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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Horn (Heinrich Wilhelm von) - Hornblende
Horn, Heinrich Wilhelm von, preuß. General-
lieutenant, geb. 1762 Zu Warmbrunn in Schlesien,
führte in dem Feldzuge gegen Rußland 1812 als
Oberstlieutenant eine Brigade des preuß. Hilfs-
korps und 1813 als Oberst eine solche bei Mückern,
Bautzen und Königswartha. In dem kurzen Feld-
zuge 1815 kam H. nicht mehr zur kriegerischen Aktion.
1817 wurde er Generallieutenant und Komman-
dant von Magdeburg, 1820 kommandierender Ge-
neral des 7. Armeekorps; er starb 31. Okt. 1829 in
dieser Stellung zu Münster. Zur Erinnerung an ihn
führt ein Fort bei Danzig und seit 1888 auch das
29. Infanterieregiment den Namen H. Seine rück-
sichtslose Tapferkeit sowie seine Derbheit machten
ihn zu einem der volkstümlichsten Generale der Be-
freiungskriege. - Vgl. von Wellmann, Leben des
Generallieutenants H. W. von H. (Berl. 1890).
Horn, Otto, Pseudonym von Adolf Vä'uerle sf. d.).
Horn, W. O. von, Pseudonym für Philipp Fried-
rich Wilhelm Örtel (s. d.).
.Vo/'n. oder Ilm'nem., hinter lat. Pflanzen-
namen Abkürzung für Jens Wilken Horne-
mann, Professor der Botanik zu Kopenhagen, gest.
30. Juli 1811.
Hornafvan, Binnensee im schwed. Län Norr-
botten, von dem Skellefteä-elf durchströmt, ist etwa
200 ykm groß, 60 km lang, 2,5 bis 6 1cm breit.
Hornarbeiten, s. Horn (tierisches).
Hornbach, Stadt im Bezirksamt Zweibrücken
des bayr. Reg.-Bez. Pfalz, 10 km südlich von Zwei-
brücken, am H., in waldreicher Gegend, hat (1890)
1359 E., darunter 236 Katholiken, Postexpedition,
Telegraph, evang. und kath. Pfarrkirche.
Hornbaum,auch Weißbuche, Haine, Hain-
buche, Hagebuche (Oarpinu8 2^.), Pflanzengat-
tung aus der Familie der Cupuliferen (s. d.) mit
9 Arten, die in der nördl. gemäßigten Zone eine
ausgedehnte Verbreitung besitzen. In Deutschland
findet sich nur eine Art, der gemeine H. oder die
gemeine Weißbuche ((^rpmu8 d6w1u8 !>.). Der H.
hat walzenförmige, sitzende männliche Kätzchen, deren
Blüten bloß aus einem fchuppenförmigen Deckblätt-
chen und 12-24 Staubgefäßen bestehen. Die weib-
lichen Blüten werden durch einen unterständigen
Fruchtknoten gebildet, der mit dem vier- bis acht-
zähnigen Saum der Blutenhülle und zwei fadenför-
migen Narben gekrönt ist; in lockern, dünnen Kätz-
chen stehen immer je zwei beisammen, von denen
jede auf dem Grunde eines gestielten, dreispaltigen
oder eckigen Deckblättchens steht, welches zur Frucht-
zeit sich sehr vergrößert, blattartig wird und das
vielriesige, dickschalige Nüßchen einseitig deckt. Es
ist ein etwa 20-30 in hoch werdender Baum mit
einem meist etwas gekrümmten,spannrückigenSchaft,
dessen Rinde glatt, weißgrau, nur an ganz alten
Stämmen etwas längsrissig ist. Die Blätter sind
elläuglich, zugespitzt, fast dreifach gesägt, querfaltig.
Die Abbildung auf Tafel: Laubhölzer: Wald-
bäume 11, Fig. 1, zeigt einen erwachsenen H., außer-
dem i eine Zweigspitze mit männlichen und weib-
lichen Blütenkätzchen, 2 Zweigspitze mit Fruchtkätz-
chen, 3 eine männliche Blüte, 4 Staubbeutel, 5 weib-
liche Blüte, 6 Nüßchen mit Deckblatt, 7 Querschnitt
eines Nüßchens, 8 Triebspitze im Winter, 9 Keim-
pflanze. 1,6,7,8 und 9 sind in natürlicher Größe,
2 verkleinert, 3, 4 und 5 vergrößert dargestellt.
Der H. trägt fast jährlich reichlichen Samen; die
Reifezeit ist im Oktober, doch bleiben die Frückte oft
den Winter über hängen. Keimung erfolgt erst im
zweiten Frühjahr nach der Aussaat. Das Holz ist
weiß, sehr hart, ungemein fest und zähe, wird von
Tischlern, Drechslern und Stellmachern vielfach ver-
arbeitet und nimmt eine schöne Politur an. Zur
Herstellung gewisser Maschinenteile, wie Radkämme,
Zapfenlager, Pochstempel, ist es vorzüglich geeignet,
ebenso zu Schuhmacherstiften; seine Dauer ist im
Trocknen gut, im Feuchten ziemlich gering; auch
ist es ausgezeichnetes Brennholz. Das Beschneiden
verträgt der H. sehr gut, eignete sich deshalb zu den
früher in Gärten beliebten symmetrisch zugeschnit-
tenen Heckenwänden. Auch jetzt verwendet man ihn
gern zu lebendigen Hecken.
Der H. hat einen etwas kleinern Verbreitungs-
bezirk als die Rotbuche. Er fehlt in Italien und
Griechenland, überfchreitet nicht die Pyrenäen. Da-
gegen ist er nach Nordosten weiter verbreitet als die
Buche, denn er tritt in den litauischen Waldungen,
wo letztere fehlt, noch zahlreich auf und geht tief
nach Ruhland hinein. Mehr ein Baum der Ebene
und des Hügellandes als des Gebirges, steigt er
weniger hoch als die Rotbuche, im Harz bis 400 m,
im Bayrischen Wald bis zu 700 in, in den Vogesen
bis 800 m, in den Schweizer Alpen 900-1100 m.
An den Boden macht er ähnliche Ansprüche wie die
Rotbuche, verträgt auch Beschattung wie diese. Die
vorzügliche Ausschlagfähigkeit macht ihn besonders
geeignet für Nreder- und Mittelwaldbetrieb, zu
Kopfholz- und'^chneidelholzbetrieb. Feinden und
Gefahren ist der H. weniger ausgesetzt als andere
Holzarten; er leidet selten von Frost, eher etwas
von der Hitze. Insekten sind nicht zu fürchten, wenn
er auch von einigen Käfern und Raupen gern ange-
nommenwird. Krebs, Weißfäule, Gipfeldürre u.s.w.
kommen an ihm vor.
Der in Südeuropa, in den Kaukasusländern bis
nach Persien hin heimische (^r^inus 0ri6nt^Ii3 M^l.
ist mehr Strauch als Baum, er hat kleinere, nicht
zugespitzteBlätter,kleinereFrüchte,verträgtübrigens
den kältesten Winter.
Hornberg, Stadt im Amtsbezirk Triberg des
bad. Kreises Villingen, an der Gutach und der Linie
Offenburg-Singen der Bad. Staatsbahn, hat (1890)
2125 E., darunter 411 Katholiken, Post, Telegraph,
elektrische Straßenbeleuchtung, eine höhere Bürger-
schule, ein Bergschloß mit Hotel und Brauerei; Fabri-
kation von Steingutwaren, Holzstoff und Papp-
deckeln, Baumwollweberei, Weißgerberei, Holz-
schnitzerei und wird als Luftkurort besucht.
Hornbiene (NucLra), Gattung der einsam leben-
den Sammelbienen (s. Bienen) mit gegen 60, beson-
ders um das Mittelmeer herum lebenden Arten. In
Deutschland findet sich eine Art (Nucera loii^icoruiZ
_^at?-.), die Honig und Pollen ausschließlich von den
Blüten der Zaunwicke (Vicia LLpiniu ^.) sammelt
und in die Erde Röhren gräbt, die sie durch q.uere
Scheidewände in Zellen zerlegt.
Hornblatt, s. (^i-awpdMniu. Hornerz.
Hornblei, Mineral, s. Vleichlorid und Blei-
Hornblende, ein monoklines Glied der Amphi-
bolgruppe (s. Amphibole), ein aus Kieselsäure, Kalk,
Magnesia und Eisenoxydul, auch wohl etwas Thon-
erde bestehendes Mineral, das grün, grau, schwarz
oder weih gefärbt erscheint. Das Mineral findet sich
in Krystallen (die am häufigsten vorkommende Form,
eine Kombination von Prisma, Klinopinakoid,
Pyramide und basischem Pinakoid, zeigt umstehende
Figur), krystallinischen Massen, derb und ein-
gesprengt und schmilzt vor dem Lötrohr unter