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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jalapenknollen - Jalousie
mehreremal mit Weingeist extrahiert und die fil-
trierten Tinkturen zur Wiedergewinnung des Alko-
hols, zweckmäßig unter Zusatz von etwas Wasser,
im Dampfbade destilliert werden. Das dabei zurück-
bleibende Harz wird anhaltend mit immer erneuer-
tem Wasser bearbeitet, bis das letzte Wasckwassor
farblos bleibt. Das Harz wird dann im Wasserbade
getrocknet, bis eine erkaltete Probe spröde und zer-
reiblich wird, und schließlich zu Stangen ausgerollt.
Es ist braun, aus dem Bruche glänzend, an den Rän-
dern durchscheinend, leicht zerreiblich, leicht in Al-
kohol, aber nicht in Schwefelkohlenstoff und Äther
löslich. Das I. besteht größtenteils aus Convol-
Ialapenknollen, f. Ialape. ^vulin (s. d.).
Ialapenftengel, falsche Ialape (3tii)it68
.Ia1g.M6), nicht offizinelle Drogue, die Wurzeln von
Ip0M06a 0ri2Hd6N8i8 ^6/?., kommen in verschie-
dener Dicke, Schwere und Farbe vor und sind Stücke
einer spindelförmigen Wurzel. Der Querschnitt zeigt
in Kreisen angeordnete, starke deutlich poröse Ge-
fäßbündel, die auf der Bruchfläche als Fasern her-
vortreten und die Wurzel holzig erscheinen lassen
(Unterscheidungsmerkmal von der echten Ialape).
Die I. enthalten ein Harz, das aber nicht mit dem
der Ialapenknollen identisch ist, sondern dem Scam-
moniumharz (s. d.) gleicht.
Ialapenwurzel, s. Ialape.
Ialapm, ^IIZsOis, der amorphe indifferente
Hauptbestandteil des Ialapen- und Scammonium-
harzes. Beim Kochen mit Kalilauge löst es sich zu
dem Salze der Ialap insäure, eines Glykosides,
das sich beim Erwärmen mit verdünnter Salzsäure
in Traubenzucker und Ialapinol (s. d.) zersetzt.
Falapinol, O^^O?, ein aus alkoholischer
Lösung krystallisierendes Spaltungsprodukt des Ia-
lapins (s. d.). Es wird durch Kochen mit Alkalien
in Ialapinolsäure, (^l^OI, verwandelt, die
aus Alkohol in blumenkohlartig verwachsenden
Massen krystallisiert und bei 64" schmilzt.
Iali (türk.), Meeresufer, Küste, bedeutet ins-
besondere die Uservillen am Bosporus, in denen
der Sultan, die türk. Großen, die Diplomaten
u. s. w. in den Sommermonaten residieren. Die
berühmtesten I. des Sultans sind das von Dolma-
Bagdsche (s.d.), von Tschyragän und von Bejlerbeg.
Ialima, Dorf im Togoland, f. Atakpame.
Ialisco (spr. cha-), früher Halisco, einer der
westl. Küstenstaaten Mexikos, auf einer Strecke von
665 km durch den Stillen Ocean begrenzt, entspricht
der ehemaligen Intendanz Guadalajara und bil-
dete einst mit Iacatecas das sog. Königreich Neu-
galicien (Aueva. Aalioia). I. hat auf 92919 (ikm
(1892) 1250000 E., d. i. 13 auf 1 ykm. Der größte
Teil liegt auf dem Westabhange des Hochlandes
und besteht teils aus Hochebenen, teils aus Gebirgs-
zügen. Die Ränder desselben sind als Sierra de
Nayarit und Sierra de I. bekannt. Fast ganz I.
ist vuUamsch; zu erwähnen sind der Pico Vufa,
2650 m, Pico Ceboruco, 1860 m, nahe der Küste;
an der Grenze gegen Colima (s. d.) steht der Pico
de Colima. Die Hochebene ist etwa 1200 m, ihr
Rand 2000 m hoch. Die höher gelegenen Teile sind
arm an Vegetation; die niedrigern da, wo kein
Wassermangel vorhanden ist, fruchtbar; die Küste
ist mit Waldungen bedeckt, die gutes Bauholz lie-
fern. Der einzige bedeutende, aber nicht schiffbare
Fluß ist der Rio Grande oder Tololotlan. Der ^ee
Chapala (3600 c^km) ist der größte von ganz Mexiko.
Die Bevölkerung ist großenteils im Thale des
Santiago und gegen die Ostgrenze hin zusammen-
gedrängt. Die indian. Urbewohner I.s sind ansäs-
sige kath. Ackerbauer. Landwirtschaft und Bergbau,
besonders auf Silber, sind die Hauptnahrungs-
quellen. Angebaut werden Zuckerrohr, Baumwolle
und Tabak von vorzüglicher Güte. An der lagunen-
reichen nördl. Küste wird Seesalz gewonnen. Die
Fabrikation von Woll- und Baumwollwaren ist an-
sehnlich; auch Hüte, Leder- und Töpferwaren wer-
den ausgeführt. In die Nachbarstaaten gehen Ge-
treide, Mehl, Vieh und Baumwolle. Die Bahn von
Guanajuato bis San Blas durchzieht das Land
von O. nach W. Hauptstadt ist Guadalajara (s.d.),
wichtig sind noch Tepic (s. d.) und San Blas an
der Küste. - Vgl. Varcena, UuLg^o 68tH(1i8tico äsi
68taä0 ä6 ^. (Mexiko 1888). ^(s. d.).
Iallandar, engl. Schreibung für Dschalandar
Iallieu (spr. schalllöh), franz. Ort, f. Vourgoin.
Ialmal, Haldinsel an der Küste des Nördlichen
Eismeers, zwischen der Karischen Bucht im W. und
der Obbucht im O., zum russ.-sibir. Gouvernement
Tobolsl gehörig, ist 980 km lang und im S. bis 240,
im N. bis 1401cm breit. Sie besteht ans einer großen,
sumpfigen Tundra, die stellenweife von dichtem
Strauchwerk bedeckt ist, und wird nur felten von den
Samoicden besucht (Samojedenhalbinsel).
Ialomija (spr. -mitza), linker Nebenfluß der
untern Donau in Rumänien, entspringt am Pre-
dealpaß der Transsylvanischen Alpen, fließt durch
romantifche Klamme füdwärts in das vorgelagerte
Hügelland, wendet sich bei Targovistea, wo sie die
walach. Tiefebene betritt, nach <^O. und dann
nach O. und mündet etwas unterhalb von Hirßova.
Ihre Länge ist 224 km, ihr Gebiet 11751 hkm.
Von links empfängt sie die Prahova. - Der Kreis
I. hat 7040 lilcm und (1889) 146 630 E. Haupt-
stadt ist Calarasi.
Ialon (frz.,'spr. schalöng), auch Fluchtstab,
Mehfahne, Bake genannt, ein etwa 3 m langer
^tab, der, gewöhnlich abwechselnd weiß und rot
angestrichen, "unten einen eisernen Schuh zum Ein-
stoßen in die Erde und oben oft ein kleines weiß-
rotes Fähnchen trägt, um ihn auch auf größere
Entfernung, zwischen Hecken, Sträuchern u. s. w.
sichtbar zu machen. Er dient beim Vermessen zur
vorübergehenden Bezeichnung von Punkten und
zum Abstecken von Linien; letztere Thätigkeit wird
häufig auch Ialonnieren genannt. Ialon-
neure (spr. schalonnöhre) wurden in verschiedenen
veralteten Exerzierreglements, namentlich im fran-
zösischen, Unteroffiziere genannt, die kleine Fahnen
auf dem Gewehr befestigt hatten und zur Bezeich-
nung von Richtungslinien gebraucht wurden.
Ialön (spr. cha-), Fluh in Spanien, entspringt
in Altcastilien, am Ostende der Sierra Ministra,
stießt in der Provinz Saragossa in tiefem Thale
und mündet, 1801cm lang, bei Alagon rechts in den
Ebro; der größte Nebenfluß ist der bei Calatayud
von rechts mündende Iiloca. Er ist wichtig durch
die Menge des Berieselungswassers, welches er ab-
giebt. Das Thal, schon zur Römerzeit wichtige
Verkehrsstrahe, wird jetzt von der Bahn Madrid-
Saragossa durchzogen.
Ialonneur, Ialonnieren, s. Ialon.
Jalousie (frz., spr. schalusih, "Eifersucht",
"Neid"), eine den Fenstervcrgitterungen orient.
Harems nachgebildete Vorrichtung, die entweder
als Schattenspender (an Fenstern von Wohnun-
gen und bei Gewächshäusern) oder zum Verschluß