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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hondschoole - Honduras (Freistaat)
Grenze zwischen Uucatan und Britisch-Honduras
und mündet in die Chetumalbai. - 2) H., japan.
Insel, s. Nipon.
Hondschoote <fpr. hondskohte), Hauptort des
Kantons H. <137,i3 ^m, 8 Gemeinden, 12330 E.)
im Arrondissement Dünkirchen des franz. Depart.
Nord, an der belg. Grenze, beim Kanal von Vergues
nach Veurne, hat (1891) 1856, als Gemeinde 341?
E., eine schöne Kirche (16. Jahrh.) mit got. Glocken-
turm; Cichorienfabrik und Leinwandindustrie. H.
war vom 11. Jahrh, an eine wichtige Stadt von
20000 E., mit Tuch- und Sergesfabriken. Hier
erfocht 6. bis 8. ^ept. 1793 Houchard einen Sieg
über die Verbündeten.
Honduras (spr. on-), einer der fünf Freistaaten
von Centralamerika (s. d.), grenzt im N. an die
tzondurasbai des Antillenmeers, im NW. an Sal-
vador, im S. an die Südsee, im SO. an Nicaragua
und bedeckt 119 820 qkin. (^. Karte: Central-
amerika u. s. w., Bd. 4, S. 34.)
Obcrfiächellgestaltmlg. Am Atlantischen Meer
hat die Küste eine Entwicklung von 650 km; die
wichtigen Bai-Inseln (s. d.) sind vorgelagert. An
der Sudsee umfaßt die Küste der Fonfccabai etwa
70 km und von den vier dort zu H. gehörigen
Inseln besitzt Tigre den vortrefflichen Hafen Ama-
pala (s. d.). H. trägt durchgängig Gebirgscharakter.
Die Hauptcordillere, welche gegen WNW. gerichtet
die Wasserscheide zwischen beiden Oceanen bildet,
stellt sich als eine doppelte Kette mit dazwischen lie-
genden Hochebenen dar. Soweit die spärlichen Kennt-
nisse bisher reichen, besteht die Hauptkette aus kry-
stallinischen Gesteinen, der Norden des Landes aus
Sedimentbildungen. Die mittlere Höhe der westl.
Cordillere beträgt nicht über 2000 m, die Höhe des
Hochlandes etwa 800 m. Das Land ist reich be-
wässert, hat mehrere größere Flüsse, welche jedoch
als Wasserstraßen der künstlichen Nachhilfe bedür-
fen, da an ihren Mündungen meist Barren liegen.
In die Fonsecabai stießen der Grenzfluh Goascoran
und der wichtige Choluteca oder Rio Grande de
Tegucigalpa, in die Hondurasbai u. a. der Cha-
melecon, der Nlua (im obern Laufe Humuya), wel-
cher fast ein Drittel von H. bewässert, mit den Neben-
flüssen Santiago und Sulaco, der Aguan oder
Roman, Rio Tinto oder Negro und der Patuca.
Grenzfluß gegen Nicaragua ist der Rio Coco oder
Segovia. Die Wasserfcheide hält sich nicht stets auf
der Hauptcordillere, sondern springt nördlich Teguci-
galpa auf eine Zweigkette über; doch sind die zum
Atlantischen Ocean gehenden Flüsse weit länger und
wasserreicher als die auf der Südfeite. Der bedeu-
tendste See ist die Laguna de Iojoa oder de Tau-
lebe, 37 km lang, 5-15 km breit und 6 m tief.
Klima und Erzeugnisse. Das Klima ist, mit Aus-
NkiMe der heißen Küstenebenen, gesund. Der größte
Teil des Hochlandes gehört zur Tierra Templada,
in der fast überall neben den Früchten der gemäßig-
ten Zone auch die der Tropen gedeihen. Der Boden
ist fruchtbar. Mit ausgedehnten Savannen wechseln
im Hochlande noch größere Waldungen, besonders
Fichtenwälder. Die Küstenstriche bieten außer der
FichtedieschönstenNutzhölzer, namentlich Mahagoni
und Farbeholz, und enthalten zugleich die meisten
andern Nutzpflanzen, namentlich Vanille, Sassa-
parille und Ipecacuanha. Die fruchtbaren Ebenen
im N. und O. eignen sich zum Anbau von Baum-
wolle, Reis, Zucker, Kakao, Tabak. Besonders die
Gegend um die Laguna de Aojoa eignet sich für
tropische Kulturen. Die Zucht von Pferden, Maul-
tieren und Rindvieh sowie die Vereitung von Käse
bildet in einem großen Teile des Landes den fast
ausschließlichen Gewerbszweig. Von Metallen kom-
men Gold und Silber in Menge vor; doch sind die
meisten Minengesellschaften aus finanziellen Grün-
den bald wieder zufammengebrochen. Erst seit 1889
arbeiten einige Bergwerke mit steigendem Gewinn.
Bevölkerung und Verfassung. Die Bevölkerung
beträgt 381938, d. i. 3 auf 1 hkm. Unter diesen
waren 6167 Fremde, davon 1033 Engländer. Von
der Gesamtbevölkerung waren 68872 Eingeborene,
besonders in den Departamentos Tegucigalpa,
Gracias und La Paz. An der Nordküste wohnen
etwa 20000 Kariben, Nachkommen der von den
Engländern nach Ruatan deportierten Ureinwohner
der Antilleninsel St. Vincent, meist arbeitsame Leute.
Weitere Indianerstämme sind die Toaca, Paya u. a.
im NO. des Landes. Ackerbau, Viehzucht, Bergbau
sind die Haupterwerbszweige, obgleich alle drei
wenig ausgebildet sind. Industrie ist noch unbe-
deutend. Die finanziellen Bedrängnisse und häusige
Revolutionen hindern die gedeihliche Entwicklung
trotz der reichen natürlichen Hilfsmittel. DieSchul-
bildung liegt im argen. Lesen und schreiben konn-
ten (1887) 19 012, nur lesen 38 583 Personen.
Die überwiegende Mehrzahl der Bewohner ist katho-
lisch. Oberhaupt ist der Bischof von Comayagua.
Die Verfafsung ist republikanisch und wurde zu-
letzt 1880 geändert. Danach ist der Präsident vier
Jahre lang im Amte, ebenso lange die aus 37 De-
putierten bestehende Kammer. Daneben giebt es
den Senat mit 7 Mitgliedern und den Staatsrat
mit gleichfalls 7 Mitgliedern. Das Heer zählt 500
Mann; die Miliz etwa 20000 Mann. Zum Zwecke
der Verwaltung ist H. in folgende 13 Departamen-
tos eingeteilt:
Departamentos
Einwohner
Tegucigalpa..... 60170
El'Paraiso...... 18 057
Choluteca.....
Comayagua. . .
La Paz.....
Intibuca ....
Gracias.....
Copan......
Sta. Barbara
43 588
16 739
18 800
17 942
27 816
36 744
32 634
Poro.........^ 13 996
Islas de la Bahia . . 11 474
Colön......... 2 825
Olancho........ 31132
Darunter
Ladinos gebogene
46 570
17 863
39 023
15 839
9 353
10 554
15 906
32 946
28 051
11391
8 615
2 261
24 673
13 600
194
4 565
900
9 447
7 388
11910
3 798
4 583
2 605
2 859
564
6 459
Das Wappen (s. umstehend) zeigt ein goldenes
Dreieck auf blauem Hintergrunde; vor dem Dreieck
zwei Türme, zwischen denen ein spitzer Berg, mit
strahlender Freiheitsmütze besteckt, sich befindet.
Die beiden Türme verbindet oben ein Bogen. Auf
dem Hintergrund steht die Inschrift: Dio8, Union?
I.il)6lt3.ä. Landesfarben sind Blau, Weih, Blau.
Hauptstadt ist Tegucigalpa (s. d.).
Die Finanzen zeigten 1886-88 eine Einnahme
von 2 818 265, eine Ausgabe von 2826 532 Pesos,
1888-89: 1432 522 und 1385 000 Doll. Haupt-
einnahmequellen sind die Zölle und die Staats-
monopole auf Tabakbau und Vranntweinfabri-
kation. Die auswärtige Staatsschuld belief sich