Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

526
Illenau - Illinois
schreiben könne, und wenn das Kind nicht lebens-
fähig zur Welt gekommen ist.
Damit sich der Ehemann gegenüber einem inner-
halb der kritischen Zeit geborenen Kinde die An-
sechtung der Ehelichkeit sichere, muß er innerhalb
einer seit Kenntnis der Geburt laufenden Frist, und
zwar nach Österr. Vürgerl. Gesetzb. §. 158 von
drei Monaten, die Ehelichkeit bestreiten, nach Preuh.
Allg. Landr. II, 2, §. 7 innerhalb einer Frist von
einem Jahre, nach Sachs. Bürgert. Gesetzb. §. 1775
von 90 Tagen den Willen der Anfechtung oder die
Anfechtung bei Gericht erklären.
Das franz. Recht setzt dem anwesenden Vater
eine Frist von 1 Monat seit der Geburt, dem ab-
wesenden eine Frist von 2 Monaten seit der Zurück-
kunft und, wenn ihm die Geburt verheimlicht ist,
von 2 Monaten seit der Entdeckung für die Er-
hebung der Verleugnungsklage oder die außerge-
richtliche Verleugnung, welcher jedoch die Klage
innerhalb eines Monats folgen muß. Der Deutsche
Entwurf läßt die Anfechtungsklage innerhalb eines
Jahres zu, das Gemeine Recht hat keine Frist. (S.
Anerkennung und Anfechtung.)
Illenau, Landesirrenanstalt im Amtsbezirk
Achern des bad. Kreises Baden bei Achern, für
430 Kranke, ist 23. Sept. 1842 bezogen. - Vgl.
I., Geschichte, Bau u. s. w. (Karlsr. 1865); Fest-
schrift zur Feier des 50jährigen Jubiläums der An-
stalt I. (Heidelb. 1892).
Iller, rechter Nebenfluß der Donau in Bayern,
entsteht aus der Vreitach, ^tillach und Trettach, die
sich bei Oberstdorf (in den Algäuer Alpen) ver-
einigen, durchflieht das ziemlich breite Becken des
ehemaligen Oberstdorfer Sees, nimmt bei Immen-
stadt den Abfluß des Alpsees auf, stießt in breitem,
vielfach überschwemmtem Bette über Kempten nach
N., eine lange Strecke die Grenze zwischen Württem-
berg und Bayern bildend, und mündet, 165 km lang,
bei lUm. Von links empfängt sie die Aitrach.
Illerbahn, von Neu-Mm über Memmingen
nach Kempten (85,2 km, 1862 und 1863 eröffnet),
als Privatbahn gebaut, jetzt Bayr. Staatsbahn.
Illertissen. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez.
Schwaben, hat 299,6? hkm und (1890) 18294
(8680männl., 9614 weibl.) E. in 44 Gemeinden
mit 86 Ortschaften. - 2) Markt und Hauptort des
Bezirksamtes I., in 513 m Höhe, rechts an der Iller
und an der Linie Nlm-Kempten der Vayr. Staats-
bahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts
(Landgericht Memmingen), Rentamtes, Forstamtes
und einer Obcrförsterei, hat (1890) 1543 E., darunter
64 Evangelische; Post, Telegraph; schönes Rat-
haus (1891); Seegrasspinnerei, Korbweidenbau,
Schweine-, Rindvieh- und Taubenmärkte. Nahebei
auf einem Hügel eine große mittelalterliche Doppel-
burg, jetzt Sitz der Behörden.
Zlliberäl (lat.), Gegensatz zu Liberal (s. d.).
Illiberis, s. Iliberris.
Illioits (lat.), verbotenerweise.
Illioiuni ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Magnoliaceen (s. d.) mit fünf Arten in Nord-
amerika und im östl. Asien. Es sind Sträucher oder
kleine Bäume mit immergrünen Blättern und roten
oder geldlichen Blüten, die einen drei- bis sechs-
blätterigen Kelch, zahlreiche Blumenblätter, Staub-
gesäße und Fruchtblätter besitzen. Am bekanntesten
ist I.. 3,lN8at,lm ^. (1. vernm //o,)/c.) in Südchina,
häusig kultiviert; von dieser kommen die sternförmi-
gen Früchte als Sternanis (s^m^n kniäi 8t.6ii2.ti)
in den Handel und werden zu mediz. Zwecken, zur
Herstellung feiner Liqueure, z. V. des Anisette, und
als Gewürz verwendet; ihr Geschmack ist anisartig.
Eine stark giftige Art, I. rsliFioLum Hieb. et ^ncc.,
gilt in Japan als heilige Pflanze. Früchte und Rinde
dienen dort zu Na'ucherungen in den Tempeln.
Illiez, Val d' (spr. wall dillieh), linkes Seiten-
thal der Rhone im Bezirk Monthey des fchweiz. Kan-
tons Wallis, erstreckt sich 22 kni lang vom Grenz-
kamm zwifchen Nnterwallis und Hochsavoyen nord-
östlich bis Monthey (421 m), wo sein Bach, die
Viege, in das Rhönethal heraustritt. Links wird
das Thal von den Bergen des Chablais, rechts von
dem wilden, vergletscherten Massiv der Dent du
Midi (3260 m) umschlossen, und den Hintergrund
bilden die Firn- und Felshäupter der Tour Sal-
lieres (3227 m) und des Mont-Ruan (3078 m) sowie
die lange zackige Felsmauer der Dents Blanches
(2700 m). In den drei Gemeinden Troistorrens,
Val d'I. und Champsry, deren saubere, zierliche
Holzhäuser in zahlreichen Dörfern, Weilern und
Gehöften über das ganze Thal zerstreut sind, zählt
das Val d'I. (1888) 3087 katholische, französisch
sprechende E., deren Haupterwerbsquellen der Acker-
bau und die Alpenwirtschaft sind. Als Luftkurort
und Touristenstation ist Champe'ry (1052 m,
638 E.) bekannt, das mit Monthey durch eine 13 km
lange Postftraße, mit der Vallee de Sirt in Faucigny
durch den Saumweg über Col de Coux (1970 m) und
Col de Golese und den schwindeligen Fußpfad über
den Col de Sageron (2413 m) verbunden ist. In
dem (linken) Seitenthal Val de Morgin liegt in
1343 m Höhe, von Alpweiden und Nadelwaldungen
umgeben, der Luftkurort Bad Morgins.
Illiger, Joh. KarlWilh., Naturforfcher, geb.
19. Nov. 1775 zu Braunschweig, studierte auf dem
dortigen Kollegium Carolinum, zu Helmstedt und
Göttingen, kehrte 1802 nach Vraunschweig zurück
und übernahm 1810 die Aufsicht über die königl.
Naturaliensammlung in Berlin. Er starb daselbst
in der Nacht vom 9. zum 10. Mai 1813. I. gab
1802-7 ein "Magazin für Insektenkunde" (6 Bde.,
Braunschweig) heraus und veröffentlichte außerdem
namentlich "I^oäromuL 8^3t6M3.ti8 mammalium
6t avwm^ (Berl. 1811).
Illimani (fpr. illji-), Berg in den südamerik.
Cordilleren in der Republik Bolivia, 20 km süd-
östlich von La Paz, 6410 m hoch. An seinem Fuhe
bricht der Rio de la Paz zum Rio Beni durch die
Anden hindurch.
Illimitiert (lat.), unbegrenzt, unbeschränkt.
Illinois (spr. -neu oder -neus), Fluß in dem
nordamerik. Staate I., entsteht im County Grundy
im nordöstl. Teile des Staates durch die Vereinigung
des Kankakee und des Des-Plaines, von denen
ersterer im nördl. Teil von Indiana, letzterer im süd-
östl. Wisconsin entspringt. Der I. fließt in westl.
Richtung bis Hennepin, dann südwestlich und end-
lich südlich, bis er nach einem Lauf von 800 km
etwa 32 km nördlich von der Mündung des Mis-
souri links in den Mississippi fällt. Er ist 390 km
weit schiffbar; nur an der Mündung des Vermillion.
unweit La Salle, hat er Stromschnellen, weshalb
von hier der 150 km lange Illinois-Michigantanal
(s. d.) bis Chicago gebaut wurde. Zuflüsse sind
rechts der Fox, Spoon und Crooked Creek, links der
Vermillion, der Mackinaw und Sangamon.
Illinois (spr.-neu oder-neus; Abkürzung 111.
oder lila.), einer der Vereinigten Staaten von