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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Isabeypapier - Isar
rasse von Malmaison (gestochen von Linge"), und
andere auch geschichtlich interessante Episoden aus
dem Leben Napoleons I. und der bourbonischen
Herrscher. Von Talleyrand nach Wien gerufen,
fertigte I. daselbst die von Godefroy gestochene
schöne Zeichnung in gewischter Kreidemanier, die
alle Mitglieder des Kongresses in Bildnissen dar-
stellt. Seine fein durchgebildeten Arbeiten waren
sehr beliebt; in Miniatur, auf Porzellan, in Kreide
und in Lithographie hat er seine vornehmen Zeit-
genossen mit großer Sorgfalt wiedergegeben. Er
starb 18. April 1855 zu Paris.
Isabeypapier lspr. -beh), soviel wie Vristol-
papier ls. d.).
Isaccea, Isaktscha, Stadt im ruma'n. Kreis
Tulcea, in der Dobrudscha, rechts an der Donau,
ist schwach befestigt und zählt <1889) 3072 E.
Isafjord, Handelsplatz auf Island (s. d.).
Ifagoge lgrch.), Einführung, Einleitung in
eine Wissenschaft; Isagogik, Einleitungswissen-
schast; isagögisch, einleitend.
Isagöras, der Führer der attischen Edelleute,
die 510 v. Chr. bei dem Einmarsch der Spartaner
unter Kleomenes I. und der attischen Emigranten
unter dem Alkmäoniden Kleisthenes sich letztern zum
Kampfe gegen den Tyrannen Hippias anschlössen.
Nach des Hippias Vertreibung entbrannte heftiger
Kampf zwischen I. und Kleisthenes um die Herr-
schaft in Athen. Als daher 509 Kleisthenes dem
Demos die Hand bot und durch die Schöpfung sei-
ner neuen Organisation der zehn Phylen die Macht
der attischen Ritterschaft zu erschüttern begann, rief
I. als erster Archont im Frühling 508 die Spar-
taner zu Hilfe. Die Reaktion aber, die I. und Kleo-
menes I. damit begannen, daß sie einen neuen aus
300 oligarchischen Mitgliedern bestehenden Rat
einsetzten, und die Besetzung der Akropolis durch
spartan. Krieger trieb Bürger und Bauern von
Attika zu allgemeiner Empörung. Kleomenes mußte
nach drei Tagen die Burg und das Land der Athc-
ner räumen und hatte Mühe, I., der Attika für
immer verließ, vor der Rache des Demos zu retten.
Isaios, attischer Redner, s. Isäus.
Ifaktscha, rumän. Stadt, s. Isaccea.
Isalco oder Izalco, Vulkan in der central-
amerik. Republik Salvador, entstand 29. März 1793
nahe dem Meere und erreichte allmählich 597 in
Höhe. Seit dieser Zeit ist er mit geringen Unter-
brechungen thätig.
Isambert (spr. isangbähr), Francois Andres
sranz. Rechtshistoriker und Advokat, geb. 28. Nov.
1792 Zu Aunay (Eure-et-Loire), ein Schüler des
Grafen Lcmjuinais, wurde 1818 Advokat am Kassa-
tionshof und erwarb sich großes Verdienst durch
seinen "Kecueil F6N6i-k1 ä68 Nnci6Qii68 I018 trau-
tzaissL" (29 Bde., Par. 1821-33), wobei er mehrere
Mitarbeiter hatte. Ferner gab er heraus "^nnai68
po1itiHU68 011 mauuei du Md1ici8ts, pr6ceä663
ä'ims äi836rtÄti0ii 8iir 1e äroit pudlic 6t 1e äroit
ä68 Z6Q8" (5 Bde., ebd. 1823), den "1l5nt6 ä6 1a.
voirik" <3 Bde., ebd. 1825-30), den "Ooäe sIecto-
i-l^i st innnicipal" (2. Aufl., 3 Bde., ebd. 1831).
Unter der Restauration entschiedener Oppositions-
mann und ^esuitenfeind, knüpfte er seinen Namen an
wichtige polit. Prozesse, worüber seine interessanten
"?iHiä076i-8" (9 Hefte, 1824-28) Auskunft geben.
I. beteiligte sich lebhaft bei den Vorgängen in den
ersten Tagen der Iulirevolution und wurde 27. Aug.
1830 zum Rat am Kassationshof ernannt. Er redi-
gierte die von den 221 durchgesehene und verbesserte
Charte und trat im Okt, 1830 in die Deputierten-
kammer. Unter dem Ministerium Parier wandte er
sich wieder zur Opposition. Nach der Februarrevo-
lution von 1848 im Depart. Eure-et-Loire m die Con-
stituante gewählt, hielt er sich hier zum republikani-
schen Centrum. Er starb 13. April 1857 in Paris.
Von seinen Schriften sind noch zu nennen: "Ns-
e1l6i'c1i68 1ii8t0li(iu68 8ur 16^ 8^8t6M6 eisctorai
frHllha,i3" (ebd. 1830) und "^tat rklißisux äs lg.
^lauc6 6t ä6 i'AuropL" (2 Bde., ebd. 1843-44).
Seine "?Hnä6ct68 tr3,Qtzki868", eine Sammlung der
sranz. Gesetze u. s. w. von 1789 bis auf die neueste
Zeit, sind unbeendigt geblieben.
Isameträlen (grch.), thermisch e, nannte Dove
die Verbindungslinien aller Orte der Erdoberfläche
mit gleicher Abweichung der Temperatur eines be-
stimmten Zeitraums vom normalen Mittel.
Isandula (Isandlhana), Ort auf einer An-
höhe in der Nähe des Busfalostusses im südwestl.
Zululand in Südafrika, an der Straße nach Grey-
town. Hier erlitt 22. Jan. 1879 eine engl. Truppen-
abteilung (1600 Mann) unter Chelmsford eine
Niederlage durch die Zulu (18000 Mann).
Isanemonen (grch.), die Verbindungslinien der
Orte mit gleicher mittlerer Windstärle.
Ifanomälen (grch.) nannte Dove die Verbin-
dungslinien der Punkte der Erdoberfläche, bei
denen die Temperatur um gleich viel Grade von
der mittlern Temperatur des Parallelkreises, auf
dem der Ort liegt, abweicht. Die thermische Isano-
malie wird hauptsächlich durch den Gegensatz von
Land und Wasser bedingt. Auf der füdl. wasser-
reichen Halbkugel sind die Abweichungen von den
mittlern Temperaturen der Parallelkreise nicht allzu
groß. Ganz bedeutend erscheinen sie aber im Win-
ter auf der nördl. Halbkugel. Im Ianu<tt ist Cen-
tralasien um 20° 0., Nordamerika um 10° 0. zu kalt,
während die Luft über dem Atlantifchen Ocean zwi-
schen Island und Norwegen um 20° 0. zu warm ist.
Isar (der I85ru8 der Alten, im Mittelalter
3) sara und Isura), einer der bedeutendsten südl.
Nebenflüsse der deutschen Donau, entspringt im
Karwendelgebirge an der Sonnenspitze, nimmt
gleich darauf den von der Speckkarspitze kommenden
Laratschbach auf, durchstießt das Hinterauerthal,
nimmt dann von links den Samer-Gleiersch von
den Brandjochfpitzen und den Karwendelbach, der
fein Wasser teils von der Birkkar-, teils von der
Karwendelspitze erhält, auf. Sie wendet sich dann,
ihr Thal erweiternd, bei Scharnitz nach N. über
Mittenwald bis Krünn. Von hier an bildet sie in
nordöftl. Richtung ein Längsthal bis unter den
"Fall", eine riffige, 7 m breite Flußenge. Hier be-
ginnt das zweite, bis Tölz gehende Querthal. Nach
dem Austritt aus dem Gebirge durchfließt sie in
vorherrfchend nördl. Laufe, bald im breiten, mit
Sandbänken durchfetzten, bald im tief eingeschnitte-
nen Thale eine liebliche Landschaft bis gegen Mün-
chen. Von hier an durchzieht sie in nordnordöstl.
Richtung das Ismaninger- und Erdingermoos bis
unterhalb Moosburg, von wo sie in rein nord-
östl. Laufe über Landshut den fruchtbarsten Teil
Niederbayerns durchströmt, bis sie unterhalb Deggen-
dorf in einer Höhe von 308 m die Donau erreicht.
Ihre Lauflänae beträgt 294,5 km, sie entwässert
9039,3 hkm. Ihr Durchschnittsgefälle im Oberlauf
bis Tölz beträgt 12,9 Promille und auf der Hoch-
ebene 1,596 Promille. An Zuflüssen erhält sie rechts: