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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jühlke (Karl Ludw.) - Juli
und zum Gartenbau') (Erf. 1865), "über die Hilfs-
mittel zur Verbesserung der landwirtschaftlichen
Kulturpflanzen" (1868), "Über die Rassenverbcsse-
rung der Kulturpflanzen" (1869), "Die königl. Gärt-
nerlehranstalt und Landesbanmschule" (Berl. 1872)
und die Herausgabe von "Schmidlins Blumenzucht
im Zimmer" (ebd. 1876; 4. Aufl. 1880).
Iühlke, Karl Ludw., Afrikareiseuder, Sohn des
vorigen, geb. 6. Sept. 1856 zu Eldena, studierte
m Tübingen, Leipzig, Heidelberg und Berlin und
wurde als Referendar in Werder und Potsdam
beschäftigt. 1884 beteiligte sich I. an der Gründung
der Gesellschaft für deutsche Kolonisation und ging
-24. Sept. nach Ostafrika, wo ihm mit Peters der
Abschluß von Verträgen gelang (s. Deutsch-Ostafri-
kanische Gesellschaft). Vom Frühjahr 1885 bis gegen
Ende 1886 war er in Deutsch-Ostafrika und erwarb
für die ueu zu gründende Kolonie Usambara, das
Dschaggaland am Kilima-Ndscharo und den Küsten-
strich nördlich von Witu bis zur Mündung des Iub.
Bei Ausführung des letztern Unternehmens wurde
er 1. Dez. 1886 in Kismaju von einem Somali
ermordet. I. schrieb: "Die Erwerbung des Kilima-
Ndscharo-Gebietes" (Köln 1886). sIude.
^nikvrrant (frz., fpr. scküif ärrang), der Ewige
Iuist, eine der ostfrief. Inseln (6 c^kin groß) in
dcr Nordsee, 12 Wn von der Küste, zwiscken Vorkum
und Norderney, gehört zum Kreis Norden des preuh.
^teg.-Bez. Aurich, hat Dampferverbindung nach
Norddeich, ein Seebad (1893: 3000 Kurgäste) mit
Warmbadeanstalt und eine Rettungsstation für
schiffbrüchige. - Vgl. Scherz, Die Nordfeeinsel I.
und ihr Seebad (2. Aufl., Norden 1893).
Iuiz de Fora (spr. schnihs), früher Parahy-
buna, Stadt im brasil. Staate Minas Geraes, an
der Eisenbahn Rio-Ouro-Preto, in 750 m Höhe, hat
etwa 8000 E., Ziegelei, Kaffeehandel. ^Mus.
Iujuben (frz. ^ud68, fpr. schüschübb), s. ^i^)--
Iujuy(spr. chuchmh). 1) Die nordwestlichste Pro-
vinz der südamcrik. Provinz Argentinien, grenzt
im N. und W. an Volivia, im S. und O. an die
Provinz Salta und bedeckt 45286 <i1<in mit (1892)
60000 E. Das mitten in den Cordilleren gelegene
Land ist sehr gebirgig. Der dritte Teil wird durch
eine 3500-3800 in hohe dürre Hochebene gebildet,
die Puna von I., von schncetragenden Gebirgs-
ketten (Sierra de Cachi) durchzogen, welche im
Cerro Aguilar 5500 ni Höhe erreicheu. Der Paß
Abra de los Cortaderos führt von der Puna nach
dem Thale des Rio Grande de I. oder Rio San
Francisco, welches den Osten der Provinz ein-
nimmt und 1300-3000 in hoch liegt. Paläozoische
Gesteine setzen die Gebirge zusammen, Salzseen
lLaguua de los Pozuelos, de Guyatayok) sowie
Asphalt und Petroleum, auch sehr reiche, aber nicht
ausgebeutete Metalllager finden sich. Viehzucht ist
die wichtigste Beschäftigung der Bewohner, daneben
Ackerbau. 1889 wurden 89 855 Rinder, 22 896
Pferde und 617 803 Schafe gezählt. Die Provinz
zerfällt in 13 Departements. - 2) San Salvador
de I., die Hauptstadt der Provinz, rechts vom Rio
Grande de I., in 1301 m Höhe und Endpunkt der
Eisenbahn von Cordoba, hat etwa 5000 E., ein
Nationalcolleg, eine Filiale der Nationalbank. Han-
del mit Volivia in Maultieren, Eseln, Mais und
Chicha. Fieber sind häufig.
Iuk, Iuik, Jux, eine Summe von 100000
Aspern oder 833^" türk. Piastern, demnach in Gold
-- 8^ UM. Lire ^ 153,803 M.
Brockhalls' Konvcrsations-Lcxikon. 14. Aufl. IX.
Fukagiren, Nomadenvolk im nordöstl. Sibirien,
am Nördlichen Eismeer, vom Fluß Iana bis zur
Tschaun-Bucht, gehört zu den Hyperboräern (s. Asien,
Bd. 1, S. 985a), nach anderer Einteilung zu der
nördlichen gemischten Gruppe der mongolenähnlichen
Völker (s. Tafel: Afiatifche Völkertypen,
Fig. 1). Die I. nennen sich fclbst Andondomni
("Menschen"), gehören der russ. Kirche an, leben von
Renntierzncht, Jagd und Fischfang', ihre Zahl be-
trägt höckstens 1000. Die Sprache steht in keinerlei
verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Jakuten
(im W. und S.) und den Tschuktschen (im O.>. -
Vgl. die Ethnographie Ruhlands nach I. F. Rittich
(in Petermanns "Geogr. Mitteilungen", 1877-78).
Iuton (engl. 3)ukon), seltener Kwichpack, in
seinem Oberläufe auch Lew es genannt, Hauptstrom
Alaskas in Nordamerika, entspringt in den Küsten-
gebirgen von Britisch-Columbia und mündet nach
einem 3570 km langen Laufe in den Norton-Sund
des Beringmeers. Obschon die Umgebung Hunderte
von Kilometern weit vor seiner Mündung während
der eisfreien Zeit Tundrencharakter annimmt und der
I. zur Schiffabrt untauglich ist, bildet er wegen seines
Fiscbrcichtums eine Hauptbedingung für die Existenz
der Vevölkernng. An den Mündungsstellen seiner
Hauptnebenflüffe liegen die Handelscentren. Das
Stromgebiet bedeckt 857000 hkm.
Iukundität (lat.), Annehmlichkeit.
Iul, f. Iultlapp.
Fulap (arab.; frz. und engl. ^ulep; latinisiert
Mlapluin), ein kühlendes Getränk, das in Eng-
land und namentlich in Amerika besonders beliebt
ist. Man bereitet hauptsächlich Pfefferminz- und
Ananas-Iulep. Früher nannte man I. auch eine
Arzneiform von dünnerer Konsistenz als der Saft.
Iulbock, Iuleber, Iulfest,Iulgrütze, f. Iul-
klapp.
Iülg, Beruh., Philolog und Sprachforscher, geb.
20. Aug. 1825 zu Ringelbach im Großherzogtum
Baden, studierte 1844-48 zu Heidelberg und Berlin
Philologie und vergleichende Sprachforschung, war
1848-51 in Heidelberg, Freiburg und Rastatt Gym-
nasiallehrer, wurde 1851 außerord. Professor der
klassischen Philologie in Lemberg, 1853 ord. Pro-
fessor an der Universität zu Krakau und 1863 zu
Innsbruck, wo er 14. Aug. 1886 starb. Von I.s
wissenschaftlichen Publikationen sind die wichtig-
sten: Die Neubearbeituug von I. S. Vaters "Lit-
teratur der Grammatiken, Lexika und Wörtersamm-
lungen aller Sprachen der Erde" (2. Aufl., Verl.
1847), "Die Märchen des Siddhi-kür" (Lpz. 1866),
"Mongol. Märchen" (Innsbr. 1867), "Mongol.
Märchensammluna. Mongolisch und deutsch" (ebd.
1868; die deutsche Übersetzung auch besonders:
"Mongol. Märchen", ebd. 1868), "über Wesen und
Aufgabe der Sprachwissenschaft" (ebd. 1868), "Die
gricch. Heldensage im Widerschein bei den Mon-
golen" (Lpz. 1869), "0n tk6 pi-686nt 8tat6 ok Non-
T0Ü5M i'686ai-di6L" (Lond. 1882). Sein handschrift-
licher Nachlaß ist für die königl. Bibliothek in Ber-
lin erworben worden.
Juli (Julius), der siebente Monat des Jahres,
mit 31 Tagen, war nach der alten Zeitrechnung der
Römer, die ihr Jahr mit dem März begannen, der
fünfte; er hieß daher Huintili8, bis er zu Ehren des
Julius Cäsar, der in diesem Monat geboren ward,
seit 45 v. Chr. den gegenwärtigen 3tamen erhielt.
Nack andern steht der Name mit der Sonnenwende
in Beziehung, wie das Iulfest nordischer Völker.
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