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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Junot; Junta; Jupe; Jupĭter

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Junot - Jupiter

umschließt, und aus einer Saugpumpe, vermittelst deren der ganze Behälter mehr oder weniger luftleer gemacht werden kann.

Junot (spr. schünoh), Andoche, Herzog von Abrantes, franz. General, geb. 23. Okt. 1771 zu Bussy-le-Grand (Côte-d'Or), studierte Rechtswissenschaft, wurde beim Ausbruch der Revolution Soldat und lenkte bei der Belagerung von Toulon 1793 die Aufmerksamkeit Bonapartes auf sich, der ihn zu seinem Adjutanten machte. Als solcher folgte er ihm 1796 nach Italien, 1798 und 1799 nach Ägypten und Syrien. 1800 wurde er Kommandant von Paris, 1804 Generaloberst der Husaren und Großoffizier der Ehrenlegion. 1805 war J. Gesandter in Lissabon, doch begab er sich von dort zur Armee nach Deutschland, zeichnete sich bei Austerlitz (2. Dez. 1805) aus und wurde 1806 zum Gouverneur von Paris ernannt. 1807 erhielt J. den Befehl über ein bei Salamanca zur Besetzung Portugals gebildetes Korps und erreichte mit diesem unter den größten Schwierigkeiten 1. Dez. Lissabon, wofür er den Titel eines Herzogs von Abrantes erhielt. Bei Vimeiro von den Engländern geschlagen, mußte J. 30. Aug. 1808 die Kapitulation von Cintra abschließen und das Land wieder räumen. Auch später zeigte er sich seinen Aufgaben nicht gewachsen und verfiel schließlich in eine Geisteskrankheit, wurde nach Montbard (Côte-d'Or) gebracht und starb dort 29. Juli 1813.

Junta (spr. chun-), d. i. Vereinigung, in Spanien jede zur Erledigung irgend einer politischen oder Staatsangelegenheit zusammengetretene oder niedergesetzte Versammlung. Ehedem nannte man so vorzugsweise die eigenmächtig zusammengetretenen Versammlungen der Volksrepräsentanten und mitunter auch die ordentlich einberufenen Cortes selbst. Karl II. ernannte aus Staatsmännern eine Große J. zur Bestimmung der Kompetenz der Inquisition.

Am berühmtesten ist die von Napoleon I. 1808 nach Bayonne zusammenberufene J. sowie die von den aufständischen Spaniern gebildete Centraljunta mit ihren Provinzialjunten. Durch die im Juli 1876 unter Alfons XII. erfolgte Aufhebung der bask. Fueros (s. d.) hat die sog. Junta foral, der die Wahrung der Sonderrechte der Baskenländer oblag, ihre Bedeutung verloren.

Junta oder Junti, Buchdruckerfamilie, s. Giunta.

Jupe (frz., aber arab. Ursprungs, spr. schüp), Frauenrock von der Hüfte bis zu den Füßen (ein Frauenkleid besteht aus Taille und J.); J. de dessous (spr. -suh), Anstandsrock, Unterziehrock unter die Krinoline. J. ist desselben Ursprungs wie das deutsche Joppe, welches jetzt nur noch einen bequemen kurzen Rock für Männer (besonders in Bayern und Tirol) bezeichnet.

Jupĭter (astron. Zeichen ♃), der größte Planet unsers Sonnensystems; übertrifft an Masse und Volumen alle andern Planeten zusammengenommen. Seine mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 5⅕ Erdbahnhalbmesser oder 771 Mill. km, die Excentricität 0,04825; in seiner Sonnenferne (Aphel) steht J. daher 808 und in seiner Sonnennähe (Perihel) 734 Mill. km von der Sonne ab. Die Neigung seiner Bahn gegen die Erdbahn beträgt nur 1° 18', 7. Seine Entfernung von der Erde schwankt zwischen 583 und 959 Mill. km, sein scheinbarer Äquatordurchmesser zwischen 31" und 51". Der wahre Äquatordurchmesser beträgt 142500 km, ist also 11mal größer als der der Erde; seine Masse ist 1048mal kleiner als die Sonnenmasse ^[Spaltenwechsel] und 309mal größer als die Erdmasse, seine Dichte 1,4, also etwa ein Viertel der irdischen; die Rotationsdauer beträgt 9<sup>h</sup> 55<sup>m</sup> 34<sup>s</sup>, seine Abplattung ein Sechzehntel. Die Umlaufszeit des J. beträgt siderisch 4332 Tage 14 Stunden, tropisch 4330 Tage 14 Stunden, synodisch 399 Tage. Letzteres ist also die Zeit, die im Mittel zwischen zwei aufeinander folgenden Oppositionen verfließt. Nach den neuesten Bestimmungen betragen die Durchmesser des J. in seiner mittlern Entfernung 38",4 und 35",6. Die Neigung seines Äquators gegen die Ekliptik beträgt nur 3° 6', der Wechsel der Jahreszeiten verschwindet auf dem J. daher fast ganz. Die Existenz einer dichten Atmosphäre ist durch mehrfache Beobachtungen nachgewiesen.

Dem bloßen Auge fällt der J. durch sein rein weißes Licht auf; im Fernrohr gesehen zeigt er mehrere dunkle, dem Äquator parallele Streifen, die sich aber rasch ändern und oft schon innerhalb 24<sup>h</sup> ein verändertes Aussehen zeigen. Ferner hat man oft helle Flecken, 1878 auch einen deutlich rot gefärbten Fleck auf dem J. wahrgenommen, der mehrere Jahre lang sichtbar blieb. Man muß annehmen, daß dies dampf- oder wolkenförmige Gebilde in der Atmosphäre sind. Wahrscheinlich besitzt der J. im allgemeinen kein eigenes Licht; jedoch ist es nicht ausgeschlossen, daß einzelne helle Flecke auf ihm zeitweilig eigenes Licht entwickeln. Seine Albedo beträgt 0,62. Jedenfalls steht der Entwicklungszustand des J. dem der Sonne weit näher als dem der Erde.

In seinem Laufe um die Sonne wird er von fünf Monden begleitet, von denen vier bald nach Erfindung des Fernrohrs fast gleichzeitig von Simon Marius und Galilei entdeckt wurden, während die Entdeckung des fünften, dem J. nächsten, erst am 9. Sept. 1892 Barnard mit dem großen Refraktor der Lick-Sternwarte gelang. Die vier äußern Monde sind schon in schwachen Fernröhren sichtbar, der innerste aber ist nur mit den mächtigsten Fernröhren und auch dann nur mit Mühe wahrnehmbar. Da ihre Bahnen fast mit der Ebene der Ekliptik zusammenfallen, so scheinen sie immer nahezu in einer geraden Linie zu stehen. Ihre Abstände vom J. betragen 2⅓, 6, 9⅔, 15⅓, 27 Halbmesser des J., ihre Umlaufszeiten ½, 1¾, 3½, 7⅛ und 16⅔ Tage. Ihre Durchmesser liegen etwa zwischen 3400 und 5800 km; der des innersten Mondes entzieht sich jeder Schätzung. Die vier innersten Monde werden bei jedem Umlauf, der fünfte in der Regel verfinstert. Diese Verfinsterungen hat Olaus Römer 1675 benutzt, um die Geschwindigkeit des Lichtes zu bestimmen; sie bilden auch ein bequemes, aber wenig sicheres Mittel zur geogr. Längenbestimmung. Für die Bewegungen dieser Monde sind von Laplace folgende Gesetze aufgefunden worden: 1) Für jede Epoche ist die Länge des ersten (innersten), vermehrt um die doppelte Länge des zweiten und vermindert um die dreifache Länge des dritten, gleich 180°. 2) Die mittlere siderische Bewegung des ersten, vermehrt um die doppelte des zweiten, ist für jeden Zeitraum gleich der des dritten Mondes. Hieraus folgt, daß nie alle Monde zugleich verfinstert werden können. Vorausberechnungen für die Verfinsterungen der Jupitermonde, welche Erscheinungen man als Jupiterphänomene bezeichnet, werden regelmäßig im Nautical Almanac veröffentlicht. (S. Sonnensystem und die dazugehörige Tafel.)

Jupĭter (Juppiter), der italische Himmelsgott, entsprechend dem griech. Zeus (s. d.), ist bei den