrebilder von geringerm Umfang. Viel gelefen
wurden ihrer Zeit feine ansprechenden "Weihnachts-
lnlder" (Lpz. 1846; 2. Aufl. 1850). H.s histor. Ro-
mane, wie "Der Ungar" (3 Bde., Lpz. 1832), "Der
letzte Taborit" (2 Bde., ebd. 1834), "Wallensteins
erste Liebe" (3 Bde., Hannov. 1844), "Die Hussiten"
(4 Bde., Lpz. 1843), "Die Tochter des Piccolomini"
(3 Bde., Altenb. 1846), "Die Mörder Wallensteins"
l3Vde.,Lpz.1847)verweilenmitVorliebeimDreißig-
jährigen Krieg. Seine lyrischen Gedichte sammelte er
im "Buch der Liebe" (Lpz. 1842; 4. Aufl. u. d. T.
"Buch der Lieder", 1857), denen nach seinem Tode
noch "Reliquien in Liedern" shg. von A. M/^5,
ebd. 1851; 2. Aufi. 1852) folgten. Auch sind Ge-
samtausgaben seiner histor. Romane (14 Bde.,
Prag 1863-65) und seiner gesammelten Schriften
(12 Bde., ebd. 1865-68) sowie deren czech. Über-
setzung (von Iahn, Prag 1862 fg.) erschienen.-
Vgl. (Thomas) Karl H., biogr. Stizze (Lpz. 1850).
Herlufsholm, f. Nästved.
^e?'in., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Joh. Hermann (s. d.) sowie für dessen
Sohn Joh. Friedr. Hermann.