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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Herpes tonsurans - Herrenhausen
dritte Art, die Zebramanguste (H. f^ciatus
^)68m.; s. Tafel: Schleichkatzen, Fig. 4), wird
40 cm lang, hat einen 20 ein langen Schwanz, ist
mattgran mit einigen, der Zahl nach individuellen
Schwankungen unterworfenen dunkeln Querbinden
auf dem Rücken und am Anfang des Schwanzes,
dessen Spitze schwarz ist. In den zoolog. Gärten
trifft man stets die eine oder andere Art diefer Gat-
tung, namentlich die Pharaonsratte und den Mun-
gos, die mit etwa 30 M. das Stück bezahlt werden
und sich lange halten, wenn man neben Pferdefleisch
Geflügel, Eier und^Obst giebt.
"srpss ton8ura.n8, f. Herpes und Haut-
krankheiten (der Haustiere, Vd. 8, S. 907 d).
Herpetolögie (grch.), Lehre von den Flechten;
auch Naturbeschreibung der Reptilien; herpetifch,
flechtenartig.
Herr (althochdeutsch kersro, litzrro; mittelhoch-
deutsch K6rr6) ist eigentlich der Komparativ von
Q6l (hehr) und bezeichnete ursprünglich ein Glied
der Gesellschaftsklasse, die über den Gemeinfreien
und zunächst dem Oberherrn stand, z. V. den Ge-
bieter der Sklaven, der Knechte, der Diener und
Arbeiter, wird aber auch für die obrigkeitlichen,
regierenden Personen, namentlich in Städten, dann
für die Geistlichen - deren Hilfsgeistliche als Ge-
sellherren bezeichnet werden- gebraucht. Die
reichsunmittelbaren, reichsfreien Adligen, die nach
den Fürsten und Grafen folgten und dem einfachen
Edelmann vorangingen, wurden H. genannt, in
der Folge aber auch Glieder des höchsten wie nie-
dersten Adels. Mit der Zeit aber ward H. die all-
gemein übliche Anrede für männliche Personen.
Herrin ist erst neuhochdeutsche Bildung. Herr-
lein heißt in manchen Gegenden Süddeutschlands
der Großvater, die Großmutter Fraulein ("Frala").
Herrad vonLandsperg, s. Horw3 äeliciarnm.
Herreder, s. Hardesvögte.
Herrenalb, Stadt im Oberamt Neuenbürg des
württemb. Schwarzwaldkreises, an der Alb im
Schwarzwalde, hat (1890) 1072 E.,Post, Telegraph,
eine Ruine einer Benediktinerabtei und ist ein rasch
emporblühender Luftkur- und Badeort mit Kalt-
wasserheilanstalt (1892: 3500 Kurgäste). Unweit
von H. liegt der Weiler Frauenalb im Amtsbezirk
Ettlingen des bad. Kreises Karlsruhe, an der Alb,
mit der Ruine eines Cistercienser-Nonnenklosters.
H. ist seit 1887 Stadt.
Herrenbank, zur Zeit der ständischen Land-
tagsverfassung die Abteilung, wo die Ritterschaft
oder die Adligen faßen, gegenüber der Geistlichkeit
und den Vertretern der Städte. Auch wurde der
Ausdruck auf die ritterfchaftlichen Beisitzer der Hof-
gerichte angewendet und zwar im Gegensatz zu der
gelehrten Bank, d. h. den Doktoren des Rechts, die
nach der Aufnahme des röm. Rechts in Deutsch-
land neben den Adligen Beisitzer in den Hofgench-
ten wurden.
Herrenberg. 1) Oberamt im württemb.
Schwarzwaldkreis, hat 237,99 ykm, (1890) 24272
(11345 männl., 12927 weibl.) E., 1 Stadt und 26
Landgemeinden. - 2) Oberamtsstadt im Oberamt
H., am nordwestl. Ende des Schönbuchs und an der
Linie Swttgart-Horb der Württemb. Staatsbahnen,
am Fuße des Schloßbergs, Sitz des Oberamtes, eines
Amtsgerichts (Landgericht Tübingen) und Revier-
amtes, hat (1890) 2614 meist evang. E., Post, Tele-
graph, eine renovierte schöne Stiftskirche, Spital-
tirche, Lateinschule, Realschule, reiches Hospital, Vor-
schußbank; Iacquardweberei, bedeutenden Getreide-
und Obstbau und in derNäheStein-und Gipsbrüche.
Herrenbreitungen, Dorf im Kreis ^chmal-
kalden des preuß. Reg.-Vez. Cassel, am Einfluß der
Truse in die Werra, gegenüber von Frauenbreitun-
gen (s. d.), hat (1890) 686 E., Postagentur, Tele-
graph, ein Schloß (bis 1553 Benediktinerkloster) und
eine Cigarrenfabrik.
Herrenburg, Andr., Maler, geb. 6. Febr. 1824
zu Berlin, war Schüler von Biermann und bereiste
dann Deutschland, Frankreich, Italien, Griechen-
land, Kleinasten, Palästina und die Nillande. Nach
seiner Rückkehr lieh er sich 1848 in Berlin, 1855 in
Dresden nieder. Den Stoff zu feinen Gemälden
boten seine Reisen; dahin gehören: Straße in Kairo,
Blick auf Sidon, Straße in Bagdad, Am Comersee,
Die Kolosse des Memnon. ^s. Tuczek.
Herrenburg-Tuczek, Leopoldine, Sängerin,
Herrenchiemsee, Insel im Chiemsee (s. d.).
Herrettfall, soviel wie Thronfall (s. d.).
Herrenfluh, Burgruine bei Wattweiler (s. d.)
Herrenfronen, s. Frone. ^im Oberelsaß.
Herrenhaus, das Wohnhaus (s. d.) eines
Gutsherrn, welches in Verbindung mit dem Guts-
hof selbst steht. Seit die Großgrundbesitzer nicht
mehr in Burgen (s. d.) lebten, wurde das H. ihr
ständiger Sitz. Im 16. Jahrh, hatte es meist noch
einen festungsartigen Charakter, worin es auch nach
dem Dreißigjährigen Kriege verblieb. Im 18. näherte
es sich immer mehr in der Form den Schlössern
(s. d.), denen es auch an Größe oft nacheiferte. Der
Raumluxus beschränkte sich aber zu Ende des Jahr-
hunderts wieder, wo das H. mehr den Charakter
einer Villa (s. d.) annahm. Die Zeit der Romantik
gab ihm wieder ein mittelalterliches Ansehen,
Türme, Zinnen, got. Formen, während jetzt wieder
der Stil des 16. Jahrh, für das H. bevorzugt wird.
Herrenhaus, die offizielle Bezeichnung für die
Erste Kammer des preuft. Landtags und des österr.
Reichsrats.
Herrenhausen, Lustschloß, 2 Km im NW. von
Hannover (s. d.) entfernt und mit demselben durch
eine vierfache Lindenallee und elektrische Straßen-
bahn verbunden, liegt an der Nebenlinie Hannover-
Visselhövede der Preuß. Staatsbahnen und hat Post-
agentur und Telegraph. Das Schloß war Lieblings-
aufenthalt Georgs I., II. und V., ist 1665 vom Herzog
Johann Friedrich auf dem fürstl. Vorwerk Haring-
hausen erbaut unter Leitung des ital. Architekten
Quirini. Der Garten (47,7 Ka.), gleich derLindenallee
von Le Nötre, dem Schöpfer der Verfailler Gärten,
angelegt, enthält Statuen, ein Gartentheater, Fon-
tänen (bis 67 m Höhe), Wasserwerke und in einem
offenen Sandsteinkabinett das Kolossalstandbild der
Kurfürstin Sophie, der Freundin Leibniz', in Mar-
mor nach Modell von Engelhard ausgeführt von
Ochs; neben dem Schloß das Fürstenhaus (1691) mit
PorträtsammlungwelsischerFürstenunddasGalerie-
gebä'ude (1692) mit Fresken von Tomafo, Scenen
aus dem trojan. Kriege darstellend; nördlich der
Verggarten mit Palmenhaus, Treibhäusern und
einem Mausoleum, 1842-46 von Schuster nach
Plänen von Laves erbaut, mit den Gräbern des
Königs Ernst August und der Königin Friederike
und ihren Standbildern von Rauch. In einem der
herrschaftlichen Gebäude zu H. befindet sich das
Welfenmufeum, 1861 gegründet, eine Sammlung
von Altertümern des welsischen Fürstenhauses und
seiner Länder enthaltend. In dem Schlosse wurde