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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Indianapolis - Indianerterritorium
zend, hat 94140 ykm und 2192404 (1118347
männl., 1074057 weibl.) E.,d.i. 23 auf 1 <ikm. Far-
bige wurden etwa 20000 gezählt. Nur die Gegend
am Ohio ist hügelig, alles übrige meist stach und
größtenteils Prairieland. Der Ohio bildet aus eine
Strecke von 600 km die Süd- und der Wabash auf
195 km die Südwestgrenze. Geologisch gehört I.
der Silur-, Devon- und Kohlensormation an. 1888
produzierten 214 Minen 3140979 t (älioi-t tons)
Kohle im Werts von 4324604 Doll. Im Okt. 1886
wurde bei Kokomo natürliches Gas erbohrt und
1889 hatten 50 Städte in 21 Counties Gasbrunnen
und 20 Städte wurden außerdem durch Leitungen
versorgt. Wie in Ohio ist das Gas an den unter-
silurischen "Trenton-Kalkstein" gebunden. Die Eisen-
und Stahlproduktion, abgesehen von Nägeln, ist
nicht bedeutend. Die Industrie ist zunehmend, her-
vorzuheben sind Getreide- und Sägemühlen, Groß-
schlächterei, Fabrikation von Wagen, Waggons,
Ackerbaugeräten, Fässern, Möbeln und Spirituosen.
.yaupterwerbszweig ist der Ackerbau. Die Ernte
von 1892 ergab 103,3 Mill. Vushel Mais, 39,8
(1891: 52,8) Mill. Bushel Weizen im Wert von 24,8
Mill. Doll., und gegen 20 Mill. Bushel Hafer. 1888
hatte der Staat 587 709 Pferde, 1843473 Rinder
und 1266109 Schafe. 1891 besuchten durchschnitt-
lich 369060 Kinder die Schulen und die Schulaus-
gaben betrugen 6,40 Mill. Doll. Die Staatsein-
nahmen beliesen sich 1889 auf 9442638 Doll., die
Ausgaben auf 8796255 Doll.; die Staatsschuld
war Ende 1890: 8538059 Doll. Der Staat ist in
92 Counties geteilt; Hauptstadt ist Indianapolis.
Der Gouverneur und die 50 Senatoren werden auf 4,
die 100 Repräsentanten auf 2, die obersten Nichter
auf 6 Jahre gewählt. Im Kongreß ist I. durch 13
Repräsentanten vertreten. - I. wurde zuerst 1730
von Franzosen bei Vincennes besiedelt, 1811 zum
Territorium erhoben und 1816 als Staat in die
Union aufgenommen. Indianerkämpfe fanden
namentlich 1790-95 und 1813-15 statt. - Vgl.
Dillon, Histor^ ol I.
Indianapolis (spr. indienäpp-), Hauptstadt des
nordamerik. Staates Indiana, die größte Stadt
des Staates, liegt inmitten einer fruchtbaren Ebene
in schöner, waldiger, im Sommer von Tausenden
aufgesuchter Gegend, im W. vom White-River und
Fall Creek begrenzt. I. zählte 1840: 2692, 1860:
18611, 1880: 75076 und 1890: 105436 E. Die
Stadt besitzt sieben öffentliche Parks, darunter Circle
Park mit dem Kriegerdenkmal, und hervorragende
öffentliche Gebäude, wie das neue Kapitol und das
Gerichtshaus, das Arfenal, das Propyläum, ein
litterar. Institut für Frauen, Bibliothek, Tom-
linson Hall, die Freimaurerlogen, ferner eine Blin-
den-, Taubstummen- und Irrenanstalt, verschiedene
schöne Kirchen, eine Universität und ein College für
Frauen. I. ist bedeutender Eisenbahnknotenpunkt
(18 Bahnlinien); eine Gürtelbahn vermittelt den
Wagenaustausch. Dem Getreidehandel dienen meh-
rere Elevatoren mit 1 Mill. Vushel Kapazität, dem
Viehhandel die Stock Jards, welche 4000 Rinder
und 35000 Schweine beherbergen können. 1887
kamen 1068387 Schweine, 961698 Rinder, 120389
Schafe und 16158 Pferde an, der Wert des be-
steuerten Eigentums belief sich auf mehr als 50 Mill.
Doll., der Wert der Industrieprodukte beträgt 33
Mill. Doll., die Anzahl der Arbeiter 15000. Die
Industrie wird zum Teil mit Hilfe von Wasser-
kraft betrieben,' die wichtigsten Zweige sind: Ma-
schinenbau, Eisenwerke, Terracottabrennerei und
Fleischverpackungsgeschäfte.
Indianer, die Ureinwohner von Amerika, s.
Amerikanische Rasse.
Indianersommer, s. Nachsommer.
Indianertaube oder Berbereitaube, die
kleinste aller orient. Tauben, kleiner, aber gestreck-
ter als die Feldtaube. Kennzeichen: große, runde^
wulstige Augenringe, kurzer, dicker, mit starken
Nasenwarzen versehener Schnabel, kantiger, fast
viereckiger Kopf, schön gebogener Hals, hervor-
tretende Brust, niedrige, unbefiederte Füße, lange
Flügel. Man unterscheidet die französische und
englischeI., welche beide sich ziemlich gleich sind,
nur ist letztere etwas kürzer und gedrungener gebaut,
und die kleine sächsische I., noch kleiner, etwa
30 ein lang. Das Gesieder aller I. ist glatt, an-
schließend, glänzend, meist einfarbig in schwarz,
braunrot, gelb, weiß. Die I. brüten und füttern
M und eignen sich sowohl für die Voliere als auch
'ür freien Flug.
Indianerterritorium, ein noch nicht organi-
sierterTeil der Vereinigten Staaten von Amerika, der
1803 mit dem übrigen Louisiana von Frankreich er-
worben und den früher östlich vom Mississippi woh-
nenden und den auf diesem Landstrich eingesessenen
Stämmen reserviert wurde. Das I. liegt zwischen
33° 35' und 37° nördl. Br. und zwischen 94° 30' und
103° westl. L. von Greenwich und wird begrenzt
von Colorado und Kansas im N., Missouri und
Arkansas im O., Texas und Neumexiko im W. und
wird im S. durch den Red-River von Texas ge-
trennt. Das I. hat 81 320 ykm mit (1890) 186490
E., d. i. 2 auf 1 qkm. Davon entfallen auf die In-
dianer 52065 (8708 in Reservationen), aus Weiße
107987 und auf Farbige 14224 E. Seit 1889 ist
das in der Mitte gelegene Oklahoma-Territorium
(s. d.) abgetrennt und der weihen Ansiedelung über-
wiesen worden. Das I. wird im S. durch das Fluß-
system des Red-River, im N. durch das des Ar-
kansas bewässert. Der hauptsächlich der Kohlenfor-
mation angehörende Boden ist meist wellig. Die
Kreideformation tritt im W. auf. Das Klima ist
gesund und meist angenehm. Das Land ist frucht-
bar, zum Ackerbau und zur Viehzucht geeignet,
welche nebst der Jagd die Erwerbsquellen der In-
dianer bilden. Kohlenminen befinden sich im O.
1888 wurden 761986 t gewonnen. Die fünf civili-
sierten Stämme (nationä) haben zum Teil eine Art
Konstitution und Gesetze. Die Regierung der Union
ist bei jedem Stamme durch einen Agenten ver-
treten. Zwei Drittel der Indianer sollen nomadi-
sieren. Der Osten ist der am meisten fest besiedelte
und von Bahnen durchdrungene Teil; die Missouri-
Kansas-Teras-Linie durchschneidet ihn von N. nach
S., die St. Louis-San Francisco sendet zwei und die
Kansas-Arkansas-Valley eine Linie hinein. Hier
befinden sich mehrere namhafte Orte. In der Che-
rokee-Nation liegen Talequah am Illinois mit einem
Kapitol und etwa 1200 E., Vinita (1200 E.), Eisen-
bahnkreuzungspunkt, und Fort Gibson. In der
Creek-Nation befindet sich Muscogee (2000 E.) am
Arkansas und Eufaula am North Fork of Canadian
(500 E.). In der Choctaw-Nation liegen Lehigh
(3000 E.) und McAllister (3000 E.), beide mit
Kohlenminen und wie Muscogee und Eufaula an
der Missouri-Kansas-Texas-Bahn. Der mittlere
Teil, einschließlich Oklahoma, wird von der Atchi-
son-Topeka-Santa F6-Lime durchschnitten. An der-