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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kassu - Kasten
gänzlich zerstört und bat sich seitdem uie wieder er- !
holt. Die Schlacht bei K. 1578 scheint 10 km süd-
östlich von^Ara'isch am Wadi Muksen geliefert zu ^
^evu. (S. Sebastian.) !
Kassu, s. Katechu. , ^
Kassuben (spr^ kasch-), ein slaw. Staunn, der in
Westpreußen die Kreise Putzig, Neustadt, Danziger
Höhe, Karthaus, zum Teil auch die Kreise Berent,
Konitz und ^chlochau bewohnt; in Pommern Teile
der Kreise Bütow, Lauenburg und Stolpe. Die
Zahl der K. wird sehr verschieden angegeben, nach
den höchsten Angaben beträgt sie 170 000. Die
Sprache ist dem Polnischen im wcitcrn Sinne zu-
zurechnen; sie bildet den Übergang von den ost-
lechischen (eigentlich poln.) Mundarten zu den west-
lcchischen, d. l). den in Pommern, Mecklenburg,
Holstein ausgcstorbenen slaw. Dialekten, und weickt
vom Polnischen im engern Sinne stark ab. Am
eigentümlichsten ist die Mundart der sog. Kabatken
und Slovinzen Zwischen dem Unterlauf der Flüsse
Lupow und Leba am Garda- und Lebasce. Die
Sprache der letztern ist dargestellt von Hilferding,
Überreste der Slawen an der Südküste der Ostsee
irussisch, im "1^tn0.^rilüc63i(i^ ädorni^" der kaiserlich
russ. Geographischen Gesellschaft, Bd. 5, Petersb.
1862). Gramniatik des Kassubischen von Cenova
(Posen 1879); Wörterbücher: Poblocki, sw^nik
l(Ä82ud3^i (Kulm 1887); Viskupski, Zto^vniic 1<a3^ud-
kki ^oixnvn^vc^^ Warschau 1892); Namult, 3to
iKrakau 1893), enthält auch cthnogr., dialekto-
logische und grammatische Mitteilungen. Außer
einigen unbedeutenden Büchelchen von Cenova und
einigen dürftigen Aufzeichnungen von Liedern ist
teine Litteratur in der Sprache vorhanden. - In
Urkunden von 1267 und 1291 kommen die K. in
dem Titel der Herzöge Varnim I. und Voguslaw
zuerst vor, die sich Herzöge der K. und Wenden (Onx
^Ikvoi-mn ot 0^88^1)16) nennen. Von den pommer-
schen Herzögen beibehalten, ist der Titel später in
den kurfürstlich brandenburgischen übergegangen und
wird noch jetzt in dem großen und kleinen Titel der
Könige von Preußen aufgeführt.
Kastalia, eine dem Apollon geweihte Quelle
<Kastalische Quelle) in Delphi (s. d.), unmittel-
bar vor dein Eingänge in den Peribolos lheiligen
Bezirk) des Apollotempels, die noch jetzt mit reicher
Wasserfülle am Fuße der steil aufsteigenden, von
den Alten Phädriaden genannten Felswände des
P^n^ios, etwas östlich von dem Dorfe Kastri, her-
vorsprudelt. - K. heißt auch die Nymphe des Quells.
Kastammli^beidenTürkenK ast am bul, Haupt-
stadt des das alte Paphlagonien und das östl. Bithy-
men einschließenden türk. Wilajets K. (50000 hicm,
1 Mill. E.) im nördl. Kleinasien, 80 lim im S. der i
Küste, an einem Quellbach des Gök-Irmak, ist aus !
Holz erbaut, hat 33000 C., Türken und Griechen,
Ackerbau, Viehzucht, Weberei, Färberei, Handel, z
Kastanie, s. Edelkastanie und Roßkastanie. !
Kastanienbaum, australischer, s. ^a8tHN0' !
s^6lIUUI11. !
Kastanienpilz (Loi6w8 ca>;wn6U8 ^3it?/.), ein >
eßbarer Pilz aus der Gruppe der Basidiomyceten '
(s. d.), mit rotbräunlichem, kaum singerhohem Stiele, !
der am Grunde etwas knollig verdickt ist. Der Hut z
ist kastanienbraun und mit einem feinen Haarfilz !
bedeckt. Die Röhrchen auf der Unterseite des Hutes !
sind anfangs weiß, später graugelblich. Das Fleisch i
ist wohlschmeckend und von weißer Farbe, bleibt!
Artikel, die man untcr K d?rm
auch beim Bruche rein weiß. Der K. wächst in
hellen Laubwäldern im Herbst, ist aber selten.
Kästchen mit Wertangabe, s. Postgeldsendun-
Kaste, s. Kasten. >gen.
Kasteien (vom lat. cH3tiß^i'6, züchtigen, gei-
ßeln), zur Unterdrückung sinnlicher Begierden für
sein Seelenbeil sich Vußübungen auferlegen.
Kastel am Rhein, auch C aste l, Stadt im Kreis
Mainz der Hess. Provinz Rheinhessen, rechts des
Rheins, unterhalb der Mainmündung der Stadt
Mainz gegenüber und mit dieser durch eine Brücke
und eine Dampsfäbre verbunden, an der Linie
Frankfurt-Wiesbaden der Prenh. Staatsbahnen,
hat (1890) 7521 E. (Garnison s. Mainz), Post zwei-
ter Klasse, Telegraph; Cementfabrik, chem. Fabrik,
Flöherei, Schiffahrt sowie bedeutenden Handel mit
Wein, Holz und Kohlen. Die Stadt bildet mit ihren
starken Werken den Brückenkopf der Festung Mainz.
K. ist röm. Ursprungs und steht an der Stelle des
röm. Qrtes (/a^teiium Nnttiacoruin. - Vgl. Becker,
(^8teUum ^IlUtwcoi-nm (Wiesb. 1863).
Kaftöll llat. ca3t6l1nm), Name für die kleinern
permanenten Befestigungen der Römer, teils im
Sinne von Stützpunkten längerer Grenz- oder Etap-
penlinien, teils Kernpunkte allsgedehnter Befesti-
gungsanlagen im Sinne der heutigen Vastione.
Im Mittelalter auch sür selbständige Befestigungen
gebraucht, aucb in der Bedeutung von Citadelle.
Kastellan llat.), Aufsichtsbeamter einesSchlosses,
Palais u. s. w., auch Wirtschaftsbeamter einer Er-
dolungsgeiellschaft. K. war im Mittelalter eine
Würde, die, von der Stellung eines Befehlshabers
einer Burg (c^tsilum) ausgehend, sich verschieden
entwickelte. In Flandern und Frankreich gab es
Gebiete, mit deren Besitz der Titel eines K. (Cha-
telain) verbunden war. Sie übten die Civil- und
Militärgewalt, bis sie später beschränkt wurden. In
Deutschland waren die K. entweder Reichsbeamte
(Burggrafen) oder fürstl. Dienstleute, welche den
Oberbefehl führten und in der Burg oder Stadt so-
wie in dem dazugehörigen Gebiete eine bestimmte
Gerichtsbarkeit verwalteten. In Polen hat sich diese
Würde länger als in andern Ländern erhalten.
Auch hier hatten K. anfangs die Aufsicht über die
Burgen (c<i3t6Nll. ^067)/sowohl ln Rücksicht auf
das Kriegswesen wie die Gerichtsbarkeit, später
aber nur das richterliche Amt, und zuletzt verblieb
ihnen noch als hauptsächliche Verpflichtung der Be-
fehl über das militär. Aufgebot ihrer Kreise. Seit
dem 16. Jahrh, bildeten die K. nebst den Wojwoden
und Bischöfen den Senat.
Kastelloryzo, tleinasiat. Stadt, s. Me'is.
Käftelmauer, s. Isolierschichten.
Kasten, vollständig abgeschlossene erbliche
Stände. Der Name ist portugiesisch (ca3ta, d. i.
Gattung, Stamm) und wurde zuerst von den portug.
Eroberern Ostindiens für die in diesem Lande herr-
schende Einteilung des Volks in solche erbliche
stände gebraucht. Mit der Nebenbedeutung des
Mißbräuchlichen wird dieser Ausdruck auch auf die
erblichen Stände in Europa angewendet, obwohl
diefen das Merkmal der vollständigen Abgeschlossen-
heit abgeht. Insolge dieser Übertragung gebraucht
man das Wort Kastengeist zur Bezeichnung des
in gewissen Ständen und Korporationen herrschen-
den ausschließenden Geistes. Die Kasteneinteilung
geht bei den Völkern der Alten Welt über die ge-
schichtliche Zeit hinaus. Nicht unwahrscheinlich ist
es, daß di? verschiedenen K. anfällglich verschiedene
ißt, sind unt.'r C aufzusuchen.