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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jus protimiseos - Justi
?U3 prot!nii3S08 llat.), s. Vorkaufsrecht.
5us pudlioiiin (lat.), öffentliches Recht.
5us ^nao3itiiin (lat.), das von einer Person
bereits erworbene Recht, im Gegensatz zu der Befug-
nis, gemäß der bestehenden Gesetze durch Herbei-
führung oder Benutzung eines den gesetzlichen Be-
stimmungen entsprechenden Tbatbestandes ein Recht
zu erwerben. (S. Erworbene Rechte.)
5^3 rboa.üsQtia.s (lat.), s. Fallreckt.
^U8 rslornianät (lat.), das im Westfälischen
Frieden (1648) den Landesherren zuerkannte Recht,
das Religionsbekenntnis ihrer Unterthanen zu be-
stimmen. Später verstand die Theorie unter ^. r.
das Recht des Landesherrn, über die Zulassung einer
Religionsgesellschaft zu entscheiden, welches als ein
- Teil des ^U8 circa, ^ci-g. betrachtet wnrde. Heute
hat der Begriff keinerlei positiven Wert mebr.
Hn8 retor3iöni3 (lat.), Vergeltung^recht (s.
Retorfion).
5n3 rsvolutiöniZ (lat.), s. Fallrecht.
"7vt>>-F., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung für Antoine Lanrent de Iussieu is. d.).
Fussieu (fpr. schüssiöh), eine franz. Familie, die
cine Reihe berühmter Botaniker zählt. Der erste war
Antoinc de I., geb. 6. Juli 1680 zu Lyon, gest.
22. April 1758 zu Paris. Von botan. Reisen in
Spanien und Portugal 1716 zurückgekehrt, trat er
als Schüler und Nachfolger Tonrneforts am Vota-
nischen Garten zu Paris auf und betleidcte die botan.
Professur bis zu seinem Tode. Außer mehrern Ab-
handlungen gab er eine neue Auflage von Tourne-
forts "Iii3titmi0ii68 i'oi uei'dai'iks" (Par. und Lyon
1719) heraus. Nach feinem Tode erfchien der "Iraiti:
cle" vertu8 cl63 p1llnt08" (Nancy 1771; Par. 1772).
Sein Bruder, Bernhard de I., geb. 17. Aug.
1699 zu Lyon, gest. 6. Nov. 1776 zu Paris, studierte
Medizin, wurde 1720 zu Montpellier Doktor und
wandte sich der Botanik zu. 1758 wurde er Aufseher
des Gartens von Trianon, den er nach einer natür-
lichen Anordnung der Pflanzen einrichtete. Damit
gab er die Anrcgnng zur Aufstellung eines natür-
lichen Pflanzensystems, des sog. Iussieuschcn
Systems (s. Botanik, Bd. 3, S.352d, und Syste-
matik), das von seinem Neffen Antoine Laurent de I.
ausführlicher begründet wnrde.
Der jüngste Bruder, Iofcph deI., geb. 3. Sept.
1704 zu Lyon, gest. 11. April 1779 zu Paris, hatte
ursprünglich Medizin studiert, wendete sich aber der
Mathematik zu und schloß sich als Botaniker der
Expedition an, welche Maurepas zum Behuf der
Gradmessung unter dem Äquator 1735 nach Quito
abgehen ließ. Nährend ihrer Dauer zu ärztlichen
Leistungen genötigt, blieb er nach ibrem Schlüsse
allein in Peru zurück, um zu botanisieren, bereiste
die Cordillcren bis Potosi, wurde aber, als er in
Lima sich einzuschiffen verfuchte, von den Spaniern
gewaltsam zurückgehalten und zu Ingenieurdienstcn
gezwungen. Er verfiel in Geisteskrankheit; 1771
kehrte er in sein Vaterland zurück, ^eine Samm-
lungen gelangten nach Paris.
Antoine Laurent dc I., Nesfc des vorigen,
geb. 12. April 1748 zu Lyon, hatte ursprünglich
Medizin studiert, bekleidete aber 1770-85 eine Pro-
fessur der Botanik zu Paris. Seit 1773 Mitglied
der Akademie, 1777 zum Direktor des Votanischen
Gartens ernannt, wirkte er uuter Ludwig XVIII. als
Professor der Arzneimittellehre und als Professor der
Botanik. Er starb 17. Sept. 1836 zu Paris. Von
ihm wurde zuerst das von Bernhard de I. aufgestellte
System bekannt gemacht und zur brauchbaren Klassi-
fikation weiter ausgebildet. Seine Hauptwerke sind
"(^6N6i'3> piantHiuin 8ecunäuin oi'äin63 iilUui-ai^
c!i8p08itÄ" (Par. 1789), "?rincip63 äs la niLtlioä"
Nllwi'6116 ä63 v6Z6tHux" (ebd. 1824); außerdem ver-
öffentlichte er ausgezeichnete kleine Abhandlungen
über einzelne Familien und Gattungen in den "Äe-
111011-68" der Parifer Akademie oder in den "^n-
nai63 äe8 3Ci6NC63 Nlltui's1l68".
Sein Sohn, Aorien de I., geb. 23. Dez. 1797
zu Paris, war seit 1826 Professor der Botanik am
^ai äin ä68 ?1ant68 und Mitglied der Akademie und
starb 29. Juni 1853. ^ii88u, auf Befehl.
Iussion ilat.), Befehl; jussrv, befehlend;
Fu8 St2.M1a.0, f. .In3 6INP01-Ü.
5ns striotnni, f. Prätorisches Recht.
Iussuf larab.), Joseph.
^U38II8 (lat.), Befehl, Ermächtigung. Wer auf
Ermäcktiguug des Hausvaters, welche entweder dem
Dausfohu oder dem Dritten erklärt war, mit dem
Hanssohn kontrahierte, hatte bei den Römern gegen
den Vater die ".clio liuoä^u83u, deren es bedürfte,
weil der Haussohn durch seinen Kontrakt zunächst
nur sich verpflichtete. Nach dem Princip der freien
Stellvertretung haftet heute der Vater in solchem
Falle dem Dritten direkt.
Just (vom frz. ^U8t6), eben, gerade, genau, früher
auch adjektivisch gebraucht im Sinne von: richtig,
so wie es sein soll.
^nsta. 02.U82. (lat., "gerechter Grund"), s. (^uza,.
5n8 t2.1iönis (lat., "Recht der Vergeltung"),
s. Talion. Iviel wie just (Adverbium).
Iustament (Iustamente, frz. .ju8t6M6nt), fo-
^U8t2noorp3 (frz., fpr. schüstokohr), ein von
beiden Geschlechtern getragenes Mieder, das nach
1640 in Frankreich in Mode kam. Für den Mann
bezeichnete zur Zeit Ludwigs XIV. ^. das über der
Weste getragene Kleidungsstück, war also gleich-
bedeutend mit Rock. Ludwig XIV. schuf 1664, um
eine neue Einnahmequelle zu haben, das .1. ü.drovet.
Iuste, San, f. Geronimo de San Uuste.
^U8to-iui1ion (frz., spr. schüft miliöh), die rechte
Mitte, ein nach der franz. 'Revolution von 183")
vielgebrauchtes Echlagwort, womit man bald im
guten, bald im böfen Sinne das polit. System Ludwig
Philipps bezeichnete. Das Wort kommt zuerst in
Pascals <c?6U8^6s 8ur I". i-eiiZioii" (3,3) vor.
Iusti, Ferdinand, Orientalist, geb. 2. Juni 1837
zu Marburg, studierte daselbst und zu Göttingen
Sprachwissenschaft, habilitierte sich 1861 in Mar-
burg, wo er 1865 zum außerord. und 1869 zum
ord. Professor für vergleichende Grammatik und
german. Philologie ernannt wurde. Er schrieb ein
"Handbuch der Zendsprache" (Lpz. 1864), dem sich
eine kritische Ausgabe des "Vundehesch", mit Glossar,
anschloß (ebd. 1868), ein "vietionnaii-o kuräo
t'i'aii^is" (Petersb. 1879; mit Venutzuug der kur-
dischen Sammlungen des russ. Konsul Shaba ^srz.
Iabai), eine "Geschichte des alten Persicns" (Berl.
1879), "Kurdische Grammatik" (ebd. 1880), "Ge-
schichte der orienr. Völker im Altertum" (ebd. 1884).
ter
uud
tierte sich 1860 in Marburg mit der Schrift "Die
ästhetischen Elemente in der platonischen Philo-
sophie" (Marb. 1860) und wurde 1867 zum außei>
ord., 1869 zum ord. Professor der Philosophie da-
selbst ernannt. Sein Hauptwerk ist: "Ninckelmann,