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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Interferenzspiegel - Interim
man nach 5l, so bemerkt man dem wachsenden
Wegunterschied entsprechend abwechselnde Schwä-
chung und Verstärkung. Wegen der Kleinheit der
Wellenlänge müssen a., d schmal sein und nahe an-
einander liegen, wenn die hellen und dunkeln Stellen
Abstände von sichtbarer und meßbarer Größe haben
sollen. Wegen der Zusammensetzung des weißen
Lichts aus vielen Farben ist die I. wie beim Newton-
schen Glas nur bei kleinen Gangunterschieden sicht-
bar. Würde a von einer andern Lichtquelle be-
leuchtet als d, so wäre keine I. sichtbar. Da nicht
immer dieselben Teilchen in den Flammen leuchten,
einige verbrennen, andere dafür eintreten, so ent-
stehen häusige Wechsel der Schwingungsphase. In
verschiedenen Flammen sind aber diese Wechsel von-
einander ganz unabhängig, was zu unausgesetzten
sehr rasch wechselnden Störungen der I. führt, die
deshalb nicht sichtbar ist. Die Lichter zweier ver-
schiedener Lichtquellen nennt man deshalb inko-
härent (unzusammenhängend). Die I. läßt sich auch
sehr leicht durch den Interferenzspiegel (s. d.) zeigen.
Durch die I. finden ferner die fog. Farben dünner
Platten <z. B. der Seifenblasen oder angelaufenen
Fensterscheiben), die Newtonschen Ringe (s. Newtons
Farbenglas), die ganze Klasse der Beugungs- oder
Insterionserscheinungen (s. Beugung ftes Lichts^)
ebenso wie die farbigen Ringsysteme bei der Chro-
matischen Polarisation (s. d.) ihre Erklärung.
Die I. dunkler Wärmestrahlen, die von
Lichtstrahlen nicht wesentlich verschieden sind, findet
ganz nach den Gesetzen der Lichtinterferenz statt und
wird mit Hilfe schmaler zum Auffangen der Inter-
ferenzstreifen geeigneterThermofäulen nachgewiesen.
I. des Schalles. Wenn zwei gleichtönende
Körper, von denen stets gleichzeitig gleich starke
Verdichtungen ausgehen, in ^. und L sich befinden,
so treffen diese an einem von ^ und V gleichweit
Fig. 2.
entfernten Orte 0 gleichzeitig ein und verstärken
sich daselbst. An einem Orte v, der von ^ und L
ungleichweit entfernt ist, kann die Verdichtung von
^ mit der Verdünnung von L zusammentreffen und
ausgehoben werden. Dort löfchen sich die beiden
gleichen Töne aus. Wären die beiden Töne un-
gleich hoch, von verschiedener Schwingungszahl, so
können in 0 nicht immer zwei Verdichtungen oder
zwei Verdünnungen zugleich ankommen, sondern
dies Verhältnis muß wechseln; es ergiebt sich ein
abwechselndes Ansckwellen und Erlöschen des Tones.
(S. Schwebungen.) Die I. von Schallwellen wird
ferner durch mannigfache Apparate von Hersches,
König u. a. m. dargethan, am einfachsten nach Kop-
kins (1838), wenn man ein hohles hölzernes Rohr (^
(s. vorstehende Fig. 2), das unten in zwei gleiche
Zweige v, N ausmündet, nahe über zwei gleich
große, nach einerlei Richtung schwingende Teile
(^^/ oder VV^) einer großen tönenden Platte hält,
die man durch Streichen mit einem Violinbogen
in Schwingungen versetzt, und deren einzelne Teile
durch aufgestreuten Sand als Klangsigur (s. d.)
sichtbar sind; es bildet dann der Sand oben auf
der die Rohrerweiterung überspannenden Mem-
brane eine Klangfigur, und der ursprüngliche Ton
wird verstärkt. Keins von beiden findet aber statt,
wenn das Instrument, über Teile (^L oder ^/L')
gehalten wird, die nach entgegengesetzten Seiten
hin schwingen.
Fnterferenzfpiegel, eine von Fresnel erdachte,
aus zwei ebenen, wenig gegeneinander geneigten
Spiegeln bestehende Vorrichtung. Das Licht einer
und derselben Lichtquelle, das durch Reflexion (s.d.)
an beiden Spiegeln wieder zur Durchkreuzung ge-
bracht wird, zeigt Interferenz (s. d.).
Interglacialzeit, da, wo mehrere Eiszeiten
(s. d.) stattfanden, die zwischen zwei derselben ein-
geschobene eisfreie Zeitperiode.
In ter^o stat.), auf dem Rücken, der Rückseite.
lütsrisur (frz., spr. ängterlöhr), das Innere;
in der Malerei die Innenansicht eines Zimmers,
Treppenhauses u. dgl.; es kam als besonderes Fach
der Malerei erst bei den Niederländern gegen Ende
des 16. Jahrh, in Aufnahme.
Intörim (lat.) heißen drei, auf Karls V. Wunsch
aufgestellte Formeln, die "einstweilen" sintsrini),
nämlich bis zur endgültigen Beilegung der Reli-
gionsstreitigkeiten durch ein Konzil, als Grundlage
einer Vereinigung der Katholiken und Protestanten
im Deutschen Reiche dienen sollten. 1) Das Re-
aensburger Interim. Während des Regens-
burger Reichstags 1541 traten Theologen beider
Parteien zusammen, von den Katholiken Eck, Pflug
und Gropper, von den Protestanten Melanchthon,
Bucer und Pistorius, um eine Vereinbarung betreffs
der Lehre zu treffen. Als Grundlage der Verhand-
lungen diente das von Gropper zusammengestellte
sog. "Regensbur^er Buch". Die Theologen einigten
sich zwar über emige untergeordnete Punkte, aber
die Fürsten verweigerten die Annahme. - 2) Das
Augsburger Interim. Auf dem Augsburger
Reichstag 1548 beauftragte der Kaifer die kath.
Theologen Joh. Pflug und Michael Helding und
andererseits Joh. Agricola mit dem Entwurf eines
I. In demselben wurden der Abendmahlskelch und
die Priesterweihe zugestanden, sonst aber die kath.
Lehre, wenn auch in milder Form, festgehalten.
Der Kaiser verpflichtete im Neichstagsabschied nur
die Protestanten zur Beobachtung dieses I. Von
den Fürsten widersprachen nur wenige, doch setzte
das evang. Volk dem I., von dem es hieß: "es hat
den Schalk hinter ihm", einen so energischen Wider-
stand entgegen, daß eine völlige Durchführung
namentlich in Norddeutfchland unmöglich war.
- 3) Das Leipziger Interim. Kurfürst Moritz
von Sachsen, der seine Landstände zur Annahme
des Auysburger I. nicht bewegen konnte und doch
den Kaiser durch Zugeständnisse zufrieden stellen
wollte, veranlaßte die sächs. Theologen, vor allem
Melanchthon, zu neuen Verhandlungen mit den