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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Holzharmonika - Holzindustrieschulen
. 2 841407 t
342134 t
362 942 t
331915 t
. 519 601 odin
17 704 "km
. 1723 742 t
384150 t
. 434 820 t
60284 t
. 6630 029 Schiffslastcn
17452 Schiffslasten
Im Durchschnitt der 1.1887-91 haben nach der
"Deutschen Volkswirtschaftlichen Korrespondenz"
Holz sin Kubikmetern) eingeführt:
Großbritannien 8 351000 Italien . . 1453 000
Deutschland . . 5650000 Niederlande 1413000
Frankreich . . . 2 864000 Belgien . . 702 000
Verein. Staaten 2003000 Australien. 607000
Das Verhältnis zwischen Ein- und Aussuhr ge-
staltete sich 1891 in folgender Weise:
Einfuhr Ausfuhr
Deutschland. . '
Niederlande .
Belgien . . .
Frankreich . .
Italien . . .
Großbritannien
Österreich-Ungarn 135 799 t ^1930124t
In Großbritannien, das unter allen Ländern die
stärkste Einfuhr beansprucht, betrug l892 der Wert
der eingeführten Bau- und Nutzhölzer 342 Mill. M.
Im Zwischenhandel nehmen die Niederlande eine
hervorragende Stelle ein; Ein- und Ausfuhr decken
sich hier nahezu. Mit Ausnahme von Österreich-
Ungarn, dessen Ausfuhr beträchtlich ist, sind alle
oben genannten Länder gezwungen, ihren Mehr-
bedarf über die inländische Erzeugung hinaus durch
starke Bezüge aus dem Auslande zu decken. Manche
nehmen an, daß im Verhältnis zur inländischen Pro-
duktion Deutschland ungefähr 8, die Schweiz 8, Oster-
reich-Nngarn nur 1 Proz. von außen bezieht.
Über die Gestaltung der Holz preise lassen sich
sichere Angaben nicht ermitteln, sondern nur große
Durchschnitte und auch diese nur von beschränktem
statist.Wert. Deshalb hier nur ein Beispiel aus dem
Königreich Sachsen, welches durch eine hoch ent-
wickelte Holzindustrie und durch sehr starke Einfuhr
von Hölzern auf der Elbe charakterisiert ist.
In den (1891) 175546 w großen sächs. Staats-
waldungen werden an Derbholz, Reisig und Stock-
holz zusammen jährlich reichlich 1 Mill. Festmetcr
geschlagen und verkauft. Im Durchschnitt stellten
sich die Verkaufspreise für 1 Festmeter wie folgt:
Preis für

Preis sür
Jahre
1 Festmeter
Jahre
1 Festmetcr
M.

M.
1869-73
8,40
1887
10,26
1874-78
10,08
1888
10,4?
1879-83
9,30
1889
10,93
1883
10,14
1890
10,34
1884
10,11
1891
10,79
1885
10,45
1892
10,15
1886
10,25


Den Haupteinfluß auf diefe Durchschnittspreise
hat hier der Preis für das Nutzholz, und besonders
für Stämme und Klötze im Nadelholz; von diesen
Sortimenten gelangen jährlich gegen 500000 Fest-
meter zum Verkauf. Das Jahrzehnt 1880-89 er-
gab im jährlichen Durchschnitt für diefes Holz ohne
Rinde folgende Preife:
Preis für

Preis für
Jahre
1 Festmeter
Jahre
1 Festmeter
M.

M.
1830
12,70
1885
14,99
1881
12,78
1886
14,63
1882
13,24
1887
14,26
1883
14,25
1888
14,08
1884
14.95
1889
16,07
Wie aus obiger Zusammenstellung für die Ge-
samtmasse hervorgeht, sind von 1891 an jedoch die-
Preise wieder erheblich gesunken, eine Thatsache, die
wohl für fast ganz Deutschland gelten dürfte.
Wohl bei keinem andern Handelszweig spielen,
alte Gebräuche eine so hervorragende Rolle wie im
H. So hält z. V. heute noch die Mehrzahl der
deutschen Holzstapelplätze an den althergebrachten
Maßeinheiten fest. Daher kommt es, daß die sog.
"Handelsusancen" für den H. äußerst verschieden
und wenig geregelt sind. - Vgl. E. Laris, Die
Handelsusancen im Welt-Holzhandel und -Verkehr
Meß. 1839).
Holzharmonika, s. Strohsiedel.
Holzhäuser, Vartholomäus, s. Vartholomiten"
Holzheher, s. Heher.
Holzhobelmaschinen, s. Hobelmaschinen.
Holzimprägnierung, das Durchtränken des
Holzes entweder mit fäulniswidrigen Substanzen
(s. Holzkonservierung) oder mit solchen Substanzen,
die dasselbe unverbrennlich bez. schwer entzündlich
machen sollen (feuersicheres Holz). Für letztern
Zweck sind namentlich seit dem Brand des Wiener
Ringtheaters (8. Dez. 1881) iablreiche Methoden
vorgeschlagen worden. So verwendet vi-. Winkel-
mann in Augsburg eine Lösung von 33 F Mangan-
chlorür, 20 FOrthophosphorsä'ure, 12 ^ Magnesium-
carbonat, 10 F Borsäure und 25 3 Salmiak in 11'
Wasser. - Ein anderes feuersicheres Holz wird
folgendermaßen erhalten. Das Holz wird in einer
Lösung von schwefelsaurem Kalium gekocht und nach
dem Trocknen mit einem Gemenge aus Steinkohlen-
teer und thonigen Zuschlägen erhitzt, worauf es
einen aus Asbest und feuerfestem Thon bestehenden
Anstrich bekommt, der durch einen Dämpfprozeß
haltbar gemacht wird.
Holzindustrie - Berufsgenossenfchaften, s.
Holz-Verussgenossenschaften.
Holzindnstriefchulen, Fachschulen zur Forde-
rung der Holzschnitzerei (Holzbildhauerei), -Drechs-
lerer und der Tischlerei. Die umfassendste Pflege
hierfür hat Österreich entwickelt; feit 187^ (Hallein
bei Salzburg 1871, Wallern in Böhmen 1872) sind
dort zuerst durch Übernahme von Privatateliers
und durch Begünstigung örtlicher Verhältnisse nach
und nach 30'Schulen mit 228 Lehr- und Hilfs-
kräften und über 1000 Schülern entstanden; die
besuchtesten davon sind Zakopane, Chrudim, Mese-
ritsch, Villach und Vozen. An diesen Schulen be-
stehen insgesamt 26 Abteilungen für Schnitzerei,
26 Abteilungen für Tischlerei, 19 für Drechslerei
und 8 für diverse besondere Arbeiten, nämlich für
Galantcriearbeiten, für Intarsia- und Mosaik-
arbeiten, Tarkashi-Technik (in (^oi-tina l1'^mp6220),
Zimmerei, Stockerzeugung, Wagnerei und Chalet-
bau. Nach einem meist vierjährigen, mindestens
aber dreijährigen Lehrplan werden die Schüler
außer in den verschiedenen Zweigen des Zeichnens
hauptsächlich in den praktischen Arbeiten ihres
Faches unterwiesen. Die in Osterreich bestehenden
k. k. Staatsgewerl^'schulen haben gleichfalls Ab-
teilungen für Tischlereien samt Werkstätten-Unter-
richt. An mehrern Orten (Linz, Klagenfurt, Kladno,
Imst u. s. w.) sind Handwerkerschulen errichtet wor-
den, in denen gleichfalls die Tischlerei gelehrt wird.
An dem k. k. Technologischen Gewerbe-Museum in
Wien bestehen eine niedere und höhere Fachschule
für Möbel- und Vautischlerei; in letzterer werden
nur solche Schüler aufgenommen, welche eine