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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kondensator - Konditionierung
ist unterhalb noch mit einem Rückschlagventil ver-
sehen, welches das Zurücktreten des Wassers verhin-
dert; außerdem ist der Apparat mit einem Probier-
hahn 6 und einem Lufthahn 61 ausgestattet. Ost wird
der Kondensationstopf noch mit einer Vorkammer
verbunden, sodaß das eintretende Kondensations-
wasser erst diese und ein in derselben befindliches Sieb
passieren muß, um von allen ihm etwa beigemischten
Unreinigkeiten befreit zu werden. Eine zweite Art der
K. mit Schwimmer ist derart eingerichtet, daß mit dem
letztern ein von demselben abhängiger Wasferabftuß-
hahn in Verbindung gebracht ist, der sich öffnet, wenn
der Schwimmer über eine gewisse Wasserstandshöhe
hinausgeht, dagegen geschloffen ist, wenn sich nur
wenig Wasser im Apparat befindet. Ein solcher Ap-
parat empfiehlt sich in Fällen, wo das Wasser nicht
über das Niveau des Kondensationstopfes gedrückt
zu werden braucht, sondern frei ablaufen kann.
Kondensator (neulat.), eine bei Dampfmaschinen
(s. d.) vorkommende Einrichtung, den aus dem Cy-
linder austretenden Dampf niederzuschlagen, zu
kondensieren, um dadurch im K. und Cylinder auf
der Seite des Kolbens, die mit dem K. in Verbindung
steht, ein möglichst vollkommenes Vakuum zu erzeu-
gen und durch Verringerung des Gegendruckes auf
den Kolben eine entsprechende Menge Arbeit mehr zu
gewinnen als beim Austritt des abgehenden Dam-
pfes ins Freie. Die Kondensation kann dabei auf
zweierlei Weise geschehen. Bei der ersten Art läßt man
den Dampf in einen Raum eintreten, in den man ihm
entgegen einen Strahl kalten Wasfers fein verteilt
einspritzt. Die Erfindung dieses Einspritzkon-
densators rührt von Watt her. Das kalte Wasser
nimmt die Dampfwärme auf und wird mit dem
Kondenswasser zusammen, ungefähr 40-50° d
heiß, durch eine von der Dampfmaschine getriebene
Pumpe (Kondensator- oder Luftpumpe) samt der
im Dampf und Einfpritzwasser enthaltenen Luft
entfernt. Benutzt man dieses heiße Wasser als
Spcisewasser sür den Kessel, so läßt sich ein Teil der
Wärme, die sonst im Auspuffdampf verloren ge-
gangen wäre, wiedergewinnen.
Auf eine zweite Art geschieht die Kondensation
so, daß man den Dampf an mit kaltem Wasser ge-
kühlten Flächen vorbeistreichen läßt (O b e r f l ä ch e n -
kondensator). Dabei geht der Dampf durch ein
System von Röhren, die von kaltem Wasser um-
strömt werden, oder man läßt umgekehrt das Kühl-
wasser durch die Röhren fließen und den Dampf
von außen an die Röhren herantreten. Hierbei
hat man gegen die Einfpritzkondensatoren den
Vorteil, daß sich das Kondenswasser nicht mit dem
Kühlwasser mischt. Aus diesem Grunde sind die
Oberflächenkondensatoren bei Maschinen für See-
dampfer ausschließlich in Anwendung, da hier
das Kondenswasser wieder in die Kessel gespeist
werden und als Kühlwasser das Seewasser dienen
muß, welches als Speisewasser untauglich ist. Das
Kühlwasser wird durch ein in der Echiffswandung
befindliches Ventil mittels einer Pumpe (die Cirlu-
lationspumpe) durch den Oberflächenkondenfator
getrieben, wo es den Dampf zum Niederschlagen
bringt und dann wieder durch ein weiteres Ventil
in die See zurückstießt. - K. ist auch ein Teil der
Ruhmkorffschen Funkeninduktoren (s. Induktions-
maschinen), über elektrische K. s. Leidener Flasche;
über die K. bei der Gaserzeugung s. Gasbeleuchtung
(Bd. 7, S.566a). - Vgl. Schwager, Kondensation
und Kondensationsanlagen (Berl. 1890).
Kondensierte Milch, s. Milchkonservierung.
Kondh,Kandh, ein wildes Bergvolk in Indien,
gewöhnlich zu den Drävida gerechnet, in den wald-
bedeckten Gebirgen landeinwärts vom Orissadelta
und in den Distrikten Gandscham und Wisagapatam.
Teile des Volks sind im Laufe der Jahrhunderte zu
Miliztruppen der Hindufürsten geworden, andere
haben sich als niedere Kasten der Hindubevölkerung
eingeschoben, ein Rest des Volks (1872 noch etwa
100000 Köpfe) blieb in seinem wilden Zustand.
Seit 1835 sind sie unter brit. Oberhoheit und
während der I. 1837-45 haben ihre alten Blut-
sebden und ihre Menschenopfer (msria) ein Ende
gefunden. - Vgl. I. Campbell, ^irteeu ^earz' 86r-
vies am0UF8t tk6 ^vilä trides ok XkoiMLtan (Lond.
1863); Smith, 6raininai- ol tk6 I^Iioiiä lauZuHZS
(Cullack 1876); Williamson, (^ouäi ^i-Hnima.i' anä
vocaduwi-^ (London).
Kondiktion (lat.conäieti0),die persönliche Klage
auf Rückgewähr dessen, was der Beklagte durch die
Leistung des Klägers, oder was er sonst auf Kosten
des Klägers ohne rechtlichen Grund erlangt hat, oder
was er, nachdem der rechtliche Grund hinweggefallen
ist, von dem Kläger noch hat. (S. Bereicherung.)
Kondiment (lat.), Würze, Gewürz.
Kondition (lat.), Bedingung (s. d.); das dienst-
liche Verhältnis, in welchem Handlungsdiener,
Hauslehrer u. s. w. zu ihrem Prinzipal stehen; auch
allgemein Zustand, Lage.
Konditionalsätze, Hypothetisch e Sätze, Be-
dingungssätze, abhängige (Nebew) Sätze, die eine
Bedingung (conäitio) ausdrücken; im Deutschen
durch wenn, falls, wofern u. a. eingeleitet.
Konditionieranstalten,Konditionierappa-
rat, s. Konditionierung.
Konditionieren, in Stellung, Kondition (s. d.)
sein; den Feuchtigkeitsgehalt von Gespinstfasern er-
mitteln (s. Konditionierung); konditioniert, be-
dingt, beschaffen, erhalten (namentlich in der Ver-
bindung: wohl konditioniert).
Konditionierung, die Festsetzung des Feuchtig-
keitsgebalts von Gespinstfasern. Namentlich bei
Seide ist die Bestimmung des Wassergehalts, der
mit dem Wassergehalt der umgebenden 2uft sich ver-
ändert, wegen des hohen Preises dieser Ware von
Wichtigkeit. Dieselbe erfolgt in Konditionier-
anstalten, die entweder staatlich oder städtisch (wie
in Frankreich) oder von den Handelskammern prote-
gierte Privatunternehmen sind (wie in Deutschland).
Ist einer solchen Anstalt eine Partie Seide übergeben,
so wird dieselbe zunächst genau gewogen, worauf
aus verschiedenen Stellen des Ballens eine Anzahl
Proben entnommen werden, die ihrerseits wieder
auf einer guten Wage gewogen werden. Die ge-
wogenen Proben werden alsdann an einem Messing-
reif befestigt und in den Konditionierapparat
gebracht. Umstehende Figur zeigt den 1831 von
Talabot in Lyon erfundenen und von Persoz ver-
besserten Apparat. Der Messingreif trägt in seiner
Mitte einen Draht, der durch den Deckel des Appa-
rats hindurchgeführt und außen an dem Balken
einer Wage befestigt wird, sodaß der Reif mit der
Seidenprobe im Innern des Apparats frei schwebt.
Der letztere ist ein doppelwandiger, aus Blech her-
gestellter Ofen, dessen Inneres auf eine Temperatur
von 4- 110 bis 120° N. gebracht wird, dies geschieht
durch heiße Luft, die, einem Ofen entnommen, von
unten nach oben durch den Apparat streicht und nach
Belieben abgestellt werden kann. Zeigt die Wage
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.