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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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König (Ewald Aug.) - König (Gust.)
König, Ewald Aug., Novellist und Roman-
schriststeller, geb. 22. Aug. 1833 zu Barmen, war
anfangs Kaufmann, lebte seit 1859 in Elbcrfcld,
feit 1871 in Ncuwied und feit 1882 in Köln, wo er
9. März 1888 starb. Außer kleinen Humoresken
aus dem Militär- und Kaufmannsleben schrieb K.
eine große Anzahl von Romanen meistens krimina-
listischen Inhalts, von denen folgende hervorgehoben
zu werden verdienen: "Durch Kampf zum Frieden"
(1869 preisgekrönt vom Neuyorker "Belletristischen
Iournab)), "Auf der Bahn des Verbrechens" (4 Bde.,
1876), "Schuldig?" (4 Bde., 1878), "Schuld und
Sühne (4 Bde., 1880), "Ein verlorenes Leben"
(2 Bde., 1882), "Das goldene Kreuz" (2 Bde., 1883),
"Ein moderner Vampyr. Socialer Roman" (3 Bde.,
1883) "Va dancius!" (2 Bde., 1884), "Um Glück
und Dafein" (3 Bde., 1885), "Schatten des Lebens"
l2 Bde., 1885), "Die Tochter des Kommerzienrats"
(1886), "Eine Mietkaserne" (1886), "Der Ehre
Rächer" (1887), "Die Erbin von Saldern" (1888),
"Seines Glückes Schmied" (3 Bde., 1888), "Auf
chrlofer Bahn" (1888), "Unter schwarzem Ver-
racht" (1888).
König, Franz, Chirurg, geb. 16. Febr. 1832 zu
Rotenburg an der Fulda in Hessen, studierte Me-
dizin in Marburg und Berlin, ließ sich als praktifcher
Arzt inHombcrg in Hessen nieder, wurde aber bald
Gerichtsarzt und Chirurg am Krankenhaus in Hanau.
1369 wurde er ord. Professor der Chirurgie in Rostock,
1875 in Göttingen. Unter seinen Werken sind hervor-
zuheben: "Lehrbuch der speciellen Chirurgie" (3 Bde.,
Verl. 1875-77; 6. Aufl. 1893), "Lehrbuch der all-
gemeinen Chirurgie" (3Abtlgn., ebd. 1883 - 89),
"Die entzündlichen Prozesse am Halse>' (mit Niedel,
in Billroths "Deutscher Chirurgie", Stuttg. 1882),
"über die Tuberkulose der Knochen und Gelenke"
lBcrl. 1884).
König, Franz Joseph, Chemiker, geb. 15. Nov.
1843 zu Lavesum bei Haltern (Westfalen), studierte
in München und Göttingen Mathematik und Natur-
wissenschaften, wirkte dann als Assistent an der agri-
lnltur-chem. Versuchsstation Morschen und wurde
l.870 als Leiter der neu gegründeten Versuchsstation
nach Münster berufen; 1892 wurde er zum Professor
der königl. Akademie daselbst ernannt. Er schrieb:
"Zusammensetzung und Verdaulichkeit der Futter-
stoffe" (2. Aufl., in Gemeinschaft mit Professor
Dietrich, Verl. 1890), "Chemie der menschlichen
Nahrungs- und Genußmittel" (3. Aufl., ebd. 1889
-90), "Wie kann der Landwirt den Etickstoffvorrat
in seiner Wirtschaft erhalten und vermehren?"
(3. Aufl., ebd. 1893), "Die Untersuchung landwirt-
schaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe" (ebd. 1891),
"Die Verunreinigung der Gewässer, deren schädliche
folgen, nebst Mitteln zur Reinigung der Schmutz-
wässer" (2. Aufl., ebd. 1894).
König, Friedr., der Erfinder der Schnellpresse
li. d.), geb. 17. April 1774 zu Eisleben, Sohn eines
Ackerbürgers, besuchte das dortige Gymnasium,
lernte dann als Setzer und Drucker in Leipzig und
studierte an der dortigen Universität ein Jahr Ma-
thematik und Mechanik. Um den Plan der Her-
stellung einer Druckmaschine (an Stelle der Hand-
presse) durckMührcn, ging er 1804 nach Hamburg,
oann nach Wien und Petersburg, endlich, im Spät-
herbst 1806, nach England, wo er 31. März 1807
mit dem reichen Buchdrucker Th. Venslcy einen
Kontrakt über seine Erfindung abschloß; später
traten noch die Buchdrucker Woodfall und Taylor
Artikel, die man unter K vor
als Teilhaber in die Gesellschaft. 1810 wurde K. mit
der ersten Maschine fertig und erhielt ein Patent
(10. März 1810) darauf. Diese Maschine behielt
noch den bei der Handpresse üblichen Flachdruck
(Tiegeldruck) bei, doch wurde das Farbcauftragen
durch einen selbstthätigen Farbeapparat besorgt und
die Maschine durch Dampfkraft bewegt. Das erste
Produkt dieses Maschinendrucks ist der im April
1811 gedruckte Bogen II im "^nnua.1 ^6Fi8tor" für
1810. Um diese Zeit lernte K. den bei Vensley ver-
wendeten Mechaniker Andreas FriedrichBa u e r
kennen, welcher durch sein Urteil und die Genauig-
keit, mit welcher er K.s Pläne ausführte, sehr viel
zum glücklichen Erfolge beitrug. 30. Okt. 1811 er-
bielt K. ein Patent auf eine neue Maschine, welche
Abdrücke mittels des Cylinders herstellte und Dez.
1813 vollendet wurde. Ein drittes Patent vom
23. Juli 1813 betraf die Verbesserung einzelner
Teile derselben. Der Eigentümer der "1im63",
Walter, ließ sofort zwei Mafchincn für seine Zeitung
bauen, und 29. Nov. 1814 wurde die "1ini68" auf
der Schnellpresse gedruckt. Nach dem Zeugnis der
"Lim68" vom 3. Dez. 1824 druckte ihre Maschine
anfangs 1100Bogen in der Stunde, infolge mehrerer
glücklicher Verbesserungen nach K.s Plänen aber
2000 Bogen. 1814 entwarf K. den Plan zu einer
Doppclmaschine, welche denVogen auf beiden Seiten
bedrucken sollte: dieselbe wurde in den 1.1815 und
1816 gebaut. Erbittert über einen durch Bensleys
Eigennutz herbeigeführten Kontraktbruch verließ K.
Aug. 1817 England, kaufte das aufgehobene Kloster
Oberzell bei Würzburg und legte den Grund zu der
Firma König & Bauer (s. d.). Er starb 17. Jan.
1833. In Eisleben wurde ihm 1891 ein Denkmal
errichtet (Vronzebüste von Schaper). - Vgl. Goebel,
Friedrich K. und die Erfindung der Schnellpresse
(Stuttg. 1883). Die Originalzeichnungen zu den
ersten Schnellpressen K.s finden sich im Buchgewerbe-
Museum zu Leipzig (f. Ccntralverein sür das ge?
samte Buchgewerbe).
König, Gottlob, Forstmann, geb. 18. Juli 1776
zu Hardislcben im Weimarischen, besuchte Cottas
Forstschule in Zillbach, wo er 1803-5 als Lehrer
der Geometrie wirkte. 1805 wurde er Förster in
Ruhla, wo er 1813 ein Forstinstitut gründete.
1829 zum Mitglied des Oberforstamtes in Eisenach
ernannt, verlegte er 1830 auch seine Forstlehranstalt
dahin, die zur Staatsanstalt erhoben wurde. Als
Direktor der Lehranstalt und als Vorstand der
Forsttarationskommission wirkte er bis zu seinem
Tode 22. Okt. 1849. K.s Hauptverdienst bestand in
der Pflege der forstlichen Mathematik; sein Lehrbuch
"Die Forstmathematik" (Gotha 1835; 5. Aufl. 1864,
hg. von Grebc) war mustergültig und blieb lange un-
übertroffen. Außerdem verfaßte K. noch "Die Wald-
pflege" (Gotha 1849; 3. Aufl. 1875, hg. von Grebe).
Aus seinem Nachlaß veröffentlichte Grebe "Die Forst-
benutzung" (Eisenach 185l; 3. Aufl., Verl. 1882).
König, Gust., Maler, geb. 2. April 1808 zu Co-
burg, besuchte 1830-32 die Kunstschule in Nürn-
berg, ging 1833 zu Schnorr nach München, wo ihm
vom Herzog von Sachsen-Coburg der Auftrag zu teil
wurde, für das Schloß Reinhardsbrunn sieben
Bilder aus dem Leben der ersten Neformations-
helden in OI auszuführen. Fast sein gesamtes
schaffen bewegte sich fortan nur auf diesem histor.
Gebiet. Hierher gehören 48 Blatt Scenen aus dem
Leben Luthers (mit Text von H. Gelzer, Hamb.
1847 u. o.; neue Aufl., Verl. 1889), 29 Initialen
mißt, sind untcr C aufzusuchen.