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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hyalitis - Hydaspes
Lava mit Kohlenpulver und Knochenasche, oder
durch Färben eines gewöhnlichen Glasflusses mit
Kobaltoxyd, Braunstem, Kupferoxyd und Eisenoxyd
dargestellt wird. Aus dem H. werden auch Glas-
knöpfe, Flaschen und Büchsen hergestellt, in denen
lichtempfindliche Substanzen, wie z. B. Höllenstein-
lösung, aufbewahrt werden können.
Hyalitis (grch.), die Entzündung des Glas-
körpers im Auge.
Hyalographie (grch.), f. Glasdruck.
Hyalophan, ein in feiner äußern Form dem
Orthoklas ähnliches monoklinesMineral,farblos und
mitunter steifchrot, von der Härte 6 und dem fpec.
Gewicht 2,3, das auf Grund feinerZusammensetzung
(52,7 Proz. Kieselsäure, 21,i Thonerde, 15 Baryt,
10 Kali und Natron, 1,2 Kalk, Magnesia und Wasser)
als ein barythaltiger Feldspat gelten kann. H. findet
sich sehr selten bei Umfeld im Walliser Vinnenthal
im körnigen Dolonnt und zu Iakobsberg in Werm-
land (Schweden).
Hyalospongken, s. Glasschwämme.
Hyalotypie (grch., "Glasdruck"), eine Manier
zur Herstellung von Hochdruckplatten. Die Zeich-
nung wird auf einer Glasplatte erzeugt wie bei
der Hyalographie (s. Glasdruck), doch nicht geätzt,
sondern dient als Negativ zur Erzeugung einer
Kopie auf lichtempfindlichem Papier, die dann auf
Zink umgedruckt und hochgeätzt wird.
Hyalnrgie sgrch.), Glasbereitung, Glasmacher-
kunst; Hyalürg, Glasmacher.
U?2.SM080KUS (ll^omoLciiuZ), s. Zwerghirsche.
Hyäne (llv^eua), eine zu den Raubtieren ge-
hörige Säugetiergattung, welche früher zu den
Hunden gerechnet wurde, aber von diefen durch
den kurzen Katzenkopf, den Mangel eines untern
Höckerzahns, durch abschüssigen Rücken und den
Besitz von nur vier Zehen an den Vorderfüßen
unterschieden ist, wodurch die Gattung eine Zwilchen-
stellung zwischen Hunden und Katzen einnimmt. Die
Kiefer- und Halsmuskeln der H. sind sehr stark,
weshalb sie große Knochen zermalmen und ziemlich
schwere Tiere mit Leichtigkeit wegtragen tonnen.
Sie sind nächtliche, sehr gefräßige, doch feige Raub-
tiere, welche auch lebende Tiere anfallen, hauptsäch-
lich aber von Aas leben und Leichen, die nicht tief
vergraben sind, ausscharren. Sie haben ein wider-
liches, tückisches Ansehen, das noch vermehrt wird,
wenn sie die Haare sträuben. Die bekannteste, fast
in allen Menagerien zu findende Art ist die ge-
streifte H. (Ii^aLiiN 8triat3. ^'mme?-m.), in Ost-
asien und Nordafrika einheimifch, graubraun, mit
unregelmäßigen dunkelbraunen oder fchwarzen
Querstreifen und einer kurzen Mähne auf Hals und
Rücken. In manchen Gegenden, wie in Abefsinien,
ist sie außerordentlich häufig; sie läßt sich vollständig
zähmen. Man bezahlt in Europa für junge Tiere
etwa 200 M., für erwachsene 500 M. das Stück.
Ihr, wie ihren Verwandten, genügt Fütterung mit
sehnigem Pferdefleisch. Auch unser Klima ertragen
alle H. gut, wenn sie nur ein geschütztes Lager
haben. Ihr ähnlich, nur gefleckt, ist die gefleckteH.
(HM6HK er0eut3^"7nme?'m.; s.Tafel: WildeHunde
und Hyänen II, Fig. 2 beim Artikel Hunde), der
sog.Tigerwolf am Kap der Guten Hoffnung. Die
braune H. (ll^aena drunnea. ^n,lb.), von den
Kapbauern Strandwolf genannt, ist weit weniger
häusig; sie hält sich vorzüglich am Strande auf und
nährt sich vorzugsweise von Meertieren. Eine be-
sondere, aus drei Arten bestehende Unterfamilie der
H. bildet das Genus krowiss, Erdwolf (s. d.), dessen
häufigste Art ?rot6i68 I^Ianäii ^eoF^. (Fig. 4) ist.
Wie häufig einst die H. gewesen sein müssen, bezeugt
die Menge der fofsilen Knochen der Höhlen Hyäne
(H^aena,8P619.69.), wie in den Höhlen des Bayreuther
Gebirges, von Kirkdale und von Tibet. Eigentliche
H. finden sich schon im mittlern Tertiär (Miocän)
von Griechenland und Indien.
Hyänenhund (I^cg.011 piew8 Desm.; s. Tafel:
Wilde Hunde und Hyänen II, Fig. 6 beim Ar-
tikel Hunde), Hundeart mit Hyänencharakteren (Feh-
len einer äußerlich wahrnehmbaren Innenzehe an
den Vorderpfoten, Vorhandenfein einer Afterdrüse),
ist etwas über 1 in lang, dreifarbig, weiß, gelb und
schwarz: aber die Farben sind, was nur bei wenigen
wilden Tieren der Fall ist, unsymmetrisch verteilt,
und kein Individuum gleicht dem andern. Der H.
bewohnt Central- und Ostafrika, aber, wie es fcheint,
nicht die Waldgegenden; er lebt von der Jagd, soll
sich mit dem Haushunde kreuzen, und die so erzielten
Bastarde werden als vorzüglicheIagdhunde gerühmt.
Nach Europa kommt der H. nur selten und ist weit
schwieriger zu erhalten als Hyänen und Schakale,
die er an Munterkeit meist übertrifft. Er hat größeres
Wärmebedürfnis und begnügt sich auch nicht mit
Pferdefleisch allein, sondern verlangt Abwechselung.
Der Preis schwankt je nach der Größe zwischen 600
H^aeniotis, s. ^Moäon. ftis 1000 M.
U^2.bnöaon, fossile Säugetiergattung, s. Kreo-
Hyas, s. Hyaden. " ftonten.
Hyazinthe, Pflanzengattung, s. H^acintKuL.
Hybla, im Altertum Name mehrerer Städte in
Sicilien. 1)H., das "größere" benannt, eine ur-
sprünglich sikelische Stadt, um 728 v. Chr. von
Dorern aus Megara kolonisiert, unweit von Syra-
kus am Meere gelegen. Nach der Mutterstadt der
neuen Ansiedler wurde der Ort auch Megara
H. genannt. Es geriet schon im 5. Jahrh, in die Ge-
walt von Syrakus. - 2) H. Geleatis oder das
"kleine", eine gleichfalls urfprünglich sikelifche, aber
früh hellenisierte Stadt am Fuße des Ätna, der im
Altertum von hier bestiegen zu werden pflegte. Ge-
ringe Neste sind beim jetzigen Paterno.
Hyböm, Hyböse (grch.)' Höcker. Wanzen.
Hybridation, Hybriden (botan.), s. Bastard-
Hybridisch (hibridisch, hibrrd, lat.), von
zweierlei Herkunft, blendlingsartig; vox kidriäa,
ein zusammengesetztes Wort, dessen Bestandteile
verschiedenen Sprachen angehören.
Hydantoin, Glykolylharnstoff, eine Ver-
bindung von der Zusammensetzung (^ü^c^, die
als Ure'id (s. d.) oder Harnstoffverbindung der Gly-
kolsäure aufzufassen ist und die Formel
^NH -OH-,
besitzt. H. krystallisiert aus heißem Wasser in Nadeln,
die bei 216° schmelzen und neutral reagieren. Beim
Kochen mit Barytwasser geht es in Hydantoin-
säure oder Glykolursäure, NII^O-NI^-
cHg - cOOH, über. Beide Verbindungen stehen zu
gewissen Harnsäurederivaten (Allantoin, Alloxan-
säure) in naher Beziehung und können aus diesen
durch Reduktion mit Iodwasserstoffsäure erhalten
werden. Auch synthetisch sind sie dargestellt worden.
Hydärthros (grch.), die Gelenkwassersucht (s. d.).
Hydaspes (aus dem Sanskrit Witaßta), alter
griech. Name des westlichsten Flusses im jetzigen
Pandschab in Vorderindien; sein jetziger Name ist