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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Irawadi (Division) - Irene (die Heilige)
von W. her seinen bedeutendsten, im Patkoigebirge
entspringenden Nebenfluh Kjin-dwin empfangt.
Nnweit unterhalb hat sich der Strom in drei tiefen
Schluchten den Weg durch das Gebirge gebahnt,
von denen die oberste (bis auf 45 m eng) der Dampf-
schiffahrt ein Ziel setzt. Jenseits Awa fließt der I.
in äußerst Zahlreichen Windungen südwestlich, von
Pagan an südlich. Die Breite beträgt nur 400 in,
dagegen 18 km weiter südlich, bei Thajet-mjo,
4800 m. Bei Prome beginnt die weite Alluvial-
ebene des Irawadideltas. Unter 17° 45' nördl. Br.
(145 Inn vom Meere) entsendet der I. seinen ersten
(westlichsten) Mündungsarm, der als Bassein-
fluß an der Stadt Bassein (s.d.) vorüber- und nahe
am Kap Ncgrais ins Meer stießt. Südlich von Hen-
sada fließt ein schmälerer Arm ostwärts und ver-
einigt sich mit dem Hlaingfluß (bei Rangun, s. d.);
der Hauptstrom, sich fortwährend zerteilend, erreicht
in neun Hauptmündungen die See. Der Bassein-
und der Rangunarm sind die einzigen, die von See-
schiffen befahren werden. Der I., die Lebensader
Birmas, ist für die Schiffahrt außerordentlich be-
quem und bis Vhamo für Dampfschiffe, von dort
aber, wenigstens in der Regenzeit, bis zur Grenze
der chines. Provinz Iün-nan noch für größere Prah-
men befahrbar. In neuester Zeit sind große Ein-
deichungen angelegt und werden fortgesetzt, um die
Überschwemmungen möglichst unschädlich zu machen.
Irawadi, vom Flusse Irawadi (s. d.) durch-
strömte Division in Britisch-Virma (s. Birma), er-
streckt sich von 15° 45' bis 19" 29' nördl. Br. und
von 94" 15' bis 96° 53' östl. L. und umfaßt ein
Areal v.on 43524 ykm mit (1881) 1161119 E.,
darunter 1061924 Buddhisten, 34875 Christen,
9628 Mohammedaner, 8897 Hindu und 35 746 Nat-
verehrer, d. h. Angehörige einheimischer Stämme,
welche Geister verehren. I. zerfällt in die 4 Di-
strikte Gwa, Bassein, Hensada und Thajet-mjo. Die
wichtigern Städte sind Bassein (s. d.) sowie Hensada,
Prome (s. d.) und Thajet-mjo am I. Der Charakter
der Landschaft ist im nördl. Teile wie in Pegu (s. d.);
den südl. Teil nimmt das Irawadidelta ein.
Irazü, Vulkan bei Cartago (s. d.) in Costa-Rica.
Irbis, s. Leopard.
Irbit. 1) Kreis im östl. Teil des russ. Gou-
vernements Perm, jenseits des Nral, eben, hat
10116,9 hkiu, 140050 E., Ackerbau und Viehzucht.
- 2) Kreisstadt im Kreis I., 106 km nördlich von
Kamyschlow, einer Station der Linie Iekaterinburg-
Tjumen der Uraler Bahn, an der Mündung des I.
in die Nitza, hat (1890) 5614 E., Post und Tele-
graph, drei Kirchen, Theater, Börse, Stadtbank,
einen großen Kaufhof (1842 errichtet), bedeutende
Messe. Letztere findet vom 1. Febr. bis 1. März
statt; sie wird von etwa 20000 Kaufleuten aus Ruß-
land und Asien besucht. Zugeführt wurden 1892
Waren im Werte von 34,58 Mill., verkauft für
25,47 Mill. Rubel, darunter Manufakturen aus
Rußland 11, Thee aus Asien 3,25, Rauchwaren aus
Sibirien 2,10 Mill. Rubel. 1890 hatte die Zufuhr
46,09, der Absatz 42,52 Mill. Rubel betragen. I. hat
Dampfschiffahrtverbindung mit den Städten am
Tobol, Irtysch und Ob. Es wurde 1633 von den
Tataren angelegt, die den Ort Irbejs nannten.
Später führten Entdeckungen von Eisenminen in der
Nähe russ. Ansiedler her. Die Messe besteht seit 1643.
Irchanvelz, Fluh, s. Dender.
Irchel, Molasserücken des schweiz. Hügellandes
im Kanton Zürich, nordwestlich von Winterthur bei
der Mündung des Töß in den Rhein, erreicht 681
und 696 in Höhe. Der Kamm des I. ist dicht be-
waldet, die Abhänge, namentlich gegen SW. und
SO., liefern den besten Wein des Kantons.
Irdene Waren, s. Thonwaren.
Ireland (engl., spr. eirländ), soviel wie Irland.
Irenäus (Irenaios), griech. Kirchenvater
des 2. Jahrh., einer der Hauptbegründer der alten
kath. Kirchenlehre, geborener Kleinasiat und Schüler
Polykarps von Smyrna, siedelte nach Gallien über
und wurde 178 Bischof von Lyon, wo er 202 als
Märtyrer gestorben sein soll, was indes ohne ge-
schichtliche Bezeugung ist. Die kath. Kirche feiert
sein Gedächtnis 28. Juni. Als Theolog bekämpfte
er den Gnosticismus (s. Gnosis) und brachte diesem
gegenüber mit Nachdruck den kath. Begriff der an-
geblich von den Bischöfen bewahrten apostolischen
Tradition zur Geltung. Zugleich aber verwertet er
als einer der ersten ausgiebiger den Lehrgehalt der
neutestamentlichen Schriften. Innerhalb der kath.
Kirche suchte er den Frieden aufrecht zu erhalten
und bemühte sich namentlich in dem Streite Victors
von Rom mit den kleinasiat. Kirchen zu vermitteln.
Sein Hauptwerk ist die um 180 verfaßte Wider-
legung der Gnostiker, großenteils nur in einer
schlechten lat. Übersetzung u. d. T. "^äv6r3U8 I13.6-
1-6L68" erhalten. Ausgaben von Stieren (2 Bde.,
Lpz. 1851-53) und Harvey (Cambridge 1857);
deutsche Übersetzung von Hayd (in der "Bibliothek
der Kirchenväter", 2 Bde., Kempten 1869). - Vgl.
H. Ziegler, I., der Bischof von Lyon (Berl. 1871);
Gouilloud, 8aiiit-Ir6!i66 6t 8011 t6mp8 (Lyon 1876);
Montet, 1^ i6F6nä6 ä'Ir6ii66 (1880); Kunze, Die
Gotteslehre des I. (Lpz. 1891). - Ein anderer I.,
Bischof in Syrien, erlitt im 3. Jahrh, den Märtyrer-
tod unter Diocletianus und hat zum kirchlichen
Jahrestage den 25. März.
Irene, griech. Göttin, s. Eirene. - I. ist auch
der Name des 14. Planetoiden.
Irene, byzant. Kaiserin, geb. um 752 in Athen,
seit 769 die Gemahlin des spätern Kaisers Leo IV.,
ist berühmt durch Schönheit und Geist, aber auch
durch Herrschsucht und Gewaltthätigkeit. Nach dem
Tod ihres Gemahls (780) führte sie die Regentschaft
für ihren unmündigen Sohn Konstantin VI. und
suchte als eifrige Andängerin des Bilderdienstes mit
Hilfe des Patriarchen Tarassios seit 787, in welchem
Jahre das siebente Ökumenische Konzil zu Nicäa
zusammenkam, die Herrschaft der Partei der Bilder-
feinde zu vernichten. Ihre Herrschsucht trieb sie später
so weit, ihren Sohn, der sich 790 von ihrer Bevor-
mundung losgemacht und sie beiseite geschoben hatte,
zu stürzen und sogar 797 blenden zu lassen. Einige
Jahre darauf ging Karl d. Gr. nach seiner Krönung
(800) mit dem Gedanken um, sich mit I. zu ver-
mählen und somit sein Reich mit dem byzantinischen
zu vereinigen. Die Verhandlungen waren aber noch
nicht zum Abschluß gelangt, als I. durch ihren
Finanzminister Nikephoros 31. Okt. 802 entthront
und zuerst auf die PrinZeninsel in der Propontis,
dann nach Lesbos verbannt wurde, wo sie 9. Aug.
803 starb. - Vgl. Gasquet, (üd^riemassue et 1'im-
psrati-ies Ir6Q6 (in den "^i2iigi68 äe 1a. täcults ä63
I6t,tro8 ä6 Loi'äßHux", Serie 2, 1, 1884); Phoro-
pulos^p-s^ 5 ^^al" (Lpz. 1887).
Irene, die heilige, byzant. Kaiserin, eine Toch-
ter des ungar. Königs Ladislaus' I., seit 1104
Gemahlin des Kaisers Johannes II. Komnenos,
starb 1124, nachdem sie zuletzt als Nonne in einem