Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

584
In duplo - Industrie
Wiederherstellung widmete er sich der Malerei und
trat 1855 in Paris mit kleinen Bildern von Gari-
baldianern auf, die großen Beifall fanden. Da-
neben bevorzugte er Gegenstände der Nokokozeit
und des histor. Genres. Seine hervorragendsten
Werke sind: Der Abfchied des Konskribierten von
seiner Geliebten, Der galante Hausfreund, Ein
Garibaldianer als Schildwache, Freudige Erwar-
tung, Leonore d'Este unterliegt dem Gram um
Tasso, Schlacht bei Magenta, Via Appia bei Rom.
In ürlpio (lat.), doppelt.
Indur, ostind. Stadt, s. Indaur.
Induration (lat.), in der Medizin Verhärtung,
In änrins, s. I)nru8. ^Geschwulst.
Indus oder Sin oh (Sind hu), der Hauptstrom
des westl. Vorderindiens, entspringt in Tibet unter
32° nördl. Br. und 81° 30' östl. L., in 6500 m Hohe,
unweit nördlich des Landsees Manaßarowar (s. d.),
von welchem westlich auch der Satladsch, östlich der
Brahmaputra ihren Ursprung nehmen, an dem nördl.
AbHange des Berges Garingbotsche (s. Gangri). Er
flieht gegen NW., verbindet sich 252 Km unterhalb
seiner Quelle links mit dem von dem Westabhange
des Garingbotsche herabkommenden Gartok oder
Gattang-tschu-Flusse, durchströmt, unter dem Namen
Singh-ka-bab (Löwenthor), zuerst eine Hochstäche,
dringt bei dem Paffe La-Gans-Kiel in eine enge, den
Kuen-lun vom Himalaja trennende Thalspalte, fließt
durch Ladach, nimmt unterhalb derHauptstadt Leh,
in 3753 m Höhe, den reißenden Zaskar, weiter
unten den Dras auf und tritt in Valtistan ein, wo
der von dem Karakorumgebirge herabkommende
Schajok rechts einmündet und er den Namen Aba-
Sindh, d.h. eigentlicherI. erhält. Ungefähr40km
unterhalb nimmt er etwas oberhalb der Hauptstadt
Iskardo oder Skardo (s. d.) an feiner rechten Seite
den Schigar und weiter unten noch andere Gebirgs-
ströme auf. Von Skardo stießt er 135 km gegen
NNW., worauf er den Gilghit aufnimmt, nach
S. umbiegt, indem er, durch die untere Himalaja-
kette eine 3000 m tiefe Schlucht brechend, die
Gegend nördlich von der brit. Festung Atak (s. d.)
durchströmt. Unmittelbar oberhalb von Atak er-
gießt sich der Kabulfluß. An dieser Stelle hat der
I. eine Breite von 250 m und bei hohem Wasser-
stande 20-25, bei niedrigem 10-12 m Tiefe. Bis
Atak geht die Schiffahrt stromaufwärts. Von feiner
Quelle bis dahin fällt er auf 1,5 km Lauf 6-7, von
dort bis zum Meere (1515,50 km) nur noch 0,33 m.
Unterhalb Atak durchbricht der I. das Salz-
gebirge (Salt-Nange) in einem sich bis zu 90 m ver-
engenden , 60 m tiefen Felsenbotte und tritt bei
Kala-bagh, 185 km unterhalb Atak, 450 m breit in
die Ebene. Ungefähr 5km oberhalb Mithan-Kot ver-
bindet sich an feiner östl. Seite mit ihm der aus
dem Zusammenflüsse des Dschihlam, Tfchinab,
Rawi und Satladfch, die in ihrem obern Laufe mit
dem des I. das berühmte ind. Pandfchab (Fünf-
stromland) bilden, entstandene Pandschnad(o), dessen
Breite 1700 m beträgt, während der I. felbst bei
gleicher Tiefe (4-5 m) nur 600 m breit ist. Ober-
halb der Stadt Ruhri (Rori), in der Landfchaft
Sindh,- trennt sich von ihm der Ost-Nara, welcher
gegen SO. durch die Wüste läuft und nur bei hohem
Waffer das Meer in der Korimündung erreicht. Er
durchbricht dann ein niedriges Kalkgebirge, worauf
sich 29,5 km unterhalb Ruhri der West-Nara (190
km) von ihm abzweigt, der nach Bildung des Man-
tscharsees sich mit dem Hauptstrom wieder vereinigt.
Unterhalb Tatta tritt die Hauptspaltung in zwei
große Arme ein, welche sich nun wiederholt spalten.
Im ganzen zählt man ohne die Zwischenkanäle und
unbedeutenden Arme 13 Mündungen. Die Wasser-
wege des Deltas sind den größten Veränderungen
unterworfen. Gegenwärtig ist der Hadschamro-Arm
die Hauptmündung, an deren Ende ein Leuchtturm
steht. Zwei Lotsenboote ermöglichen den Verkehr
über die Barre. Die Ausdehnung des Deltas längs
der Küste beträgt 250 km; die Spitze bei Tatta liegt
126 km von der See, und ebenso weit steigt die Flut.
Bei Hochwasser ist das ganze Delta Überschwem-
mungen ausgesetzt. Der I. verliert sowohl auf sei-
nem Laufe durch dürre und wüste Gegenden als
auch durch Abzüge viel Wasser, sodaß er eine ge-
ringere Wassermasse ins Meer sendet als der Ganges.
Die Stromlänge beträgt 3180 km, das Strom-
gebiet 960000 hkm. Sehr bedeutend ist die Sedi-
mentmasse, die er jährlich ins Meer führt. Das
erste brit. Dampffchiff befuhr den I. 1835. Seit
1843 und 1849 erlangte er als Grenzstrahe immer
höhere Bedeutung in polit. und strategischer Be-
ziehung. Doch fehlen größere Handelsplätze. Die
Dampffchiffahrt ist neuerdings durch die Kon-
kurrenz der dem Strome parallel laufenden Eifen-
bahn sehr zurückgegangen. Von strategischer Wich-
tigkeit sind die Eisenbahnbrücken von Atak, welche
Pischawar (s. d.), und von Sakkar, welche den Vo-
lanpaß und Quetta (Kweta) mit Indien verbinden.
Fndusienkalk, ein Kalkstein der tertiären Süß-
wasserformation der Auvergne mit zahlreichen kur-
zen Röhren, die von Phryganeenlarven herrühren
und aus lauter zufammengekitteten kleinen Schnecken
(?aluäw3.) aufgebaut sind.
Inäusiniu, f. Farne nebst Textabbildung, Fig. 1 i.
InÄnstria.1 pkrtnorsnip (engl., spr. indöß-
triäll -schipp), s. Gewinnbeteiligung.
Industrie (vom lat. Wä^ti-ia, Fleiß, Betrieb-
samkeit) bedeutet ursprünglich überhaupt produktive
Thätigkeit, nach dem deutschen Sprachgebrauch kber
besonders die gewerbliche Produktion (Gewerb-
fleih), also die Verarbeitung von Rohstoffen oder
Halbfabrikaten (s. Gewerbe), und zwar namentlich
diejenige, welche nicht als Kleinbetrieb (s. d. und
Handwerk), sondern als Großbetrieb (s. d.) mit den
Hilfsmitteln des Maschinenwesens und der Arbeits-
teilung, oder doch für den Abfatz auf dem großen
Markte betrieben wird. Ihre Hauptformen sind der
Fabrikbetrieb (s. Fabrik) und die Hausindustrie (s.d.).
- Die wissenschaftlichen Lehren von den Arbeits-
prozessen und Erzeugnissen der I. faßt man unter
dem Namen Technologie (s. d.) zusammen.
Die Statistik der I. ist noch nicht genügend aus"
gebildet und das für die einzelnen Staaten vor-
liegende Material wenig vergleichbar. Bei der Be-
arbeitung der deutschen Berusszählung vom 5. Juni
1882 ist unter der Bezeichnung I. eine Hauptabtei-
lung gebildet, welche außer der Fabrikindustrie auch
den der letztern sehr nahe stehenden Bergbau, fowie
die Baugewerbe und alle Handwerksbetriebe um"
faßt. Bei einer Gesamtbevölkerung von 45222113
Seelen kamen auf diefe Abteilung 6 396465 Er-
werbsthätige (darunter 4 096 243 Unselbständige);
mit Einfchluh der Familienangehörigen und Dienen-
den für häusliche Dienste belief sich die industrielle
Bevölkerung auf 16 058 080 Köpfe.
Vergleicht man die Ergebnisse der Volks- und
Verufszählungen in den einzelnen Ländern mit ein-
ander, so ergiebt sich folgendes Bild:
^i.